Blattfeder gebrochen: häufige Ursache für Lkw-Unfälle

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So eine Blattfeder muss manchmal ganz schön was aushalten. Mit stolzen 1560 Kilogramm wurde kürzlich ein Lieferwagen von der Polizei gestoppt. Er brachte damit 44 Prozent zu viel Gewicht auf die Waage.

Der LKW war mit sechs Personen besetzt und zudem bis unter das Dach mit Gepäck und anderen Gegenständen beladen und fiel der Streifenbesatzung auf der Autobahn 6 in Höhe Crailsheim, Kreis Schwäbisch Hall, auf. Die Blattfedern der Hinterachse waren bereits durchgebogen und die hinteren Räder platt gedrückt. Der 25-jährige Fahrer musste seine Fahrt unterbrechen und ein Bußgeld in höhe von mehreren Hundert Euro zahlen.

Was ist eine Blattfeder?

Die Blattfeder kommt hauptsächlich beim Lkw, bei Geländewagen und Transportern vor. Sie soll bei Fahrzeugen mit großem Verhältnis von gefederten zu ungefederten Massen eine einfache und kostengünstige Radaufhängung ermöglichen. Die Blattfeder besteht aus Federstahl, der vor dem Zusammenbau noch gehärtet und in Form gebracht wird. Die verschiedenen Schichten werden meist an den Enden mit dem Rahmen und in der Mitte mit der Achse verbunden. Dadurch entsteht beim Federn durch Reibung eine Eigendämpfung. Früher waren deshalb keine zusätzlichen Schwingungsdämpfer nötig.

Fahrzeuge mit großer Nutzlast im Verhältnis zum Eigengewicht brauchen eine eher weiche Federung ohne Beladung und eine harte Federung mit Beladung.

Warum dürfen Lieferwagen nur ein bestimmtes Gewicht transportieren?

Lastwagen mit zu viel Gewicht stellen eine große Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dar und beschleunigen den Verfall der Infrastruktur. Tatsächlich ist in Deutschland etwa jeder achte untersuchte Lkw überladen, doch es wird immer seltener kontrolliert.

In Deutschland sind viele Brücken und Straßen marode und müssen saniert werden. Die Kosten für diese teuren Baumaßnahmen trägt natürlich der Steuerzahler. Grund dafür sind jedoch tatsächlich Lastwagen, die zu schwer beladen sind. 2014 war jeder achte Lkw, der vom Bundesamt für Güterverkehr auf Gewichtsverstöße kontrolliert wurde, überladen. Das schädigt nicht nur unsere Straßen sondern ist vor allem auch ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsproblem für andere Verkehrsteilnehmer und Straßennutzer.

2014 wurde bei insgesamt 8055 Fahrzeugen ein unzulässig hohes Gesamtgewicht festgestellt, das sind etwa 12 Prozent aller Fahrzeuge, die auf Gewichtsverstöße kontrolliert wurden. Es werden allerdings immer weniger Gewichtskontrollen von Lkws durchgeführt.

Warum kommt es immer wieder zu Lkw-Unfällen durch Überladung?

Ganz einfach: die Blattfeder des Lkw ist für ein bestimmtes Gewicht und eine maximale Krafteinwirkung ausgelegt. Wird das zulässige Gesamtgewicht des Lasters überschritten, kann die Blattfeder brechen. Leider stört das viele Speditionen wenig, denn die wollen Geld einsparen, indem sie völlig überladene Lkw auf die Straßen schicken. Doch Überladung ist kein Kavaliersdelikt und wird von der Polizei schon ab einer Überladung von 5 Prozent mit hohen Geldbußen geahndet.

Aber nicht nur die Blattfeder ist ein Risikofaktor, sondern auch alte Reifen oder falscher Luftdruck stellen eine Gefahr für die Lkws dar. Kommt dazu eine Überladung, ist es wie „Russisches Roulett“. Die Achslast ist hierbei entscheidend. Eine Überladung im Heck darf nicht mit einer Zuladung im Bug verrechnet werden.


Bildnachweis: © morguefile.com – thomaskv

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