NAS Server Vergleich: Was bieten moderne Netzwerkspeicher?

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NAS Server stellen in einem Netzwerk unabhängige Speicherkapazität digital zur Verfügung. Unter den Geräten im NAS Server Vergleich finden sich Dateiserver, die besonders einfach zu verwalten sind und Netzwerkspeicher, die als Datenstation in Unternehmen Daten zur Verfügung stellen.

NAS Server Vergleich: Mit welchem Gerät werden Daten am besten zentral gelagert?

NAS Server bieten im Vergleich einen wesentlich sichereren Aufbewahrungsort für Daten als beispielsweise ein Cloud Dienst. Darüber hinaus ersparen sie dem Anwender das Speichern auf externen Festplatten oder USB Sticks, die dann auch immer transportiert werden müssen, damit ein mobiler Datenzugriff möglich ist. NAS Server vereinfachen die Datenverwaltung erheblich und ermöglichen mit jedem Endgerät und überall den Zugriff auf die Datensätze.

NAS (Network Attached Storage) werden sowohl in Unternehmen als auch bei Privatnutzern immer beliebter. Auf diesen Speichermedien lassen sich Datensätze aus den unterschiedlichsten Datenquellen zentral speichern und stehen für alle an das Netz angeschlossenen Endgeräte zur Verfügung. Dabei wird die riesige Speicherkapazität mit einem hohen Maß an Datensicherheit verbunden, denn ausschließlich an das Netzwerk angebundene Endgeräte können auf die Datenbestände zugreifen. Viele gewerbliche und private Anwender sehen hierin einen großen Vorteil im Vergleich zu den Cloud Diensten, bei denen die Server teilweise in Ländern stehen, in denen die Datenschutzbestimmungen nicht so streng sind wie in Deutschland.

Vor der Entscheidung für ein Gerät sollte geklärt werden, welcher Funktionsumfang erforderlich ist. Es ist durchaus sinnvoll, sich zunächst mit einer Kaufberatung darüber zu informieren, was die Geräte im Vergleich auszeichnet und unterscheidet. Es gibt NAS Server, die als reine Datenspeicher fungieren und Modelle, die den Firmenserver vollständig ersetzen können. Durch die integrierten RAID Modi sind die Netzwerkfestplatten als sicherer Datenspeicher einsetzbar, da sie für Backups verwendet werden können.

Außerdem bieten die führenden Hersteller wie Synology oder Qnap mittlerweile Netzwerkspeicher mit PC-ähnlichen Funktionen an, die folgendes leisten:

  • Druckerserver
  • Webserver
  • FTP-Server
  • Mailserver
  • Automatisierung von Backups
  • schnellere Datenübertragungen mit Direktanschlüssen
  • automatischer Download von Daten und Torrents

Video: Die 5 besten NAS-Server im TechWatch Vergleich

NAS Server Vergleich: Welche Vorteile bieten die Modelle bei der Bewältigung der Datenflut

Das Zeitalter der Digitalisierung führt zu einem exponentiell wachsenden Datenvolumen. Auf Unternehmen und Privatnutzer stürmen täglich massenweise Daten ein, die auf den unterschiedlichsten Endgeräten gespeichert werden. Die internen Festplatten und USB Sticks stoßen schnell an Kapazitätsgrenzen und der Datenabgleich zwischen den verschiedenen Geräten ist aufwendig. Ein zentraler Datenspeicher, der allen autorisierten Mitgliedern des Netzwerks den Zugriff von jedem Gerät aus erlaubt, ist die perfekte Lösung für dieses Problem. Große Datenmengen werden zentral verwaltet und stehen immer auf Abruf zur Verfügung. Damit besteht auch eine Unabhängigkeit von Störungen des Internets, bei denen der Zugriff auf die in der Cloud gespeicherten Daten nicht möglich wäre.

Der NAS Server erlaubt den Zugriff auf alle Datensätze, die auf der Festplatte des Gerätes gespeichert wurden. Dabei ist es nicht notwendig, dass ein weiterer PC im Netzwerk angeschaltet sein muss. Es gibt Modelle, die Musik- oder Videodateien streamen und direkt über einen Multimediaplayer oder Smart-TV wiedergeben. Datensätze müssen somit nicht mehr auf den Abspielgeräten abgelegt werden, wodurch dort Speicherkapazität gespart wird.

Was sollten Unternehmen bei der Auswahl eines NAS Servers beachten?

Beim NAS Server Vergleich sollten Unternehmen vor allem vier Kriterien einbeziehen:

  • Speicherkapazität
  • Konnektivität
  • Softwareausstattung
  • Bestückung mit Festplatten

Welche Speicherkapazität wird benötigt?

Welche Speicherkapazität wird benötigt? (#01)

Welche Speicherkapazität wird benötigt? (#01)

Die Speicherkapazität der verbauten Festplatte ist mittlerweile enorm groß und das hat sehr zur Verbreitung der Netzwerkspeicher beigetragen. Es gibt Speicherplatten mit einer Kapazität von 10 Terabyte und sogar die schnellen SSD Platten gibt es bereits mit zwei Terabyte Speicher.

Für eine Abteilung werden ungefähr zehn bis 12 Terabyte Speichervolumen benötigt. Soll das NAS-System für ein gesamtes kleineres Unternehmen konzipiert werden, ist ein Speicherplatz von 20 bis 40 Terabyte realistisch. Die benötigte Kapazität entscheidet darüber, wie viele Festplatten-Schächte verfügbar sein müssen.

Welche Bedingungen werden an die Konnektivität gestellt?

NAS-Geräte werden meist über einen Router mit einer Gigabyte-Kabelverbindung an das firmeninterne Netzwerk angeschlossen. Neuere Modelle bieten auch integriertes WLAN. Die Kabelverbindung ist jedoch die stabilste Verbindung und überzeugt auch im Hinblick auf die Leistung und vor allem die Zuverlässigkeit, die gerade für die Anwendung im Unternehmen sehr wichtig ist.

Welche Softwareausstattung ist vorhanden?

Die NAS-Systeme laufen überwiegend mit einer smarten Version eines Unix- oder Linux-Betriebssystems. Dabei ist die Einrichtung ist sehr einfach und auch ohne eigenen Systemadministrator zu bewältigen. Die Installation erfolgt durch eine menügesteuerte Führung des Nutzers. In diesem Schritt wird das Netzwerk konfiguriert.

Es wird definiert, welche Funktionen das NAS-System erfüllt, ob es also beispielsweise als Druckerserver, für automatisierte Backups oder die Verwaltung eines Webshops verwendet wird. Auch der Nutzerkreis wird festgelegt. Schließlich muss noch die Frage beantwortet werden, welcher RAID Modus genutzt wird. Meist wird RAID-5 als Standard, der eine hohe Datensicherheit garantiert, verwendet.

Sollte ein NAS-Server mit oder ohne integrierte Festplatte gekauft werden?

Schlüsselfertige Produkte mit bereits verbauten HDD-Festplatten sind bei kleineren Unternehmen sehr beliebt. Es gibt aber auch Modelle, die noch mit den entsprechenden Laufwerken bestückt werden müssen. Diese Geräte können genau auf die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt werden, die Einrichtung dauert jedoch länger.

Sollte ein NAS-Server mit oder ohne integrierte Festplatte gekauft werden? (#02)

Sollte ein NAS-Server mit oder ohne integrierte Festplatte gekauft werden? (#02)

Testbericht: Welche NAS Server sind empfehlenswert?

Die Auswahl an verschiedenen NAS-Geräten ist mittlerweile riesig und somit sind der Vergleich und die anschließende Entscheidung schwierig. Unternehmen achten selbstverständlich auf eine hohe Performance der Netzwerkspeicher. Eine Business-NAS muss die Möglichkeit bieten, digital viele Anfragen gleichzeitig zu bearbeiten. Dazu gehört das Gewähren der festgelegten Zugriffsrechte und die Bereitstellung von Diensten.

Im Test von com! wurden vier leistungsstarke Netzwerkspeicher verglichen, die sich für den Einsatz in kleinen und mittleren Unternehmen eignen. Die Geräte stammen von den etablierten Herstellern Synology, Qnap, Asustor und Netgear.

Das günstigste Modell ist das QNAP-NAS TS-562, das einen Preis von 660 Euro hat und das teuerste Modell kommt aus dem Haus Netgear. Das Netgear ReadyNAS RN716X hat einen Preis von 2.800 Euro, stellt dafür jedoch auch eine komplette Server-Hardware zur Verfügung. Bei allen vier Modellen handelt es sich werksseitig um Leergehäuse, sodass die Kosten für die Festplatte noch hinzugerechnet werden müssen.

Welche Ergebnisse erbrachte der Test?

Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, wurden alle vier Leergehäuse mit dem gleichen Festplattensatz ausgestattet und die Konfiguration erfolgte bei allen Netzwerkspeichern als RAID 5. Datentransfers im Gigabit-Ethernet stellen für alle Modelle eine Unterforderung dar. Das RAID System operierte am Schnittstellenlimit. Da die Synology DiskStation DS1815+ über vier anstatt der ansonsten üblichen zwei Gigabit-LAN-Schnittstellen verfügt, ist der Datendurchsatz dieses NAS-Systems am höchsten.

Die Netzwerkverbindung lässt sich an die steigenden Anforderungen eines wachsenden Unternehmens anpassen, wobei die Modelle von Qnap und Asustor mit PCIe-Steckkarten aufgerüstet werden müssten. Auch im Hinblick auf die Speicherkapazität bieten die vier Geräte Luft nach oben. Bis auf das Gerät von Asustor lassen sich alle Modelle auf eine Kapazität bis zu 168 Terabyte erweitern. Ein Austausch von Festplatten ist sogar bei laufendem Betrieb möglich.

Video: Nachgehakt: Worauf sollte man bei der Auswahl eines NAS achten?

NAS Server Vergleich: Wie sind die Ergebnisse insgesamt zu beurteilen?

Im Test lag die Synology DiskStation DS1815+ knapp vor ihren Mitbewerbern um den Gesamtsieg. Auf dem zweiten Platz landete der Netgear ReadyNAS RN716X, der besonders mit seiner Netzwerkleistung punkten konnte und außerdem über einen ähnlich großen Funktionsumfang wie der QNAP TS-563 verfügt. Die Synology DiskStation wird vor allem Unternehmen empfohlen, deren Netzwerkspeicher keine 10GbE-Konnektivität bieten müssen. Firmen, bei denen es vorrangig auf die Netzwerkleistung ankommt, sollten zum Modell von Netgear greifen, das in dieser Hinsicht die besten Leistungsmerkmale aufweist.

Dieser NAS Server lässt sich außerdem besonders flexibel ins unternehmensinterne Netzwerk integrieren. Aber auch das Gerät von Qnap erreichte insgesamt ein gutes Testurteil, denn hier erhält der Käufer für den günstigsten Preis einen erstaunlich leistungsfähigen Netzwerkspeicher mit einem ausgezeichneten Web-Interface, das mit der insgesamt benutzerfreundlichsten Bedienoberfläche überzeugte. Auf dem vierten Platz landete das Modell von Asustor, das sich jedoch lediglich marginal von seinen Konkurrenten unterscheidet.

NAS oder konventioneller Server: Welche Lösung bietet die bessere Performance?

Die modernen Netzwerkspeicher mit den Gigabit-Ethernet-Ports sind optimierte Datenspeicher für ein lokales Netz. NAS Server lassen sich sehr einfach einrichten und bieten eine hohe Funktionalität. Außerdem sind sie leichter bedienbar als so manches klassische Server-Betriebssystem. Weitere Pluspunkte sind die hohe Datensicherheit, der ausreichende Datendurchsatz und die Erweiterbarkeit per Plug-in, mit der sogar preiswerte Modelle als E-Mail-Server oder Cloud-Speicher genutzt werden können.

Die modernen Netzwerkspeicher mit den Gigabit-Ethernet-Ports sind optimierte Datenspeicher für ein lokales Netz. (#03)

Die modernen Netzwerkspeicher mit den Gigabit-Ethernet-Ports sind optimierte Datenspeicher für ein lokales Netz. (#03)

Letztlich hängt die Wahl davon ab, ob beim gewerblichen Einsatz Datensicherheit und Support im Vordergrund stehen oder die Server-Dienste unbedingt aus dem Internet zu erreichen sein sollen. In letzterem Fall wird meist einem klassischen Server der Vorzug gegeben.

Zusammengefasst bieten die NAS Server laut Testbericht folgende Vorteile:

  • als Komplettpaket aus Hard- und Software verfügbar
  • Konfiguration und Inbetriebnahme sind einfach
  • im Vergleich zu Servern preiswerter
  • sparsam im Stromverbrauch
  • leise und kompakt
  • sehr gute Performance beim Einsatz als File-Server
  • Möglichkeit der Erweiterung mit Plug-ins
  • auch mit günstigen Festplatten kompatibel

Besonders hinsichtlich der Erweiterungen gibt es teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Synology und Qnap bieten besonders viel Software für verschiedene Erweiterungen an und sind somit für den flexiblen Einsatz in einem wachsenden Unternehmen gut geeignet.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Soonios Pro, #01: Hadrian, #02: slawomir.gawryluk, #03: asharkyu

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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