d!conomy: die Digitale Transformation auf der CeBIT 2015

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d!conomy, so lautet das diesjährige Motto der CeBIT 2015, die vom 16. – 20 März in Hannover stattfinden wird. Nach „Datability“ 2014, also der Fähigkeit, große Datenmengen in hoher Geschwindigkeit verantwortungsvoll und nachhaltig zu nutzen, wird sich nun mit der allgegenwärtigen Digitalisierung unserer Gesellschaft beschäftigt: dem Internet der Dinge. Dieses Leitthema soll deutlich machen, wie stark die Gesellschaft und die Geschäftswelt mittlerweile von dem Megatrend Digitalisierung beeinflusst wird.

Megatrend Digitalisierung: der allumfassende Transformationsprozess

Spätestens in den nächsten Jahren werden wir sehen, dass die Digitalisierung unsere Lebenswelt und auch alle Märkte verändert. Bereits im vergangenen Jahrzehnt hat sich viel getan. Wir haben uns von einer Connectivity-Gesellschaft zu einer Hyperconnectivity-Gesellschaft gewandelt.

Oft wird angenommen, dass der Megatrend Digitalisierung ausschließlich die Medienwelt betrifft. Könnte man meinen, wenn man berücksichtigt, dass die weltweiten Telekommunikations- und Informationsspeicherkapazitäten pro Kopf in den letzten Jahrzehnten um knapp 30% gewachsen sind. Dem ist allerdings nicht so.

Die Digitalisierung wird schätzungsweise bereits in den nächsten 5 Jahren viele Unternehmensexistenzen branchenübergreifend bedrohen. Und das vor allem, weil dieser Trend plötzlich kommt. Über Nacht werden neue Apps entwickelt und veröffentlicht. Durch BigData und junge technologie-affine Unternehmer werden langjährig erfolgreiche Unternehmen zum Einsturz gebracht. Erschreckend für die Einen, aber auch eine Chance für unsere jungen IT Pioniere. Wir erleben gerade, wie die IT zum wesentlichen Treiber von Innovationen wird.

Digitale Transformation: Veränderung der Unternehmen „von innen“

Üblicherweise sind sogenannte Megatrends gute Wegweiser, um neue Produkte und Services zu entwickeln. Sie zeigen uns deutlich, welche neuen Kundenbedürfnisse in den kommenden Jahren zu erwarten sind. Der Trend Digitalisierung steht sogar auf der gleichen Innovationsstufe wie die Dampfmaschine oder die Eisenbahn. Sie wird allgemein als „5. Kondratieff-Welle“ eingestuft.

Merkmale der Digitalisierung und Internetkultur im Überblick:

  • Computerunterstützung in zunehmend mehr Lebensbereichen
  • Neue internetbasierte und digitale Geschäftsmodelle
  • Digitale Partizipation von Nutzern aus Entwicklungsländern
  • Entstehung vernetzter Subkulturen
  • Schutzrechtsysteme und Open Source werden hinterfragt
  • Innovative Kommunikationsformen und Beteiligungsformen
  • Informationen werden vermehrt in Echtzeit verarbeitet
  • Vorbilder für Unternehmen sind Startup- und Betakulturen

Aber ist die Digitalisierung wirklich „nur“ ein Trend oder bereits weitaus mehr?

Die Altimeter Group hat hierzu eine umfassende Studie durchgeführt. Heraus kam, dass die digitale Transformation KEINE Trendbezeichnung ist, die die immer höheren Investitionen in Mobile und Social Media beschreibt. Laut der Analysten der Altimeter Group verändert die digitale Transformation Unternehmen von „innen“ heraus und ist somit viel mehr als ein Trend.

d!conomy: neue Dimensionen für Startups

In sämtlichen Zweigen der Wirtschaft kann man beobachten, dass durch die digitale Technik neue Geschäftsmodelle entstehen. Bestehende Prozesse werden auf den Kopf gestellt um komplett neuartige Produkte zu erschaffen. Auch für Deutschland bietet dies enorme Möglichkeiten, unter anderem in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Energie und Verkehr. Hier wird der Ausbau intelligenter Anwendungen, von leistungsfähigerer Infrastruktur und Änderungen im Produktionsprozess bis hin zur Industrie 4.0, stetig verlangt.

“d!conomy beschreibt den rasanten Einzug der IT in alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft”, so der CeBIT-Chef Oliver Frese. Die Trends Big Data, Mobile, Social Internet, Cloud Computing oder Shareconomy beeinflussen und verändern momentan eben ganze Wirtschaftssektoren. d!conomy thematisiert diese Entwicklung ab dem 16. März 2015 auf der CeBIT und schafft einen Platz zum Austausch über diesen Megatrend.

Das „Internet of things“ bietet nicht nur Raum für Ideen

Wir müssen uns daran gewöhnen uns im Internet der Dinge von alten Gewohnheiten zu verabschieden. Es wird sich viel verändern. So werden schon bald nur noch Maschinen mit Maschinen kommunizieren und somit wird sich beispielsweise auch die Fertigung von PKWs verändern. Dies führt sicher zu enormen Profit großer Firmen, die auf diese Weise Transportkapazitäten bestens ausschöpfen können und ihre Waren in Bewegung halten.

Es gibt aber immer eine andere Seite der Medaille. Stichwort: Datenschutz. Die Unternehmen müssten mit den gestiegenen Sicherheitsanforderungen klar kommen. Ein Maximum an Datensicherheit wird bei einer derartig digitalen Entwicklung, neben der Souveränität über personenbezogene Daten, selbstverständlich verlangt. Dies ist leider noch nicht allen Unternehmern in dem geforderten Maße bewusst.

Auch privat hat die Entwicklung viele Vorteile. Es ist unheimlich praktisch das komplette Haus von unterwegs steuern zu können, via. Smartphone. Gefällt es uns jedoch, wenn der unsympathische Herr von nebenan, unseren gesamten Haushalt auch fernsteuern kann? Wohl eher nicht!

Auswirkungen der d!conomy in Handel, Industrie & Co.

d!conomy: Im Handel regieren momentan noch Zalando, Amazon & Co.

Keine Frage, der Online-Handel mit seinen bekanntesten Gesichtern Zalando und Amazon hat vieles verändert. Eine komplette Vernetzung der Logistik führt zu sehr kurzen Lieferzeiten und sehr großer Produktauswahl. Doch die Entwicklung geht noch weiter. Noch begehrenswerter sollen den Online-Handel „Same Day Delivery-Angebote“ machen. In Zukunft werden wir also immer öfter auf das nette Lächeln der Kassiererin unseres Lieblingssupermarktes verzichten und uns frische Lebensmittel bequem nach Hause liefern lassen. Das spart immerhin Zeit. Falls man den Weg zum stationären Handel doch auf sich nimmt, hilft die digitale Objekterkennung. Sie wird uns zukünftig alle relevanten Informationen zu einem Produkt liefern. Per Klick, können wir dann natürlich sofort bestellen.

d!conomy: Die Industrie kommuniziert bald selbstständig

Keine Zukunftsmusik! Produktionsanlagen werden sehr bald schon auf globale Absatzschwankungen und individuelle Kundenwünsche automatisch eingestellt. Sie können dann selbstständig auf Veränderungen reagieren. Dies wird möglich gemacht, da Maschinen, Produkte und Logistik über ein Netzwerk verbunden sein werden und so völlig selbstständig miteinander kommunizieren können.

d!conomy: Logistik für Fortgeschrittene

Vertrauen ist gut,…, Fahrzeugdaten sind besser! Diese wird man zukünftig aufgrund von immer mehr an LKWs angebrachter Sensoren ablesen können. Und das 24 Stunden am Tag. Durch Cloud-Services wird ein erweitertes Flottenmanagement möglich und mit dieser Logistik für Fortgeschrittene wissen wir immer genau welche Produkte mit welcher Qualität wo unterwegs sind.

d!conomy: Den Verkehr regeln unsere Autos bald untereinander

Wie uns „Herbie“, der eigenwillige VW-Käfer, bereits Ende der 70er gezeigt hat: Autos können eine eigene Persönlichkeit besitzen. Heute wird hier dank digitaler Transformation allerdings nichts dem Zufall überlassen. Das Verkehrsmanagement wird mit Hilfe von IT-basierten Technologien weitaus einfacher. Parkplätze werden selbstständig gesucht und die effizienteste Fahrroute ist schnell berechnet. Aber auch bei nötiger Reparatur wird dies sofort an den Hersteller gemeldet. Selbstverständlich wird ihr Smartphone völlig mit ihrem Fahrzeug vernetzt sein, falls sie es überhaupt noch fahren werden. Was folgt ist klar: das selbstfahrende Auto.

CeBIT 2015: Die Computerfachmesse wächst und wächst…

Die CeBIT ist an Flächengröße und Anzahl von Ausstellern nicht zu übertreffen. Laut Frese sei sogar noch eine Flächenvergrößerung der Computerfachmesse für 2016 geplant. Der Messechef der CeBIT ist auch stolz auf neue Gesichter unter den diesjährigen Ausstellern: „Dazu kommen neue Aussteller: Das Unternehmen Konica Minolta beispielsweise hat sich vergangene Woche für die CeBIT angemeldet“.

China hat derzeit in der IT-Welt unverkennbar die Nase vorne. Aus dem Partnerland der CeBIT 2015 werden dieses Jahr sogar mehr als 600 Aussteller erwartet. Bereits 2014 hat eine beeindruckende Zahl von 515 Ausstellern ihren Weg zur CeBIT.

Es werden Hardware-Hersteller und Komponenten-Hersteller erwartet, aber auch zunehmend Technologie-Konzerne und Software-Konzerne. Wie der Online-Händler Alibaba, der dieses Jahr mit von der Partie sein wird, drängen diese Unternehmen immer stärker auf den westlichen Markt.

Die CeBIT in Hannover ist eben wieder zu einer Business-Messe geworden. Sie konzentriert sich auch 2015 aufs Kerngeschäft!


Bildnachweis: © Deutsche Messe

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