Schnellkupplungen: Automobilindustrie kauft bei HENN in Dornbirn ein.

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Martin Ohneberg ist zu verdanken, dass die Welt des Automobils weiß, die innovativen Schnellkupplungen der Automobilindustrie kommen aus Dornbirn. „Top-Connections“ heißen die Schnellkupplungen, HENN hat sie entwickelt.

Schnellkupplungen: Automobilindustrie hat Bedarf

Kennen Sie noch die „Schelle„? Noch vor wenigen Jahren war die Schelle der klassische Verbinder in allen technischen Lebenslagen. In der Automobilindustrie wurden per Schelle Motoren, Kühler und andere Aggregate und Komponenten mit Luftschläuchen verbunden. Dieses Verfahren ist seit Jahrzehnten gesetzt, obgleich die Mängel in der Automobilindustrie bekannt sind: die Verbindung per Schelle ist fehleranfällig, die Verbindung per Schelle ist nur in einem sehr zeitaufwändigen Prozess zu montieren, genauer: zu schrauben. Wie hoch der Bedarf ist, zeigen die Zahlen von HENN. Jährlich 35 Millionen mal sorgt der 50-Mann-Betrieb im österreichischen Dornbirn Steinebach mit seinen Schnellkupplungen für gute Verbindungen in der Automobilindustrie.

Was ist neu an den Schnellverbindungen aus Dornbirn?

HENN hat Verbindungen konstruiert, welche direkt mit dem Schlauch verpresst werden. An den Montageplätzen der Automobilindustrie müssen diese nur noch aufgesteckt werden. Erstmalig kam das System von HENN im Jahr 1996 zum Einsatz. Damaliger Kunde war Audi. Der Versuch verlief erfolgreich. So erfolgreich, dass nur drei Jahre später Volkswagen folgte.

HENN, das Unternehmen

HENN wurde im Jahre 1990 gegründet. Damals dachte man noch nicht an den kometenhaften Aufstieg, den das Unternehmen dereinst nehmen sollte. Die HENN-Gruppe engagierte sich zunächst im Bereich Erdwärmesonden. Ein leider ebenso anstrengendes wie glückloses Unterfangen. Im Jahr 21 des Unternehmens stieß der Betriebswirt Martin Ohneberg zum Unternehmen. Dies sollte sich als Glücksfall erweisen.

Martin Ohneberg studierte in Bregenz Betriebswirtschaft und konnte im Jahr 2011 bereits auf einen „proven track“ als erfolgreicher Manager von europäischen Firmen zurückblicken. Wie es der Zufall wollte, gehörte ein eigenes Unternehmen zum Lebenstraum des Managers. In HENN erkannte Ohneberg das Unternehmen, welches er für seinen Traum schon seit Langem gesucht hatte. Ohneberg und HENN wurden „eins“. Als Mehrheitsgesellschafter und operativer Geschäftsführer sorgte er nachdrücklich für Erfolg. Das Potenzial der Schnellkupplungen für die Automobilindustrie erkannte Ohneberg schnell.

Der Unternehmensbereich Erdwärmesonden belastete zunehmend das Unternehmen, welches parallel erfolgreich als Automobilzulieferer agierte. Ohneberg trennte sich kurzerhand davon. Er konzentrierte alle Aktivitäten auf die Weiterentwicklung der Schnellkupplungen. Die Automobilindustrie honorierte dies und es gelang Ohneberg, den Umsatz von Jahr zu Jahr kräftig zu steigern. Im Jahr 2014 legte er mit einem Plus von 19 Prozent einen neuen Rekord vor. Damit outperformte er die anderen Unternehmen der Branche deutlich.

HENN liefert an 33 Automobilhersteller weltweit. Die HENN-Connectoren sind „die“ Schnellkupplungen der Automobilindustrie. Cleverer Schachzug von HENN: man liefert nicht nur die Schnellkupplungen selbst. Auch die Maschinen zum Verpressen der Schläuche und Schnellverbindungen nebst Hard- und Software kommen von HENN.

HENN hat eine starke Marktposition

Martin Ohneberg ist sich bewusst, dass HENN mit diesem Full-Service-Paket eine sehr starke Marktposition erarbeitet hat. Doch damit will er sich nicht zufrieden geben. Die Dämpfung von Betriebsgeräuschen im Motorraum sind der neuen Ansatzpunkt von HENN. Das Expertenwissen um Besonderheiten bei Verbindungssystemen im Wasser- und Luftkreislauf ist dabei eine gute Ausgangsbasis.

Qualitätsmanagement: einer der Erfolgsfaktoren bei HENN

300 Millionen Schnellkupplungen für die Automobilindustrie sind bereits eine Größenordnung für sich. 300 Millionen fehlerfrei produzierte Schnellkupplungen für die Automobilindustrie sind nochmals eine Steigerung, die sich das Qualitätsmanagement von HENN auf die Fahnen schreiben darf – und damit Meriten aus der ganzen Automobilindustrie erntet. Die Schnellkupplungen aus Dornbirn sind in cirka 17 Prozent aller Autos weltweit verbaut. Auch dies macht den Erfolg deutlich.

Die HENN-Verbindungen sind im täglichen Betrieb hohen Belastungen ausgesetzt. Im Turbolader wird Sauerstoff mit einem Druck von bis zu 4,5 Bar transportiert und in den Motor gepresst. Die Betriebstemperaturen können dabei bis zu 230 Grad betragen. Dennoch ist bislang keine einzige HENN-Verbindung ausgefallen. Unabhängig davon trackt HENN den Weg der Kupplung durch den Produktionsprozess bis ins Auto. Vom Foto der einwandfreien Schnellkupplung bei Auslieferung bis zum Barcode, der eine schnelle Identifizierung und Rückverfolgung möglich macht, ergreift HENN alle notwendigen QS-Maßnahmen.

Hohe Motivation im Team bei HENN

Eine 0-Prozent-Fehler-Quote erreicht man nicht zufällig. Bei HENN sorgt ein sehr junges Team für diesen Erfolg. Die Motivation der mittlerweile 48 ( vor Ohneberg: 23 ) Mitarbeiter ist bemerkenswert. Und auch das Betriebsklima ist nicht von ungefähr so gut. Alle Mitarbeiter zeichnen sich durch ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zur Weiterbildung aus. Das Miteinander wird auch in Form von Sportevents, Ausflügen und Festen gepflegt. Und natürlich beflügelt der Erfolg des Unternehmens selbst auch die Mitarbeiter. HENN hat in Österreich die Auszeichnung „Great Place To Work“ eingeheimst. Die Medaille „Schnellkupplungen für die Automobilindustrie“ hat somit eine absolut angenehme Kehrseite.


Bildnachweis: © pixabay.com – falco

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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