Online Anbieter: Machen sie das Monopol von Lotto streitig!?

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Es klingt so einfach: Man kreuze sechs Zahlen an, tippe auf eine Superzahl und schwupps! Schon regnet es Millionen. Sehr unwahrscheinlich und einziger Gewinner ist dabei der Staat.

Lotto spielen: Zweimal in der Woche möglich

Mittwochs und samstags saßen einst die Lottospieler des Landes vor dem Fernseher, hielten ihren Tippschein in der Hand und den Atem an. Endlich gewonnen? Natürlich nicht und wenn, dann waren es vielleicht drei Richtige, sodass der Einsatz wieder eingespielt wurde. Na dann, vielleicht beim nächsten Mal! Lotto spielen wird rasch zur Sucht und so war es bislang gar nicht so schlecht, dass die Spieler des Landes nur an zwei Tagen in der Woche die Chance bekamen, auf die richtigen Zahlen zu tippen.

Dann kam die Euro-Lotterie dazu und auch am Freitag ging das große Fiebern los. Und heute? Heute besteht das Monopol des Staates, der als Einziger bisher immer gewonnen hat, weil er die Einsätze der Lottospieler für sich verbuchen konnte, nur noch auf dem Papier. Zahlreiche illegale Anbieter sind auf dem Markt zu finden und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Endlich kann auch unter der Woche Lotto gespielt werden! Und nicht nur das, auch Sportwetten und Poker sowie andere Casino-Spiele sind auf dem Markt zu finden, wie auch auf https://www.wettenerfahrungen.com zu erfahren ist.

Hier berichten zahlreiche Spieler davon, welche Möglichkeiten es nun für sie gibt, seit der Markt etwas freier wurde. Von Liberalisierung ist hier noch längst nicht zu sprechen, eher von einer Ausnutzung von gesetzlichen Lücken und der fehlenden Strafverfolgung bzw. Handhabe gegen die Anbieter.

Es klingt so einfach: Man kreuze sechs Zahlen an, tippe auf eine Superzahl und schwupps! Schon regnet es Millionen. Sehr unwahrscheinlich und einziger Gewinner ist dabei der Staat. (#01)

Es klingt so einfach: Man kreuze sechs Zahlen an, tippe auf eine Superzahl und schwupps! Schon regnet es Millionen. Sehr unwahrscheinlich und einziger Gewinner ist dabei der Staat. (#01)

Zweitlotto stark gefragt

Wettfreunde finden immer neue Möglichkeiten, um auf etwas zu wetten. Teilweise finden sich dann recht obskure Wetten, die sich nicht an Quoten orientieren, sondern an den unwahrscheinlichsten Tippergebnissen. Außerdem gibt es die Zweitlotterie, die aufgrund ihrer Illegalität auch den Namen „Schwarzlotterie“ trägt. Gewettet wird dabei auf die Auslosung der Lottozahlen. Das ist zwar verboten, macht passionierten Spieler aber jede Menge Spaß und ist dank der unbegrenzten Möglichkeiten des Internets für jeden zugänglich.

Die Lottoveranstalter fordern ein härteres Vorgehen durch die Politik und strengere Gesetze. Allerdings dauern diese ihre Zeit und währenddessen treiben mehr und mehr nicht legale Anbieter auf dem Lottomarkt ihr Unwesen. Inzwischen mischen sich auch die Führungen der Bundesländer mit ein und so heißt es beispielsweise, dass Hessen Online-Casinos verbieten will. Leider stehen zwischen dem Wunsch und der Durchführung viele lange Jahre, was dafür sorgt, dass das eigentlich bestehende Monopol des Staates zum Witz mutiert und so weit umgangen wird, dass es praktisch kaum noch eine Chance dafür gibt, das Monopol wieder herzustellen.

Wer geht denn heute noch in die Lotto-Annahmestelle und spielt dort? Weitaus bequemer ist es doch, den heimischen Rechner anzuschalten, das Tablet oder das Smartphone zu nutzen und bequem vom Sofa aus und ohne das Haus zu verlassen Lotto zu spielen. (#02)

Wer geht denn heute noch in die Lotto-Annahmestelle und spielt dort? Weitaus bequemer ist es doch, den heimischen Rechner anzuschalten, das Tablet oder das Smartphone zu nutzen und bequem vom Sofa aus und ohne das Haus zu verlassen Lotto zu spielen. (#02)

Unbegrenztes Internet bietet Lotto für alle

Anbieter dafür gibt es genug und Glücksspiel im Internet gehört schon ein wenig zum guten Ton. Ob Lotto oder Sportwette, alles ist hier möglich. Auch das Online-Casino wird gern und häufig frequentiert und wer in der Gemeinschaft verlauten lässt, dass er noch nie ein Casino-Spiel im Netz ausprobiert habe, wird schon schief angesehen.

Das staatliche Monopol beim Lotto wird durch die Internetanbieter Stück für Stück weiter unterwandert und so verwundert es nicht, dass damit auch zahlreiche Probleme einhergehen:

  • Spielsucht nimmt zu
  • keine Kontrolle über Dauer des Spiels oder Höhe der Einsätze
  • keine Abgabe von Steuern
  • Mindereinnahmen von rund einem Viertel für die staatliche Lotterie
  • weniger Unterstützung sozialer Projekte möglich

Für den Spieler selbst sind diese Probleme nicht offensichtlich. Wer weiß denn schon, dass viele der Einnahmen in soziale Projekte und die Unterstützung von kulturellen Angeboten geflossen sind und dort jetzt fehlen? Und wer weiß, dass es in einer Spielbank einen Plan geben muss, der Aussagen über die Verhinderung der Spielsucht trifft? Dass die Mitarbeiter dort dazu angehalten sind, rechtzeitig einzuschreiten, wenn jemand sein ganzes Geld zu verlieren droht?

Im Internet ist das nicht möglich, hier wird einfach günstig und zu jeder Tages- und Nachtzeit gespielt. Heraus kommt dann so etwas wie der Student, der in einer Nacht rund 8.000 Euro verzockt hat, diese aber gar nicht auf dem Konto hatte. Der Anbieter konnte den Betrag am nächsten Tag nicht buchen und der Ärger war groß. Da es sich aber um ein illegales Spiel handelt, sind die Wettschulden nicht einklagbar. Besser wird es davon auch nicht und die Spieler werden nicht weniger abhängig.

Video: Lotto – ein Spiel um viel Geld

Monopole gegen EU-Recht

Das staatliche Monopol auf Lottospiele ist nicht ganz unbestritten. Denn: Innerhalb der Europäischen Union herrscht eine niedergeschriebene Dienstleistungsfreiheit, außerdem gibt es die sogenannte Berufsfreiheit. Beides lässt sich nicht mit der Monopolstellung vereinbaren! Privatpersonen können in Deutschland demnach nicht wählen, welche Lotterie sie nutzen. Umgekehrt können Anbieter aus anderen Ländern nicht den deutschen Markt nutzen, der eigentlich so lukrativ für sie wäre.

Sicherlich verwundert es da nicht, dass so viele illegale Angebote auf dem Markt zu finden sind. Gleichzeitig versuchen viele Anbieter aus dem Ausland oder auch einige Privatfirmen aus Deutschland, eine eigene Lotterie aufzubauen und Fuß fassen zu lassen. Sie berufen sich dabei auf die Dienstleistungsfreiheit, die in Art. 56 AEUV festgehalten ist. Das Gesetz muss für alle gelten, daher versuchen diese Anbieter, sich daran zu orientieren.

Internationale Anbieter sehen das System in Deutschland als längst nicht mehr zeitgemäß an. Sie kritisieren, dass es zwar möglich sei, einen Urlaub per Klick zu buchen oder auch sämtliche Einkäufe zu tätigen, dass es aber nicht erlaubt sei, einen einfachen Tippschein abzugeben.

Video: Planet Wissen – Spielsucht, alles verzockt

Legale Anbieter in der Zwickmühle

Legale Lottoanbieter sehen sich vor dem Problem, dass sie scheinbar nur Pflichten, aber keine Rechte mehr haben. Sie sollen den Kampf gegen die Spielsucht gewinnen, dürfen gleichzeitig aber keine Werbung für sich machen und damit auf legale Alternativen zu den zahlreichen Online-Casinos und Buchmachern aufmerksam machen. Die staatlichen Lotterien haben sich dennoch für Werbung entschieden, die sie aber nicht selbst bewirbt, sondern die gegen das Monopol des Staates geht.

Diese Maßnahme verfolgte das Ziel, die Spieler darauf aufmerksam zu machen, was momentan im Argen liegt und dass sie besser nicht zum illegalen Markt wechseln sollten. Dabei heißt „illegal“ nicht zwangsweise „unseriös“, allerdings gibt es gegen die nicht zugelassenen Anbieter keine Handhabe, sollte in puncto Auszahlung der Wettgewinne etwas schief gehen. Diesen Punkt sollten Spieler beachten, ehe sie sich an andere Anbieter wenden und dort ihr Geld verzocken.

Video: Geldspielgesetz – Abstimmungen vom 10. Juni 2018

Glücksspielgesetz ist angeschlagen

Der Glücksspielstaatsvertrag regelt alle Einzelheiten rund um Lotto und Glücksspiel in Deutschland. Er wird immer wieder überarbeitet, kommt aber nicht zur Ruhe. Eher im Gegenteil, er kann sich kaum noch halten! Die Entscheidung, dass Online-Casinos ausgespart werden sollten, wurde harsch kritisiert. Derzeit steht zur Diskussion, wie es denn mit den staatlichen Lotterien weitergehen könnte. Die Änderungen, die ab 2018 zum Tragen kommen, reichen längst nicht aus und berücksichtigen die aktuellen Anforderungen des Spielemarktes nicht.

Während die einen Liberalisierung fordern und sich wünschen, dass der Markt am besten ganz und gar geöffnet wird, sehen das andere ganz anders. Sie sind für mehr Kontrolle und sehen darin eine Möglichkeit, das Monopol zu halten. Der Punkt „Jugend- und Spielerschutz“ spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wird die Werberichtlinie eingehalten, käme der Staat seiner Verpflichtung, die Spieler zu schützen, in ausreichendem Umfang nach. Diese Kontrolle hat allerdings in der jüngsten Zeit kaum noch funktioniert und wie sollen die Spieler im „geschützten Raum“ gehalten werden, wenn sie das selbst nicht wollen?

Das Internet lässt sich kaum kontrollieren und Strafandrohungen sind eben ganz solche: Es sind nur Drohungen. Umsetzen lassen sich Strafen oft nicht, denn wenn die Anbieter im sicheren Ausland sitzen, ist es schwer, sie aufzuspüren. Denn eines ist klar: Sie sind zwar illegal auf dem deutschen Markt unterwegs, dumm sind sie aber nicht. Und so wird das Monopol der staatlichen Lotterie weiter an Bedeutung verlieren!


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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