Mit Datenanalyse im Kampf gegen die Konkurrenz

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Die Optimierung des Schienenverkehrs mit Hilfe von Datenanalyse liegt in den Händen eines themenspezifischen Datalabs. Dieses wurde von Siemens ins Leben gerufen und ist in Allach zu finden. Ziel ist es, sich so gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können.

Datenanalyse mit Daten aus der Bahn-Infrastruktur

In Allach werden jedes Jahr um die 120 Loks durch Siemens gefertigt. Sowohl Diesel- als auch Elektro-Loks kommen aus dem Werk. Inzwischen gibt es hier aber auch im Bereich der Datenanalyse einige Veränderungen. So hat Gerhard Kreß das Datalab ins Leben gerufen mit dem Ziel, von den Daten aus der Bahn-Infrastruktur profitieren zu können.

Was als Projekt von einer Person begonnen hat, ist inzwischen zu einer Institution geworden, die 40 Mitarbeiter hat. Die Datenanalysten sind aktiv dabei und entwickeln neue Methoden, um die Daten optimal auswerten zu können. So soll mit Hilfe der Datenanalyse, mit Business Analytics Tools dafür gesorgt werden, dass die Ausfallzeiten reduziert werden, Material sich optimal nutzen und sich Schäden und auch Unfälle vorbeugen lassen.

Auch der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen. Inzwischen wurden bereits 15 Anwendungen umgesetzt und sind im Einsatz.

Verbaute Sensoren für die Datenanalyse

Bei dem Bau der Loks kommen hochwertige Sensoren zum Einsatz. Unter anderem sind sie im Antriebsstrang zu finden. Die Sensoren sammeln Daten und diese Daten werden durch das Lab optimal genutzt. Mit einem vorbeugenden Wartungsservice sollen sich Probleme von Beginn an ausschließen lassen.

Doch ganz so einfach ist es nicht, denn die Analyse der Daten kann zu einer echten Herausforderung werden. Die Analysten benötigen hier Hilfe von Fahrzeugspezialisten, damit sie die komplexen Daten auswerten können. Das Domänenwissen wird mit dem Datenwissen kombiniert, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Von der Datenanalyse zum Technologiemix

Gerade im Bereich der Technologie müssen Datenanalysen heute in die Tiefe gehen und dies ist auch bei Siemens der Fall. Hier wird auf einen Datenspeicher gesetzt, der auf der Teradata-Datenbank basiert. Die IoT-Plattform wird durch AWS zur Verfügung gestellt. Dadurch entstehen Tabellen, die mehr als 900 Milliarden Datenpunkte aufweisen. Neben den Datenpunkten aus der Lokomotive, spielen hier auch Wetterdaten sowie Daten von Ersatzteilen und Arbeitsaufträgen mit hinein. Dadurch wird eine hohe Bandbreite geschaffen.

Die Datenanalysen werden aktuell noch in der Datenzentrale durchgeführt. Dennoch soll sich dies bald ändern, denn mit Hilfe von neuen Analyseanwendungen werden die Datenmassen direkt vor Ort bearbeitet. Ziel ist es, über intelligente Module die Aktionen, die durch die Datenanalyse angestoßen werden, direkt ausführen zu können. Um sich besser vorstellen zu können, wie die Ziele aussehen, ist ein Beispiel hilfreich. So wird bei einer Lagerüberwachung darauf geachtet, dass die Temperatur stimmt und diese wird abgeleitet aus den aktuellen Messungen.

Die Daten stammen aus den Flottenmessungen. Zudem prüft das System, ob möglicherweise ein defekter Sensor vorliegen kann, der Temperaturabweichungen meldet. In diesem Fall reicht ein Austausch des Sensors aus, um den Fehler zu beheben. Ist dies nicht der Fall, erfolgt eine weitere Fehleranalyse. So wird verhindert, dass der Kunde den Zug verlassen muss, obwohl gar kein Fehler im Lager vorhanden ist.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: chombosan

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