20 Jahre Heise online: Was wären die Unternehmer von heute ohne das Internet?

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Heute kann sich kaum noch jemand vorstellen, wie das Leben war, als es noch kein Internet gab. Den Verkehrsfunk und die Nachrichten hörte man im Radio, Neues aus der Politik stand in der Zeitung. Heise ist nun seit 20 Jahren online – doch wie war das Leben vor Heise & Co.?

  • Ein Begriff sollte in seiner Bedeutung geklärt werden? Das Lexikon half weiter.
  • Es ging um Tipps zur Unternehmensgründung oder Finanzierung? IHK, Handwerkskammer und Steuerberater waren Freunde und Helfer.

Heute ist dank des Internets vieles leichter, schneller und – leider – schnelllebiger geworden.

Heise online feiert den 20. Geburtstag

Der Anfang des Internets war kompliziert. Bis dahin gab es in einigen Haushalten Telefone – doch längst nicht in allen. Mit Erfindung der ISDN-Anschlüsse wurden Telefone zu Wunderapparaten, die selbstständig Nummern wählen konnten. Das eingestöpselte Modem surrte und knarzte vor sich hin, die Wartezeit auf die Verbindung ins Internet konnte man gut zum Teekochen oder Erledigen kleiner Dinge nutzen. Heute wäre das undenkbar, denn nun wird bereits die Zeit, die der Browser braucht, um eine Internetseite aufzubauen, viel zu lang.

In dieser Anfangszeit des Internets entstand im Jahr 1996 die Nachrichten-Website Heise online. Inzwischen gehört die Seite zu den größten Online-Gemeinschaften und bietet Neuigkeiten aus der IT-Welt, aus der gesamten Welt der Technik. Es gibt Diskussionsforen und Testberichte, Nachrichten über Technikmessen und noch vieles mehr, was einen Technik- und IT-Begeisterten interessiert. Rund 26 Millionen Besucher können allmonatlich hier gezählt werden, damit gehört Heise online zu den meistbesuchten Nachrichtentickern in deutscher Sprache.

Anfangs gab es noch die Seite www.ix.de, auf der News und Weblinks erschienen. 1999 wurde die Startseite zum Newsticker umgewandelt und seit 2008 werden ausgewählte Beiträge hier veröffentlicht.
Teilweise waren die Zugriffszahlen auf die Nachrichten so groß, dass die Seite nicht erreichbar war – so entstand der Begriff „Heise-Effekt“. Welches Unternehmen kann schon von sich behaupten, einen eigenen Begriff geprägt zu haben?

Das Internet in den 1990er Jahren

Die meisten Rechner fanden sich nicht im privaten Raum, sondern in den öffentlichen Büros. Dort fristeten sie ihr Dasein unter dem Schreibtisch. Mit dem Erfolgszug des Internets wurden diese Rechner miteinander vernetzt – ganz neue Möglichkeiten taten sich auf! 1993 gab es den ersten Artikel in der New York Times, in dem es um das Internet und „Mosaic“ ging, den ersten Browser. In dem Zuge kam auch das Faxgerät auf, welches sich auf die Erfolgsspur begab. Schreiben, Texte und Briefe konnten in Windeseile übermittelt werden. Im Grunde war das Faxgerät das erste Modem.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. Das musste zuerst die Musikindustrie erfahren. Früher war es üblich, eine Langspielplatte oder später eine CD zu kaufen, auf der sich nicht nur das eine Lied befand, welches der Musikfan nach dem x-ten Hören im Radio unbedingt sein Eigen nennen wollte. Andere Lieder wurden miterworben. Dank des Internets konnte nur der eine gewünschte Song gekauft werden – natürlich viel günstiger als der Erwerb einer ganzen Platte. Außerdem waren Raubkopien noch gang und gäbe – der Song, der heruntergeladen wurde, konnte um die ganze Welt verschickt und unendlich kopiert werden.

Künstler und Management sowie Plattenverlag gingen danach leer aus.

Dies wurde erst abgemildert, als im neuen Jahrtausend entsprechende Gesetze geschaffen und angepasst wurden, als Raubkopierern hohe Strafen angedroht wurden.

Auch Zeitungen mussten schon bald weniger Leser in Kauf nehmen – diese lasen lieber einzelne Artikel im Internet. Hier war es schließlich möglich, die Artikel nach den eigenen Interessen herauszusuchen.
In den neunziger Jahren war das Internet eine Art Ladenstraße mit zahllosen Schaufenstern, die es anzugehen galt. Im neuen Jahrtausend jedoch wurde es zu einer Art sozialen Welt, in der die Menschen nun leben.

Video: Wie das Internet die Kundenansprache verändert

Das Internet im neuen Jahrtausend

Die Nachrichten im Internet werden nicht mehr nur gelesen. Sie werden angesehen und „geliked“, sie werden geteilt und weiter verbreitet. Soziale Netzwerke haben Einzug gehalten und sind gerade für Unternehmen zu einem neuen Marketingbereich geworden.

Ein Unternehmen, welches nicht auf Facebook, Xing und Co. setzt, vergibt sich wichtige Möglichkeiten für Werbung und Marketing.

Jeder Unternehmer hat sein Smartphone in der Tasche, mit dem er selbst an Urlaubs- und Feiertagen sofort auf Kundenanfragen reagieren kann – dem Internet sei Dank. Zum Telefonieren ist das Smartphone zwar auch geeignet, wird dafür aber eher weniger eingesetzt.

Google und Apple geben heute im Netz den Ton an – was viele Nutzer nicht einmal merken. So sprechen Kritiker dann auch davon, dass die Nutzer hier gefangen gehalten werden. Quasi eine Art Gehirnwäsche, von der niemand etwas merkt und die sich bereits über viele Jahre hinzieht. Wer hinter die Fassaden blickt, erkennt, dass es noch andere Suchmaschinen und Dienste gibt, andere Anbieter und Angebote. Doch wer sich zum Beispiel auf Apple eingelassen hat, nutzt Geräte und Dienste des Anbieters – kompatibel mit anderen Geräten und Diensten sind diese aber nicht bzw. nur über Umwege, die lediglich erfahrene IT-Kenner beschreiten können.

Ein kritisches Hinterfragen der Angebote ist bei den Nutzern eher selten üblich. Gut für die Unternehmen, die sich derart positionieren können – schlecht für andere Firmen und Anbieter sowie für die Nutzer, die sich derart einschränken lassen.

Internet-Nutzer heute: schneller, höher, weiter ist heute die Devise. (#01)

Internet-Nutzer heute: schneller, höher, weiter ist heute die Devise. (#01)

Wie profitieren Unternehmen vom Internet?

Viele Menschen haben eine Mentalität entwickelt, die sich am besten mit „Hier! Sofort! Kaufen!“ beschreiben lässt.

Sie möchten haben, was sie sehen und das sofort.

Dem Internet und Smartphones sowie Tablets sei Dank, ist auch die Abwesenheit von einem festen Rechner kein Hindernis. Der Kaufwunsch kann dennoch sofort befriedigt werden. Für Unternehmen bietet sich damit die einmalige Chance, ihre Werbung so zu platzieren, dass sie zum einen gesehen wird, zum anderen einen Kaufwunsch auslöst. Wer als Unternehmer geschickt wirbt, hat umgehend neue Kunden zu verzeichnen. Natürlich kommt es hier auch auf das Produkt selbst an. Wenn dieses massentauglich ist, dürfte es bei geschickter Nutzung des Internets nur schwer möglich sein, daran vorbeizukommen. Jeder Wunsch kann in Erfüllung gehen – da werden auch schon mal höhere Preise in Kauf genommen.

Doch das Internet hat nicht nur sehr gute Möglichkeiten für Unternehmer zu bieten, es fordert auch einiges. Die Preisgabe wichtiger Daten ist das eine, eine ständige Aktualität das andere. Die eigene Homepage will gepflegt sein, die Angebote dort müssen aktuell sein. Ein älteres Datum der Aktualisierungen heißt für viele Besucher, dass die Angebote sicher nicht mehr gültig sind und dass das Unternehmen wohl keinen Wert auf Kunden legt. Solche Verallgemeinerungen werden gern getroffen.

Was hat ein Unternehmen von den großen Internetseiten?

Jedes Unternehmen ist darauf angewiesen, Daten so aktuell wie möglich zu halten – und zu erhalten. Die Nachrichten aus aller Welt und aus allen Bereichen der Industrie und Wissenschaft, aus Forschung und Entwicklung, aus Verkauf und Finanzwesen sorgen dafür, dass sich Firmen anpassen können. Sie wissen, welche aktuellen Entwicklungen zu berücksichtigen sind und können den eigenen Kurs entsprechend anpassen. Sie können zudem die Konkurrenz beobachten. Welche Neuentwicklungen wurden auf der letzten Messe vorgestellt? Was sind die Anforderungen der Branche, der Kunden und der Zukunft? Die großen Internetseiten haben insofern einen recht großen Anteil daran, wie erfolgreich ein Unternehmen sein kann.

Wer selbst Nachrichten über solche Portale im Netz verbreitet, kann die Chance nutzen und zahlreiche Leser erreichen. Aus solchen werden Interessenten, aus diesen wiederum Kunden. Eine umfassende Information ist für beide Seiten möglich.

Anfangs war es anders: Die Menschen waren der Meinung, dass das Internet überflüssig sei – da gäbe es doch nichts zu sehen. Die Unternehmen meinten, dass das Einrichten einer Webseite zu nichts nütze sei, denn die Menschen würden es sich nicht anschauen. Die Kraft der Vernetzung wurde erst nach und nach erkannt und entsprechend wurde darauf reagiert. 1993 wurde das Internet für die allgemeine Nutzung freigegeben – doch wirklich genutzt wurde es erst viel später.

Anfangs waren es nur einige IT-Fans, die sich damit abgaben und wirklich etwas mit dem Web anfangen konnten. Dass es so wie heute ein ständiger Begleiter ist, ohne den die Welt scheinbar zusammenbrechen würde, kam erst viel später.

Fazit: Unternehmen profitieren von den großen Internetseiten durch stets aktuelle Nachrichten, durch umfassende Dienste und Angebote sowie durch die Möglichkeit der Betrachtung einer ganzen Branche. Wer sich für die Betrachtung in Auszügen interessiert, kann über die einzelnen Links und Namen der Firmen gehen, die auf den Internetseiten genannt werden – und findet sich allzu rasch in einem Labyrinth aus Websites wieder. Wer selbst in den Nachrichten auf diesen Seiten erscheint, profitiert von einem weitaus größeren Einzugsgebiet, als mit anderen Marketingmaßnahmen jemals erreicht werden könnte.


Bildnachweise: © Fotolia Titelbild: Maksim Pasko – #01 Antonioguillem

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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