Umbau: Schadstoffklasse E2 bei Ford, Mercedes, Subaru & Co. ist teuer!

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Die Schadstoffklasse bzw. die Schadstoff-Schlüsselnummer ist ausschlaggebend für die Höhe der Steuer, die für ein Kraftfahrzeug zu zahlen ist. Sind die Abgaswerte schlecht, fallen höhere Steuersätze an – denen nur mit dem Kauf eines anderen Autos oder mit einem Umbau entgegengewirkt werden kann. Hier gilt allerdings die Empfehlung, dass Sie vorab durchrechnen sollten, ob sich der Umbau lohnt – nach wie vielen Jahren haben sich die Kosten für die Umrüstung bei Ford und Co. im Vergleich zur höheren Steuer amortisiert?

Umbau Schadstoffklasse E2 Ford, Mercedes und weiterer Hersteller

In der Zulassungsbescheinigung des jeweiligen Fahrzeugs sind genaue Angaben dazu zu finden, in welche Schadstoffklasse das Modell eingeordnet wurde. Danach richtet sich die Höhe der Steuer. Seit der Steuererhöhung im Jahr 2005 wurden Besitzer von Fahrzeugen mit der Schadstoffklasse E2 besonders hart bestraft und ihnen wurden die Steuern erhöht. Pro angefangenen Kubikzentimeter Hubraum mussten 15,14 Euro gezahlt werden – das war eine Erhöhung von fast fünf Euro je Kubikzentimeter. Kein Wunder also, dass der Ruf nach einem Umbau der Schadstoffklasse E2 auf eine bessere Klasse für Fahrzeuge von Ford und anderen Herstellern laut wurde. Die Umrüstung spart zum einen Geld, zum anderen nutzt sie natürlich der Umwelt. Auch der Wiederverkaufswert der Fahrzeuge erhöht sich dadurch deutlich.

Umbau Schadstoffklasse E2 Ford und andere Fahrzeugtypen

Für Benziner gilt, dass diese zum Beispiel mit dem Kaltlaufregler umgerüstet werden können. Damit wird der Schadstoffausstoß reduziert, der besonders hoch ist, wenn das Auto noch kalt ist und gestartet wird. Durch den Kaltlaufregler werden diese Schadstoffe um bis zu 50 Prozent reduziert, der Motor läuft außerdem schneller warm. Die Kosten dafür betragen ab 139 Euro – angesichts der hohen Steuern, die ansonsten zu zahlen sind, ein vergleichsweise geringer Betrag.

Auch ein sogenannter Mini-Kat kann nachgerüstet erden. Dieser kostet sogar nur etwa 60 Euro und ist für Ford, Subaru, Renault und viele weitere Fahrzeugmarken erhältlich. Ebenfalls kann der geregelte Kat ausgetauscht werden. Für Ford gibt es diese Art Katalysator aber nicht, nur Mercedes, Opel und BMW führen diesen in ihrem Programm. Die Schadstoffklasse E2 kann damit verbessert werden. Die Einbauzeit beträgt rund eine Stunde, die Kosten dafür liegen bei ca. 350 Euro.

Für Besitzer von Dieselfahrzeugen gibt es ebenfalls die Variante des Katalysators. Der Umbau erfolgt hier für ungefähr 300 Euro, dazu kommen aber noch die Kosten für den Einbau. Außerdem muss der neue Oxi-Kat in den Papieren eingetragen werden, was ebenfalls wieder Geld kostet.

Umbau Schadstoffklasse E2 Ford: Weitere Möglichkeiten für Benziner

An dieser Stelle sei einmal darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung E2 nicht mit Euro 2 gleichzusetzen ist, es handelt sich dabei um verschiedene Schadstoffklassen. Wird nun ein geregelter Kat eingebaut, so ist damit die Abgasnorm E1 zu erreichen, teilweise wird das Fahrzeug sogar auf Euro 2 umgerüstet. Für einen Ford oder Mercedes eine lohnende Sache, denn diese Fahrzeugmarken gelten als vergleichsweise wertstabil. Die Kosten sind jedoch recht hoch und betragen für Umbau, Zubehör und Eintragung um 700 Euro.

Nicht vergessen werden darf die Möglichkeit des zusätzlichen Katalysators. Dieser wird an das Abgasrohr angebaut, der serienmäßig in Ford und Co. verbaute Katalysator bleibt erhalten. Die Einbauzeit beträgt rund eine halbe Stunde.

Umbau Schadstoffklasse E2 Ford: Weitere Möglichkeiten für Dieselfahrzeuge

Neben dem bereits erwähnten Oxi-Kat, der für ca. 400 Euro verbaut wird und eine Aufrüstung auf Euro 1 ermöglicht, gibt es für Autos, die mit Diesel fahren, ebenfalls den Zusatz-Kat. Die Kosten liegen dafür bei ungefähr 160 Euro, die Einbauzeit beträgt etwa eine halbe Stunde. Auch hier wird wieder ein weiterer Katalysator an das Abgasrohr gebaut und der Umbau von E1 oder der Schadstoffklasse E2 auf Euro 1 ist möglich. Vereinzelt werden die Abgaswerte derart verbessert, dass sich eine Klasse Euro 2 ergibt.

Bekannter dürfte für Dieselfahrzeuge der Rußpartikelfilter sein, der sogar steuerlich gefördert wurde. Das heißt, für den Umbau der Fahrzeuge, die noch mit Schadstoffklasse E2 unterwegs waren und keinen Rußpartikelfilter besaßen, gab es Geld vom Staat. Dies galt allerdings nur, wenn der Umbau von Ford oder einem anderen Fahrzeugtyp zwischen Januar 2006 und Dezember 2009 vorgenommen wurde. Dieser Filter muss zudem einer der Partikelminderungsstufen PM1 bis PM4 entsprechen. Gefördert wurde im Rahmen einer Steuerbefreiung in Höhe von maximal 330 Euro. Wurden die Fahrzeuge nur saisonal zugelassen oder sogar vorübergehend stillgelegt, so wurde dieser Zeitraum bei der Berechnung der Steuer bedacht.

Umbau Schadstoffklasse E2 Ford, Subaru, Mercedes und Co.: Wie geht das überhaupt?

Der Umbau von der Schadstoffklasse E2 auf eine bessere Klasse kann selbst vorgenommen werden oder wird durch eine Fachwerkstatt ausgeführt. Ist die entsprechende Fachkenntnis vorhanden, braucht es nicht zwingend eine professionelle Werkstatt, denn nicht einmal Spezialwerkzeug ist unbedingt nötig. An dieser Stelle zur Aufklärung: Teilweise wird das Märchen erzählt, dass das „Hochdrehen“ des Motors, was durch das Kaltlaufsystem erreicht wird, den Motor schädigen würde. Bei D4-Fahrzeugen jedoch wird die entsprechende Technik aber bereits ab Werk angewendet. So schädigend kann sie demnach nicht sein. Auch der Benzinverbrauch erhöht sich dadurch nicht wesentlich.

Der Umbau selbst muss aber abgenommen werden – wer als Laie sein Fahrzeug von der Schadstoffklasse E2 auf eine bessere Klasse umrüstet, muss also die entsprechende Eintragung in den Papieren durch den TÜV oder die DEKRA vornehmen lassen. Hierbei wird ein sogenannter Fahrzeugänderungsbericht erstellt, der den Papieren beigefügt werden muss.

Nun kann der Fahrzeugbesitzer mit seinen Papieren und der Eintragung zur zuständigen Zulassungsstelle gehen und dort eine Umschlüsselung der Papiere beantragen. Die Folge: Die Steuer wird gesenkt! Die Steuersenkung gilt dabei nicht ab dem Tag des Einbaus oder der Abnahme der Änderung, sondern ab dem Tag der Antragstellung bei der Zulassungsstelle. Die Kosten sinken dann sofort, die Eintragung ist demnach auch im laufenden Monat vorteilhaft.

Neukauf eines Ford oder Umbau von Schadstoffklasse E2 auf eine bessere Klasse?

Wer nicht gerade mit ganzem Herzen an seinem Fahrzeug hängt, sollte statt des Umbaus eher den Neukauf in Erwägung ziehen. Denn damit sind weitaus bessere Möglichkeiten als nur die Aufrüstung von der Schadstoffklasse E2 zu erreichen. Euro 4 ist mittlerweile Standard und angesichts der Tatsache, dass viele Fahrzeuge in einigen Städten gar nicht mehr in den Innenstadtbereich fahren dürfen, wenn sie nicht wenigstens die grüne Plakette erhalten, sollte über den Neukauf durchaus nachgedacht werden. Zumal ein neuer Ford, Mercedes oder VW auch einen deutlich besseren Komfort bietet. Zudem sind die Sicherheitsvorkehrungen natürlich weitaus hochwertiger, die gesamte Teilnahme im Straßenverkehr wird sicherer – auch dann, wenn der Fahrer Fehler macht. Dass die neuwertigeren Fahrzeuge von Ford und Co. für die Umwelt eine bessere Alternative darstellen, versteht sich von selbst.


Bildnachweis: © Fotolia – Ingo Bartussek

Marius Beilhammer

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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