70 Industrieminuten

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Was sind 70 Industrieminuten? In der Industrie ist manches anders und es werden zum Beispiel auch Zeiterfassungssysteme in anderen Formaten genutzt. Die Zeitumrechnung in Industrieminuten ist nötig, damit geleistete Arbeitsstunden in dezimaler Art dargestellt werden können. Dann sind es eben nicht mehr 7 Stunden und 42 Minuten, sondern 7,70 Stunden.

70 Industrieminuten: Die Umrechnung der Zeit

Durch die Zeitumrechnung in die sogenannte Industriezeit soll die Verwaltung der Daten insgesamt erleichtert werden. Das heißt, dass gerade im Bereich des Controllings und im Personalwesen, wenn es um die Industrieminuten und die absolvierte Arbeitszeit geht, die Industriezeit bedeutsam ist.

Die Industrieminute bezeichnet den hundertsten Teil einer Stunde. Das bedeutet, dass eine Industrieminute immer genau 36 Sekunden lang ist. Wird nun allerdings wieder das Hundertstel der Industrieminute berechnet, so ergeben sich stets 36 Industriesekunden. Was für Laien absurd erscheint, ist in der Praxis durchaus sinnvoll: Die Zeitumrechnung erleichtert die gesamte Arbeit mit der Zeit, mit Arbeitszeitkonten und mit Projektzeiten.

Ein Beispiel:

  • 70 Arbeitsstunden entsprechen 117 Industrieminuten
  • 70 Arbeitsstunden entsprechen 11700 Industriesekunden

Geht es um die Errechnung von Arbeitszeiten, so erfolgt in der Regel eine Aufrundung auf ganze Industrieminuten, sodass eine ganzzahlige Speicherung möglich ist.

Industriezeit und Zeitumrechnung: So errechnen Sie Industrieminuten in Excel

Viele Personalabteilungen oder Controllingbereiche verfügen nicht über ein separates Abrechnungssystem, sondern arbeiten ganz einfach mit Excel. Auch hier lassen sich Industrieminuten errechnen bzw. umwandeln. Wird hier zum Beispiel eine Zeitangabe von 6:45 angezeigt, so hat Excel bereits die Zeitumrechnung für den betreffenden Wert vorgenommen. Excel speichert automatisch für eine Zelle den Bruchteil der Stunden eines ganzen Tages. Wird von sechs Stunden ausgegangen, so bedeutet das für Excel einen Wert von 0,25. Für das oben genannte Beispiel von 70 Stunden würde sich ein Wert von 2,92 ergeben. Soll daraus nun die Industriezeit errechnet werden, müssen die genannten Werte einfach mal 24 genommen werden. Der ganzzahlige Anteil entspricht dann den Stunden, die Nachkommastellen werden zu Industrieminuten.

Das Problem ist allerdings, dass Excel für die Darstellung der Zeit in den Zellen stets das Stundenformat hh:mm nutzt, was wiederum das Ergebnis verfälschen kann. Die einzelne Zelle muss daher neu formatiert werden, was über die Darstellung mit einer normalen Zahl plus zwei Stellen nach dem Komma geschieht. Durch einfaches Kopieren des Formats werden auch die übrigen Zellen entsprechend formatiert. Fertig ist die Berechnung der Industrieminuten in Excel!

Industriezeit: Geht’s auch andersrum?

Nicht immer sind – als Beispiel – 70 Arbeitsstunden gegeben, eventuell müssen auch 70 Industrieminuten in normale Stunden umgerechnet werden. Natürlich ist diese Zeitumrechnung ebenfalls möglich, wobei eine ganz simple Formel verwendet wird:

Industrieminuten geteilt durch 5 mal 3 = normale Minuten

Das bedeutet: 70 Industrieminuten geteilt durch 5 = 14 mal 3 = 42 normale Minuten

Nun fragt sich sicherlich so mancher, wozu man sich diese Arbeit mit der Zeitumrechnung überhaupt machen sollte? Was habe ich davon, ob ich nun 70 normale Minuten angebe oder eben diese 70 Minuten in Industrieminuten umrechne? Wer mit Tabellenkalkulationen oder dem Taschenrechner arbeitet, wird schnell den Vorteil der Industrieminuten erkennen. Denn diese lassen sich weitaus einfacher zusammenrechnen oder subtrahieren. Wird mit einer normalen Zeitangabe gerechnet, kann dies mitunter recht kompliziert werden, wenn die Anzahl der Zahlen, die verarbeitet werden müssen, steigt. Denn je größer der Zahlenumfang ist, desto mehr Minuten müssen zusammengerechnet werden – die einfache Addition der Stunden ist schließlich einfach.

Durch die Verwendung der Industriezeit können aber auch die Nachkommastellen ganz einfach addiert oder subtrahiert werden. Danach werden noch die Stunden errechnet – fertig ist die Abrechnung der Arbeitszeit. Wichtig ist jedoch, dass innerhalb eines Unternehmens bzw. einer Abteilung alle nach dem gleichen System arbeiten. Ansonsten kann es durchaus passieren, dass zum Beispiel die genannten 70 Industrieminuten bei einem anderen Mitarbeiter nicht 42 normalen Minuten entsprechen. Dies kann zu großen Problemen führen, weil die Abrechnung am Ende nicht korrekt möglich ist.


Bildnachweis: © freeimages.com – Jean Scheijen

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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