Lagerarten.: Welche Lagerhalle benötigt das Unternehmen?

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Lagerhallen sind zentrale Bestandteile der Logistikorganisation von Unternehmen. Die verschiedenen Lagerarten. beeinflussen die Auswahl der Lagerhalle.

Welche Lagerarten. werden unterschieden?

Welche Lagerarten. genutzt werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Branche und die Größe des Unternehmens sind wichtige Variablen. Je größer ein Unternehmen ist, desto höhere Ansprüche werden an die Lagerlogistik gestellt. Um alle Anforderungen zu bewältigen, muss die Organisation des Lagers perfekt auf die Produktion und den Versand abgestimmt werden. Die Wahl der Lagerarten. ist von entscheidender Bedeutung dafür, dass die Einlagerung von Gütern effizient gestaltet werden kann.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Lagerarten. zu unterscheiden. Die Lagerarten. werden zum einen hinsichtlich ihrer Funktion unterschieden in:

  • Beschaffungslager
  • Umschlagslager
  • Distributionslager

Beschaffungslager

Im Beschaffungslager werden Güter eingelagert, die für den Produktionsprozess benötigt werden. Es ist also wichtig, dass die Kapazität des Lagers groß genug ist, um reibungslose Produktionsabläufe zu gewährleisten. Sinnvollerweise liegt die Lagerhalle in direkter Nähe zum Standort der Produktion.

Umschlagslager

Diese Lagerarten. werden genutzt, um Güter kurzfristig zu lagern, die von einem auf ein anderes Transportfahrzeug umgeschlagen werden. Mit einem Umschlagslager soll die Umschlagsleistung optimiert werden und aus diesem Grund wird ein derartiges Lager dort errichtet, wo sich der Umschlagsort zwischen zwei Verkehrsträgern befindet.

Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit der Lagerarten. besteht darin, die Lagerhallen anhand der Bauweise zu differenzieren: Hochregal (#01)

Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit der Lagerarten. besteht darin, die Lagerhallen anhand der Bauweise zu differenzieren: Hochregal (#01)

Distributionslager

Ein Distributionslager ist ein Sammelpunkt, an dem Bestellungen entsprechend der Kundenwünsche kommissioniert werden. Die Standorte der Lager werden nach Kostengesichtspunkten ausgewählt und sollen außerdem eine schnelle Auslieferung an den Kunden ermöglichen.

Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit der Lagerarten. besteht darin, die Lagerhallen anhand der Bauweise zu differenzieren:

  • Flachlager
  • Etagenlager
  • Hochregallager
  • Tanklager

Flachlager

Beim Flachlager handelt es sich um die Grundform der Lagerhaltung. Ein Flachlager ist eine geschlossene Lagerhalle, die maximal acht Meter hoch ist und in welcher der Lagerbestand mittels Block- oder Regallagerung gelagert wird.

Prinzipiell können alle Arten von Gütern in einem Flachlager untergebracht werden. Besonders beliebt ist diese Lagerart für die Einlagerung sehr sperriger Güter, die sich nur mit großem Aufwand oder gar nicht in die Höhe stapeln lassen. Flachlager können flexibel beladen werden. Kleinere Lagerhallen werden manuell beladen, wohingegen in großen Lagerhallen Förderfahrzeuge zum Einsatz kommen.

Etagenlager

Ein Etagenlager besteht aus mehreren Stockwerken und ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn nur eine begrenzte Grundstücksfläche zur Verfügung steht. Eigentlich handelt es sich dabei um mehrere Flachlager, die übereinander in unterschiedlichen Etagen untergebracht wurden. Nachteilig an dieser Lagerart ist, dass Treppen, Aufzüge und Vorrichtungen für die Gabelstapler vorhanden sein müssen.

Die Lagerhaltung ist deswegen komplizierter und muss auch wesentlich besser organisiert werden, um die Kosten möglichst gering zu halten. Darüber hinaus ist auf eine ausreichende Tragfähigkeit der Decken zu achten.

Vorteilhaft ist jedoch der Platzgewinn und die Möglichkeit, die Lagerkapazität durch Aufstocken zu erweitern. Etagenlager werden genutzt, wenn kein weiterer Baugrund zur Verfügung steht und auch keine Möglichkeit vorhanden ist, eine Lagerhalle in der Nähe anzumieten oder zu kaufen. Palettenregale oder auch speziell angefertigte Regalsysteme sorgen für die nötige Aufbewahrungskapazität und moderne Lagertechnik für den reibungslosen Umschlag der Güter.

Hochregallager sind zwischen zwölf und 45 Meter hoch und werden mit Regalen bestückt, die teilweise in die tragende Konstruktion integriert sind.

Hochregallager sind zwischen zwölf und 45 Meter hoch und werden mit Regalen bestückt, die teilweise in die tragende Konstruktion integriert sind.(#02)

Hochregallager

Hochregallager sind zwischen zwölf und 45 Meter hoch und werden mit Regalen bestückt, die teilweise in die tragende Konstruktion integriert sind. Die Regale können unterschiedlich lang sein. Bei einem Hochregallager werden hohe Anforderungen an die Lagertechnik gestellt. Der wesentliche Vorteil dieser Lagerarten. besteht darin, dass jeder Quadratmeter der Hallengrundfläche mehrfach und somit optimal genutzt werden kann.

Es sind eine optimale Lagerlogistik und eine moderne Lagerverwaltungsoftware notwendig, um ein Hochregallager effizient zu nutzen. Von einer manuellen Lagerbestückung ist abzusehen, da diese zu stark fehlerbehaftet ist. Hochregallager finden branchenübergreifend dort Verwendung, wo eine besonders hohe Lagerumschlagshäufigkeit zu verzeichnen ist. Für Hochregallager werden Schwerlast- und Palettenregale genutzt, auf denen das Lagergut platziert wird. Oft sind diese Regale Spezialanfertigungen, die für die dort gelagerten Güter optimiert werden.

Tanklager

Tanklager dienen der Lagerung flüssiger Güter wie Benzin, Pflanzenöl oder Milch. Diese Lager sind maximal 50 Meter hoch und haben ein Fassungsvermögen von bis zu 1.800 Kubikmetern. Zu diesen Lagerarten. zählen außerdem Regallager, in denen ausschließlich Flüssigkeiten gelagert werden.

Bestand an Logistikflächen in Deutschland wächst

Der anhaltende Wirtschaftsaufschwung sorgt dafür, dass die industrielle Produktion boomt und deshalb benötigen viele Unternehmen größere Lager- und Logistikflächen. 2018 vermeldeten die Logistikunternehmen sogar Engpässe bei den Euro-Paletten.

Statistische Erhebugen ergaben, dass an folgenden Standorten die höchsten Quadratmeterzahlen für Lagerflächen erreicht werden:

  • Hamburg: 2.840.000
  • Rhein / Ruhr: 2.560.000
  • Frankfurt am Main: 2.550.000
  • Berlin: 2.000.000
  • München: 1.350.000
  • Düsseldorf: 1.190.000
Wenn es sich um eine Logistikhalle handelt, wird die Auswahl von den Lagerarten. determiniert. Hallen werden jedoch auch als Produktionshallen benötigt.

Wenn es sich um eine Logistikhalle handelt, wird die Auswahl von den Lagerarten. determiniert. Hallen werden jedoch auch als Produktionshallen benötigt.(#03)

Auswahlkriterien für Lagerhallen

Wenn es sich um eine Logistikhalle handelt, wird die Auswahl von den Lagerarten. determiniert. Hallen werden jedoch auch als Produktionshallen benötigt. Plant ein Unternehmen zu expandieren, stellt sich die Frage, welche Anforderungen an die neue Halle gestellt werden und wie die entsprechende Lagerhalle beschafft werden kann.

Dabei ist es nicht ausreichend, dass die Halle über die nötige Kapazität verfügt, sondern es sind noch weitere wirtschaftliche Aspekte zu betrachten:

  • Größe der Halle
  • Ausstattung der Halle
  • Standort der Halle

Der Lagerbestand bestimmt die Größe der Halle

Damit die Halle ihre Aufgaben erfüllen kann, muss sie über eine entsprechende Größe verfügen. Diese Größe ist abhängig vom Durchsatz der Halle, also der Anzahl an Gütern, die im Durchschnitt pro Stunde ins Lager kommen oder das Lager verlassen. Bei einem hohen Durchsatz wird auch eine große Halle benötigt. Eine lange Lagerdauer ist ein weiterer Grund, weshalb eine Lagerhalle groß dimensioniert werden sollte.

Wird die Lagerhalle nicht häufig angefahren, muss außerdem ein Pufferlager für die Zwischenlagerung vorhanden sein. Mit diesem Kurzzeitlager werden Wartezeiten problemlos überbrückt, ohne dass sich die Produktionsabläufe dadurch verzögern. Wenn die Güter eine Kühlung benötigen, muss diese sowohl im Lager als auch im Pufferlager vorhanden sein.

Darüber hinaus ist entscheidend, welche der Lagerarten. genutzt wird. Eine Bodenlagerung im Flachlager kommt nur bei sehr schweren, sperrigen Gütern in Betracht. In den meisten Fällen werden die Güter in Regalen untergebracht. Die Regale müssen wiederum so dimensioniert werden, dass die Kapazität für den gesamten Lagerbestand ausreichend ist. Außerdem muss zwischen den Regalen ausreichend Platz vorhanden sein, damit Gabelstapler oder Hubwagen dort problemlos rangieren können.

Ausstattung der Lagerhalle

Die Ausstattung der Hallen ist sehr unterschiedlich und richtet sich danach, wie die Lagerhalle genutzt werden soll. Wenn beispielsweise auch die Abteilung Lagerlogistik in der Halle untergebracht werden soll, müssen ausreichend viele Büros vorhanden sein.

Generell benötigen Lagerhallen folgenden Ausstattungsmerkmale:

  • Beleuchtung
  • Belüftung
  • Heizung
  • Kühlung
  • Abwasseranschluss
  • Sanitäranlagen
  • Anschlüsse für Strom und Starkstrom
  • gute Internetverbindung

Es ist des Weiteren wichtig, dass die Halle gemäß der Brandschutzverordnung ausgestattet ist. Über die Brandschutzverordnung kann man sich in der jeweiligen Landesbauordnung informieren. Auf dem Online-Portal brandschutzbeauftragter.de erhält man Informationen über alle wichtigen Bestimmungen wie beispielsweise die Anzahl der Feuermelder und Feuerlöscher sowie Vorschriften hinsichtlich der Dämmmaterialien und Brandschutztüren.

Die Lagerhalle muss außerdem mit einer Toranlage und eventuell mit einem Zaun ausgestattet sein. Auch ein Kamerasystem, das der Sicherheit dient und die Möglichkeit, einen Pförtner unterzubringen, sollten bei einer größeren Lagerhalle vorhanden sein. Sehr vorteilhaft ist es, wenn die Halle weitere Optionen zur Expansion durch einen An- oder Umbau bietet und für mehrere Einsatzzwecke verwendet werden kann.

Eines der wichtigsten Auswahlkriterien ist der Standort einer Logistikhalle.

Eines der wichtigsten Auswahlkriterien ist der Standort einer Logistikhalle.(#03)

Standort der Halle

Eines der wichtigsten Auswahlkriterien ist der Standort einer Logistikhalle. Damit die gesamte logistische Organisation effizient ablaufen kann, ist eine sehr gute verkehrstechnische Anbindung erforderlich. Wenn sich eine Autobahn, ein Bahnhof, ein Flughafen oder ein Hafen in der Nähe befinden, können Transportwege und -zeiten und damit die Transportkosten verringert werden.

Sollte man die Halle mieten oder kaufen?

Die Entscheidung für das Mieten oder Kaufen einer Lagerhalle hängt vom Planungshorizont und den finanziellen Ressourcen des Unternehmens ab.

Vor- und Nachteile des Kaufs einer Lagerhalle

Unternehmen, die langfristig planen, entscheiden sich häufiger dafür, eine Halle zu kaufen, um einerseits Planungssicherheit zu erreichen und andererseits Steuervorteile zu nutzen.

Wer eine Halle kauft, kann mit dieser Investition viele Jahre lang planen. Die Investitionskosten bilden den überschaubaren finanziellen Rahmen und es muss nicht damit gerechnet werden, dass die Miete erhöht wird. Auch eine Kündigung des Mietverhältnisses von Seiten des Vermieters würde bewirken, dass das Unternehmen wieder neu planen und nach einer Alternative suchen müsste. Diese Probleme werden mit dem Kauf vermieden.

Die Lagerhalle kann außerdem abgeschrieben werden und die Abschreibungsbeträge mindern den Gewinn und somit die Steuerlast. Modernisierungs- und Erweiterungskosten können ebenfalls steuermindernd geltend gemacht werden. Der Kauf einer Lagerhalle trägt dazu bei, das Betriebsvermögen zu erhöhen und ist eine Investition in den Wert des Unternehmens.

Ein Nachteil besteht darin, dass mit einem Kauf Kapital gebunden wird oder der Kauf mit einem Darlehen finanziert werden muss, für das Zinsen anfallen. Zusätzlich zum Kaufpreis werden Nebenkosten wie die Grunderwerbssteuer, die abhängig vom Bundesland zwischen 3,5 und 5,5 Prozent beträgt, fällig. Auch für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Eintragung ins Grundbuch fallen weitere Kosten an.

Vor- und Nachteile des Mietens einer Lagerhalle

Das Mieten einer Halle ist für viele Entscheider vor allem in finanzieller Hinsicht erwägenswert. Besonders wenn junge Unternehmen die Ertragssituation noch nicht einschätzen können, bleiben sie als Mieter flexibler und binden nicht so viel Kapital. Sollen die Kapazitäten ausgeweitet werden, kann eine weitere Lagerhalle angemietet werden.

Auch die Mietzahlungen können steuerlich geltend gemacht werden, denn sie gelten als Betriebsausgaben und mindern den Gewinn. Nachteilig ist jedoch, dass es kaum Regelungen für die Ausgestaltung von Mietverträgen für Logistikhallen gibt und der Vermieter die Miete erhöhen oder das Mietverhältnis kündigen kann.

Ein weiterer wesentlicher Nachteil des Mietens besteht darin, dass es sich bei derartigen Lagerhallen meist um Standardausführungen handelt. Individuelle bauliche Veränderungen darf der Mieter jedoch nicht vornehmen oder muss sie nach Beendigung des Mietverhältnisses wieder beseitigen.

Hallen für verschiedene Lagerarten: Mieten oder kaufen

Lagerhallen sind wichtige Elemente der Logistikorganisation eines Unternehmens. Bei der Entscheidung für eine konkrete Halle sind Auswahlkriterien relevant, die sich am Lagergut, an der Lagerdauer sowie der Lagerumschlagshäufigkeit orientieren. Die Entscheidung ob eine Halle gemie

Fällt die Entscheidung für das Mieten einer Lagerhalle, sollte bei der Ausgestaltung des Mietvertrages darauf geachtet werden, dass eine Indexmiete vereinbart wird, die vor zu hohen Mietsteigerungen schützt. Auch die vertragliche Fixierung der Mietdauer, eines Sonderkündigungsrechts sowie der Betriebskosten sollte erfolgen.


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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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