Moneybookers und E-Chips: Online-Bezahlsysteme unter der Lupe

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Moneybookers und E-Chips, PayPal oder klassisch per Lastschrift: Wer online einkauft, dem stehen viele Zahlungsarten zur Verfügung. Wir stellen sie vor und schauen uns die Zahlung per Moneybookers und Geldkarte etwas genauer an.

Moneybookers, E-Chips, Giropay und Co.: Große Auswahl

Wer ganz normal im Geschäft einkauft, der hat es beim Zahlen leichter als online. Denn im Laden gibt es meist nur zwei Möglichkeiten: Bar oder per EC-Karte. In manchen Geschäften kommt noch die Kreditkarte als dritte Möglichkeit hinzu, aber das war’s dann. Online sieht das Ganze gleich ganz anders aus, denn die große Auswahl an Bezahlmöglichkeiten und -diensten, sorgt nicht selten für Verwirrung:

  • Moneybookers (auch bekannt als Skrill)
  • E-Chips (also per Geldkarte)
  • Paypal
  • Giropay
  • Sofortüberweisung
  • traditionell auf Rechnung
  • per Lastschrift

Nie war die Auswahl größer!

Nicht nur das Kaufverhalten der Menschen wurde durch das Internet also maßgeblich verändert, sondern auch die Art und Weise des Bezahlens. Durch Anbieter wie PayPal, Paydirekt und Moneybookers können Bankkunden immer online – ganz einfach über ihr Girokonto – bezahlen. Und natürlich längst auch mobil, etwa über das Handy oder das Tablet.

Eine Frage der Sicherheit: Moneybookers, E-Chips, PayPal

Moneybookers und E-Chips: Online zu bezahlen, ist auch immer eine Frage der Sicherheit. (#01)

Moneybookers und E-Chips: Online zu bezahlen, ist auch immer eine Frage der Sicherheit. (#01)

Weit über 50 Millionen Deutsche tun es. Zwei Drittel davon mehrmals im Monat. Morgens, mittags und oft auch nachts, weit nach Ladenöffnungszeiten: Online auf Einkaufstour gehen und damit eine der vielen Internet-Bezahlverfahren nutzen, z.B. Moneybookers, E-Chips, PayPal oder Giropay.

Allerdings ergeben sich beim Bezahlen im Internet für viele Nutzer auch Fragen nach dem Risiko und der Sicherheit, denn nicht selten muss man sich vor dem eigentlichen Bezahlvorgang erst aufwendig registrieren und/oder die Kontoverbindung offenlegen. Viele Nutzer verunsichert das – nicht zu Unrecht: Wie sicher sind meine persönlichen Daten? Wie lange werden die Daten gespeichert und wer kann sie sehen?

Diese und weitere Fragen treiben die Nutzer um. Nach einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom fürchten fast 50 Prozent der User, beim Online-Shopping abgezockt oder betrogen zu werden, weil persönliche und damit hoch sensible Daten preisgegeben werden müssen. Wer online bezahlt, sollte auf versteckte Zusatzkosten achten und dass die Bezahlung nur über eine verschlüsselte Verbindung erfolgt. Und: je weniger persönlicher Daten preisgegeben werden, desto größer ist die Sicherheit.

PayPal und Giropay

Der weltweit größte Zahlungsdienstleister im Internet ist PayPal mit rund 250 Millionen Mitgliedskonten. Und beim Thema „Sicherheit“ ebenso weit vorne. Durch den PayPal-Käuferschutz und modernste Online-Sicherheitssysteme hat sich der Bezahldienst zu einem der Sichersten im Internet entwickelt. Die Nutzung erfolgt nicht über Downloads von Software-Produkten oder Programmen, sondern über ein virtuelles Konto. Einfach auf PayPal – u.a. mit dem Name und E-Mail-Adresse – registrieren, eine Bankverbindung hinterlegen und auf die Freigabe des Kontos warten. Das war’s. Im Anschluss kann man gemütlich auf vielen Webseiten über sein virtuelles PayPal-Konto bezahlen – ganz ohne Zusatz-Software und natürlich auch mobil über Handy oder Tablet.

Der weltweit größte Zahlungsdienstleister im Internet ist PayPal mit rund 250 Millionen Mitgliedskonten. (#02)

Der weltweit größte Zahlungsdienstleister im Internet ist PayPal mit rund 250 Millionen Mitgliedskonten. (#02)

Ebenfalls großer Beliebtheit, auch wenn es nicht so bekannt wie das PayPal-Verfahren ist, erfreut sich Giropay. Das einzige, was benötigt wird: Ein Girokonto bei einem Kreditinstitut, das Giropay unterstützt. Der User braucht auch hier keine separate Software oder ein spezielles Giropay-Konto. Wer über Giropay zahlt, wird beim Bezahlvorgang auf die Webseite seiner Bank weitergeleitet. Dort erfolgt die Authentifizierung z.B. über das ChipTAN- oder das PIN-TAN-Verfahren. Die Sicherheitsstandards sind dieselben, die die jeweilige Bank auch beim Online-Banking einsetzt.

Moneybookers und E-chips: 35 Millionen Nutzerkonten

Es ist ein PayPal-ähnlicher Online-Bezahldienst mit weit über 30 Millionen Nutzerkonten auf der ganzen Welt: Moneybookers, der seit einigen Jahren auch unter dem Namen Skrill bekannt ist. Er funktioniert nach dem Prepaid-Prinzip und erlaubt z.B. die Bezahlung per Lastschrift, auch wenn von einem Online-Händler dieses Verfahren eigentlich gar nicht angeboten wird. Um Zahlungen und Überweisungen vornehmen zu können, muss jedoch erst Geld eingezahlt werden (über die Kreditkarte oder per Banküberweisung). Wer kein Geld auf seinem Moneybookers-Konto hat, kann den Dienst nicht zum Bezahlen nutzen.

Monybookers ermöglicht es, Geld nicht nur zu überweisen, sondern auch zu empfangen. Wer Geld an einen Händler überweist, kann dies kostenlos tun. Die Gebührenfreiheit entfällt bei Moneybookers aber beim Geldversand an Skrill-Privatkunden. Und eventuell können Schwierigkeiten mit dem Rückbuchen entstehen, wenn es sich um einen falschen Betrag handelt.

Moneybookers (aka Skrill) ermöglicht es, Geld nicht nur zu überweisen, sondern auch zu empfangen. (#03)

Moneybookers (aka Skrill) ermöglicht es, Geld nicht nur zu überweisen, sondern auch zu empfangen. (#03)

Spiele- und Sportwetten-Portale unterstützen Skrill

Anbieter wie Moneybookers sind neben den konkurrierenden Bezahlmethoden für viele zu einer echten Alternative geworden, vor allem im Bereich der digitalen Spielbanken und Casinos, Spiele- bzw. Gaming-und Sportwetten-Portale. Moneybookers wird von nahezu allen Glücksspiel- und Gaming-Portalen unterstützt, weshalb das prägnante, lilafarbene Skrill-Logo auch allen bekannt vorkommen dürfte, die gerne online zocken. Ob Gamigo, Gameforge, Bigpoint oder Kingwin: Die führenden Online-Spiele- und Sportwetten-Portale, vertrauen auf Skrill. Das Guthaben kann schnell und sicher aufgeladen werden, etwa über das Bankkonto oder Prepaid-Gutscheine. Der Vorteil: Anschließend wird bezahlt, und zwar noch während der Nutzer spielt.

Zudem kann jeder Kunde die „Prepaid MasterCard“ anfordern. Mit dieser speziellen Mastercard hat jeder Nutzer die Möglichkeit, immer und von jedem Ort der Welt auf das Geld zuzugreifen, das auf dem elektronischen Konto liegt. Wer die „Prepaid MasterCard“ nutzen möchte, muss jährlich zehn Euro dafür zahlen. Die Zahlung in Restaurants, Geschäften etc. ist kostenlos. Allerdings: Wer am Geldautomaten abhebt, muss eine Gebühr 1,75% entrichten.

Übrigens: Moneybookers wird üblicherweise auch als Cyber- oder E-Wallet bezeichnet, also als elektronische Geldbörse. Sofern sich Geld in ihr befindet, können Nutzer jederzeit darauf zugreifen.

Online-Spiele und Skrill: Vorteil Gutschein

Moneybookers Gutscheine für Web-Casinos (#04)

Moneybookers Gutscheine für Web-Casinos (#04)

Ein weiterer Pluspunkt, den dieses Bezahlsystem bietet, sind die unterschiedlichen Bonusprogramme. Wer seine Moneybookers Wallet nutzt, kann sich z.B. einen Einzahlungsbonus von 10 Euro sichern. Diese Gutscheine kann der Nutzer dann bei unterschiedlichen Wettanbietern und Web-Casinos einlösen.

Erhältlich sind die Moneybookers Gutscheine allerdings nur bei Einzahlungen, die bei Casinos sowie Wett- und Spiele-Anbietern, vorgenommen werden. Darüber hinaus bietet der Bezahldienst noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, um etwa zusätzliche Gutscheine zu erhalten, z.B. durch das Sammeln von Bonuspunkten oder indem man zusätzlich aufs Konto einzahlt.

Moneybookers ist eine digitale Bezahlmethode, die darüber hinaus nicht nur für Internet-Spiele, sondern auch für andere Dienstleistungen und beim Einkaufen im Netz benutzt werden kann, denn neben den Sportwetten-Anbietern und Gaming-Portalen unterstützen weltweit rund 135 000 Online-Händler Moneybookers als Bezahlsystem.

E-Chips und Geldkarte: Bezahlen per Chip

Auch sie bietet die Möglichkeit, online zu bezahlen: Die Geldkarte. Dabei wissen viele Menschen gar nicht, dass sie über eine Geldkarte verfügen. Strenggenommen ist die Geldkarte auch gar keine Karte im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich bei ihr um einen kleinen, goldenen Chip, der aufgeladen werden kann. Der Chip befindet sich auf ca. 70 Prozent aller EC- und Kundenkarten von Banken und Sparkassen, heißt: rund 70 Prozent aller Deutschen haben die Möglichkeit, die Geldkarte zu nutzen. Und damit auch elektronisch im Internet zu zahlen, ganz einfach per E-Chip. Schon seit 1997 werden EC-Karten mit ihm ausgestattet, ca. seit 2002 kann man mit der Geldkarte auch online bezahlen. Die wichtigste Voraussetzung dafür: Man benötigt Guthaben auf dem Chip. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Die Aufladung der E-Chips ist wie folgt möglich:

  • Per Geldautomat,
  • per Card-Reader und spezieller Software via Giropay,
  • per Überweisung,
  • per Gutschein.

Anschließend zahlt der Käufer online mit den E-Chips völlig anonym.

Schon seit 1997 werden EC-Karten mit E-Chips ausgestattet.(#05)

Schon seit 1997 werden EC-Karten mit E-Chips ausgestattet.(#05)

Bezahlsystem Geldkarte: Sicherheit der E-Chips

Um mit den E-Chips seine digitale Shopping-Tour zu bezahlen, benötigt der Nutzer eine entsprechende Hardware. Entweder einen Kartenleser der Klasse 3 oder einen Smartcard-Reader für Laptop oder PC. Der Online-Bezahlvorgang selbst ist kinderleicht: Nachdem die Karte mit dem aufgeladenen E-Chip ins Kartenlesegerät gesteckt wurde, öffnet sich von allein ein neues Browserfenster. Dort muss der Nutzer nur noch den Betrag bestätigen. Das war’s!

In Puncto Sicherheit zählt die Zahlung per E-Chips zu den sichersten Bezahlvarianten überhaupt, denn das größte Sicherheitsrisiko besteht lediglich im Verlust der Geldkarte. Das Gutaufhaben auf den E-Chips wäre in diesem Fall unwiederbringlich weg, da die Geldkarte – ebenso wie das Sparbuch – von jedem genutzt werden kann. Allerdings wäre der Schaden überschaubar, denn nur maximal 200 Euro können auf die E-Chips geladen werden.

Die Transaktionen per Geldkarte bzw. Chips sind durch das aktuell zuverlässigste Verschlüsselungsverfahren geschützt. Eine Methode, die auch beim Online-Banking geläufig ist: Das HBCI (Homebanking Computer Interface)-Verfahren.

Durch folgende Verbindung erfolgt die Überweisung geschützt und sicher:

  • Software
  • Lesegerät für die Chipkarte
  • Identifizierung durch die Eingabe eines PIN-Codes

Das Bezahlen im Internet von Beträgen bis 200 Euro ist auf diese Art bedenkenlos möglich.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Imcsike, #01: nobeastsofierce, #02: 360b, #03: Denys Prykhodov, #04: Macrovector, #05: Andrey_Popov

Über 

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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