Zukunft Welthandel: Globalisierung der Wirtschaft

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In den letzten Jahrzehnten hat sich politisch und wirtschaftlich viel verändert. Neue Kommunikationswege fördern die Nähe und sorgen zusammen mit anderen Fortschrittsmaßnahmen zu immer schnelleren Bewegungen auf dem Welthandel. Kann das in Zukunft so weitergehen?

Der Welthandel und seine Entwicklung für die Zukunft

Der Eiserne Vorhang verschwand, mehrere Krisen beeinflussten das Fortkommen, der Umweltschutz ist so wichtig wie nie zuvor und das Internet hat ebenfalls einen enormen Einfluss auf die Interaktion zwischen den Nationen. Durch die Wirtschaftskrise, die nicht nur in Europa ihre Spuren hinterließ, sowie durch eine wachsende Skepsis gibt es aber inzwischen einen gegenläufigen Trend.

Der Welthandel bringt nicht nur Vorteile mit sich und einige Länder fühlen sich verstärkt fremdbestimmt. Zum Teil sind es die Populisten, die sich gegen die grenzübergreifenden Projekte wehren, in anderen Fällen verursachen die aktuellen Krisen Schwierigkeiten und behindern die positive Veränderung.

Der Welthandel bringt nicht nur Vorteile mit sich und einige Länder fühlen sich verstärkt fremdbestimmt. (#01)

Der Welthandel bringt nicht nur Vorteile mit sich und einige Länder fühlen sich verstärkt fremdbestimmt. (#01)

Zukunft Welthandel: Wie die dynamische Globalisierung funktioniert

Zu den wichtigsten Wegbegleitern der Globalisierung gehört das Internet. Inzwischen spielt es kaum eine Rolle, an welchem Standort man sich befindet. Zwischen Hamburg und Shanghai liegen viele tausend Kilometer, die in einer Telefonkonferenz leicht überbrückt werden. Die verkürzten Wege führten dazu, dass der Welthandel rasant anwuchs. Auch die Wertschöpfungsketten in der Wirtschaft konnten globalisiert werden.

Damit ging eine verstärkte Spezialisierung einher, denn die Arbeiten konnten immer weiter aufgeteilt werden. So entstand auch innerhalb der Unternehmen eine Feingliederung. Bei den großen Konzernen und auch in vielen Nationen waren durch die Überwindung der früheren Grenzen hohe Gewinne möglich.

Zeichen für die schwindende Dynamik für die Zukunft im Welthandel

Mit der Globalisierung kann es in Zukunft nicht dauerhaft so weitergehen. Die IT-Welt hat die vielfältigen Prozesse zwar extrem beschleunigt, doch nicht alle Länder und Handelspartner können auf diesem Weg in die digitale, globalisierte Zukunft mithalten. Die wirtschaftlichen Anzeichen weisen darauf hin, dass sich der Welthandel verändert:

  • Die positive Entwicklung kommt ins Stocken,
  • einige internationale Projekte scheitern oder werden negativ bewertet,
  • nationalistische Parteien finden mehr Anhänger,
  • die Bewegungen der Flüchtlingsströme weisen auf besondere Schwierigkeiten hin.

Diese Risse in der Entwicklung werden nach und nach deutlicher. Die Regierungen sowie die großen Unternehmen stehen vor einem bedeutenden Problem. Um dieses lösen zu können, muss man die Geschichte verstehen und unter die Oberfläche schauen.

Die wirtschaftlichen Anzeichen weisen darauf hin, dass sich der Welthandel in Zukunft verändert: Die Bewegungen der Flüchtlingsströme weisen auf besondere Schwierigkeiten hin. (#02)

Die wirtschaftlichen Anzeichen weisen darauf hin, dass sich der Welthandel in Zukunft verändert: Die Bewegungen der Flüchtlingsströme weisen auf besondere Schwierigkeiten hin. (#02)

Weiter in die Zukunft oder zurück in die Vergangenheit?

Einige Firmen, die schon früh auf internationale Partnerschaften setzten, rudern inzwischen wieder zurück. Das ist beispielsweise bei der Marke Adidas zu sehen. In den frühen 1990er Jahren begann das Unternehmen mit der Produktion in Niedriglohnländern in Fernost und Südamerika. Der Hersteller von Sportartikeln möchte sich jedoch wieder auf die traditionellen Werte besinnen und plant, wieder in Deutschland zu produzieren.

Ist diese Lösung geeignet, um erfolgreich zu wirtschaften? Müssen wir umdenken und der Globalisierung etwas entgegensetzen? Auch in der Lebensmittelindustrie zeigt sich eine ähnliche Veränderung. Die Verbraucher werden dazu angeregt, regionale Produkte zu kaufen und damit die kurzen Produktions- und Lieferketten zu unterstützen. Durch dieses Vorgehen sollen einerseits die regional ansässigen Unternehmen gefördert werden, andererseits reduziert sich die Umweltbelastung.

Geschwindigkeit und Wachstum im Welthandel

Der Wunsch nach einer Entschleunigung im internationalen Handel spielt auch in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle. Im Zusammenhang mit internationalen Geschäften ist Langsamkeit jedoch eher ein negatives Element. Dennoch sollte man nicht übersehen, dass das Potenzial der modernen technischen Möglichkeiten kaum genutzt werden kann, was sich in der Zukunft fortsetzen wird.

Außerdem kann der Welthandel nicht kontinuierlich anwachsen, denn es gibt immer gewisse Schwankungen und Rückgänge. Diese zeigen sich in den weltweiten Finanzkrisen und in den unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf den Märkten in Europa und der Welt.

Durch das Zurückdrehen der internationalen Verbindungen und die Konzentration auf die eigenen Regionen verstärkt sich das Selbstbewusstsein der Unternehmen und auch der dazugehörigen Mitarbeiter. Anstatt ständig noch höheren Umsatzzahlen hinterherzujagen, rückt etwas anderes in den Mittelpunkt: die Konzentration auf die relevanten Dinge. In den meisten Branchen geht es kaum noch um Wachstum, denn die Wirtschaftsleistung ist bereits auf einem hohen Stand.

Durch das Zurückdrehen der internationalen Verbindungen und die Konzentration auf die eigenen Regionen verstärkt sich das Selbstbewusstsein der Unternehmen und auch der dazugehörigen Mitarbeiter. (#03)

Durch das Zurückdrehen der internationalen Verbindungen und die Konzentration auf die eigenen Regionen verstärkt sich das Selbstbewusstsein der Unternehmen und auch der dazugehörigen Mitarbeiter. (#03)

Der Globalisierungsindex weist den Weg in die Zukunft

Der Globalisierungsindex zeigt, wie sich mehrere Länder entwickelt haben. Bezogen auf die Investitionen und Wirtschaftsleistung. Anhand dieser Darstellung lässt sich die Zunahme der internationalen Verflechtungen nachvollziehen, zudem ist eine Prognose der Zukunft möglich.

  • Bis weit in die 1990er Jahre hinein ist keine deutliche Veränderung zu erkennen,
  • 1997 setzt die „Ära der Globalisierung“ mit einem starken Anstieg ein,
  • 2000 kommt es durch die Dotcom-Blase zur Wirtschaftskrise und die Globalisierung bricht kurzfristig ein,
  • ab 2003 steigt der Globalisierungsindex rasant an,
  • 2007 wird der Höhepunkt verzeichnet.

Trotz der immer stärkeren Vernetzung in Europa und auf der ganzen Welt ist es seit der nächsten Finanzkrise zu keinem weiteren Höchststand gekommen. Inzwischen liegt der Globalisierungsindex nur noch geringfügig über dem Stand der 1990er Jahre. Experten begründen das mit der Sättigung.

Auch die Schwellenländer, die sich wegen ihrer oft rückständigen Politik kaum weiterentwickeln können, beeinflussen die wirtschaftliche Entwicklung und die Geschwindigkeit der Globalisierung.

Wie die Gesellschaft auf den Welthandel reagiert

Die Verbraucher wünschen sich einerseits günstige Produkte, andererseits begreifen immer mehr Leute, wie wichtig nachhaltiges Handeln ist. Die Auslagerung der Herstellung in Billiglohnländer wird heute nicht mehr akzeptiert und auch die rein maschinelle Fertigung kommt nicht überall gut an.

So schnell die Produktions- und Lieferketten durch die eingesetzten Roboter und durch die Internationalisierung auch sind, inzwischen entscheiden sich verantwortungsbewusste Käufer wieder häufiger für regionale und individuelle Produkte. Die kürzeren Transportwege und das neue Qualitätsbewusstsein muss man sich jedoch auch leisten können. Hier kommt es zur verstärkten Trennung zwischen den Gesellschaftsschichten.

In Deutschland und anderen westlichen Ländern wehren sich die Bürger auch aus anderen Gründen gegen die Auswirkungen der Globalisierung. Sie demonstrieren verstärkt gegen internationale Vereinfachungen und bestimmte Transportbedingungen.

Die Ökonomen wollen den freien Handel erleichtern und die positiven Einflüsse in den Vordergrund stellen. Genau das war der ursprüngliche Gedanke hinter der Politik der Globalisierung. Doch die Gesellschaft möchte in einigen Punkten mitbestimmen und kann durch die Bevorzugung oder Ablehnung von bestimmten Waren Zeichen setzen.

Zukunft Welthandel: Die Verbraucher wünschen sich einerseits günstige Produkte, andererseits begreifen immer mehr Leute, wie wichtig nachhaltiges Handeln ist. (#04)

Zukunft Welthandel: Die Verbraucher wünschen sich einerseits günstige Produkte, andererseits begreifen immer mehr Leute, wie wichtig nachhaltiges Handeln ist. (#04)

Der Welthandel und seine positiven Seiten

Grundsätzlich ist die Globalisierung ein wichtiger Faktor auf dem aktuellen Wirtschaftsmarkt. Durch die Verflechtungen zwischen den Regionen und Ländern werden Kooperationen gestärkt. Die Zusammenarbeit lässt sich leichter organisieren und es kommt seltener zu bewaffneten Konflikten. Darum ist es so wichtig, internationale Krisen möglichst früh zu bekämpfen. Wenn einige mächtige Regierungen jedoch als Globalisierungsgegner auftreten, werden die Handelsabkommen geschwächt und ein großer wirtschaftlicher Schaden droht.

Die Globalisierung der Wirtschaft dient jedoch nicht nur den starken Ländern. Sie bezieht immer mehrere Nationen mit ein. Wenn sich die Machthaber der Politik gegen den internationalen Handel aussprechen, schaden sie damit auch ihrem eigenen Staat. Letztendlich soll die Gemeinschaft des Weltmarkts in Zukunft eine möglichst starke Basis bilden, um diverse Probleme besser lösen zu können, ob Probleme in den schwächeren Ländern gelöst werden müssen oder ob es bei einer der großen Wirtschaftsmächte zu einer Krise kommt.

Zwischen Globalisierung und regionalem Bewusstsein

Die Wirtschaftsexperten suchen nach einem Weg, der die globalen Aspekte im Welthandel berücksichtigt aber auch der jeweiligen Region dienlich ist. So ließen sich in Zukunft die negativen Auswirkungen abmildern, die durch ein eine reine Profitorientierung entstehen.

Neben dem starken Wirtschaftswachstum sollte man die Nachhaltigkeit betrachten. Wenn einerseits die Globalisierung und andererseits die soziale und ökologische Verträglichkeit berücksichtigt werden, lässt sich die Zukunft nachhaltig gestalten, sei es in Deutschland oder in einem anderen Land der Welt.

Durch die Wechselwirkung zwischen Ländern und Branchen steht im Welthandel alles miteinander in Verbindung. Das kann in vielen Fällen von Vorteil sein, doch es deutet auch darauf hin, wie schwierig es jetzt und in der Zukunft ist, die Balance zu halten.

Für die Weiterleitung der Informationen aus der Wirtschaft an die Verbraucher sind die Medien verantwortlich: Auch hier geht es um Verantwortungsbewusstsein und um den richtigen Umgang mit den jeweiligen Themen. Der kontinuierliche Wandel ist dabei ebenso zu berücksichtigen wie die mehr oder weniger stark ausgeprägten Wirtschaftsziele im Welthandel.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: William Potter – #01: Ajay Kumar Singh – #02: kafeinkolik – #03: marako – #04: Rudmer Zwerver

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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