Kanzleramt schon seit Jahrzehnten von der NSA abgehört?

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Wieder einmal sorgt Wikileaks dafür, dass neue Informationen rund um die Abhöraktionen der NSA ans Licht kommen. Dieses Mal machen die Informationen deutlich, dass die NSA bereits seit mehreren Jahrzehnten das Bundeskanzleramt überwachen lässt.

In den vergangenen Tagen kam es zu neuen Veröffentlichungen zum Abhörskandal der NSA in Bezug auf das Kanzleramt. So wurde nun eine Selektorenliste veröffentlich, auf der mehrere Telefonnummern der engsten Mitarbeiter der deutschen Kanzlerin vermerkt waren. Doch die Liste enthielt noch mehr Informationen. So ging daraus hervor, dass bereits Schröder und auch Kohl durch die Spähaktionen der NSA betroffen waren.

Zusätzlich zu der Liste wurden mehrere Protokolle von Gesprächen der Kanzlerin veröffentlicht, die streng geheime Informationen enthielten. Unter anderem ging es in den im Jahr 2009 abgefangenen Telefonaten um Lösungen der damaligen Finanzkrise und das weitere Vorgehen in Bezug auf den Iran.

Die neuesten Veröffentlichungen machen deutlich, wie eng das Netz der Überwachung in Bezug auf das Kanzleramt tatsächlich ist. Besonders interessant: Bereits Johannes Ludewig stand auf der Liste der Selektoren. Er wurde bekannt als Vertrauter von Helmut Kohl und hat das Kanzleramt bereits im Jahr 1994 verlassen. Diese Informationen machen deutlich, wie weitreichend die Abhöraktionen der NSA tatsächlich sind.

Marius Beilhammer

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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