Nützliches, zweckmäßiges Element, das optisch viel her macht: Lochblech-Einsatz in der Industrie

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Lochbleche – die dünnen Platten mit den symmetrisch gestanzten Löchern, die es in unterschiedlicher Anzahl, Form und Größe gibt, sind ein fester Bestandteil der Architektur geworden und finden sich immer öfter auch bei den Menschen im privaten Bereich. So etwa als Sichtschutz des Gartens oder als Balkon-Verkleidung. Daneben ist das Lochblech natürlich aus einem weiteren Sektor nicht wegzudenken, für den es ursprünglich auch konzipiert wurde: der Industrie.

Das Lochblech: Material und Lochungsmuster

Lochbleche sind vorgefertigte Bleche, deren Lochungen individuell und je nach Kundenwunsch speziell angefertigt werden können – immer abhängig vom Einsatzort und für ihren künftigen Zweck. Die Lochungen sind meist rund, quadratisch oder länglich, daneben gibt es die Lochbleche auch noch mit bestimmten Spezial-Mustern, für ganz besondere Einsatzzwecke. Sie werden dabei in das Blech gebohrt, perforiert oder gestanzt. Unternehmen, die auf die Produktion und Weiterverarbeitung vom Lochblech spezialisiert sind, z.B. das skandinavische Unternehmen RMIG oder die Solvaro GmbH, bedienen alle Kunden und Branchen. Ob es der Privatmann ist, der eine neue Geländervertäfelung oder einen Zaun aus Lochblech haben möchte oder ein Industriezweig wie die Medizintechnik oder Petrochemie, die auf das Lochblech setzen: RMIG und Konsorten schaffen individuelle Lösungen für ihre Kunden und nutzen dabei die vielen Vorteile vom Lochblech.

Ebenso wie die Art der Lochung variieren kann, so bestehen Lochbleche aus den verschiedensten Materialien. Die gängigsten hierbei sind:

  • Aluminium
  • feuerverzinktes Material
  • Kupfer
  • blanker Stahl
  • beschichteter Stahl
  • Messing

Unverzichtbarer Helfer: das Lochblech in der Industrie

Lochblech mit Hexagonallochung

Lochblech mit Hexagonallochung

Doch nicht nur Lochung und Material können ganz verschiedenartig und individuell anpassbar sein, auch z.B. die  Größe, Dicke und die  Form können bei Lochblechen teils erheblich voneinander unterscheiden. Vor allem im industriellen Sektor kommen sie in diesen mannigfaltigen, völlig unterschiedlichen Ausfertigungen zum Einsatz. Für die Industrie waren Lochbleche auch schon immer gedacht, dafür wurden sie einst entwickelt und produziert, lange bevor sie ihren Siegeszug – dank der dekorativen Funktionalität und der attraktiven Einsatzmöglichkeit als stilvolles Designobjekt – in der Architektur und im (privaten) Hausbau antraten. Schon lange weiß die Industrie die Vorteile der Lochbleche für sich zu nutzen, was man auch daran erkennt, dass renommierte Experten und erfahrene Unternehmen auf diesem Gebiet, wie z.B. RMIG, teilweise bereits seit weit über 100 Jahren in diesem Bereich erfolgreich sind. Die Industriezweige, in denen sie am häufigsten zur Anwendung kommen, sind:

  • chemische Industrie
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Holzindustrie
  • Landwirtschaft/Agrarbereich
  • Maschinenbau und Elektroindustrie
  • Abwasserreinigung
  • Medizintechnik
  • Petrochemie

Dass hier aber nur die wichtigsten, aber längst nicht alle Zweige genannt sind, in denen sich das Lochblech wiederfindet, macht deutlich, wie vielseitig diese einsetz- und verwendbar sind. Firmen wie RMIG, die sich ganz auf die Produktion von Lochblechen spezialisiert haben, bieten u.a. einfache Standartprodukte an, die durch weiterverarbeitende Maßnahmen wie beispielsweise Schweißen, Runden oder Kanten, dann auch für den industriellen Sektor einsatzbereit gemacht werden. In komplexen Gehäusen oder bei der Schalldämpfung über wenige Millimeter dicke Bleche für Siebanlagen bzw. den Siebeinsatz oder zu Filtrations-zwecken im Bereich der Ölgewinnung: die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Lochbleche scheinen keine Grenzen gesetzt.

Das Lochblech in der Landwirtschaft und chemischen Industrie

Lochblech in der Getreidetrocknung

Lochblech in der Getreidetrocknung

Die Landwirtschaft bzw. der Agrarbereich und die chemische Industrie – zwei seit langer Zeit bewährte Einsatzfelder der Lochbleche. In der Landwirtschaft greift man nicht zuletzt auf sie zurück, wenn z.B. Getreide, Samen oder Reis gereinigt und getrocknet werden müssen. Hier kommen sie als spezielle Siebe zum Einsatz, die dafür sorgen, dass unerwünschte Bestandteile bzw. Beimengungen wie Dreck und sonstige Verunreinigungen, aussortiert werden.

Einsatz in der Landwirtschaft

In der chemischen Industrie dienen Lochbleche hingegen oft als Basis von langen, mit extrem dicken Wänden ausgestatteten Rohren, die bei der Filtrierung benutzt werden. Dieses hier zum Einsatz kommende Lochblech weist zumeist eine Dicke von – mindestens – 3 mm auf. Diese werden, meist mit beträchtlichen Freiflächen, auf Breit- und Streifenpressen gefertigt und dienen als wichtiges, zuverlässiges Fundament für die Rohre. Am Ende sollen die Rohre in der Praxis schließlich oft noch zu langen Rohrleitungen miteinander verschweißt werden. Das Produkt, das hier benötigt wird, ist ein speziell angefertigtes Lochblech und kein Lochblech „von der Stange“.

Aber auch als Filterelement in Platten, als Zentrifugensieb sowie als Gas-Anströmboden für Biofilter- oder Fließbettanlagen, werden sie im Segment der chemischen Industrie gerne genutzt.

Unverzichtbarer Helfer: Das Lochblech im Maschinen- und Anlagenbau

Lochbleche finden sich als Bestandteil bzw. Element in unzähligen Anlagen und Maschinen wieder. Hier dienen sie z.B. als Griffschutz an bestimmten Maschinen, sie decken besonders schützenswerte und empfindliche Bauteile ab oder sorgen als tragendes Element für Erhöhung in oder an den Anlagen. Weitere Beispiele von Einsatzgebieten der Lochbleche im Maschinen- und Anlagenbau sind u.a.:

  • als Stützkörperbasis-Element in Maschinen um vor zu intensivem Schall zu schützen
  • als Filterelement für Kühlkreisläufe, z.B. in Kraftwerken
  • als Schleuderkörbe, um verschiedenste Kleinteile zu verzinken

 

Was vielleicht nicht jeder weiß: jeder, der eine Waschmaschine zu Hause hat, ist auch im Besitz eines Lochblechs. Dieses befindet sich direkt in der Waschmaschine. Werden Lochbleche für die Trommel der Waschmaschine genutzt, so bedarf es einer besonders exakten Lochung, die präzise gestanzt werden muss. Die Beschädigung der Wäsche beim Waschvorgang durch die Trommel – und damit dem Lochblech – muss dadurch ausgeschlossen werden.

Lüftungs- und Klimaanlagen ohne das Lochblech undenkbar

Lochblech: Langlochung versetzte Reihen

Lochblech: Langlochung versetzte Reihen

Letztlich gibt es in der Sparte „Anlagenbau“ aber vor allem eine Art von Anlagen, in denen ohne sie nicht viel gehen würde: Lüftungs- und Klimaanlagen. Bei Klimaanlagen kommt es darauf an, dass die Luft in Räumlichkeiten – egal ob es sich um eine Produktionshalle, ein Büro oder die eigene Wohnung handelt – ausgewogen fließt und reguliert werden kann. Um eine angenehme Raumluft-Qualität zu erzeugen oder aufrecht zu erhalten, benötigt man diese praktischen Anlagen, und das Lochblech eignet sich hervorragend für den Betrieb in diesen Geräten. Oft kommen die Produkte hier bei der Belüftung der Anlagen selbst zum Tragen, in dem sie durch ihre Lochung für eine ausreichende Luft­zirkulation sorgen. Bei Lüftungsanlagen umschließen die Lochbleche unterschiedliche Elemente und Bauteile der Anlagen, vor allem der sog. Auslasskörper ist meist von einem Lochblech ummantelt.

Ein weiteres großes Plus der Lochbleche wird an dieser Stelle deutlich: das ansprechende, unaufdringliche Design, das mit einer reduzierten Eleganz besticht. Lochbleche sorgen für eine sachlich-kühle, schlichte Optik – und damit in gewisser Weise für eine angenehme „visuelle Atmosphäre“, die das Raumempfinden nicht stört.

Anbieter und langjährig erfahrene Experten in Sachen Lochblech, z.B. Solvaro, Schäfer oder RMIG, passen sich den speziellen Wünschen der Unternehmen auch im Sektor Maschinen- und Anlagenbau an und kreieren individuelle Kundenlösungen – auch und vor allem, was die Lochung angeht. So benötigen bestimmte Gegenstände, die z.B. Waren oder Produkte kühlen und eine ausreichende Frischluft-Durchlässigkeit und -Zirkulation gewährleisten sollen, exakte Lochungen. Hier lässt das Lochblech-Muster wieder keine Wünsche offen: ob Quadrate, runde Löcher, Lamellen oder einfache (in der Breite frei wählbare) Schlitze. Lochbleche, die z.B. bei Temperaturschränken für die Kälte-Wärme-Prüfung gebraucht werden, weisen ein anderes Lochmuster auf, wie etwa Weinklimaschränke. Aus diesem Grund muss es möglich sein, das Blech mit verschiedenen Lochungen – abhängig vom Einsatzzweck – versehen zu können.

Weitere industrielle Einsatzorte für das Lochblech: Petrochemie und Medizintechnik

Im Bereich der Petrochemie (Herstellung von chemischen Produkten aus Erdgas und Erdöl) werden sie meist im Rahmen der Filtration bei der Öl- oder Gasgewinnung angewandt. Kommt Öl aus der Presse, weist es noch Anteile von Trub und gewissen Schleimstoffen auf, die gefiltert werden müssen. Das sog. „Truböl“ muss also gereinigt werden. An dieser Stelle dienen Lochbleche als praktische Helfer, auf die die Unternehmen bei den verschiedenen technischen Filterverfahren und -maschinen (Druckblattfilter, Membranfilter, Grobfilter etc.) zurückgreifen müssen.

In der Petrochemie sind die Anforderungen an das Lochblech besonders hoch. Die Lochbleche können mit säurehaltigen, ätzenden Stoffen und Chemikalien (von Kohlenmonoxid und Methan über Benzol und Butan bis hin zu Ethylen und Wasserstoff) in Kontakt kommen, die ihnen nichts anhaben dürfen. Deshalb brauchen jene Lochbleche eine ganz spezielle Widerstandfähigkeit und Beschaffenheit, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Bei der Fertigung und Konstruktion vom Lochblech für die Petrochemie hat sich vor allem das skandinavische Unternehmen RMIG weltweit einen Namen gemacht. Doch nicht nur in der Filtration findet man Lochbleche hier, ihr Anwendungsgebiet geht weiter darüber hinaus. Lochbleche in der Petrochemie dienen z.B. als bzw. in

  • Bohrsystemen
  • Bestandteil bzw. Element von Fassadensystemen
  • Laufstege und Geländer (z.B. auf Bohrinseln oder –plattformen)
  • Tritt- und Laufroste
  • Absturzsicherung

Und nicht zuletzt finden sich Lochbleche u.a. auch noch im Zweig der Medizintechnik bzw. Pharmaindustrie. Dort sind sie auch schon länger ein wichtiger Bestandteil  und sie werden in steriler, also keim- und bakterienfreier Umgebung, eingesetzt. Hier braucht man sie z.B. als Einlagebleche für medizinische Hochleistungs-, Vakuum- oder Laboröfen. Medizinische Öfen werden u.a. von Zahnarztpraxen genutzt, um Porzellanzähne einzulagern. Im Pharmabereich braucht man Lochbleche aber auch für Coating-Anlagen, als Gas-Anströmboden für Fließbettanlagen oder  pneumatische, also mit Druckluft arbeitende Transporttische.

Das Lochblech ist günstig in Herstellung und Produktion

Dadurch, dass der Bedarf an Lochblechen, gerade im industriellen Sektor, so hoch ist, kann das Lochblech für viele Kunden gleich in großer Serie produziert und angefertigt werden. Die Industrie ist immer noch der Hauptabnehmer und „Kunde“ von Unternehmen wie RMIG, Nia Met oder Tissemaille, die die Lochbleche – aufgrund der meist hohen Bestellmengen – günstiger erwerben können als Einzel- und Spezialanfertigungen, die vom Handwerk kommen. Natürlich können diese Lochblech-Spezialisten auch Sonderwünsche und Spezial-Lochbleche für die Endabnehmer fertigen. Die günstige industrielle bzw. serienmäßige Herstellung der Lochbleche ist aber definitiv ein großer Vorteil der dünnen Platten, die sich für viele unterschiedliche Einsatzgebiete eignen.

Grundsätzlich können bei der Herstellung von Lochblechen, drei unterschiedliche Arten von maschinellen Anlagen eingesetzt werden: die Streifenpresse (die klassische Perforiermethode und bestes Verfahren für dicke Platten und größere Löcher), die Breitpresse (die Lochung des Materials erfolgt in einem einzigen Arbeitsgang über die gesamte Breite) und die Stanznibbelmaschine (mehre, unterschiedliche Lochungs-Muster sind möglich, die auch von den gängigen Maßen abweichen). Nach dem Lochen verrichten meist auch noch Richtmaschinen ihren Dienst, die die Platten wieder rein und eben machen.

Bei der spezielleren Weiterverarbeitungen braucht man dann nochmals besondere Werkzeuge, wie beispielsweise Biegewalzen, Tafelscheren, Gesenkbiegepressen, Exzenterpresse oder auch Schwenkbiegemaschinen.


Bildnachweis: © alle RMIG

Über 

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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