Isolierglas-Abstandhalter: Stahl und Aluminium als Warme Kante

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Schon längst wird beim Bau eines Gebäudes kein normales Glas mehr für die Fenster verwendet – das Isolierglas ist inzwischen Standard. Dieses besteht aus zwei Glasscheiben, teilweise wird sogar noch eine dritte eingezogen. Abstandhalter geben den Abstand der einzelnen Scheiben zueinander vor, diese laufen am Rand der Scheibe entlang. Wird für die Isolierglas-Abstandhalter Stahl verwendet, ergeben sich zahlreiche negative Eigenschaften.

Isolierglas: Abstandhalter aus Stahl in Gebäuden

Isolierglas besteht wie bereits erwähnt aus zwei oder mehr Scheiben, die durch den Abstandhalter voneinander getrennt sind. Der so entstandene Zwischenraum zwischen den Scheiben ist die Grundlage für die eigentliche Dämmwirkung bei Isolierglas. Dazu kommt eine Dichtung aus Butyl und ein Sekundärdichtstoff – fertig ist der trockenmittelbefüllte Abstandhalter. Schon viele Jahre lang ist dieser zweistufige Randverbund aus Isolierglas Standard. Schon seit den 1950er Jahren werden aber auch Hohlprofile aus Stahl verwendet, später wurde dieser Stahl dann durch Abstandhalter aus Aluminium ersetzt. Diese Materialien weisen jedoch eine hohe Wärmeleitfähigkeit auf. Das heißt, wenn für den Isolierglas Abstandhalter Stahl verwendet wird, besteht eine gute Wärmeleitung zwischen Innen- und Außenscheibe. Lineare Wärmebrücken sind entstanden – der Isolierglas Abstandhalter Stahl kann nicht punkten.

Isolierglas-Abstandhalter und die Wärmebrücken

Durch Wärmebrücken geht wertvolle Heizenergie verloren, was für Gebäude natürlich nicht gewünscht ist. Die raumseitige Oberflächentemperatur sinkt, weil der Wärmestrom nach draußen geht. Das Risiko für die Bildung von Schimmel und Tauwasser im Gebäude steigt enorm an. Wird das Gebäude hingegen klimatisiert, so ist der gesamte Energiebedarf für die Kühlung größer, wenn für die Isolierglas Abstandhalter Stahl oder Aluminium verwendet wurde.

Gerade in modernen Gebäuden, die mit Funktionsbeschichtungen und Füllungen aus Edelgas im Zwischenraum der Scheiben ausgestattet sind, sind solche Wärmebrücken aber absolut unerwünscht.

Die ersten Isolierglas Abstandhalter mit verbesserter Wärmetechnologie kamen in den 1990er Jahren auf den Markt und es wurden deutlich geringere Wärmeverluste festgestellt. Die Wärmeleitfähigkeit von Stahl und Aluminium wurde bei den neuen Materialien halbiert. Diese Verbesserungen, die sich auf den Randverbund von Isolierglas beziehen, werden als Warme Kante bezeichnet.

Vorteile neuer Varianten gegenüber einem Isolierglas Abstandhalter aus Stahl

Stahl genießt in vielen Bereichen und für diverse Anwendungszwecke ein hohes Ansehen. Wird für den Isolierglas Abstandhalter Stahl verwendet, ist das nicht unbedingt positiv. Die verbesserten Abstandhalter, die nicht mehr aus Stahl, sondern aus anderen Materialien bestehen, und die für die Warme Kante verwendet werden, leiten die Wärme deutlich schlechter. Durch die Warme Kante kann der Wärmeschutz, den ein Fenster bieten soll, um 0,1 bis 0,2 W/m²K verbessert werden. Für Architekten und Planer bedeutet das, dass sie besser in der Lage sind, die Vorgaben durch die Energieeinsparverordnung einzuhalten. Der Bewohner des Hauses profitiert ebenso von einem neuen Isolierglas Abstandhalter, weil er geringere Heizkosten für das Gebäude aufbringen muss. Die gesparte Energie durch die Isolierglas Abstandhalter wiederum belastet die Umwelt weniger mit CO2 und die gesamte Immobilie wird umweltfreundlicher.

Nicht zu vergessen ist bei einer Betrachtung der Vorteile der neuartigen Abstandhalter im Isolierglas, dass das Tauwasser deutlich reduziert wird. Die Bauteiloberflächen besitzen eine angenehmere Temperatur, was für Behaglichkeit bei den Bewohnern und für eine reduzierte Gefahr des Tauwasserausfalls sorgt. Undichte Fugen sind kein Problem mehr, allerdings findet hier auch kein Luftaustausch mehr statt. Besonders Bäder, Fitnessräume oder Küchen sind dann schimmelgefährdet – alle Räume also, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.

Isolierglas Abstandhalter Stahl und Aluminium: Ein Beispiel

Zum Thema Tauwasser und Abstandhalter für Isolierglas gibt es ein recht eindrucksvolles Beispiel: Man gehe von einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent aus, die Raumtemperatur beträgt rund 20 °C. Wird ein zweifaches Isolierglas mit herkömmlichem Abstandhalter aus Stahl oder Aluminium verwendet, so entsteht an der inneren Scheibe Tauwasser, wenn die Temperatur im Außenbereich absinkt (auf – 1,6 °C). Ein dreifaches Isolierglas mit gewohntem Abstandhalter reagiert an der inneren Oberfläche ab – 5,4 °C mit der Bildung von Tauwasser. Wird hingegen ein Abstandhalter aus Silikonschaum eingesetzt, so erhöhen sich diese Werte auf – 9,3 °C und sogar – 17,7 °C. Diese strengen Fröste treten in unserem Breiten relativ selten auf.

Fazit zu Abstandhaltern aus Stahl und neuen Materialien

Kurz könnte man zusammenfassen, dass für Isolierglas Abstandhalter Stahl besser nicht verwendet werden sollte, auch wenn gerade Stahl in vielen Bereichen als Material erster Wahl gilt. Abstandhalter für Isolierglas müssen aber weitaus härteren Anforderungen genügen als nur robust zu sein. Hier kommen die Warmen Kanten ins Spiel, denn durch sie wird der Wärmedurchgangskoeffizient von Isolierglas reduziert. Planer und Architekten profitieren von besseren Energiewerten für Gebäude, außerdem werden die Heizkosten gegenüber der Verwendung von Fenstern aus normalem Isolierglas mit einem herkömmlichen Abstandhalter reduziert. Stahl und Aluminium vermögen die Eigenschaften der neuen Materialien nicht zu erreichen. Wird zum Beispiel Silikonschaum statt Stahl oder in Kombination mit Stahl verwendet, so lassen sich die Tauwasserausfälle deutlich senken.


Bildnachweis: © Fotolia – fotomek

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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