Thyssen Xervon: REMONDIS kauft ein bei ThyssenKrupp

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ThyssenKrupp als eines der führenden Unternehmen der Industrie hat sich mit dem Verkauf der Xervon-Gruppe an REMONDIS seiner Dienstleistertochter entledigt und treibt damit den Umbau im Stahl- und Industriegüterbereich voran. Für das operative Alltagsgeschäft spielt wohl keine Rolle, dass Thyssen Xervon verkauft hat – langfristig gesehen ändert sich aber so einiges.

Thyssen Xervon: Das Unternehmen

Weltweit hat sich Thyssen Xervon einen Namen gemacht und gilt als eines der führenden Unternehmen für Dienstleistungen technischer Art. Es werden Industrieanlagen errichtet und instand gehalten. Die Xervon-Gruppe zählt mehr als 9000 Mitarbeiter, wovon nur ein Bruchteil am Hauptstandort in Düsseldorf tätig ist. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2009/2010 rund 668 Millionen Euro. In 2011 erfolgte der Verkauf von Thyssen Xervon an REMONDIS, die Unterzeichnung der nötigen Verträge und Unterlagen fand am 19. August 2011 statt.

Der Fokus von Thyssen Xervon liegt auf den Kunden, die aus dem Bereich der Chemie sowie aus der Petrochemie kommen. Auch die Bauindustrie sowie die Energiewirtschaft spielen eine nicht unerhebliche Rolle bei der Gewinnerzielung. Das Leistungsspektrum von Thyssen Xervon ist dabei sehr umfassend. Es werden einzelne Dienstleistungen ebenso angeboten wie die komplette Instandhaltung von Anlagen sowie das Standortmanagement. So konnte sich jeder an Thyssen Xervon wenden, der zum Beispiel Prozessanlagen montiert oder gewartet haben wollte, der aus den Bereichen Oberflächentechnik oder Rohrleitungsbau Aufträge zu vergeben hatte oder der bei der Budgetierung Hilfe benötigte. Auch die Planung von Instandhaltungen sowie die Erbringung von Dienstleistungen, die sich auf die Infrastruktur bezogen, konnten durch Thyssen Xervon sichergestellt werden.

Verkauf an die REMONDIS AG

Mit Unterzeichnung der Verträge sowie der Zustimmung der entsprechenden Behörden ging Thyssen Xervon nun also an die REMONDIS AG & Co. KG. Die REMONDIS AG gehört zu den größten Dienstleistungsunternehmen in privater Hand, die im Bereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft tätig sind. 2010 betrug der Umsatz des Unternehmens etwa 5,4 Milliarden Euro, außerdem werden mehr als 500 Standorte in 28 Ländern betrieben. Nun fusionierten beide: Xervon und REMONDIS und so entstand ein Dienstleister, der auf der einen Seite auf technischen Dienstleistungen spezialisiert ist, auf der anderen Seite zu den größten Unternehmen der Wasser- und Kreislaufwirtschaft auf der ganzen Welt zählt.

Der Verkauf von Thyssen Xervon war schon lange Zeit geplant und es wurde bereits intensiv nach einem neuen Besitzer gesucht. Doch der richtige Käufer war nicht dabei. Außerdem machte dann die Wirtschaftskrise dem Chef von ThyssenKrupp einen Strich durch die Rechnung – das Verkaufsvorhaben wurde erst einmal auf Eis gelegt.

REMONDIS-Chef Thomas Breitkopf ist nun der Meinung, dass Xervon die perfekte Ergänzung für das eigene Unternehmen sei. Auch bei ThyssenKrupp war man der Meinung, dass mit REMONDIS der zuverlässigste Partner gefunden worden sei und der nun die weitere Entwicklung von Xervon vorantreiben könne. Für das verkaufte Unternehmen bedeutete das ein Höchstmaß an Sicherheit und Perspektive, von der nicht zuletzt die Mitarbeiter profitieren. REMONDIS sieht in dem Kauf eine Ergänzung für die eigenen Industrieleistungen, die damit umfassender und qualitativer angeboten werden können. Xervon selbst profitiert von dem Verkauf ebenfalls: Damit stellt das Unternehmen das erste voll integrierte Unternehmen in der Dienstleistungsbranche in Deutschland dar, welches für die Industrie tätig ist.

Fazit: Bei diesem Verkauf sind alle Beteiligten glücklich, wenn auch die Mitarbeiter bei ThyssenKrupp über die Umbaumaßnahmen etwas weniger erfreut sind. Dennoch wurde auch bei diesem Verkauf versucht, die Interessen der Belegschaft zu wahren und neben wirtschaftlichen Aspekten die weitere Beschäftigung aller zu ermöglichen.


Bildnachweis: © pixabay.com – Foto-Rabe

Marius Beilhammer

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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