Immobilien in Namibia: Preise steigen immer höher

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Wer in letzter Zeit mal einen Blick auf die Preise der Immobilien in Namibia geworfen hat, der wird erstaunt sein, wie die Preisentwicklung in den letzten zehn Jahren weiter und weiter nach oben schreitet. In einer Studie der First National Bank (FNB) in Südafrika belegt Namibia den vierten Platz in der Weltrangliste der Regionen mit den am schnellsten ansteigenden Immobilienpreisen – nach Hongkong, Brasilien und Dubai. Dazu kommt ein Mangel an Wohnungsangeboten. Aber was ist passiert, dass die Immobilienpreise in Namibia derart in die Höhe schießen?

Häusermangel in Windhoek?

Suchen Sie ein Haus in Windhoek? Das Wohnungsangebot hier ist derzeit knapp. Wir Deutschen sind es ja gewohnt, vor dem Hauskauf die Immobilie zunächst einmal auf Herz und Nieren zu überprüfen und in aller Gründlichkeit und Ruhe über den Erwerb der Immobilie nachzugrübeln. In Namibia werden Sie sich diese typisch deutsche Angewohnheit nicht leisten können. Denn ehe Sie das Haus näher begutachten können, ist dieses auch schon verkauft.

Die Immobilienverkäufer in Namibia, vor allem in Windhoek, zögern nicht lange bei der Auswahl der neuen Mieter oder Käufer. Hier nimmt man „kleinere“ Mängel, wie bröckelnder Putz an den Wänden oder Schäden am Dach ohne mit der Wimper zu zucken in Kauf. Auch ein undichter Pool im Garten schreckt den Käufer in Namibia nicht ab. Aber glauben Sie nicht, dass dies an einem enorm günstigen Preis liegt! Weit gefehlt!

Warum gibt es in Namibia solch einen Nachfrageüberhang?

Die Landflucht in Namibia

Auch in Namibia zieht es die Menschen weg vom Land und hin in die Städte. Großstädte sind angesagt, zum Beispiel Windhoek. Viele Wohnungssuchende treffen auf relativ wenige Wohnungsangebote. Das ganze Problem ist eine der Ursachen für die hohen Preise von Immobilien in Namibia.

Des Weiteren spielt der Arbeitsmarkt natürlich eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Wohnortes. In Windhoek gibt es deutlich besser dotierte und anspruchsvollere Stellen, als auf dem Land, wo es nahezu keine Arbeitsplätze gibt. Die Folge ist logisch: immer mehr Menschen in Namibia wollen in Windhoek wohnen.

Die Hohe Arbeitslosenrate von über 50 Prozent treibt die Menschen nach Windhoek, wo sie die Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Jeden Monat sind es etwa 6.000 Zuzügler, die den Weg nach Windhoek finden. Diamanten, Kupfer, Gold und Uran sind die Bodenschätze Namibias. Die Otjihase Mine und die Matchless Mine sind die bedeutendsten Bergbau Gruben in Namibia, daher ist auch der Bergbau und die Finanzindustrie in Windhoek beheimatet.

Wasser: Verzögerungen im Ausbau wegen knappen Ressourcen

Windhoek liegt mitten in der Wüstenlandschaft Namibias und ist daher auf die Wasserzufuhr aus dem Goreangab-Damm-Stausee (englisch: Goreangab Dam) angewiesen. Der Stausee liegt etwa 500 Kilometer nordwestlich von Windhoek und die Wasserzufuhr kann nicht beliebig gesteigert werden. Genauso verhält es sich auch mit den Abwasserdiensten. So kann die Kapazität für Frisch- und Abwasser nicht im gleichen Umfang erhöht werden, wie die Nachfrage nach Immobilien es nötig machen würde. Einkaufszentren und Arbeitsplätze in Windhoek ziehen zwar immer mehr Menschen in die Stadt, doch die Voraussetzungen und Ressourcen setzen der Zuwanderung Grenzen.

Die Entwicklung der Preise auf dem Immobilienmarkt in Namibia

Luxusimmobilien günstig kaufen

Ja, Sie sehen richtig! Tatsächlich gibt es auf dem Immobilienmarkt in Namibia ein Marktsegment, wo eine gegenläufige Preisentwicklung stattfindet: das Luxussegment. Luxusimmobilien in Namibia werden nämlich zurzeit immer günstiger. Das liegt vor allem an den seit Jahren fehlenden Käufern aus Angola und Südafrika. Eine Entwicklung, die gegenüber den extrem teuren Preisen für namibische Immobilien sehr verwundert.

Früher kamen viele Angolaner ins benachbarte Namibia mit großen Mengen an Bargeld, um dieses dort in Immobilien zu investieren. Die daraus resultierende Kapitalflucht blieb nicht aus. Inzwischen verbietet ein Gesetz den Angolanern, größere Investitionen im Ausland zu tätigen. Die Folge: der Strom an Käufern für Luxusimmobilien brach plötzlich ein.

Auch die wirtschaftliche Entwicklung in Südafrika trägt ihren Teil zu der Misere bei. Die Gruppe der kaufkräftigen Südafrikaner ist schwindend gering geworden.

Zahlen und Fakten: Die First National Bank zum Markt der Immobilien in Namibia

Einer Studie über die Entwicklung der Immobilienpreise der First National Bank (FNB) in Südafrika zufolge belegen Hongkong, Dubai und Brasilien die ersten drei Plätze. Danach folgt direkt schon das Nachbarland Namibia. Diese Statistik sorgte damals für großes Aufsehen, doch im Folgejahr konnte der Markt eine Stabilisierung der Preise verzeichnen, die sich seit 2006 bereits verdoppelt hat.

Die Kaufpreise der begehrten Häuser liegen zwischen 100.000 und 300.000 Dollar und im Durchschnitt bei ca. 120.000 Euro für eine Immobilie in Namibia. Im Vergleich zum Jahr 2000 wird die rasante Steigerung deutlich, denn damals lag der Preis für eine Immobilie bei ca. 19.000 Dollar.

Swakopmund, Lüderitz, Mariental, Karasburg: Namibias deutsche Wurzeln

Viele der Städte und Ortschaften Namibias haben sehr deutsch klingende Namen. Beispiele dafür sind: Windhoek, Lüderitz, Mariental, Karasburg, KeeItmanshoop, Grootfontein, Rundu, Walvis Bay, Swakopmund, Oshakati, Rehoboth, Katima Mulilo und Oranjemund. Und das hat einen guten Grund, denn Namibia hat tatsächlich deutsche Wurzeln, die gut hundert Jahre zurückliegen. Swakopmund wirbt sogar mit dem Slogan „Die südlichste deutsche Stadt“.

Im Jahr 1884 wurde Namibia als Deutsch-Südwestafrika gegründet mit einer Fläche von 835.100 km², also viel größer als das damalige Deutsche Kaiserreich. Die deutsche Schutzzone existierte bis 1915, aber auch heute erinnern noch viele deutsche Namen an die „Kaiserzeit“. Erst kürzlich lehnten die Bewohner von Lüderitz an der Lüderitzbucht eine Namensänderung ihrer Stadt ab.

Die Stadt Windhuk war nicht nur damals zu Zeiten der deutschen Kolonialherrschaft da Zentrum des Landes, auch danach in der südafrikanischen Apartheid blieb Windhuk der Mittelpunkt. Der rasante Wachstum und steigende Bevölkerungszahl in Windhuk begann erst mit dem Ende der Kolonialherrschaft im Jahr 1990. Das lag unter anderem an den Investoren, die in Namibia die Uran- und Diamantenminen eröffneten. Damals war die Stadt Windhuk für eine Einwohnerzahl von ca. 150.000 Einwohnern ausgelegt, doch inzwischen leben mehr als doppelt so viele Menschen in Windhuk. So erklärt sich der Mangel an Wohnungen und Häusern in Windhoek.


Bildnachweis: © morguefile.com – wallace

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