Bosch Rexroth: Hydraulikkomponenten und lokale Steuerungen an Bord der „Pioneering Spirit“

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Auch Offshore-Plattformen müssen aufgebaut oder verlegt werden. Die „Pioneering Spirit“ ist das neueste Spezialschiff von Allseas, einem Unternehmen, das Offshore-Pipelines verlegt und Offshore-Plattformen installiert oder demontiert. Für Bosch Rexroth war die Beteiligung am Bau des Hubschiffes einer der größten Aufträge der Firmengeschichte. Das Unternehmen lieferte Hydraulikkomponenten und deren lokale Steuerungen für das Hubsystem des Schiffes.

Lösungen von Bosch Rexroth für ein einzigartiges Schiff

Die „Pioneering Spirit“ wurde speziell zum Anheben kompletter Plattformen entworfen und gebaut. Sie ist 328 Meter lang und 124 Meter breit. Allseas wollte ein Schiff, das Plattformen von bis zu 48 000 Tonnen anheben kann. Das ist keine leichte Aufgabe, zumal die Arbeit nicht nur präzise, sondern auch möglichst schnell ausgeführt werden soll.

Die „Pioneering Spirit“ kann den oberen Teil einer Plattform innerhalb von neun Sekunden anheben. Dabei können die Hubvorrichtungen etwaige, durch den Seegang bedingte Schiffsbewegungen ausgleichen. Allseas hat dieses System zur Bewegungskompensation selbst entwickelt und auch die Steuersoftware geschrieben. Bosch Rexroths Beitrag bestand in der Entwicklung der Hydraulikauslegung und der speziellen Bauteile der einzelnen Hubbalken. Außerdem lieferte das Unternehmen die nötigen Hydraulikkomponenten und Antriebssysteme.

Das fertige Hubsystem besteht aus 16 Hubbalken, die von der Brücke der „Pioneering Spirit“ aus gesteuert werden. Mit Hilfe der Balken hebt das Schiff die Plattform um 2, 5 Meter an. Dann können die Aufbauten von der Unterkonstruktion der Plattform getrennt werden. Anschließend zieht sich das Schiff zurück, und die Aufbauten können ihre Reise Richtung Küste antreten.

Enge Zusammenarbeit zwischen Bosch Rexroth und Allseas

Das Ingenieursteam von Bosch Rexroth arbeitete eng mit ihren Kollegen von Allseas zusammen, die die einzigartige Form der „Pioneering Spirit“ sowie das Prinzip der Hubbalken zum Abheben der Plattformen konzipiert hatten, Die Rexrodt-Ingenieure betrachteten verschiedene Techniken zum Ansteuern der Hubbalken: Hydraulik, Elektrik oder eine Kombination von beiden. Sowohl die Hydromechanik als auch die Elektromechanik stellten anspruchsvolle Aufgaben dar. Dasselbe galt für die Digitaltechnik der Steuerungen und Bussysteme sowie für die Software. „Im Entwicklungsprozess haben wir gemeinsam mit den Ingenieuren von Allseas zahllose Tests vorgenommen und Simulationen durchgeführt, um die optimale Lösung zu finden. Nachdem die Lösung nach mehrjähriger Entwicklungszeit auf dem Papier funktionierte, wurden wir mit der Herstellung und Lieferung der Hydraulikkomponenten und Antriebssysteme für die einzelnen Balken beauftragt“, sagt Ron van den Oetelaar, Geschäftsführer von Bosch Rexroth Benelux.

Bei einem Spezialschiff wie der „Pioneering Spirit“ konnte Bosch Rexroth nicht auf existierende Komponenten zurückgreifen. Zylinder, Steuerungseinrichtungen, Generatoren, Montageplatten, auch die digitalen Steuerungssysteme sowie Hard- und Software für die Steuerung der Hubbalken – alles sind Produkte nach Maß für die „Pioneering Spirit“.

Seetest erfolgreich

Seinen ersten Test auf See bestand das Schiff im August 2016. Es hob die 13 500 Tonnen schweren Aufbauten der Yme-Förderplattform vor der norwegischen Küste von ihrer Tragekonstruktion. Damit erfüllt das Schiff eine Aufgabe innerhalb kurzer Zeit, für die sonst Kranschiffe und Dutzende von Arbeitern Wochen oder gar Monate brauchen. Mittlerweile hat das Schiff auch seine bis dahin fehlenden restlichen vier Hubbalken bekommen und kann jetzt noch größere Lasten heben. Nach eigenen Angaben denkt Allseas nun über den Bau eines noch größeren Hubschiffes nach.


Bildnachweis: © Allseas via Bosch Rexroth AG

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Mein Beruf ist das Schreiben; ich arbeite als freier Journalist, Texter und Buchautor. Das reicht für Leben und Modellbau, also auch für das eigentliche Leben. Beruflich wie als Modellbauer interessiert mich die Luftfahrt, speziell die der großen Luftfahrtländer. Hauptantriebskräfte: Neugier, Kaffee und ein guter Witz.

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