Volk + Email: Mail ist und bleibt wichtigstes Kommunikationsmedium

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Als vor 30 Jahren dem Deutschen Volk Email und Internet vorgesetzt wurden, glaubt noch niemand an den Siegeszug der beiden digitalen Gefährten – schon gar nicht weltweit. Es war der 3. August 1984, als die erste Email verschickt wurde. Wenn das mittlerweile sehr digitale Volk Mail und WhatsApp neben Facebook und Twitter, Chatdiensten und anderen Services nutzt, so ändert dies nichts an der Tatsache, dass die „gute alte Mail“ noch immer das häufigste digitale Kommunikationsmedium ist.

Gebt dem Volk „E-Mail und Spiele“

Der Ausdruck panem et circenses – Brot und (Zirkus-)Spiele – stammt vom römischen Dichter Juvenal und kritisiert die Politikverdrossenheit im damaligen römischen Volk – und die diese Verdrossenheit auslösenden römischen Kaiser Augustus und Tiberius. Ganz so schlimm ist es in der Jetztzeit nicht. Jedoch ist eine Dominanz des Bedürfnisses nach Kommunikation und Unterhaltung im heutigen Menschen wiederzufinden. Seit 1984 wird das Bedürfnis nach Kommunikation mehr und mehr von Mail und Internet befriedigt. Das Aufkommen der mobilen Endgeräte erweckte sogar noch mehr und noch schnellere Kommunikationsformen zum Leben.

Spiele finden heutzutage ihren Platz im Leben der Menschen in vielerlei Form. Sei es das Online-Spiel selbst, das zur vorübergehenden Unterhaltung beiträgt, bevor der Unterhaltene schon fast wieder gelangweilt zur nächsten Stätte des Entertainment weiterstolpert. Es ist aber auch die sogenannte Gamification, die in alltäglichen Produkten an den Spieltrieb des Menschen im Volk appelliert und diesen damit bindet.

Ein Volk und seine E-Mail: jährlich mehr Mails

Nach einer Untersuchung von statista wurden im Jahr 2014 über 196 Milliarden Emails verschickt. Wer nun glaubt, dass das digitale Volk mittlerweile Alternativen zur Mail entdeckt hat, der irrt. Weder WhatsApp noch Facebook verhindern, dass die Zahl der jährlich versandten E-Mail-Botschaften steigt.

Jahr 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Versandte und empfangene E-Mails [Mrd] 196,3 205,6 215,3 225,3 235,6 236,5

Tabelle: Jährlich vom „digitalen Volk“ versandte und empfangene E-Mails in Milliarden
 

Rasmus Giese, Geschäftsführer beim Dialogdienstleister United Internet Dialog erklärte „Der Druchbruch im Bereich der Nutzerkommunikation kam mit der Entstehung der kostenlosen E-Mail-Angebote wie GMX und T-Online.“. Michael Rotert – Vortandsvorsitzender eco – den Zeitpunkt der Ausbreitung der Nutzung der E-Mail auf den Zeitpunkt, als das deutsche Volk wieder zueinander fand: auf das Jahr 1989. Nach dem Fall der Mauer – so Rotert – wurde das Internet und damit auch die E-Mail für die private und kommerzielle Nutzung geöffnet. Zuvor war das Internet der universitären Kommunikation vorbehalten.

E-Mail meistgenutzter Online-Dienst auf dem Smartphone

Auf dem Smartphone (des digitalen Volkes liebstes Kind), das mittlerweile flächendeckend Einzug gehalten hat, ist das Abrufen von E-Mail die häufigste Nutzungsart. Gleichauf ist nur noch die Nutzung von Suchdiensten, wie etwa der Suchmaschinen Google, Yahoo oder Bing.

Heute ist dieser praktische und offizielle Kanal zu einer nicht mehr wegzudenkenden Technologie geworden. Fast jeder Bundesbürger verfügt über eine Email-Adresse und ist so für andere unbegrenzt erreichbar. Dies gilt dabei für Private wie für Unternehmen.

Sicherheit

Viele nutzen das starke Medium, leider auch unangenehme Zeitgenossen. Phishing, Spam, Geheimdienste – neue Themen treiben das digitale Volk weg von der puren Begeisterung für das Kommunikationsmedium E-Mail. Während 1984 mit der digitalen Landschaft noch ein nahezu rechtsfreier Raum entstanden war, erobert die Jurisdiction zunehmend alle Bereiche und gibt dem digitalen Volk Richtlinien vor, schützt es aber auch bei der Nutzung der Medien.


Bildnachweis: © freeimages.com – simon stratford

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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