Markenonlineshop: Für welche Hersteller sich ein Onlineshop rentiert

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Auch in Zeiten von zunehmendem Internethandel, sprich Amazon, Ebay und Co besitzen viele Produktanbieter nach wie vor nur eine gut designte Webseite ohne eigenen Onlineshop.

verkaufen sie über Zwischenhändler oder Online-Marktplätze. Dabei lassen sich eigene E-Commerce-Angebote heutzutage einfach und schnell realisieren und die Nachfrage der Kunden ist in der Regel sehr hoch.

So suchen laut einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts ECC stöbern rund 46,5 Prozent der Frauen und immerhin 36,1 Prozent der Männer im Internet beziehungsweise direkt in den Onlineshops ihrer Lieblingsmarken, um zu erfahren, was es aktuell so gibt.

Wird die eigene Webseite also um eine simple Shopfunktion erweitert, können aus den Interessenten direkt Kunden werden, die die Produkte direkt beim Hersteller erwerben.

Markenonlineshops – Handel oder Direktvertrieb?

In der guten alten Zeit, bevor es Content-Marketing und Internethandel gab, war das alleinige Vertriebskonzept vieler Hersteller ausschließlich auf Einzel- und Großhändler ausgelegt. Für die Hersteller war das Verfahren in der Regel günstiger und ließ sich zudem ohne organisatorischen Mehraufwand beziehungsweise ohne eigene zielgruppenspezifische Werbung realisieren.

Mit dem Aufkommen des Internets adaptierten sogenannte Online-Marktplätze und Versandhändler das Konzept und übernahmen fast nahtlos den Online-Vertrieb der Produktanbieter. Allerdings haben sich die Zeiten gewandelt und viele Hersteller wollen nicht, dass ihre hochwertigen Produkte über Marktplätze vertrieben werden und planen, diese ohne Umwege direkt an die Kunden zu verkaufen.

Ob für diese Drei ein Onlineshop zu eröffnen das Richtige wäre ?

Online Shop eröffenen? Ob für diese Drei ein Onlineshop zu eröffnen das Richtige wäre ?  (#01)

Für wen lohnt sich ein eigener Markenshop?

Allerdings sind viele Hersteller unsicher im Hinblick auf den sogenannten Direktvertrieb und fragen, ob sich ein eigener Markenonlineshop tatsächlich lohnt. Und diese Frage ist nicht immer unbegründet. So ist eine große Herausforderung bei der Etablierung eines eigenen Online-Shops in jedem Fall die Kostenkontrolle und eine weitere ist die künftige Zusammenarbeit mit Großabnehmern aus dem klassischen Handel.

Hier müssen Hersteller aufpassen, dass sie ausreichend Rücksicht auf den Einzelhandel nehmen und sich die oftmals langjährigen Verbindungen beispielsweise nicht durch einen ausufernden Preiswettbewerb verderben. So sollten die Preise im Onlineshop in etwa auch denen der unverbindlichen Herstellerempfehlungen an den Handel entsprechen.

Technik ist einer der Sachen die online gut zu verkaufen gehen

Technik ist einer der Sachen die online gut zu verkaufen gehen, leider gibt es hier auch schon viele Konkurrenten (#02)

Weiterhin ist es wichtig, vor dem Aufbau eines Shops das eigene Sortiment zu hinterfragen. Nur, wenn genügend unterschiedliche Produkte vorhanden lohnt sich die Investition und der Aufwand. Ebenso sollten Hersteller, die überlegen, einen eigenen Onlineshop zu entwickeln sich das bestehende Umfeld genauer ansehen.

Gibt es bereits eine große Marktabdeckung im regulären Handel wie beispielsweise im Segment Körperpflege oder bei Tiernahrung. Produkte dieser Bereiche werden in nahezu jedem Supermarkt und in Drogerien angeboten, sodass die Kunden sie in der Regel nebenbei beim wöchentlichen Einkauf auf der Liste haben. Das bedeutet gleichzeitig, dass nur ein geringes „Kunden-Involvement“ vorhanden ist und dass dem Kauf keine größere Überlegung oder Entscheidungsfindung vorausgeht.

Andere Produktsegmente, die sich nur bedingt für einen Onlineshop eignen, sind sogenannte Erfahrungsgüter. Dazu zählen beispielsweise Artikel, die die Sanitärbranche anbietet sowie Gartenartikel und auch die Ausstattung für Babys.

Sie will der Kunde vor dem Kauf auf jeden Fall betrachten und möglichst auch anfassen und erleben. Meist handelt es sich dabei um Produkte, die über mehrere Jahre genutzt werden sollen und weniger technisch, als vielmehr dekorativer Natur sind. Daher lassen sich die Produkteigenschaften schlechter vergleichen und der Kunde fühlt sich wohler, wenn er die Farbe des Kinderwagens bei Tageslicht gesehen hat.

Gartenartikel sind eine von den Artikeln die sich nicht wirklich gut für den Onlineshop eigenen

Gartenartikel sind eine von den Artikeln die sich nicht wirklich gut für den Onlineshop eignen? Sicher? (#03)

Zu den Branchen für deren Hersteller sich ein Onlineshop in jedem Fall lohnt gehören derzeit Technik, Kochen und Sport. Denn anders als bei den zuvor genannten Beispielen können hier die Faktoren positiv gewertet werden. Die meisten Hersteller haben ein umfangreiches Sortiment mit vielen unterschiedlichen Produkten im Angebot, die in der Regel nicht flächendeckend im Einzelhandel verfügbar sind.

Zudem ist das sogenannte Kunden-Involvement meist sehr hoch, da diese nicht alle drei Wochen neue Töpfe und Pfannen kaufen und sich daher vor einem Kauf auf unterschiedlichen Wegen informieren, abwägen und vergleichen. Gerade im Elektronikbereich, der klassische Suchgüter anbietet, vergleichen Kunden die Produkte gern zu Hause anhand der technischen Angaben.

Überblick: Faktoren, die für oder gegen einen eigenen Onlineshop sprechen:

• die Sortimentstiefe
• die vorhandene Marktabdeckung im bestehenden Handel
• das Kunden-Involvement
• die Produkteigenschaften – handelt es sich um ein Such- oder ein Erfahrungsprodukt

Konnten im Zuge der Überlegungen für die Planung eines Markenonlineshops die entscheidenden Faktoren für die eigene Produktpalette positiv bewertet werden, bleibt zunächst aber noch die Frage nach den Vorteilen eines eigenen Angebots. Eines der wichtigsten Pro-Argumente bezieht sich dabei auf die negativen Seiten beziehungsweise auf die Probleme, die sich für die Hersteller beim indirekten Vertrieb über den Einzel- oder Großhandel ergeben.

Denn diese bestehen meist darin, dass die Präsentation ihrer Produkte sowohl auf der Verkaufsfläche im Einzelhandel als auch im Onlineshop eines Versandhändlers selten den Vorstellungen des Herstellers entsprechen. Oftmals sind fehlen Produktbeschreibungen, die Bilder sind viel zu klein oder der Artikel wird ganz am Ende der Produktauflistung gezeigt. Und im schlimmsten Fall finden Hersteller ihre Produkte in einem völlig ungeeigneten Umfeld wieder – beispielsweise wenn eine große teure Luxuslimousine zwischen kleinen und vor allem eher billigen Stadtflitzern angeboten wird.

So können Hersteller ihren eigenen Shop vor allem entsprechend ihren Vorstellungen strukturieren und sortieren. Umfragen haben zudem gezeigt, dass Kunden viel lieber in einem gut geführten Online-Shop – ein gutes Beispiel hierfür ist unter anderem „Hild Tuning“ – einkaufen und sich dort gern vor allem auch von der Präsentation der Produkte inspirieren lassen. Das bedeutet, dass Shops, in denen die Produkte im eigenen Markenumfeld gut platziert und mit einem individuellen Mehrwert angeboten werden, sowohl das Markenimage als auch das Vertrauen der Verbraucher steigern.

Auch im Onlineshop macht es Sinn die Artikel entsprechend darzustellen

Gerade im Onlineshop macht es Sinn die Artikel entsprechend darzustellen – der Kunde kann hier ja nicht probieren, anfassen und riechen. Somit ist die richtige Bebilderung unheimlich wichtig. (#04)

Weitere Vorteile, die ein eigener Markenonlineshop den Herstellern bietet sind unter anderem:

  • Mit einem eigenen Online-Shop können sich Hersteller einen weiteren Vertriebsweg erschließen und so ihr Handelskonzept erweitern. Das wiederum bedeutet, dass die Reichweite der Produkte erhöht wird, was dann oftmals eine erfolgreiche Markenbildung nach sich zieht, wodurch letztlich die Verkaufszahlen gesteigert werden können.
  • Ein wichtiger Aspekt der für die Etablierung eines eigenen Markenshops im Internet spricht, ist demnach die höhere Reichweite. Hersteller, können mithilfe von Onlineangeboten auch Neukunden aus anderen Landesteilen und außerhalb der regulären Öffnungszeiten auf sich aufmerksam machen. Zudem schätzen die meisten Kunden den heutigen Luxus einkaufen zu können, wann sie wollen und vor allem die Tatsache, dass sie entspannt auf von ihrer Couch aus bestellen und bezahlen und dass das Produkt dann in der Regel bis an die Haustür geliefert wird.
  • Ebenso bietet ein Online-Shop dem Kunden die Möglichkeit, sich offline direkt im Fachhandel zu informieren und online zu kaufen – oder umgedreht. Dadurch gehen Fachhandel und Markenshop Hand in Hand und steigern das Image der Marke.
  • Der eigene Online-Shop kann auch als Alleinstellungsmerkmal genutzt werden, um dem Kunden besondere Aktionen wie beispielsweise die individuelle Zusammenstellung des neuen Laufschuhs anzubieten.
  • Ein wichtiges Argument für einen eigenen Markenonlineshop ist natürlich auch die Preisgestaltung. In einem eigenen Shop hat der Hersteller die volle Kontrolle und kann selbst entscheiden, wann beispielsweise Sales-Aktionen stattfinden sollen. Er kann die Preise bestimmen und muss keine Gebühren an Zwischenhändler bezahlen.
  • Und letztlich können Hersteller mit einem eigenen Onlineshop diesen zum sogenannten Customer Relationship Management (CRM) nutzen. Dafür können sie mithilfe des Shops Daten erheben und analysieren, wie potentielle Kunden zu tatsächlichen Käufern werden und dann entsprechende Maßnahmen für zur Kundenbindung festlegen.
Markenartikeln zu günstigen Preis

Markenartikeln zu günstigen Preis (#05)

Ausblick in die Zukunft der Markenonlineshops

Aktuell werden täglich neue Onlineshops eröffnet und ein Ende der Markenonlineshops ist erst einmal nicht in Sicht. Zumal sich vor allem das Geschäft mit der Personalisierung von Produkten für den Kunden immer stärker entwickelt, was gerade Online-Shops Markenanbietern gezielt nutzen können.

Sie haben die Möglichkeit, entsprechende Angebote auf ihren Webseiten einfach umzusetzen und können so schnell auf neue Trends und damit einhergehende Nachfragen reagieren.


Bildnachweis: Fotolia- Titelbild: VRD-#01: leungchopan-#02: Natalia Merzlyakova-#03:Christian Jung-#04:racamani-#05:mopsgrafik

Über 

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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