Immobilien: in Rumänien kündigt sich ein Boom an

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In vergangenen 15 Jahren rollte die Investitionswelle vor allem über Länder wie Polen, Tschechien und Ungarn und versorgte diese mit internationalem Immobilienkapital. Jetzt schwappt dieser Trend auch nach Osteuropa über. Neben den Metropolen Budapest, Prag und Warschau stehen nun auch Länder wie Bulgarien, Rumänien, die Slowakei und Russland auf den Listen der Investoren ganz weit oben.

Im Jahr 2006 flossen 4,5 Milliarden US-Dollar in russische Immobilienmärkte, das sind zehn Mal so viel wie im Vorjahr. Laut Angaben des Maklerunternehmens Cushman & Wakefield (CW) sind im letzten Jahr 60 Prozent des gesamten Immobilientransaktionsvolumens in Russland durch internationale Käufer zustande gekommen. Vor allem Büroimmobilien und Einkaufszentren seien gefragte Investitionsobjekte für die internationalen Investoren.

Einkaufszentren sprießen in ganz Osteuropa momentan wie Pilze aus dem Boden. Der deutsche Shoppingcenterentwickler ECE besitzt mittlerweile 16 Shoppingcenter in Mittel- und Osteuropa. Elf neue Projekte sind bereits in Planung oder im Bau. Unter anderem in der City der russischen Stadt Jaroslawl. Hier entsteht unter der Hand von ECE eine moderne Einkaufsgalerie mit einer Gesamtfläche von mehr als 130.000 Quadratmetern. Dafür investiert das Unternehmen stolze 150 Millionen Euro. Zusammen mit der Advance Properties, einem der größten Immobilienunternehmen Bulgariens, errichtet das Hamburger Unternehmen zudem ein ganzes Stadtviertel mit Büroflächen, Einkaufsmöglichkeiten, Wohnungen und Hotels. Zunächst wird ein Shoppingcenter mit rund 70.000 Quadratmetern Mietfläche erbaut sowie ein Büroturm mit rund 40.000 Quadratmetern Fläche. Georgi Domuschiev, Geschäftsführer von Advance Properties, sagt: „In Sofia herrscht großer Bedarf an modernen Büro- und Einzelhandelsflächen. Auch Wohnungen werden gebraucht.“.

Milliarden fließen nach Osteuropa, unter anderem in die rumänische Hauptstadt Bukarest. Klaus Gugglberger, Mitglied des Vorstandes der österreichischen Investkreditbank AG, kommentiert das so: „Ob Büros, Wohnungen oder Einzelhandelsflächen, die Stadt hat von allem zu wenig.“. Das Unternehmen investiert unter anderem über ihre Fondstochter Europolis in zentraleuropäische Immobilienprojekte. Moderne Büroflächen seien derzeit Mangelware, so Gugglberger. Von 282.000 Quadratmetern Bürofläche stehen aktuell nur etwa zwei Prozent leer. Das hat zur Folge, dass die Mieten steigen. Selbst für mittelmäßige Büroflächen wird ein Mietpreis von 20 Euro pro Monat und Quadratmeter verlangt.

Auf dem Wohnungsmarkt sieht es leider nicht besser aus. Die Developer kommen mit der Produktion kaum nach. „Da gelingt es ihnen spielend, jede noch so schlechte Qualität zu stattlichen Preisen zu verkaufen“, sagt Gijs Klomp, der als Asset Manager bei der ING Real Estate Investment Management beschäftigt ist und seit acht Jahren in Bukarest lebt. „Wofür andere osteuropäische Städte zehn Jahre gebraucht haben, das macht Bukarest binnen zwei Jahren“, so Klomp. Ein rasantes Wachstum, dem die Stadt kaum Stand halte.

Experten sagen ein ebenso starkes Wachstum auch für Shoppingcenter auf dem rumänischen Markt voraus. Mit 2,2 Millionen Einwohnern standen der Region Bukarest Anfang 2007 insgesamt „nur“ 150.000 qm moderne Einzelhandelsflächen zur Verfügung. Das sind fünf Shoppingcenter, die momentan zum Einkaufen einladen. Sechs weitere Shoppingcenter mit Flächengrößen von 30.000 bis 76.000 qm sind jedoch schon geplant bzw. bereits in Bau.


Bildnachweis: © morguefile.com – FidlerJan

Klaus Müller-Stern

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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