Siemens gliedert den Geschäftszweig Antriebstechnik aus

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Siemens hat bekannt gegeben, dass es Teile seines Geschäftszweigs Antriebstechnik und insbesondere die mechanischen Antriebe ausgliedern möchte. Davon sind aktuell etwa 6000 Siemens Mitarbeiter betroffen. Das Marktumfeld sei schon länger geprägt von einem nur sehr schwachen Wachstum, gab die Siemens Konzernzentrale in München bekannt. Dieser Schritt würde ohne Stellenabbau vollzogen.

Siemens Ausgliederung in eigenständiges Tochterunternehmen

Die Ausgliederung der mechanischen AntriebeMechanical Drives – (MD) erfolgt in eine eigenständige Siemens Tochter. Die Abspaltung dieses Geschäfts wurde nach eigenen Ausgaben vorgenommen, um künftige Wachstumspläne im Wettbewerb flexibler und besser umsetzen zu können. Von dieser Maßnahme sind etwa 6000 Mitarbeiter betroffen, doch nach Aussage des Siemens Firmensprechers soll es keinen Stellenabbau geben. Stattdessen plant Siemens künftig in das Produktportfolio und weltweite Standorte zu investieren.

Schon länger hat Siemens mit dem schwachen Geschäft in der mechanischen Antriebstechnik gekämpft. Es ist zudem für Siemens anscheinend auch nicht lukrativ genug. Das Marktumfeld im Antriebsbereich ist von schwachem Wachstum geprägt und der Druck der Konkurrenz aus dem asiatischen Raum nimmt seit einigen Jahren kontinuierlich zu. Hinzu kommt wegen Überkapazitäten in der Fertigung ein starker Preisverfall auf dem Markt.

Siemens Wettbewerbsfähigkeit soll verbessert werden

Auch in den Vorjahren hat Siemens immer wieder einmal Geschäftsbereiche abgespalten. Diese wurden dann entweder später an die Börse gebracht oder zumindest zum Teil verkauft. Der Bereich mechanische Antriebstechnik beliefert vor allem die Branche Windenergie, Förderantrag, Schiffbau, den Kranbau und die Zementindustrie. Derzeit ist weltweit das Marktumfeld für mechanische Antriebe schwierig. Mit dem Abspalten der Sparte möchte Siemens seinen Handlungsspielraum erweitern. Außerdem soll künftig eine stärkere geschäftsspezifische Ausrichtung als eigenständiges Tochterunternehmen unter dem Dach des Siemens-Konzerns aufgestellt werden.

Bislang wurde im Bereich Mechanical Drives Getriebe, Kupplungen und diverse Service Dienstleistungen angeboten. Der Siemens CEO Jürgen Brandes, der ständig für Siemens Division Process Industries and Drives ist, gab an: „in den letzten beiden Jahren ihre Wettbewerbsfähigkeit bereits deutlich verbessert, sich auf das Kerngeschäft fokussiert und unter anderem eine eigene Vertriebsorganisation geschaffen, die für deutlich mehr Kundennähe sorgt.“ Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit plant Siemens nun im nächsten Schritt die Aufstellung einer eigenständigen Tochtergesellschaft. Bekannt sind Siemens Produkte aus dem Geschäftszweig Antriebstechnik unter den Marken Winergy und Flender. Sie dienen vor allem als Antriebe, wo große Drehmomente erforderlich sind, beispielsweise in der Zementindustrie oder im Windsektor erforderlich sind.


Bildnachweis: © Siemens AG www.siemens.com/presse

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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