Werbeartikel: Und es funktioniert doch!

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Kugelschreiber und Schlüsselbänder sind beliebt wie eh und je. Aber was bringen diese Werbeartikel den Firmen tatsächlich? Wir haben uns angeschaut, ob solche Werbeartikel wirklich den gewünschten Effekt haben und wie sie gezielt eingesetzt werden können.

Schubladen voller Kugelschreiber

Ein Messebesuch geht zu Ende und neben allerlei Flyern, Visitenkarten und Schlüsselbändern ist vor allem eins im Mitbringsel-Beutel gelandet: Kugelschreiber. Leert man die Taschen nach einem Messebesuch aus, mag das fast an einen Besuch bei Ikea erinnern, wo die kleinen Bleistifte in Scharen in den Taschen landen, um anschließend im Nirvana der Schreibtischfächer zu verschwinden.

Hand auf`s Herz: Wieviele Kugelschreiber auf und im Schreibtisch tragen nicht irgendwo ein Firmen-Branding oder sind am Ende sogar selber gekauft? Einer von zehn dürfte wohl die gängige Quote sein. Aber rentiert sich das Verschenken derartiger Werbeartikel für die Unternehmen überhaupt in irgendeiner Form? Wir schauen einmal genauer hin.

Kleine Tücher mit aufgedrucktem Markenlogo sorgen nicht nur für klaren Durchblick bei der Brille oder für ein Display. (#01)

Kleine Tücher mit aufgedrucktem Markenlogo sorgen nicht nur für klaren Durchblick bei der Brille oder für ein Display. (#01)

Die Funktion von Werbeartikeln

Werbeartikel sind ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation. Nicht nur mit dem Endverbraucher und dem Kunden, sondern auch im B2B-Bereich (Business to Business). Die kleinen Give-Aways sollen den Kunden erst einmal anlocken oder im späteren Verlauf langfristig an die Firma binden.

Die kleinen Gimmicks erinnern den Kunden immer wieder beiläufig an das Unternehmen, das damit wirbt, haben im besten Fall sogar einen funktionellen Nutzen. Bei Kugelschreibern, USB-Sticks, Schlüsselbändern und vielem mehr ist das in aller Regel auch der Fall. Fügt sich der Artikel auch noch in das gesamte Marketing-Konzept und repräsentiert er das Unternehmen, umso besser.

Verschiedene Arten von Werbeartikeln

Bei den Arten von Werbeartikeln wird in aller Regel zwischen drei verschiedenen Kategorien unterschieden, die wir uns anschließend genauer anschauen. Give-Aways werden, wie es der Name schon sagt,

Bei immer wieder gern in die Hand genommenen Werbeartikeln ruft sich das Unternehmen so immer wieder in Erinnerung und sorgt für ein langfristiges Branding. (#04)

Bei immer wieder gern in die Hand genommenen Werbeartikeln ruft sich das Unternehmen so immer wieder in Erinnerung und sorgt für ein langfristiges Branding. (#04)

weggegeben und verschenkt. Dabei handelt es sich meist um kleine Dinge, die pro Stück kaum ins Gewicht fallen. Merchandising-Artikel sind ebenfalls beliebte Werbemittel, die der Kunde, in dem Fall in der Regel der Fan, sogar selber bezahlt.

Zur dritten Kategorie zählen firmeninterne Dinge wie Plakate, Briefpapier oder auch Visitenkarten, die aber auch nicht selten für ein gesamtheitliches Auftreten gegenüber dem Kunden sorgt.

Video: Werbemittel-Neuheiten für 2018! Wie nutzt Du die Trend-Farben?

Give-Aways

Die auf Messen und Co am häufigsten anzutreffende Form sind natürlich die kleinen Give-Aways. Die Auswahl ist mittlerweile riesig und reicht von den immer noch beliebten Kugelschreibern bis hin zu solchen Stoffbeuteln mit hippen Designs. Anbieter wie Viaprinto sind längst auf diesen Zug aufgesprungen und bieten schon kleine Auflagen zu Preisen an, die selbst für junge Startups und kleine Marketing-Kampagnen finanzierbar sind.

Der Vorteil dieser Give-Aways liegt vor allem darin, dass sie relativ kostengünstig sind. Im Vergleich zu ausgewachsenen Kampagnen, die über alle zur Verfügung stehenden Kanäle befeuert werden und doch im schnelllebigen Zeitalter von Social Media nach einem Wisch schon wieder aus dem Sichtfeld sind, sorgt so ein Kugelschreiber immer wieder dafür, dass das werbende Unternehmen in Erinnerung gerufen wird. Gerade in Zeiten, wo sich immer mehr Firmen in die Nachrichten-Streams der Nutzer drängen und bereit sind dafür immer höhere Preise zu bezahlen, ist die Rückbesinnung auf Altes und Bewährtes vielleicht gar nicht so verkehrt.

Erfüllen die kleinen Give-Aways ganz nebenbei noch eine nützliche Funktion, fallen vielleicht sogar im Wust der Werbeartikel auch mit optischen Besonderheiten auf, sind sie nach wie vor eine hervorragende Lösung, um den Kunden nachhaltig sagen zu können “Schaut mal, wir sind auch noch da. Vielleicht kommst du mal wieder vorbei.”

Die auf Messen und Co am häufigsten anzutreffende Form sind natürlich die kleinen Give-Aways.

Die auf Messen und Co am häufigsten anzutreffende Form sind natürlich die kleinen Give-Aways. (#02)

Eine kleine Übersicht mit Give-Aways, die vielleicht noch weniger verbreitet sind, dafür aber umso origineller:

  • Power-Banks: Die nächste Lademöglichkeit kann nie nah genug sein. Moderne Smartphones können fast alles, haben aber immer noch einen enormen Strombedarf. Power-Banks können die Telefone unterwegs aufladen und kommen als Give-Away sehr gut an.
  • Putztücher: Kleine Tücher mit aufgedrucktem Markenlogo sorgen für klaren Durchblick bei der Brille oder für ein Display ohne Fingerabdrücke.
  • Schlüsselanhänger mit LED: Im Dunkeln das Schlüsselloch nicht finden, ist mit einem Schlüsselanhänger mit integrierter LED kein Problem mehr.
  • Sparschwein: Ein Sparschwein mit Unternehmens-Branding regt nicht nur zum Sparen an, sondern empfiehlt gleich unterschwellig, worin das Gesparte am besten direkt wieder investiert wird.
  • Kartenhalter: Ein Kartenhalter sorgt dafür, dass der Magnetstreifen der Kredit- oder EC-Karte nicht verkratzt.
  • Smartphone-Hülle: Ein Cover für das Smartphone sorgt dafür, dass das wertvolle Gerät beim ersten Sturz heil bleibt.
  • Getränkedosen: Mit aufgedruckter Marke sorgen für einen Frische- oder Koffeinkick.
  • Sonnenbrillen: Mit dem Markennamen auf dem Bügel werden immer beliebter und sind vor allem im Sommer sehr willkommene Give-Aways.

Merchandising-Artikel

Der Begriff Merchandising-Artikel ist eigentlich die falsche Bezeichnung. Denn vielmehr müsste es Merchandising-Produkt heißen, schließlich bekommt sie der Kunde nicht geschenkt, sondern zahlt auch noch dafür. Sie sind also Produkt und Werbeartikel in einem. Die berühmtesten Beispiele sind wohl die Trikots des jeweiligen Lieblings-Fußballvereins. Für das Trikot, das die Stars auf dem Platz tragen, zahlen

Bei den Arten von Werbeartikeln wird in aller Regel zwischen drei verschiedenen Kategorien unterschieden, die wir uns anschließend genauer anschauen. (#03)

Bei den Arten von Werbeartikeln wird in aller Regel zwischen drei verschiedenen Kategorien unterschieden, die wir uns anschließend genauer anschauen. (#03)

Fans mittlerweile teils über 100 Euro. Nur um anschließend die Sponsoren des Vereins in riesigen Aufdrucken eine zusätzliche Werbefläche zu bieten.

Kein Wunder also, dass es sich große Unternehmen wie der Sportartikelhersteller Adidas und die Deutsche Telekom beim unangefochtenen deutschen Branchenprimus Bayern München jedes Jahr mehrere Millionen kosten lassen, um auf dem Trikot zu erscheinen.

Bei knapp zwei Millionen verkauften Jerseys pro Jahr (Bayern München im Geschäftsjahr 2014/2015) ein lohnenswertes Geschäft und auch ein Grund, warum die die Zeiten, wo das Design der Spielerkluft nur alle paar Jahre verändert wurde, vorbei sind.

Werbeartikel im Business-Bereich

Werbeartikel im Business-Bereich dienen in erster Linie nicht dem Gewinnen von Kunden, sondern dem

Werbeartikel im Business-Bereich dienen in erster Linie nicht dem Gewinnen von Kunden, sondern dem Auftreten des Unternehmens und unterstützen deren Corporate Identity. (#06)

Werbeartikel im Business-Bereich dienen in erster Linie nicht dem Gewinnen von Kunden, sondern dem Auftreten des Unternehmens und unterstützen deren Corporate Identity. (#06)

Auftreten des Unternehmens und unterstützen deren Corporate Identity.

Das reicht vom Briefpapier, das für die Kommunikation mit anderen Firmen genutzt wird über große Werbeplakate bis hin zum durchgestylten Messestand.

Bis zur Visitenkarte zieht sich dieses Branding durch, unterstützt so das visuelle Auftreten und ist ein wichtiges Mittel in der Ansprache des Kunden aber auch von Geschäftspartnern.

Erfüllen Werbeartikel ihren Zweck?

Letztlich bleibt die Frage, ob die Werbeartikel aus den drei genannten Kategorien ihren Zweck auch erfüllen. Unrealistisch ist wohl die Vorstellung, dass sich ein großes Unternehmen bei der Vergabe eines Auftrags in Millionenhöhe von einem Kugelschreiber überzeugen lässt.

Dafür sind derartige Werbeartikel auch nicht gedacht. Sie sollen ganz subtil wirken und nachhaltig den Namen des Unternehmens im Gedächtnis halten. Einer Studie von Wissenschaftler Michael Paul der Universität Augsburg zufolge gelingt das auch: Der Kunde bekommt das Gefühl, dass er etwas geschenkt bekommt und zumindest unterbewusst entsteht der Gedanke, sich dafür revanchieren zu müssen

Bei immer wieder gern in die Hand genommenen Werbeartikeln ruft sich das Unternehmen so immer wieder in Erinnerung und sorgt für ein langfristiges Branding. Viel langfristiger als ein aufwendig und teuer produziertes Kurzvideo, das im Überfluss des Nachrichtenangebotes nach kurzer Zeit verschwindet.

Auch ein Blick auf die Umsätze der Werbemittel-Industrie scheint das zu bestätigen. Satte 3,5 Milliarden Euro wurden im Jahr 2017 mit Give-Aways umgesetzt. Ein Wert, der nur von Fernsehwerbung noch getoppt wird.

Kartenhalter: Ein Kartenhalter sorgt dafür, dass der Magnetstreifen der Kredit- oder EC-Karte nicht verkratzt. (#05)

Kartenhalter: Ein Kartenhalter sorgt dafür, dass der Magnetstreifen der Kredit- oder EC-Karte nicht verkratzt. (#05)

Welche Artikel passen zum Unternehmen?

Den größten Effekt erzielen Firmen mit an die jeweilige Zielgruppe angepassten Werbegeschenken. Sind sie besonders originell bleiben sie in Erinnerung. Fallen sie auf, sei es durch eine besondere Funktion oder ein besonderes Design, und spiegelt sich im Artikel das Unternehmen wieder, haben sie beste Chancen neue Kunden von einem bestimmten Produkt zu überzeugen, für sich zu gewinnen und langfristig zu binden.

Der stinknormale Kugelschreiber, ohne irgendein besonderes Design und mit winzig aufgedrucktem Logo wird diese Wirkung allerdings selten erzielen können. Denn von zehn Kugelschreibern im Schreibtischschubfach fällt am Ende am ehesten der auf, der ausnahmsweise kein Branding aufweist.


Bildnachweis: ©Shutterstock-Titelbild:  Ollyy  -#01: Andrey_Popov – #02: Viaprinto- #03: Viaprinto -#04: _ Viaprinto -#05: Kishan fRoD Ghaley   #06: Viaprinto

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

1 Kommentar

  1. Eine der besten Werbemittel sind Tüten! Die kann man immer gebrauchen, kosten in den meisten Geschäften mittlerweile Geld und sind so ein gerne gesehenes Werbegeschenk. Man verwendet sie mehrmals, sind echt praktisch und die Werbebotschaft auf den Tüten wird von dem Nutzer in die Welt hinausgetragen.

    Gruß

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