Joblinge für den Erfolg

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Wer als Jugendlicher ohne Job oder Ausbildung die Joblinge nicht kennt – hat eine große Chance verpennt. So könnte man kurz zusammenfassen, welch riesige Bedeutung die Joblinge für Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren haben können – wenn sie denn die Chance ergreifen und sich dort zu Berufen informieren, Praktika absolvieren und die Tipps der persönlichen Mentoren beherzigen.

Was sind die Joblinge?

Die Joblinge sind eine Initiative, mit der Jugendliche die Möglichkeit zu Job oder Ausbildungsstelle bekommen sollen. Die Joblinge helfen weiter, indem sie Mentoren zur Seite stellen und eine umfassende Kooperation mit verschiedenen Unternehmen anbieten. In diesen Unternehmen lernen die Jugendlichen die tägliche Arbeit in verschiedenen Berufen kennen und dürfen ein Praktikum absolvieren.

Die Initiative erhielt schon mehrere Preise für ihre Bemühungen, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Das Ziel ist es, jeden Teilnehmer in einen Job oder eine Ausbildungsstelle zu vermitteln, was natürlich nicht in jedem Fall gelingt. Dennoch ist die Erfolgsquote mit 60 bis 70 Prozent recht hoch. So groß ist der Anteil der Teilnehmer, die binnen sechs Monaten nach Beendigung des Programms eine Stelle vorweisen können.

Ins Leben gerufen wurden die Joblinge durch die Boston Consulting Group sowie durch die Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG. Das Programm selbst zieht sich über einen Zeitraum von sechs Monaten hin und beginnt mit gemeinnütziger Arbeit. Anmelden kann man sich hier.

Warum sollten Jugendliche zu den Joblingen?

Einige Jugendliche haben nur ihren Schulabschluss als großes Ziel vor Augen und verpassen schlicht Bewerbungsfristen. Setzen sie aber erst einmal ein Jahr nach der Schule aus, macht sich das in keinem Lebenslauf gut. Außerdem wird es schwerer, sich im Jahr darauf gegen die erneute Flut von Bewerbern durchzusetzen, die ihren regulären Schulabschluss in der Tasche haben.

Andere Jugendliche haben bereits Vorstrafen oder sind sozial auffällig geworden – sie haben von Anfang an kaum eine Chance auf eine Lehrstelle. Das Stigma des schwierigen Menschen ist nur schwer abzulegen bzw. kann kaum ein Personaler vom Gegenteil überzeugt werden.

Wieder andere, die zu Teilnehmern am Jobling-Programm werden, wissen schlicht und einfach nicht, was sie mit ihrem schulischen Wissen anfangen sollen. Welcher Beruf für sie interessant sein könnte, welche Inhalte dort täglich abgefragt werden oder wie sich der Weg bis hin zum Abschluss gestaltet – alles sind offene Fragen, die der Betreffende kaum beantworten kann. Vielleicht wurde auch schon eine Ausbildung begonnen, diese jedoch nicht fortgeführt, weil die Realität im Job ganz anders aussah als erwartet. Wer durch so etwas orientierungslos geworden ist, ist bei den Joblingen genau an der richtigen Adresse.

Die Joblinge bieten die Möglichkeit, in verschiedene Jobs hineinzuschnuppern, die Realität im Berufsleben kennenzulernen und mit Vorurteilen über bestimmte Tätigkeiten aufzuräumen. Während der Zeit der Berufspraktika können nicht nur die Berufe selbst, sondern auch die Unternehmen erkundet werden – es gibt einen umfassenden Einblick in die gesamte Branche zu gewinnen. Mit etwas Glück wird aus dem Praktikum schon bald eine Lehrstelle oder sogar ein fester Job – schließlich kennen sich aus dieser Zeit beide Seiten und die Joblinge haben auch die Möglichkeit, die betreffenden Personaler von sich zu überzeugen.

Wie läuft das Programm ab?

Insgesamt dauert das Programm sechs Monate und es ist dabei in vier Phasen aufgeteilt. Dabei dient die erste Phase dem gegenseitigen Kennenlernen von Joblingen und Mentoren. Die Teilnehmer müssen an gemeinnützigen Projekten mitarbeiten. Wer das nicht möchte, unregelmäßig erscheint oder gar schwänzt, wird von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen. Schließlich soll das Programm für alle offen sein, die sich wirklich um eine Zukunft und einen Job bemühen. In dieser Phase zeigen die Teilnehmer ihre Motivation und Einsatzbereitschaft.

Die zweite Phase dient dazu, dass die Teilnehmer – die nun offizielle Joblinge sind – die verschiedenen Berufe kennenlernen. Sie sollen ein Berufsfeld erkunden und die nötigen Schlüsselkompetenzen erwerben. In dieser Phase können sich die Joblinge für eine Branche und speziell für einen Beruf entscheiden. Die Gruppenprojekte werden in Unternehmen durchgeführt – niemand muss also Angst davor haben, plötzlich auf sich allein gestellt zu sein. Ebenfalls in der zweiten Phase finden Workshops und Seminare statt, diverse Trainings und weitere Programme, zu denen Sport und Kultur gehören. Die Joblinge bekommen hier die Gelegenheit, ihre gesamten Lebensumstände völlig neu zu ordnen. Wer sich mit Schulden belastet hat, kann diese loswerden, wer an seiner Wohnsituation etwas ändern will, kann dies jetzt ebenfalls tun. Bei Bedarf werden auch persönliche Themen behandelt und individuelle Probleme gelöst. So gehen aus der zweiten Phase mental gestärkte Joblinge hervor, die fachlich und persönlich perfekt auf das Berufsleben eingestimmt wurden und die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufstätigkeit mitbringen.

Nun kann die dritte Phase beginnen, bei der es hauptsächlich um die Praxis geht. Den Teilnehmern wird ein Qualifizierungspraktikum angeboten, bei dem sie die bisher erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten anwenden können. Sie haben damit die Möglichkeit, erste Berufserfahrungen zu sammeln, mit denen sie später einen leichteren Start in den Job haben werden. Außerdem kann nach dieser Zeit jeder selbst einschätzen, ob der betreffende Job für die Dauertätigkeit geeignet wäre oder ob es doch eher lohnend ist, sich nach einer Alternative umzusehen.

Die vierte und letzte Phase steht ganz im Zeichen der praktischen Tätigkeit, die bereits als Probearbeit gewertet werden kann. Die Zeit der Praktika ist nun vorbei, jetzt wird es für die Teilnehmer ernst. Jeder bekommt so die Chance, sich seinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz selbst zu erarbeiten. Wer es dabei schafft, den Personaler von sich zu überzeugen, kann mit einem Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag rechnen. Doch auch für diejenigen, die nicht danach direkt in Arbeit stehen, bedeutet die Zeit bei den Joblingen keine verlorene Zeit. Durch die weitere Betreuung durch Mentoren werden mögliche Fehler bei Bewerbungen vermieden und die Motivation zur Eigeninitiative ist deutlich größer. Daher finden auch nach Abschluss des Programms zahlreiche Jugendliche einen festen Job oder eine Ausbildungsstelle.

Fazit zu den Joblingen

Die Joblinge mit Sitz in verschiedenen deutschen Städten – München, Köln, Frankfurt, Zwiesel und Berlin – sind für Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren eine sehr gute Möglichkeit, den Einstieg ins Berufsleben zu finden. Wer sich noch nicht sicher ist, ob der Traumberuf wirklich ein solcher ist, kann über das Praktikum in die Tätigkeit hineinschnuppern und auch verschiedene Unternehmen kennenlernen. Wer es schafft, mithilfe der Mentoren ein Unternehmen bzw. einen Personalverantwortlichen von sich zu überzeugen, wer die nötige Motivation mitbringt und Eigeninitiative zeigt, kann über die Joblinge tatsächlich zu seinem Traumberuf gelangen. Dabei stehen sowohl Lehrstellen als auch feste Arbeitsplätze zur Auswahl, die gern nach dem gegenseitigen Kennenlernen über das Praktikum mit Joblingen besetzt werden.


Bildnachweis: © freeimages.com – Penny Mathews

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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