Die Shitstorms im Monat Oktober 2016

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Shitstorm für Amazon

In Großbritannien hat die Shoppingplattform Amazon nach massiven Protesten ein sexy Burka-Kostüm aus dem Handel nehmen müssen. Schließlich ist es auch paradox, denn eine Burka soll eine Frau eigentlich komplett verhüllen. Dabei ist das nach eigenen Angaben sexy saudi burka islamic costume gar keine Burka, sondern stattdessen ein sogenanntes Niqab. Aus diesen Gründen war der Shitstorm fast unvermeidlich. Nicht nur etliche Ein-Sterne-Bewertungen wurden vergeben, sondern die Rezensionen unterstellten Amazon auch noch Rassismus.

Aus diesem Grund entschloss sich der Amazon Händler das Produkt aus seinem Shop zu entfernen. Hinzu kommt, dass das Kostüm sowieso kein Hingucker war. Das Halloween Kostüm hält so gut wie nichts ein, für was die Vollverschleierung eigentlich steht. Nicht nur für Amazon hagelte es für ein geschmackloses Halloween Outfit Kritik, sondern auch für ein Schweizer Shopping-Portal: dort wurde ein Flüchtlingskostüm verkauft.

In Thüringen löst eine koschere Bratwurst einen Shitstorm aus

Die rot-rot-grüne Regierung in Thüringen steht unter massiver Kritik im Internet, denn Ministerpräsidenten Ramelow hat auf dem Weimarer Zwiebelmarkt eine koschere Bratwurst präsentiert. Der Beitrag der Staatskanzlei löste vor allem bei Tierschützern und bei den Verteidigern der echten Thüringer Bratwurst wütende Beiträge aus. Vor allem gegen die Bezeichnung „nach halachischer Vorschrift“ richten sich die Beschwerden.

Die Würste sind von einem Berliner Koch und einem Weimarer Fleischer nach Vorgaben des linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow produziert worden. Dabei wurden die Vorschriften für eine koschere Produktion eingehalten, ließ die Staatskanzlei verlauten. Bei der Schächtung werden Tiere nach einer rituellen Methode ohne Betäubung mit einem Luftröhren-Schnitt ausbluten gelassen.

Nazi Rapper bei Berliner Rundfunksender sorgt für Blamage

Der Berliner Jugendsender Kiss FM hatte sich den Nazi Rapper Makss Damage alias Julian Fritsch als Talk Gast eingeladen. Der Rapper steht offen zu seinen rassistischen Ansichten und singt zum Beispiel in seinem Song: „Ich leite Giftgas lyrisch in Siedlungen, die jüdisch sind“. Der Rapper schimpft auf seiner Facebook Seite auf den Unrechtsstaat und die Systempresse. Kurzum: Julian Fritsch ist als Neonazi bekannt und kam nun bei 98,8 Kiss FM zu Wort. Damit tat sich allerdings der Radiosender keinen Gefallen: Spott und Häme reißen im Netz nicht ab und auf der Facebook Seite des Radiosenders wird die übrigens bereits gelöschte Aufzeichnung als beschämend und peinlich beschrieben. Die Kommentatoren beschweren sich darüber, dass der Sender nicht in der Lage war, den Rapper bloßzustellen und zu demaskieren.

Anscheinend war der Sender mit seinem Gast komplett überfordert. Es folgten keinerlei kritische Nachfragen, stattdessen wurde gefragt, warum seine Texte so hasserfüllt sind oder ob er Neonazi sei. Die Radiosprecher lobten den Rapper zwischendurch sogar als sehr tolerant. Aus diesem Grund muss sich nun Kiss FM der Frage stellen, warum sie dem Rapper so eine Plattform geboten haben. Programmdirektor Strempel reagierte und veröffentlichte eine Gegendarstellung. Anstatt Selbstkritik zu üben, wurde sich auch noch damit herausgeredet, dass in der Talkshow der Imam Dr. Ali Özgür Özdil sowie der jüdische Schriftsteller Shahak Shapira anwesend gewesen seien.

Shitstorm für TV-Sendung „Schlag den Star“

Fabian Hambüchen wurde in der Fernsehsendung „Schlag den Star“ von seinem Konkurrenten Bülent Ceylan nur knapp geschlagen – allerdings nach Meinung der Zuschauer war das keine faire Niederlage. Denn die beiden Kontrahenten Hambüchen und Ceylan mussten im dritten Spiel umherfliegende Kugeln einfangen und diese mit Nummern versehenen Kugeln in einer korrekten Reihenfolge sortiert in eine Röhre werfen. Ceylan gewann das Spiel.

Showmaster Elton musste sich jedoch nach der Sendung in den sozialen Medien kritische Kommentare gefallen lassen, denn die Zuschauer sahen einen eindeutigen Nachteil für Hambüchen. Der Moderator habe nicht nur einige Schummeleien von Ceylan geduldet, sondern auch noch dem Turner die Regeln falsch erklärt. Moderator Elton erklärte, dass Hambüchen falsche Kugeln fallen lassen muss, was dieser auch tat. Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten, der dadurch einen riesigen Vorteil erhielt. Schließlich kostet jedes Fallenlassen wertvolle Sekunden. Trotzdem konnte Hambüchen am Ende den Sieg einstreichen und gewann damit 100.000 €.

Wie jedes Jahr: Penny Schoko-Zipfelmännchen sorgen für Shitstorm

Wie immer pünktlich zur Weihnachtszeit wütet im Internet ein Shitstorm gegen Penny. Anlass: die Zipfelmännchen – kleine Figuren aus Schokolade. Viele Verbraucher befürchten, dass das Zipfelmännchen sukzessive den Weihnachtsmann bzw. den Nikolaus als Schokofigur aus dem Sortiment verdrängen soll. Die Wut ist vor allem in den sozialen Medien riesig. Einige Nutzer sehen darin den Untergang des Abendlandes, andere User drohen mit einem Kaufboykott.

Der Lebensmittelhändler Penny reagiert auf diese Proteste mit Humor. Schließlich hat dieser Shitstorm Tradition. Vermutlich bringt sie dem Händler sogar jede Menge PR und Kundschaft. Übrigens wird das Zipfelmännchen, welches unter der Eigenmarke Douceur vertrieben wird, nur in Deutschland angeboten. Natürlich gibt es trotzdem auch weiterhin die üblichen traditionellen Nikoläuse.

Erhöhung der Gebühren der Sparkasse Gießen sorgt für Shitstorm

Nachdem es bereits Kritik für eine angekündigte Schließung einer Filiale hagelte, gibt es nun auch einen Shitstorm für die neuen Privatkontomodelle. Auf der Facebook Seite der Sparkasse machen viele Kunden ihrem Ärger Luft. Die Kommentare lauten beispielsweise: „Das Filialnetz wird reduziert. Dazu noch eine saftige Gebührenerhöhung. Nicht schön!“ Viele Kunden kündigen an, die Bank wechseln zu wollen. Schließlich hat die Sparkasse einen Gewinn von mehr als 2 Millionen € gemacht. Es wurde zum Beispiel eine Grundgebühr von monatlich 6,90 € eingeführt. Die Pressesprecher der Bank betonen allerdings, dass ihre Preisgestaltung fair und transparent sei. Und trotz der Proteste wird sich daran vermutlich auch nichts ändern.

Entscheidung der Richter in Hamburg erntet Shitstorm

Das Hamburger Landgericht hat sich den Zorn der Bürger eingefangen. Denn im Oktober hatten Hamburger Richter vier von fünf Tätern einer Gruppenvergewaltigung nur zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Das Opfer war ein 14-jähriges Mädchen. Die fünf Angeklagten waren in einem Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Nachdem sie das betrunkene Mädchen sexuell missbraucht und gefoltert hatten, ließen sie ihr Opfer in einem Hinterhof in der Kälte liegen. Für diese besonders brutale Vergewaltigung erhielt lediglich einer der fünf Täter eine Gefängnisstrafe. Der 21-jährige Bosko gab an, dass das Mädchen freiwillig mitgemacht habe. Er muss für vier Jahre in Haft. Viele zweifeln nun am deutschen Rechtsstaat, da die restlichen Täter nicht ins Gefängnis müssen.


Bildnachweis: © Fotolia – Lars Koch, Konstantin Hermann

Klaus Müller-Stern

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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