Gefahrenpiktogramme: Unkenntnis ihrer Bedeutung ist die größte Gefahr

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Gefahrenpiktogramme geben einen Hinweis darauf, dass ein Produkt oder auch ein Ort möglicherweise eine Gefahr in sich birgt und daher mit Vorsicht zu betrachten ist. Das Personal in diesen bereichen unterschätzt oftmals die ausgewiesenen Gefahren bzw. verharmlost die Gefahren. Umso wichtiger ist es, die Bedeutung der einzelnen Piktogramme zu kennen.

Mehr Informationen zu den Gefahrenpiktogrammen

Die Piktogramme basieren auf dem sogenannten GHS-System und werden gerne auch als CLP-Piktogramme bezeichnet. Insgesamt gibt es neun verschiedene Darstellungen, die mit unterschiedlichen GHS-Nummern versehen sind. Zu den Nummern gibt es noch eine Kennzeichnung durch Signalwörter. Diese machen deutlich, welche Gefahr hier von einem Ort oder einem Produkt ausgehen kann. Für die Kennzeichnung ist es ganz besonders wichtig, die aktuellen Piktogramme zu verwenden. Die Gefahrensymbole werden immer wieder angepasst.

Die Bedeutung der neun Piktogramme

Ein Piktogramm ist so gestaltet, dass es auf jeden Fall die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das heißt aber nicht, dass jeder auch die Bedeutung nachvollziehen kann. Nachfolgend wird die Bedeutung der Piktogramme in Bezug auf das GHS-System erläutert:

  1. GHS01 – Gefahr: Ein Produkt oder ein Stoff ist unstabil oder bringt eine Explosionsgefahr mit sich
    Infografik Gefahrenpiktogramm GHS01 – Gefahr: Ein Produkt oder ein Stoff ist unstabil oder bringt eine Explosionsgefahr mit sich

    Infografik Gefahrenpiktogramm GHS01 – Gefahr: Ein Produkt oder ein Stoff ist unstabil oder bringt eine Explosionsgefahr mit sich

  2. GHS02 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff oder Produkt ist entzündlich
    Infografik GHS02 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff oder Produkt ist entzündlich

    Infografik GHS02 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff oder Produkt ist entzündlich

  3. GHS03 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff oder Produkt ist brandfördernd
    Infografik GHS03 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff oder Produkt ist brandfördernd

    Infografik GHS03 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff oder Produkt ist brandfördernd

  4. GHS04 – Achtung: Es handelt sich hier um komprimierte Gase
    Infografik GHS04 – Achtung: Es handelt sich hier um komprimierte Gase

    Infografik GHS04 – Achtung: Es handelt sich hier um komprimierte Gase

  5. GHS05 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff wirkt ätzend
    Infografik GHS05 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff wirkt ätzend

    Infografik GHS05 – Gefahr oder Achtung: Ein Stoff wirkt ätzend

  6. GHS06 – Gefahr: Giftig. Kategorie 1. Hautätzend, Korrosiv gegenüber Metallen
    Infografik GHS06 – Gefahr Giftig. Kategorie 1. Hautätzend, Korrosiv gegenüber Metallen

    Infografik GHS06 – Gefahr
    Giftig. Kategorie 1. Hautätzend,
    Korrosiv gegenüber Metallen

  7. GHS07 – Achtung: gesundheitsschädlich, eine Reizwirkung ist vorhanden, eine Ätzwirkung ist vorhanden
    Infografik GHS07 - Achtung: gesundheitsschädlich, eine Reizwirkung ist vorhanden, eine Ätzwirkung ist vorhanden

    Infografik GHS07 – Achtung: gesundheitsschädlich, eine Reizwirkung ist vorhanden, eine Ätzwirkung ist vorhanden

  8. GHS08 – Gefahr oder Achtung: es liegt hier eine systemische Gesundheitsgefährdung vor
    Infografik GHS08 – Gefahr oder Achtung: es liegt hier eine systemische Gesundheitsgefährdung vor

    Infografik GHS08 – Gefahr oder Achtung: es liegt hier eine systemische Gesundheitsgefährdung vor

  9. GHS09 – Achtung: Es liegt eine Gefahr für die Umwelt vor
    Infografik GHS09 – Achtung: Es liegt eine Gefahr für die Umwelt vor

    Infografik GHS09 – Achtung: Es liegt eine Gefahr für die Umwelt vor

Die Piktogramme haben zudem eine Benennung, nach der sie auch gesucht werden können. Bei der BG RCI bekommt man die Gefahrenpiktogramm zum Beispiel in verschiedenen Auflösungen. Wer ein Piktogramm in einer anderen Auflösung im Internet herunterladen möchte, der kann nach der GHS-Nummer schauen oder die Benennung eingeben.

Die Namen sind wie folgt:

  1. Die explodierende Bombe
  2. Die Flamme
  3. Die Flamme über dem Kreis
  4. Die Gasflasche
  5. Ätzwirkung
  6. Der Totenkopf mit den gekreuzten Knochen
  7. Das Ausrufezeichen
  8. Die Gesundheitsgefahr
  9. Umwelt

Wichtig: Beim Piktogramm mit der Bezeichnung GHS08 wird auf eine Gesundheitsgefährdung hingewiesen. Es kommt zum Einsatz, wenn ein Produkt oder ein Stoff eine Gefahr für die Organe darstellt. Beispielsweise in Form von einer Aspirationsgefahr für die Lungenflügel oder auch in Bezug auf die Gefährdung durch Krebs.

Die Signalwörter bei den Piktogrammen

Ein Signalwort gibt an, ob das Piktogramm auf eine Gefahr hinweist oder Achtung geboten ist. Die Signalwörter sind also „Gefahr“ und „Achtung“. Teilweise sind die Piktogramme auch mit beiden Signalwörtern versehen und werden damit nicht einer Kategorie sondern zwei Kategorien zugeteilt. Das Signalwort „Gefahr“ kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine ernsthafte Gefahrenkategorie zu finden ist. Das Signalwort „Achtung“ wird verwendet, wenn eine weniger schwerwiegende Gefahrenkategorie zu erwarten ist.

Interessant zu wissen ist natürlich, welche Piktogramme für die jeweilige Einstufung genutzt werden sollten. Hier gibt es die H- und die P-Sätze, die für die Gefahrensymbole gelten. Auch diese basieren auf dem GHS-System und gelten als Gefahren-Sätze (H-Sätze) sowie als Präventions-Sätze.

Druck der Piktogramme auf Etiketten

Die Piktogramme können im Internet heruntergeladen und auf Etiketten gedruckt werden. Dies ist notwendig, um Gefahrenbereiche und Gefahrengut auch wirklich kennzeichnen zu können. Sehr gut geeignet für den Aufdruck sind Universaletiketten. Hochwertige Universaletiketten lassen sich vielseitig einsetzen und gut bedrucken. Wenn Gefahr besteht, dann ist hier auch eine Kennzeichnung notwendig. Die Einstufung kann der Verordnung entnommen werden. Wichtig ist es darauf zu achten, die Etiketten in der richtigen Größe mit den Piktogrammen zu bedrucken. Es gibt eine minimale Größe, die eingehalten werden muss. Diese minimale Größe basiert ebenfalls auf der CLP-Verordnung. Die Fläche wird durch die roten Seitenkanten eingegrenzt. Diese müssen daher bei der Größe auch als Rahmenbedingung gesehen werden. Hier sind folgende Vorgaben zu beachten:

  1. Gebinde bis 3 Liter: 52×74 mm,
  2. Gebinde >3 bis 50 Liter: 74×105 mm,
  3. Gebinde >50 bis 500 Liter: 105×148 mm,
  4. Gebinde >500 Liter: 148×210 mm

Bei den Angaben handelt es sich um Mindestmaße, die Piktogramme können natürlich auch größer dargestellt werden.

Allerdings gibt es inzwischen immer mehr Kritik zu den Vorgaben, die hier zu beachten sind. Die Problematik ist vor allem, dass der Platz auf den Etiketten immer geringer ausfällt. Inzwischen müssen nicht nur die Piktogramme, sondern auch die Signalwörter sowie die Sicherheitshinweise vermerkt werden. Dazu kommt die Angabe, die ebenfalls vermerkt werden muss in Bezug auf die Kontaktdaten des Herstellers sowie die Produktindikation. Die Kennzeichnung selbst muss eine bestimmte Sprache haben, nämlich die Sprache für die EU-Staaten, in denen das Produkt auf den Markt gebracht wird. Für die Hersteller ist es wichtig, sich an die Kennzeichnung zu halten. Ist diese fehlerhaft und kommt es zu Problemen, kann der Hersteller haftbar gemacht werden.

Gut etikettiert ist halb gesichert

Die Vorgaben in der EU zur Kennzeichnung von Produkten sind besonders streng und müssen beachtet werden. Daher ist es wichtig, sich an diese Vorgaben zu halten. Universaletiketten in unterschiedlichen Größen stellen eine sehr gute Lösung dar. Bei der Etikettierung sollte aber darauf geachtet werden, dass hier wirklich alle Informationen untergebracht werden. Diese müssen aber auch lesbar sein. Es kann daher durchaus sein, dass die Etikettierung gerade in der Planung einige Zeit in Anspruch nimmt. Diese zeitliche Investition lohnt sich jedoch, denn die Sicherheitsangaben zu einem Produkt sind für Kunden und Nutzer ein wichtiger Punkt.

Fazit – Gefahrenpiktogramme nicht aus den Augen verlieren

Wer ein Produkt oder einen Stoff entwickelt, der steht auch in der Verantwortung, diesen zu kennzeichnen, wenn von dem Stoff eine Gefahr ausgeht. Das ist dann der Fall, wenn diese Gefahr für den Menschen aber auch für die Umwelt besteht. Hier greifen die Gefahrenpiktogramme und werden auf Basis der CLP-Verordnung eingesetzt. Insgesamt gibt es neun Piktogramme mit einer unterschiedlichen Bedeutung. Bei der Einstufung der Produkte und Stoffe müssen die Vorgaben zu den einzelnen Piktogrammen genau beachtet werden. Diese Gefahrenpiktogramme können dann auf Etiketten aufgebracht werden. Die Etiketten müssen auf das Produkt aufgebracht werden.

Besonders hilfreich: Die Piktogramme können aus dem Internet heruntergeladen werden. Hier ist es jedoch wichtig, dass die Piktogramme in der richtigen Größe auf den Produkten aufgebracht werden. Es gibt Vorgaben zu der minimalen Größe der Piktogramme, an die sich gehalten werden muss.


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild christian42 und Gooseman , Piktogramme Gooseman

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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