Personalmanagement: Eine Herausforderung für die Zukunft!

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Mit der Veränderung der Gesellschaft ändern sich auch die Anforderungen an das Personalmanagement. Mit einer Konzentration auf die Work-Life-Balance unterscheidet sich die Generation Y von bisherigen Arbeitnehmern.

Die Generation Y und ihre Vorstellungen

Um zu definieren, wie sich die Anforderungen an das Personalmanagement im Allgemeinen ändern und sich verändern werden, lohnt sich ein Blick auf die sogenannte Generation Y. Diese Gruppe der zwischen 1977 und 1998 Geborenen wird in fünf Jahren verstärkt in den Arbeitsmarkt einsteigen bzw. rund die Hälfte der Arbeitnehmer ausmachen. Ein Umschwung ist also in Sicht, der insbesondere auf die speziellen Anforderungen der Generation Y zurückzuführen ist.

 Nach der sogenannten Generation Praktikum, bei der Karriere und Leistung im Vordergrund standen, hat sich die Generation Y entwickelt, die mehr hinterfragt:(#01)

Nach der sogenannten Generation Praktikum, bei der Karriere und Leistung im Vordergrund standen, hat sich die Generation Y entwickelt, die mehr hinterfragt:(#01)

Der Name ‚Generation Y‘ leitet sich von der Doppeldeutigkeit des Buchstabens ‚Y‘ im Englischen ab, dessen Klang gleichzeitig auch ‚Warum‘ bedeutet. Die ‚Generation Warum‘ hat ihren Namen nicht ohne Grund. Nach der sogenannten Generation Praktikum, bei der Karriere und Leistung im Vordergrund standen, hat sich die Generation Y entwickelt, die mehr hinterfragt:

  • Warum so viel arbeiten?
  • Warum nicht am Wochenende Zeit mit der Familie verbringen?
  • Warum auf eine Work-Life-Balance verzichten?

Die Generation Y hat konkrete Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben gestalten möchte. Arbeit bzw. der Arbeitsplatz nehmen dabei weniger Raum ein  – und daran sollte sich auch das Personalmanagement zunehmend gewöhnen.

Eine Arbeit muss nicht mehr nur für das tägliche Brot auf dem Tisch sorgen, sondern soll den Mitarbeiter auch ausfüllen, Spaß machen und etwas verändern. (#02)

Eine Arbeit muss nicht mehr nur für das tägliche Brot auf dem Tisch sorgen, sondern soll den Mitarbeiter auch ausfüllen, Spaß machen und etwas verändern. (#02)

Personalmanagement: Neue Strategien?

Es wäre überzogen zu sagen, dass für die Angehörigen der Generation Y vor allem das Private im Vordergrund steht. Vielmehr hat sich die Einstellung gegenüber der Arbeit geändert. Eine Arbeit muss nicht mehr nur für das tägliche Brot auf dem Tisch sorgen, sondern soll den Mitarbeiter auch ausfüllen, Spaß machen und etwas verändern. Kurzum: Die Selbstverwirklichung wird von vielen auch in den Bereich des Jobs ausgedehnt, was für das Personalmanagement nicht immer schlecht ist. Das beste Beispiel sind moderne Arbeitgeber, allen voran Google.

Flexible Arbeitszeiten, ein Fokus auf die Leistung der Mitarbeiter und ausgedehnte Kreativbereiche sind nicht jedermanns Sache, haben sich aber vor allem im Hinblick auf die Mitarbeiter der Generation Y bewährt. Dem liegt eine ganz einfache Rechnung zugrunde: Motivierte Mitarbeiter, die gerne zur Arbeit kommen und ihren Job mit Spaß erledigen, leisten mehr. Diese Einstellung setzt sich zunehmend in den Führungsebenen durch und macht auch vor kleinen Unternehmen nicht Halt.

Bestes Beispiel für die Mitarbeitermotivation und die Leistungssteigerung im Kleinen sind Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Wer seinen Mitarbeitern die Teilnahme an Sportkursen ermöglicht, sorgt präventiv vor, gibt den Mitarbeitern ein Gefühl der Motivation und profitiert selbst. Arbeitnehmer, die aufgrund von vorbeugenden Maßnahmen keine Fehlzeiten aufweisen, gehen motiviert und gesund an die Arbeit.

 Obwohl die fortschreitende Digitalisierung das Arbeiten von zu Hause stark vereinfacht hat, sollte der Aufwand der erstmaligen Einrichtung nicht unterschätzt werden.(#03)

Obwohl die fortschreitende Digitalisierung das Arbeiten von zu Hause stark vereinfacht hat, sollte der Aufwand der erstmaligen Einrichtung nicht unterschätzt werden.(#03)

Mehr Freiheit durch Home Office

Dieses Beispiel der durch den Arbeitgeber geförderten Maßnahmen zeigt, dass es durchaus wichtig ist, in die Bindung zu den Mitarbeitern zu investieren. Das kann sowohl auf gesundheitlicher als auch auf arbeitszeitlicher Ebene vonnöten sein. Vor allem die Möglichkeit des Home Offices stellt das Personalmanagement vor große Herausforderungen. Zum einen funktioniert Home Office nur dann, wenn ein ausreichendes Vertrauensverhältnis zwischen Mitarbeiter und Unternehmen vorhanden ist. Sobald sich eine Partei unsicher ist, ob das Vorhaben des Home Offices klappt, sollte das Projekt überdacht werden. Ferner fordern auch technische Herausforderungen das Personalmanagement: Obwohl die fortschreitende Digitalisierung das Arbeiten von zu Hause stark vereinfacht hat, sollte der Aufwand der erstmaligen Einrichtung nicht unterschätzt werden.

Dennoch ist es unersetzlich, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen und ihnen auch Freiraum zu gewähren, wie es ein Bericht der  Süddeutschen Zeitung  darstellt. Es ist also nicht zu leugnen, dass ein gewisser Freiraum positive Auswirkungen auf das Verhältnis der Mitarbeiter zur Firma hat. Mit anderen Worten: Sobald Sie als Unternehmer Ihren Mitarbeitern das Go für Home Office geben, gehen Sie zwar in Vertrauensvorschuss, motivieren die Mitarbeiter damit jedoch. Dies hat nicht selten positive Auswirkungen auf die Leistungen der Arbeitnehmer.

Ein gute Verhätniss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehemer ist eine wirklich gute Vorraussetzung für ein langes Arbeitsverhältniss. (#04)

Ein gute Verhätniss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehemer ist eine wirklich gute Vorraussetzung für ein langes Arbeitsverhältniss. (#04)

Die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen festigen

Was zunächst paradox klingt, hat sich bewährt: Haben Mitarbeiter ein größeres, jedoch kontrolliertes Maß an Freiheit, wird die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen gestärkt. Hierbei kommt insbesondere dem Personalmanagement eine tragende Rolle zu. Die HR-Abteilung muss die Wünsche des Teams adäquat einschätzen und  dementsprechend berücksichtigen. Dabei sollte jedoch stets im Auge behalten werden, dass die Mitarbeiter auch tatsächlich kontrolliert werden müssen. Funktioniert das Delegieren bei so viel Freiraum? Wird die passende Leistung erbracht? All das sind Fragen, die vom Personalmanagement beantwortet und abgewägt werden müssen.

Um die Daten und Zeiten entsprechend auswerten zu können, ist es essenziell auf eine brauchbare Software für Personalwirtschaft zu setzen. Diese kann sowohl für die Kostenplanung des Personals eingesetzt werden als auch für die Lohn- und Gehaltsabrechnungen sowie die Stundenerfassung. Es ist jedoch nicht immer sinnvoll, alleinig auf die Arbeitszeit zu achten.

 Je nach Sektor und Anforderungen an die Mitarbeiter, kann es sinnvoll sein, die Leistungen der Mitarbeiter stärker zu gewichten als die Zeit, in der sie tatsächlich im Büro anwesend sind.

Je nach Sektor und Anforderungen an die Mitarbeiter, kann es sinnvoll sein, die Leistungen der Mitarbeiter stärker zu gewichten als die Zeit, in der sie tatsächlich im Büro anwesend sind. (#05)

Fokus auf die Leistung der Mitarbeiter legen

Wer tagtäglich acht Stunden im Büro verbringt und die Zeit nicht effektiv nutzt, der ist oft genauso produktiv wie jemand, der hoch konzentriert fünf Stunden von zu Hause aus arbeitet. Je nach Sektor und Anforderungen an die Mitarbeiter, kann es sinnvoll sein, die Leistungen der Mitarbeiter stärker zu gewichten als die Zeit, in der sie tatsächlich im Büro anwesend sind. Und das schlägt wiederum in die Kerbe des Home Offices: Für viele Mitarbeiter der Generation Y nimmt die Attraktivität des Arbeitens vor Ort ab, da beispielsweise in den heimischen vier Wänden intensiver und konzentrierter vorgegangen werden kann. Diese Wünsche der Mitarbeiter sollten vom Personalmanagement in jedem Fall wahrgenommen und wenn möglich auch beachtet werden.

Ein besonderes Merkmal der Generation Y ist es, dass der Job auch eine Art der Selbstverwirklichung darstellt. Gerade diese Eigenschaft kann vom Personalmanagement zugunsten des Unternehmens genutzt werden. Fortbildungen, ein berufsbegleitendes Studium (Bachelor oder Master) oder ein Sprachkurs: All das sind Möglichkeiten, dem Selbstverwirklichungswunsch der Mitarbeiter entgegen zu kommen und gleichzeitig davon zu profitieren. Neues Wissen, welches die Arbeitnehmer mit ins eigene Geschäft bringen, kommt im Umkehrschluss auch dem Unternehmen zugute, drückt aber ebenfalls Wertschätzung und die Förderung der Kompetenzen aus.

Weiterbildungen und Home Office – all dies sind Zugeständnisse des Personalmanagements an die Mitarbeiter, von denen das Unternehmen profitiert, wenn alles richtig gemacht wird.

Weiterbildungen und Home Office – all dies sind Zugeständnisse des Personalmanagements an die Mitarbeiter, von denen das Unternehmen profitiert, wenn alles richtig gemacht wird. (#06)

Unternehmenskultur nach außen tragen

Weiterbildungen und Home Office – all dies sind Zugeständnisse des Personalmanagements an die Mitarbeiter, von denen das Unternehmen profitiert, wenn alles richtig gemacht wird. Das heißt jedoch auch, dass verlässliche Führungskräfte eingestellt werden müssen, die es vermögen, die Mitarbeiter zu motivieren, zu kontrollieren und zu leiten. Diese drei Aspekte sind noch schwieriger zu verwirklichen, wenn sich die Arbeitnehmer nicht an einem Ort befinden, sondern räumlich getrennt sind. Rituelle Ereignisse wie das gemeinsame Verbringen der Mittagspause oder ein kurzer Plausch entfallen somit.

Das macht es schwieriger, das Team zusammen zu schweißen und die Unternehmenskultur als ein zusammengehöriger Kern nach außen zu tragen. Auch hier sind die Anforderungen an das Personalmanagement erneut hoch: Es gilt, eine geeignete Führungskraft zu finden, die tatsächlich führt und den Zusammenhalt der Mitarbeiter mit jeweils unterschiedlichen Persönlichkeiten zu stärken. Nur wenn eine Abteilung oder ein Unternehmen als eine Einheit – sowohl nach innen als auch nach außen – auftritt, werden sowohl die Ziele des Unternehmens als auch der Mitarbeiter erreicht.

Mit dem Eintreten der Generation Y in den Arbeitsmarkt ändert sich einiges, doch Veränderung muss nicht immer schlecht sein. Mit der notwendigen Vorbereitung des Personalmanagements können diese Neuerungen einem Unternehmen positiven Aufwind geben.


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