Herstellung von mechanischen Teilen: Renova-Pflichtangebot an Sulzer-Aktionäre genehmigt

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Die Sulzer AG mit Hauptsitz in Winterthur (Schweiz) ist auf die Herstellung von mechanischen Teilen spezialisiert und bietet zusätzliche Services an, die sich auf solche und ähnliche Teile beziehen. Im August nun wurde das Pflichtangebot von Renova an die Aktionäre des Unternehmens genehmigt – und zwar ohne jeglichen Vorbehalt.

Wettbewerbsbehörden: Okay für das Pflichtangebot

Die Wettbewerbsbehörden in Deutschland, Russland, in den USA und in Südafrika haben am 3. August 2015 das Pflichtangebot von Renova genehmigt, welches sich an die Aktionäre der Sulzer AG aus Winterthur richtet. Das Unternehmen, welches sich vor allem auf die Herstellung von mechanischen Teilen spezialisiert hat, bekam hier Aktien im Umfang von 29,5 Prozent angeboten. Renova bekommt damit die Mehrheit an der Sulzer AG, hielt das Unternehmen doch schon vorher umfassende Anteile. Der Aktienanteil von Renova an der Sulzer AG beträgt nunmehr 62,86 Prozent. Die Aktionäre wurden ausgezahlt und erhielten ihre Anteile am 4. Dezember 2015.

Wie geht es nun weiter?

Renova hatte sein Angebot erhöht und war dazu verpflichtet, ein Angebot an die Sulzer AG zu richten. Dabei ginge es aber niemals um die Übernahme des Unternehmens, welches sich auf die Herstellung von mechanischen Teilen spezialisiert hat. Renova möchte vielmehr, dass die Sulzer AG flexibler werden kann und dass Kapitalmaßnahmen freie Bahn bekommen. Auch der Rückkauf von Aktien soll damit möglich werden. Die Aktien der Sulzer AG steigen indes stark an.

Hinter Renova steht der russische Investor Viktor Vekselberg, der über die Tiwel Holding seine Stimmrechte am Unternehmen erhöht hatte. Das Pflichtangebot war mit Überschreiten der Grenze von 33 und einem Drittel fällig geworden. Die Mehrheit der Aktien soll nun in den Händen der Aktionäre bleiben, die unabhängig sind. Die Mehrheitsverhältnisse, die bislang gegolten haben, sollen auch in Zukunft nicht verändert werden. Positiv ist bisher zu vermerken, dass der Kurs für die Aktien der Sulzer AG weiter ansteigt. Das soll in Verbindung mit dem höheren Kapitalvolumen das Vertrauen der Aktionäre stärken.

Langfristig gesehen geht Renova davon aus, dass man sich verstärkt engagieren müsse und dass auch die Strategie des Unternehmens eine Rolle spiele. Die Kapitalstruktur muss auch in Zukunft stark sein bzw. immer wieder gestärkt werden.

Herstellung von mechanischen Teilen: Sulzer AG als umfassender Servicedienstleister

Die Sulzer AG aus Winterthur ist bei Weitem kein kleines Unternehmen, welches sich mit dem Gang an die Börse wirtschaftlich befreien musste. Vielmehr handelt es sich um einen international tätigen Konzern, der mit der Herstellung von mechanischen Teilen eine starke Präsenz zeigt. Es werden Kunden auf der ganzen Welt bedient, das Netzwerk des Unternehmens besteht aus mehr als 150 Standorten für Produktion und Service. Im Jahr 2014 betrug der Umsatz mehr als 3,2 Milliarden Schweizer Franken.

Das Portfolio der Sulzer AG ist dabei sehr umfassend und reicht von der Herstellung von mechanischen Teilen über allgemeine Services – Zerspanen, Drehen, Rückgewinnung von Metall, Schleifen etc. – bis zur Reparatur bestimmter Maschinen oder deren Teile. Bei Bedarf werden benötigte Teile neu gefertigt, wenn die Reparatur nicht mehr ökonomisch sinnvoll ist. Die Firma Sulzer ist stolz auf ihre „Turbo Services“, das heißt, die Fehlerbehebung geht hier überaus schnell vonstatten.

Neben der Herstellung von mechanischen Teilen und den mechanischen Services geht es aber auch um das dynamische Auswuchten, denn damit lassen sich Geräusche der Lager und die Lagerbelastung selbst reduzieren. Die Lebensdauer der eingesetzten Maschinen verbessert sich durch das dynamische Auswuchten. Sind Reparaturen der Lager nötig, werden auch diese durch die Sulzer AG durchgeführt.

Durch die weltweite Präsenz verwundert es nicht, dass die Sulzer AG schnellstmögliche Hilfe bei der Bearbeitung oder Reparatur mechanischer Bauteile anbietet – und dieses Angebot auch tatsächlich einhalten kann. Die internationale Tätigkeit bedingt, dass das Unternehmen den Bedürfnissen der Kunden schneller gerecht werden kann. Gleichzeitig wird ein Service rund um die Uhr angeboten, was für Unternehmen, die auf rotierende Maschinen im Schichtbetrieb setzen, durchaus relevant ist.

Auch die Oberflächenbearbeitung sowie das thermische Spritzen gehören zu den umfassenden Leistungen der Sulzer AG.

Zuletzt sei noch darauf hingewiesen, dass nach der Herstellung von mechanischen Teilen ein gewisser Verschleiß an diesen Teilen eintritt. Dies berücksichtigt die Sulzer AG und bietet eine Neukonditionierung der Bauteile an. Die Effizienz, die durch den Verschleiß im normalen Betrieb der Maschine möglich ist, kann so länger erhalten bzw. teilweise sogar noch verbessert werden. Insgesamt erhöht sich damit die Lebensdauer der Maschine und ihre Leistung wird nicht nur jetzt, sondern auch Zukunft deutlich verbessert.

Außer der Herstellung von mechanischen Teilen hat sich die Sulzer AG also verschiedenen Bereichen gewidmet, in denen sie ihre Fachkompetenz Tag für Tag beweist. Dass die Renova nun ihr Pflichtangebot gestellt hat, zeigt nur, dass die Sulzer AG tatsächlich ein Erfolgsunternehmen ist und in Zukunft sein wird.


Bildnachweis: © SULZER

Marius Beilhammer

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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