Zentrale Staubsaugeranlagen: Wenn der Luft der Schmutz ausgeht!

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Was gemeinhin als Staub bezeichnet wird, ist eine Bezeichnung für feine Partikel, die in der Luft schweben. Wo geraspelt wird, da fallen auch Späne: Besonders die Industrie ist von einem hohen Staubaufkommen betroffen. Während Allergiker besonders unter Hausstaub leiden, belastet Staub im Arbeitsumfeld sowohl Mensch als auch Maschine. Zentrale Staubsaugeranlagen sind hierbei wertvolle Helfer: Sie reinigen die Luft von Staub, was sich an der Gesundheit der Mitarbeiter sowie an der Langlebigkeit der Maschinen deutlich bemerkbar macht.

Staub in der Luft

Staub in der Luft ist etwas ganz Natürliches: Wenn kleine Teilchen aufgewirbelt werden und längere Zeit in der Luft schweben, spricht man von dem Vorkommen von Staub. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob es sich um organische Partikel, also Pollen und Ähnliches, oder anorganische Partikel, beispielsweise Gesteinsteilchen, handelt. Damit Partikel als Staub identifiziert werden können, ist es zunächst relevant, ob es sich um feste Teilchen handelt. Ein Kriterium für die Klassifizierung des Staubs ist die Größe der Partikel. Hierbei wird zwischen dem aus den Medien bekannten Feinstaub und dem Grobstaub unterschieden.

Aufgrund seiner Größe von mehr als zehn Mikrometern kann Grobstaub vom menschlichen Körper aus der eingeatmeten Luft herausgefiltert werden. Grober Staub wird von den Nasenhärchen und den Schleimhäuten zurückgehalten und gelangt somit nicht in den menschlichen Atemapparat. Anders verhält es sich mit dem Feinstaub. Feinstaubpartikel sind kleiner als zehn Mikrometer und können aufgrund ihrer geringen Größe nicht aus der eingeatmeten Luft gefiltert werden. Auf diese Weise kann Feinstaub sowohl in die Bronchien als auch in die Lunge gelangen.

Zentrale Staubsaugeranlagen saugen den groben Schwebestaub ein. Das kann zum einen der klassische Hausstaub, also eine Mischung aus anorganischen und organischen Stäuben sein und zum anderen Blüten- bzw. Gesteinsstaub. Wer im Umfeld von Glaswolle oder ähnlichen faserhaltigen Stoffen bzw. mit Asbest arbeitet, der ist ohnehin durch spezielle Absauganlagen und Atmenmasken geschützt. Der sogenannte Faserstaub bedarf in der Regel spezieller Absauge- und Entsorgungsmaßnahmen, damit die Gesundheit von beteiligten Personen nicht beeinträchtigt wird.

Das Prinzip von zentralen Staubsaugeranlagen

Zentrale Staubsaugeranlagen gibt es von verschiedenen Herstellern, jedoch funktionieren alle etwa nach einem ähnlichen Prinzip. Eine zentrale Staubsaugeranlage besteht aus zwei Komponenten: Zum einen aus der Sauganlage und zum anderen aus einem Rohrsystem, welches über Anschlussstellen verfügt, die im ganzen Gebäude verteilt sind. Das Rohrsystem ist je nach Größe und Umfang entweder frei sichtbar oder in seltenen Fällen in die Wand integriert. An die Anschlüsse des Systems können Schläuche mit unterschiedlicher Länge gekoppelt werden, um schließlich den Betrieb saugen und von Stäuben befreien zu können. Durch die Saugleistung der Sauganlage wird die mit Staub belastete Luft eingesaugt und durch das Rohrsystem bis zur Sauganlage geleitet.

Die Sauganlage befindet sich in der Regel in einem separierten Raum im Gebäude, außerhalb oder beispielsweise auch im Keller. Im Filter der Sauganlage wird die eingesaugte Luft von den Stäuben und feinen Partikeln gereinigt. Da dies abgeschlossen vom restlichen Gebäude stattfindet, werden sowohl negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit als auch auf die Maschinen vermieden. Ist die eingesaugte Luft gereinigt, kann sie wieder an die Umwelt abgegeben werden.

Um die Bedienung gerade in Betrieben zu erleichtern, sind zentrale Staubsaugeranlagen häufig mit einem spezifischen Sensor ausgestattet, der sich an den Staubsaugeranschlüssen befindet. Sobald ein Schlauch mit dem Rohrsystem verbunden wird, springt die Sauganlage automatisch an und saugt die verstaubte Luft ein. Wie viele Absaugestellen, also Koppelungsmöglichkeiten für die Schläuche, in einem Gebäude installiert werden sollen, hängt in der Regel von der Größe des Betriebs und dem Staubaufkommen ab. Hierbei empfiehlt es sich, sich intensiv beraten zu lassen und neben einem Hersteller ebenfalls auch einen unabhängigen Experten zurate zu ziehen.

In welchem Umfeld sind zentrale Staubsaugeranlagen sinnvoll?

Generell ist die Installation einer zentralen Staubsaugeranlage überall dort sinnvoll, wo es zu einem höheren Staubvorkommen kommen kann. Dies ist einerseits die holzverarbeitende Branche: Durch Schleifen, Sägen und andere Arbeiten mit dem natürlichen Rohstoff kommt es zu einer starken Bildung von Holzstaub in der Luft. Diese kann durch eine zentrale Staubsaugeranlage effektiv gereinigt werden.

Ähnlich verhält es sich mit Verpackungsherstellern. Die Verarbeitung von Karton, Wellkarton und Pappe hat ein hohes Staubaufkommen zur Folge. Im Bereich des Recyclings und der Abfallwirtschaft kommt es darüber hinaus zu einer großen Menge an Partikeln in der Luft, welche durch zentrale Staubsaugeranlagen eingesaugt werden können. Besonders in der Industrie sind es die Automobilzulieferer, deren Hallen mit einem hohen Staubaufkommen belastet sind.

Verschiedene Arbeiten wie Schleifen oder Bohren verursachen Staub, welcher schließlich längere Zeit in der Luft schwebt. Ein etwas exotischeres Beispiel für das Aufkommen von Staub ist eine Windkraftanlage: Durch das Schleifen der Rotorblätter entsteht ebenfalls Staub.

Zentrale Staubsaugeranlagen bewähren sich in den genannten Branchen im Speziellen und ebenfalls überall dort, wo Staub die Luft vermehrt belastet. Eine staubfreie Umgebung hat nicht nur gesundheitliche Vorteile für die Menschen, sondern auch für Maschinen und elektronische Geräte.

Die Vorteile von zentralen Staubsaugeranlagen

Zentrale Staubsaugeranlagen sind immer mehr auf dem Vormarsch und das liegt vor allem an den Vorteilen, die sie mit sich bringen. Ist eine zentrale Staubsaugeranlage erst einmal installiert, ist sie besonders einfach im Handling. Gerade bei Umbauten oder Neubauten sollte auf jeden Fall über eine solche Option nachgedacht werden. Durch das Auslagern der Sauganlage hält sich der Geräuschpegel einer zentralen Staubsaugeranlage ebenfalls in einem moderaten Bereich. Eine individuelle Beratung und eine Bedarfsanalyse klären, welche Leistung die Sauganlage aufbringen muss. Abhängig davon gestaltet sich dann die gesamte Lautstärke der Installation.

Eine staubfreie Luft spart darüber hinaus bares Geld und fördert die Mitarbeiterzufriedenheit und vor allem die Gesundheit der Menschen im Betrieb. Allergiker leiden sichtlich an einem hohen (Haus-)Staubaufkommen, doch auch Mitarbeiter, die keine Allergie haben, profitieren von staubfreier Luft. Staub ist ein buntes Gemenge an verschiedenen Stoffen: Hautpartikel, feste Teilchen aus der Umgebung sowie Milben und Pilzsporen sind unter anderem die Bestandteile von Staub. Auch Schadstoffe können sich in Staub anreichern. Wird dieser Staub mit all seinen Bestandteilen dann eingeatmet, können Allergien oder Entzündungen im Körper die Folge sein. Je kleiner die Staubpartikel sind, desto weiter können sie in den menschlichen Körper gelangen und dort Schaden anrichten.

Nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen arbeiten in einer staubfreien Umgebung besser. Dabei ist es nicht erheblich, ob es sich um eine konventionelle Maschine aus der Industrie handelt oder sensible IT Geräte. Durch den Staub in der Umluft nimmt die Wartungsintensität der Geräte zu, denn insbesondere Filteranlagen müssen bei hohem Staubaufkommen häufiger gereinigt werden. Ist die Luft tendenziell staubärmer entfällt dies, die Wartungs- und Unterhaltungskosten sinken und die Lebensdauer der Geräte steigt an. Vor allem im Bereich der Produktion haben sich zentrale Staubsaugeranlagen durchaus bewährt und vor allem bezahlt gemacht. Die einfache Handhabung der Staubsaugeranlage und die positiven Langzeiteffekte für Mensch und Maschine kompensieren die aufwendige Installation der Anlage.


Bildnachweis: © Fotolia-Federico Rostagno

Marius Beilhammer

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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