Shitstorms des Monats Juni 2016

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Kunden lösen Shitstorm gegen das Girokonto Fintech Number26 aus

Das Unternehmen Fintech Number26 hat mehreren Hundert Kunden das Girokonto gekündigt und mit diesem Verhalten einen Internet-Shitstorm ausgelöst. Über die Gründe wird gerätselt – andere Kunden haben das zum Anlass genommen, um dem Unternehmen ebenfalls den Rücken zu kehren. In einer Stellungnahme bestätigte Fintech die Kündigungen, gibt aber keinerlei Gründe an.

Gutes Reputationsmanagement funktioniert anders – und so kommt es aufgrund der fehlenden Information zu Spekulationen. Da die konkreten Gründe für die Kündigung nicht angegeben werden, läuft derzeit in den sozialen Medien eine regelrechte Hetzkampagne, wo sich die Kommentatoren mit Pöbeleien überbieten. Es gibt bereits erste Internetseiten, die allein dem Ziel dienen, um Kunden-Erfahrungen von Number26 Usern zu veröffentlichen. (number26-erfahrung.de).

Netzsturm gegen Cathy Hummels, Ann-Kathrin Brömmel und Scarlett Gartmann wegen Media-Markt Video

Bereits vor zwei Jahren erntete die Spielerfrau Cathy Hummels für ihren WM Blog einen Shitstorm – nun ist sie erneut in den Fokus eines Netzsturms getreten. Sie und ihre Kolleginnen sind das Werbegesicht einer Videokampagne von Media-Markt. Und das Fazit des Publikums fällt ernüchternd aus. In einer Fußballkneipe lesen die drei Spielerfrauen Märchengeschichten vor und wollen damit anscheinend ein erneutes Fußball Sommermärchen einleiten.

Doch die Kritik hat nicht lange auf sich warten lassen. Insbesondere in den Medien häufen sich negative Kommentare. So schreibt das Branchenmagazin W&V über die Spots: „Das Ganze soll selbstironisch wirken. Aber leider ist es – bei den einen mehr, bei den anderen weniger – peinlich“. „Liegt es etwa daran, dass Scarlett Gartmann nicht in der Lage ist, ein Gedicht im richtigen Rhythmus vorzulesen?“. Schon während der WM 2014 kassierte Cathy Hummels hämische Kommentare zu ihrem WM Blog aus Brasilien. Hier zwei der Videos:

Video „Media Markt Spielerfrauen-EURO-Spot (1)“

Video „Media Markt Spielerfrauen-EURO-Spot (2)“

„Warum pass ich nicht in diese Hose, H&M?!?“ sorgt für Aufregung

Eine passende Jeans im Laden zu finden kann auch in einem mittelschweren Drama enden, wie uns der nachfolgende Bericht zeigt. Ruth Clemens aus Großbritannien war in einer H&M Filiale, um eine passende Jeans zu kaufen. Obwohl sie eigentlich Kleidergröße 40 trägt, probierte sie im Laden eine Jeansgröße 42 an, die stark reduziert war. Doch der Reißverschluss ließ sich nicht schließen. Dass die potenzielle Käuferin sauer ist, liegt auch daran, dass sie mit einer Größe von 1,80 Meter keinesfalls übergewichtig ist, sondern schlank und normal gebaut.

Während andere Kunden nun einfach sauer aus dem Laden gegangen wären, hat sich Ruth zu einem anderen Schritt entschlossen: Sie machte ein Foto in der Umkleidekabine und äußerte ihre Kritik öffentlich auf der Facebook Seite des Modekonzerns. Offenbar hat die junge Frau mit ihrer Kritik ins Schwarze getroffen, wie die unzähligen Reaktionen zeigen. Innerhalb von drei Tagen wurde ihr Foto bereits über 10.000-mal geteilt und rund 80.000-mal geliked.

Amazon Shitstorm wegen „Killer“-Müslischüssel

Manchmal ist schlechtes Timing dafür verantwortlich, dass aus einer einfachen Werbeanzeige ein handfester Shitstorm wird. Amazon veröffentlichte kurz nach dem Attentat von Orlando auf Twitter die Werbeanzeige für eine Müslischüssel mit Blutspritzern und einem Aufdruck „Cereal Killer“. Daraufhin braute sich ein Shitstorm zusammen und die Schale wurde aus dem Sortiment genommen.

Während Amazon den digitalen Sturm einfach wegstecken konnte, traf es die Designerin Desirae DeBellis deutlich schlimmer. Sie hatte die Schale entworfen und selbst gefertigt. Erst nachdem Amazon das Produkt von seiner Seite entfernen gelassen hatte, erfuhr die Händlerin von dem Vorfall. Die Begründung: Das Produkt sei als anstößig eingestuft worden. Erst jetzt erhielt Desirae DeBellis erneut eine Amazon Benachrichtigung, indem sich das Verkaufsportal für das Vorgehen entschuldigte. Die Schüssel sei vom automatischen System so eingestuft und nun nach erneuter Prüfung wieder aktiviert und offen zum Verkauf freigegeben worden.

Wirbel nach Spendenaufruf für Trump bei IBC Bank

Auf einem Spendenaufruf Nixons, Trump als Präsidialamtkandidaten zu unterstützen, folgte als Reaktion ein Shitstorm. Kunden twitterten, dass sie von der IBS Bank sehr enttäuscht seien und ihr Konto schließen wollen. Die Mehrheit der IBC Kunden stammt aus Süd Texas und gehört der hispanischen Bevölkerung an – außerdem kommt ein großer Teil aus Mexiko.

Wegen seiner diskriminierenden Aussagen über Latinos sorgte Trump im Wahlkampf bereits für Empörung. So warf er beispielsweise den mexikanischen Einwanderern pauschal vor, sie würden Drogen und Kriminalität ins Land bringen und sie seien Vergewaltiger. Außerdem kündigte Donald Trump an, zwischen den USA und Mexiko eine Mauer bauen zu wollen. Nixon bezeichnete in seinem Aufruf Trump als jemanden, der als Präsident für stabile Finanzen und Wirtschaftswachstum sorgen könne.

Plus Size Modell von Calvin Klein sorgt für Aufschrei

Die neue Kampagne mit dem Bild von Calvin Kleins neuen Übergrößen Modell für Unterwäsche Myla Dalbesio sorgt für Wut im Netz. Kommentare wie zum Beispiel Plus Size bedeutet anscheinend magersüchtig oder mit großen Brüsten ist man noch lange kein Modell für Übergrößen folgten. Selbst Laien erkennen auf einen Blick, dass Dalbesio ganz und gar nicht ein Plus-Size Modell ist.

Allerdings muss man den Modedesigner in diesem Fall in Schutz nehmen, auch wenn bekannt ist, dass die Modewelt immer noch keinen normalen Bezug zum Gewicht der Frauen hat. Die Kampagne wurde bereits vor zwei Jahren und ohne Bezeichnung „First Plus Size Model“ erstellt. Die nun im Netz aufgetauchten Bilder sind von jemanden Fremden überarbeitet und nicht offiziell von Calvin Klein veröffentlicht worden.

Komiker Atze Schröder sorgt für Aufruhr mit Wiesenhof-Wurst Werbung

In einem neuen Werbevideo für eine Wurst von Wiesenhof hat der Komiker eine geschmacklose Anmerkung zu dem Gerichtsprozess von Gina Lisa-Lohfink fallen lassen. Die Entschuldigung erfolgte ein Tag nach dem Shitstorm und auch Wiesenhof ruderte zurück. Das Unternehmen hat sich inzwischen für das stark kritisierte Video entschuldigt. Der Werbespot hätte hinsichtlich der aktuellen Berichterstattung um Gina-Lisa Lohfink nicht veröffentlicht werden dürfen. Dafür hat sich der Wiesenhofgeschäftsführer Ingo Stryck öffentlich entschuldigt und das Video unverzüglich aus dem Netz genommen.

Der Hintergrund: die ehemalige Kandidatin von „Germany’s next Topmodel“ Lohfink steht derzeit vor Gericht und bestreitet den Vorwurf, zu Unrecht zwei Männer einer Vergewaltigung bezichtigt zu haben. In dem Spot hält Atze Schroeder eine Bratwurst in die Kamera mit dem Satz: „Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie.“ Das Video ist bereits 2015 gedreht worden und der Komiker stellte auf seiner Facebook Seite klar, dass er selbst gegen jede Form sexueller Gewalt sei.

Video „Geschmacklose WIESENHOF-Werbung mit Atze Schröder“


Bildnachweis: © unsplash.com – Hoach Le Dinh

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Hans-Jürgen Schwarzer leitet die Content-Marketing-Agentur schwarzer.de. Als Marketer, Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de und industry-press.com. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatriot dabei „ausgefallene“ Ideen und technische Novitäten besonders am Herzen.

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