BI Tools List: Big Data Analytics und Management

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Die BI Tools List beinhaltet innovative Software Anwendungen für Unternehmen, um im Big Data Kontext Daten zu managen.

BI Tools List: Welches sind die Trends im Bereich der Business Intelligence?

Auch die IT-Branche unterliegt Trends, die neue Schwerpunkte bei der Entwicklung von Software hervorbringen. Im Bereich der Informationstechnologie ist diese Entwicklung besonders dynamisch und hat einen großen Einfluss darauf, wie Unternehmen das Management von Daten organisieren. Die digitale Transformation verändert den Unternehmensalltag sehr stark. Es entstehen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, Interaktion und Kommunikation. Megatrends wie das Cloud Computing, Self Service Tools, innovative Analysis Funktionen und interaktive Dashboards finden in immer mehr Firmen Verbreitung. Im Folgenden werden zunächst die aktuellen Trends im Bereich der Business Intelligence betrachtet. Danach werden anhand der BI Tools List die innovativen Software-Tools näher betrachtet.

BI Tools List: Optimierung des betrieblichen Datenmanagements

Big Data und Industrie 4.0 verlangen von den Unternehmen ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit im Hinblick auf die Digitalisierung weiter Bereiche unternehmerischen Handelns. Die Megatrends im Bereich der Informationstechnologie beeinflussen die strategischen und operativen Entscheidungen und Investitionen eines Unternehmens. Derzeit werden besonders Themen wie Datensicherheit, mobile Anwendungen, Agilität, Künstliche Intelligenz, Cloud Computing und Self Service diskutiert.

BI Tools List: Anwendungen für die professionelle Datenanalyse (#01)

BI Tools List: Anwendungen für die professionelle Datenanalyse (#01)

Der BI-Trend Monitor 2018 von BARC reflektiert die Trends im Bereich Business Intelligence, die derzeit den BI-Markt aus der Perspektive des Anwenders vorantreiben. Zu diesem Zweck wurden fast 2.800 Anwender, Berater sowie Lieferanten befragt. Die drei Themen Datenqualität/Stammdatenmanagement, Datenerkennung/-visualisierung und Self-Service-BI wurden dabei von den Befragten als wichtigste Trends identifiziert. Erstaunlicherweise folgten Themen, die als Mega-Hype gehandelt werden, wie das Cloud Computing auf den hinteren Rängen der Befragung. Im Gegenteil: Es sind die Mainstream-Themen wie Data Discovery und Self-Service-BI, die für die Unternehmen wichtig sind und darüber hinaus gibt es Themen wie das Qualitäts- und Stammdatenmanagement, die seit langem unverändert auf der Agenda der Entscheider stehen.

Wie sind die Ergebnisse der BARC Studie zu interpretieren?

Das Thema „Datenqualität und Stammdatenmanagement“ landete zum ersten Mal auf dem vorderen Platz der Umfrage. Darin kommt zum Ausdruck, dass sich vermehrt die Einsicht durchsetzt, dass ohne eine solide Datenbasis die besten BI-Tools nicht die gewünschten Analysis Erfolge erbringen können. Insgesamt ergab das Ranking folgendes Bild:

  1. Stammdatenmanagement und Datenqualität
  2. Datenermittlung und Datenvisualisierung
  3. Self-Service-BI
  4. Data-Governance
  5. Datenaufbereitung
  6. Realtime Analytics
  7. DW-Modernisierung
  8. Zusammenarbeit
  9. Mobile Anwendungen
  10. Agile BI-Tools
  11. Big-Data-Analytics
  12. Predictive Analytics und Maschinenlernen
  13. Integrierte Plattformen
  14. Verwendung externer / frei verfügbarer Daten
  15. Integrierte BI-Anwendungen
  16. Storytelling
  17. Standards für Visualisierungen
  18. Einbeziehung von Geodaten
  19. Cloud-BI / SaaS-Tools
  20. Data Labs
Infografik: Die 5 Dimensionen der Datenqualität

Infografik: Die 5 Dimensionen der Datenqualität

Was bedeuten die vier Megatrends für die Zukunft der Business Intelligence?

Es ist auffällig, dass die vier Top-Trends eng zusammenhängen. Die Nutzer wünschen sich mehr Autonomie und Agilität bei der Integration, Analyse und Visualisierung der Daten. Durch den Einsatz von Self-Service-Tools wird das teilweise auch erreicht. Daraus folgen jedoch Probleme, weil zu viele Anwender die Möglichkeit erhalten, die Daten zu manipulieren und zu verbreiten. Als Konsequenz ergibt sich die Forderung danach, die Data Governance zu stärken und allgemein den Themen Datenqualität und Datensicherheit mehr Bedeutung einzuräumen.

Zu den Trends, die im Vergleich zu den Vorjahren höher eingestuft wurden, gehören die Datenaufbereitung für Geschäftsanwender, die Zusammenarbeit und die Verwendung externer/frei verfügbarer Datenquellen. Der Trend zu Stärkung der Zusammenarbeit ist ein eher organisatorisches Thema und plädiert für eine verstärkte Nutzung von BI-Tools durch verschiedene Anwendergruppen. Interaktive Dashboards ermöglichen eine bessere Zusammenarbeit, weil Analyseergebnisse anschaulich dargestellt werden. Auf diese Weise erhält jedes Teammitglied schnell jede nötige Information. Der Wunsch nach einer Ausweitung der Verwendung externer/frei verfügbarer Datenquellen ist hingegen mit vermehrten Digitalisierungsinitiativen verbunden. Analysis Anforderungen im Zusammenhang mit dem Internet of Things oder die Nutzung von Sensordaten sowie Protokolldaten aus den Social Media in Echtzeit sind neue Anwendungsbereiche, denen sich immer mehr Unternehmen öffnen, um den intern verfügbaren Datenraum für Vorhersagemodelle zu erweitern.

Allgemeine Themen wie „Big Data Analytics“ und „Predictive Analytics“ wurden als deutlich weniger wichtig als in den Vorjahren bewertet. Im Mittelpunkt stehen Big-Data-Use-Cases. Auch die Themen mobile BI, agile BI-Entwicklung und integrierte Plattformen für BI und Performance Management wurden weniger hoch bewertet, was jedoch auch mit einer gewissen Reife dieser Trends erklärt werden kann. Viele Unternehmen haben diese Trends bereits übernommen und wenden sich aus diesem Grund neuen Themen und Trends zu.

BI Tools List: Wie findet man das passende BI-Tool?

Die verschiedenen Anwendungen der BI-Tools List unterscheiden sich erheblich im Hinblick auf die Dateneingabe und Datenverarbeitung. Einige der Software-Anwendungen sind mehr für die Analyse und andere mehr für die Exploration geeignet. Spezielle Anwendungen optimieren das Reporting der Firma. Auch hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit bei Business Analytics Tools gibt es enorme Unterschiede. Außerdem werden auf dem Markt viele BI-Tools angeboten, die das Label Self-Service beanspruchen, obwohl sie die Kriterien, die daran geknüpft sind, gar nicht richtig erfüllen.

BI Tools List: Angebote unterscheiden sich teilweise erheblich (#02)

BI Tools List: Angebote unterscheiden sich teilweise erheblich (#02)

Vor einer Entscheidung für eine der Anwendungen von der BI Tools List, sollte der Analysebedarf des Unternehmens genauer betrachtet werden. Um sich langsam mit der Materie vertraut zu machen, ohne große Investitionen zu tätigen, eignet sich beispielsweise Microsoft Power BI. Zahlreiche Add-Ons und Partner ermöglichen dem Management einen kostengünstigen Einstieg in den Bereich der Business Intelligence. Tableau Desktop verfügt über die größte Auswahl an Diagrammen und Möglichkeiten der Visualisierung und auch das größte Partnernetzwerk. Microsoft Power BI und IBM Watson Analytics holen in diesen Bereichen jedoch sehr schnell auf.

Da viele Features der Anwendungen, die auf der BI Tools List stehen, keinen echten Mehrwert für das eigene Unternehmen erbringen, sollte der Auswahl also eine eigene Evaluierung vorausgehen. Verfügt eine Firma bereits über eine leistungsfähige Datenbank, benötigt sie keine BI-Plattform, bei der alle Daten in einen eigenen Speicher importiert werden. Soll das Reporting unterstützt werden, ist auf die entsprechenden Funktionalitäten zu achten.

Die folgenden sieben Fragen sollten bei der Auswahl einer Anwendung aus der BI Tools List berücksichtigt werden:

  • Welche Datenquellen sollen einbezogen werden?
  • Welche Möglichkeiten der Datenbereinigung werden benötigt?
  • Welche Analysen sollen vorgenommen werden (auch Prognosemodelle)?
  • Wie benutzerfreundlich ist das Tool?
  • Wie flexibel sind die Möglichkeiten der Präsentation?
  • Welche Optionen für eine Zusammenarbeit sind gegeben?
  • In welchem Verhältnis stehen Kosten und Nutzen?
  • BI Tools List: 15 ausgewählte innovative BI-Anwendungen

Mittlerweile gibt es Hunderte verschiedener BI-Tools, aus denen Unternehmen die passende Anwendung auswählen können. Die folgende BI Tools List beinhaltet 15 Werkzeuge, die besonders den Aspekt der Self-Service Bedienbarkeit und damit einen der vier Top-Trends berücksichtigen:

BI-Tool Besonderheiten Vorteile Nachteile
Chartio Review solides Tool für User, die mit SQL-Abfragen vertraut sind
leistungsfähige Verarbeitungsengine
hoher Einarbeitungsbedarf für Nutzer ohne IT-Hintergrund
vollständig webbasiert
für komplexe Abfragen geeignet
User Interface nicht optimal gestaltet
schwierig zu erlernen
Clearify QQube eingehende Analyse von QuickBooks-Dateien ausgezeichnete analytische Unterstützung für Intuit QuickBooks
sehr einfach einzurichten
eine Unterstützung für die Online-Versionen von Intuit QuickBooks
Domo Review umfassendste Unterstützung für Datasets und Konnektoren einzigartige Sammlung von Social-Collaboration-Tools einige Structured Query Language (SQL) ähnliche Befehle sind erforderlich
Google-Analytics kostenlos, als Website oder App nutzbar sehr leistungsstark
mit vielen Google Diensten integrierbar
Datenkonnektoren bisher hauptsächlich nur für andere Google-Dienste gedacht
IBM Watson Analytics/td> beinhaltet maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI) für viele Anwendungsfälle geeignet
intuitives Design und smarte Anleitung
schnelle Analysen
Abfragen in natürlicher Sprache möglich
keine Echtzeit-Streaming-Analyse durchführbar
Information Builders WebFocus einige leistungsstarke Analysefunktionen eine der größten Sammlungen von Datenkonnektoren
viele granulare Zugriffsrollen
keine kostenlose Testversion verfügbar
Schulungsseminare teilweise sehr kostspielig
Looker SQL- und Big Data-Management werden unternehmensweit integriert sehr tiefe SQL-Modellierungsfähigkeit
nutzt Git für Versionsverwaltung und Zusammenarbeit
sehr teuer
nicht für kleine Teams geeignet
Microsoft Power BI solides Angebot
großes Follow- und Support-Umfeld
leistungsfähiges Tool
kostenlos
unterstützt sehr viele Datenquellen
die Cloud-Version verfügt über eine Untergruppe von Funktionen aus der Windows-Version
Qlik Sense Enterprise Server besitzt beste Sammlung von Benutzerzugriffsrollen
vielversprechenden Start in die Integration von Data-as-a-Service (DaaS)
benutzerdefinierte Zugriffsrollen
umfangreiche Sammlung öffentlicher Daten online
abschreckende komplexe Preisgestaltung
Salesforce Einstein Analytics-Platform leistungsstarke, elegante Analysen maschinelles Lernen
Abfragen in natürlicher Sprache möglich
Einarbeitung nötig
SAP Analytics-Cloud besondere Stärken im SAP Umfeld Streaming von Daten und Echtzeit-Analysen für das Internet of Things (IoT)
Funktion „Responsive Pages“ für mobiles Publishing
konsolidierte Analyse
Storytelling möglich
Datenvorbereitung ist begrenzt und schwierig
Symbole in der Symbolleiste sind verwirrend
nichts für Anfänger, nicht besonders benutzerfreundlich
Sisense noch nicht am Markt etabliert
überraschend leistungsstark, agil und elegant
für erfahrene Business-Analysten
leistungsstarke In-Chip-Datenverarbeitung beseitigt Engpässe
natürliche Sprachabfrage
nicht als Self-Service-BI-Tool geeignet
Tableau Desktop Self-Service BI-Tool der Superlative
Marktführer
große Sammlung von Datenkonnektoren und Visualisierungen
intuitives Design
gewisse Einarbeitung erforderlich, um Potential voll zu nutzen
je nach Version relativ teuer
Tibco Spotfire Desktop gute Möglichkeit zur Visualisierung von Excel-Dateien sehr einfach zu bedienen
gute Möglichkeiten, um Teamarbeit zu unterstützen
Online-Dokumentation könnte verbessert werden
Zoho Reports perfekt für kleine Unternehmen und Einsteiger
dedizierte mobile Anwendungen
Integration in eine umfassende Software-as-a-Service (SaaS) -basierte Produktivitätssuite
einfache Einstellung
leistungsstarke Click-and-Drop-Benutzeroberfläche
Zoho Reports ist nur eines von zahlreichen Zoho-Modulen
die Kombination der Module gestaltet sich schwierig

BI Tools List: Viele Möglichkeiten und neue Chancen

BI Tools List: Zukunfts-Trends der Software-Entwicklung (#03)

BI Tools List: Zukunfts-Trends der Software-Entwicklung (#03)

Unternehmen setzen zunehmend die innovativen IT-Anwendungen für die Verarbeitung von Massendaten ein. Ziel ist die datenbasierte Unternehmensführung, bei der alle Entscheidungen auf einer soliden Informationsbasis getroffen werden. Diese Informationen erhalten Unternehmen über die professionelle Analyse der Massendaten mit einer Software, wie in obiger BI Tools List aufgeführt. Es ist von großer Bedeutung, dass sich das Unternehmen vor der Entscheidung für eine der Anwendungen reflektiert und den eigenen Bedarf sowie die Möglichkeiten festlegt. Werden interaktive Dashboards benötigt und welche Information soll die Analyse hervorbringen?

Dabei muss neben sachbezogenen Fragen (beispielsweise ob die Anwendung das Reporting verbessern soll) auch geklärt werden, welche personellen Voraussetzungen für die erfolgreiche Anwendung der BI-Tools vorhanden sein sollten. Besonders Firmen, die noch nicht viel Erfahrung im Bereich Business Intelligence besitzen, sollten darauf achten, dass die Software leicht zu bedienen ist und ohne großen Einarbeitungsaufwand ihr volles Potential entfalten kann. Generell ist die Anwendung eines BI-Tools unverzichtbar, um die Herausforderungen, die sich für jedes Unternehmen aus der Digitalisierung ergeben, zu bewältigen.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Elnur, #01: Andrey_Popov, #02: everything possible, #03: JaiFotomania

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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