Plastik im Hundefutter von Pedigree

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Die Anzahl der Lebensmittel-Hersteller, die in diesem Jahr bereits Sicherheitsmeldungen zu ihren Produkten herausgeben oder gar komplette Produktserien zurückrufen mussten, ist beträchtlich. Allein innerhalb von zwei Monaten, wurden in diesem Jahr schon sieben Produkte zurückgerufen, oft wurden dabei Produktionsrückstände wie z.B. Plastikteile, in den Lebensmitteln gefunden.

Plastik im Hundefutter für Tiere lebensbedrohlich

Doch nicht nur in der Lebensmittel- sondern auch in der Futtermittelproduktion kann es zu solchen Vorfällen kommen. Und ebenso wie beim Menschen, können von diesen Rückständen, von der Verunreinigung über die Kontamination bis hin zum Kunststoffrest, erhebliche Gefahren für die Gesundheit des Tieres ausgehen.

Daher gelten bei der Produktion von Tierfutter, egal ob für Nutz- oder Haustiere, vergleichbare Vorgaben und Prinzipien wie bei der Lebensmittelherstellung für den Menschen: das betrifft die Qualität der zu verarbeitenden Grundstoffe, die Produktionshygiene, Produktreinheit oder auch die Haltbarmachung der Ware.

Modernste, hochwertige Anlagen und Maschinen kommen zum Einsatz, um fehlerfreie Produkte herzustellen. Dennoch kam es in der Vergangenheit immer wieder zu – teilweise Aufsehen erregenden – Vorfällen, bei denen Tierhalter im Hundefutter extrem gefährliche Rückstände vorfanden. In den meisten Fällen handelte es sich um blaue oder gelbe Plastikteilchen, die im Zuge der Herstellung irgendwann ihren Weg in die Dose fanden. Und das, obwohl die Produktion vor dem Abfüllen mehrfach und ausgiebig kontrolliert wird, sowohl von Mitarbeitern als auch maschinell durch Scanner.

Ob der Hund gerade am überlegen ist, in welchem dieser vielen Futtersorten wohl Plastik enthalten sein könnte?

Was kann man als Unternehmen dafür tun, dass es zu solchen Plastik-Zwischenfällen in Hundefutter nicht mehr kommt?  (#01)

Spitzes Plastikteil im März in Pedigree-Hundefutter entdeckt

Einer der jüngsten Fälle von Plastik im Hundefutter ereignete sich Anfang März 2016 im rheinhessischen Mommenheim. Dort fand eine Hundehalterin ein größeres, spitzes Plastikteil in einer Pedigree-Dose, zum Glück noch bevor sie ihrem Hund das Futter gab. Das Plastikstück hatte eine Länge von rund zwei Zentimetern und war anderthalb Zentimeter breit, der Hund hätte also sehr leicht daran ersticken können. Der Zwischenfall ereignete sich nur wenige Wochen nach einers pektakulären, riesigen Rückruf-Aktion des Süßwaren-Produzenten Mars, der einige Millionen seiner Schokoriegel zurückholen ließ. Grund: ein Verbraucher fand ein Stück Plastik in einem Riegel.

Plastik im Hundefutter: auch Erfolgsmarken wie Pedigree nicht davor geschützt

Auch die bekanntesten und größten Hundefutter-Produzenten scheinen nicht vor solchen Ereignissen gefeit. Pedigree gehört zu den meistverkauften und – bei Hundebesitzern – beliebtesten Marken. Dahinter stecken viele Jahre der Forschung, Erfahrung und Weiterentwicklung, denn gerade der Markt für Hundefutter ist riesig und nahezu unüberschaubar. Die Firmen buhlen mit unzähligen, unterschiedlichen Sorten, Futtermarken, Geschmacksrichtungen und Qualitätsverspechen um die Gunst der Hundebesitzer.

Die Ansichten darüber, welche Marke denn nun die Beste sein, könnten unterschiedlicher nicht sein.
Es werden aber immer wieder Umfragen durchgehführt, die dies zu ermitteln versuchen. Bei einer Erhebung des Portals www.deinetierwelt.de unter seinen Lesern, belegte Pedigree, bei der Frage nach der Empfehlung und der Beliebtheit unter den Hundehaltern, den zweiten Rang.

Auf der Seite statista.com, einem Portal mit Statistiken und Studien aus 18 000 Quellen, findet sich ebenfalls eine Statistik über eine Umfrage zu den beliebtesten Hundefutter-Marken in Deutschland. Die Umfragen wurden von 2013 bis 2015 durchgeführt. Ergebnis: Pedigree landete immer auf den vorderen Plätzen, zuletzt im Jahre 2015 auf dem zweiten Rang, u.a. deutlich vor Chappi, Frolic oder Cesar.

Eines der traditionsreichsten Hundefutter

Die Marke Pedigree gehört zu den traditionsreichsten und langlebigsten ihrer Art. Ihr Grundstein wurde bereits vor über 80 Jahren gelegt, 1935. Damals kaufte Forrest Mars, Sohn des Imperium-Gründers Frank Mars, den englischen Hundefutterproduzenten Chappel Brothers Ltd. Damit erwarb Mars diejenige Firma, die als erste überhaupt industrielles Futter für die Vierbeiner herstellte. Forrest Mars wollte jedoch bessere, den geschmacklichen Ansprüchen und Vorlieben der Hunde entsprechende, Nahrung produzieren. Mit der Marke „Chappy“ gelang ihm dies, das Produkt wurde ein Verkaufsschlager.

Im Laufe der Jahre entwickelte die Firma Mars immer neue Produkte und teils funktionale Nahrung, die Maßstäbe setzten, darunter z.B. Zahnpflegeprodukte für den Hund, Kauknochen, oder auch Pedigree Rask, der 1993 erstmals produzierte, funktionale Snack zur Zahnpflege. Unter der Bezeichnung „PAL“ verkaufte Mars 1960 erstmals Hundefutter auch hierzulande. Nach kurzer Zeit, in der die Marke unter dem Namen „Pedigree PAL“ lief, heißt sie seit 1999 offiziell Pedigree.

Für kleine Hunde kann Plastik im Hundefutter besonders lebensgefährlich sein

Für kleine Hunde kann Plastik im Hundefutter besonders lebensgefährlich sein! (#02)

Gutes Reputationsmanagement muss Kontakt-Kanäle sorgsam pflegen

Nachdem die Hundebesitzerin die gefährliche Entdeckung im Hundefutter von Pedigree gemacht hatte, informierte diese umgehend den Hersteller, die Mars Petcare GmbH. Sie wurde gebeten, die Dose mit dem Plastikteil zwecks Untersuchung und Klärung, umgehend einzuschicken. In der Antwort des Unternehmens an die Kundin hieß es, dass man den Sacherhalt sowie die Qualitätssicherheit umgehend prüfe, dies jedoch auch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen könne.

Außerdem bewies man Transparenz, indem offengelegt wurde, wie genau und durch welches Element im Produktionsprozess es zu diesem Fehler gekommen sein könnte. In den anderen, länger zurückliegenden Fällen – damals betraf es u.a. Hundefutter der Marken „Rinti“, „Platinum“ oder auch „Best Nature“ – reagierten die Hersteller teils sofort mit öffentlichen Stellungnahmen oder direkter Kunden-Kontaktaufnahme.

Darin wurde das Ereignis als „unverzeihlicher Fehler“ bezeichnet, man bot den Geschädigten umgehend eine Ersatzlieferung an und versicherte, in Zukunft die Kontrollen noch zu verbessern. Ein anderes Unternehmen veröffentlichte jedoch gar keine Stellungnahme.


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild sonne_fleckl, #01 Sabine Teichert, #02 DoraZett

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