Hyperloop Deutschland: Dirk Ahlborn fordert Elon Musk heraus

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Die Zukunft birgt immer wieder Überraschungen: Dirk Ahlborn sorgt dafür, dass Hyperloop Deutschland erschließt und damit ein Teil der Zukunft bereits jetzt erkennbar wird.

Mit Hyperloop Deutschland „erfahren“: Das Wettrennen von Elon Musk und Dirk Ahlborn

Chef von Tesla, Begründer von Paypal und SpaceX: Elon Musk hat schon vieles erreicht und möchte die Zukunft entscheidend mitgestalten. Im Jahr 2013 wurde seine Idee laut: Wie wäre es, wenn die Menschen in einer Kapsel durch einen Tunnel fahren und in kürzester Zeit um die Welt reisen würden?

Wie will Hyperloop Deutschland revolutionieren?

Einst hatte Elon Musk die Idee, dass die Großstädte dieser Welt über einen Tunnel, in dem eine Kapsel als Transportfahrzeug fahren sollte, miteinander verbunden werden sollten.

Er sah darin eine dritte große Idee: Tesla auf der einen Seite zur Revolution des Verkehrswesens, SpaceX zur Verbesserung der Raumfahrt und Hyperloop, um ein schnelles Verkehrsmittel zu schaffen, mit niemand mehr lange unterwegs sein müsste.

Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 km/h sollten in der fast luftleeren Röhre erreicht werden, ermöglicht durch die Nutzung der Magnetkraft sowie eines Vakuums. Schnell, umweltfreundlich und ohne lästige Geräusche, so die Vorstellung von Elon Musk.

Er veröffentlichte seine Idee, weil er angeblich selbst keine Zeit hatte, um diese weiter zu verfolgen. Inzwischen haben sich mehrere Unternehmen darauf spezialisiert, diese Vorstellungen weiterzuentwickeln, stoßen jedoch immer wieder an Grenzen.

Wie funktioniert Hyperloop?

Ob Hyperloop Deutschland oder die Bundesstaaten der USA miteinander verbindet, steht erst einmal auf dem zweiten Blatt. Vorrangig geht es um die Weiterentwicklung der Technik, die nun auch Sache der deutschen Hochschulgruppe „mu-zero Hyperloop“ aus Karlsruheist. Das Prinzip hinter Hyperloop ist schnell erklärt und wird hier in diesem Video noch einmal erläutert:

Video: 700 mph in a tube: The Hyperloop experience

Es geht um eine Metallröhre, welche auf Pfeilern errichtet wird und in der eine magnetisch angetriebene Kapsel Güter oder Passagiere von A nach B reisen lässt. Es gibt keinen Luftwiderstand, genutzt wird ein magnetischer Antrieb. Damit können die theoretischen Geschwindigkeiten bis zu 1.200 km/h erreichen. Soll Hyperloop Deutschland verbinden, könnte eine Strecke von Hamburg nach München führen. Diese würde in 45 Minuten zurückzulegen sein.

Hyperloop soll sich zudem selbst mit Energie versorgen und nutzt die eigene Oberfläche für Solarmodule. Was bisher noch utopisch klingt, könnte schon bald Wirklichkeit werden, denn weltweit forschen zahlreiche Unternehmen daran, Musks Idee in die Realität umzusetzen:

  • Hyperloop Transportation Technologies (USA)
  • Hyperloop One (USA)
  • Hardt Hyperloop (Niederlande)

Natürlich stellen diese Unternehmen nur eine Auswahl der momentan aktiv forschenden Firmen dar und sie sind gleichzeitig die vielversprechendsten. Zu erstgenanntem Unternehmen zählt auch Dirk Ahlborn, der mittlerweile als „der deutsche Elon Musk“ bezeichnet wird und sich ein Wettrennen mit den Niederländern bietet, die ebenfalls auf dem besten Weg sind, Hyperloop wahr werden zu lassen.

Dirk Ahlborn lässt mit Hyperloop Deutschland schneller werden

Bisher gibt es noch nicht einmal eine wenige Kilometer lange Strecke, mit der Interessenten per Hyperloop Deutschland durchqueren könnten.

Dennoch hat Europa und insbesondere Deutschland die Nase vorn, wenn es um das Hyperloop-Rennen geht. Der Grund: Dirk Ahlborn forscht über Hyperloop TT kräftig mit und lässt die Idee von Elon Musk zu seiner eigenen werden.

Natürlich ist es nicht nur eine Frage, ob sich mit Hyperloop Deutschland verbinden lässt, sondern auch, ob Europa nicht gänzlich neu und schneller zu befahren sein wird. ( Foto: Shutterstock- _ Sundry Photography  )

Natürlich ist es nicht nur eine Frage, ob sich mit Hyperloop Deutschland verbinden lässt, sondern auch, ob Europa nicht gänzlich neu und schneller zu befahren sein wird. ( Foto: Shutterstock- _ Sundry Photography )

Ist Dirk Ahlborn der Erste?

Natürlich ist es nicht nur eine Frage, ob sich mit Hyperloop Deutschland verbinden lässt, sondern auch, ob Europa nicht gänzlich neu und schneller zu befahren sein wird. Dirk Ahlborn, eigentlich gebürtig in Berlin, lebt mittlerweile in Kalifornien und sieht sich als künftiger Lizenzgeber für die Hyperloop-Technik.

Er gilt als deutscher Vertreter hinter der Technik und könnte die „menschliche Rohrpost“ eines Tages verwirklichen.

Dabei stammt die Idee natürlich nicht von ihm und noch nicht einmal von Elon Musk. Die Geschichte hinter Hyperloop ist noch viel älter und geht auf George Medhurst zurück, der im Jahr 1799 ein Konzept zum Transport von Wagen in Eisenrohren durch die Nutzung von Druckluft vorstellte. 1859 gründete man in London die Pneumatic Despatch Company, die in der britischen Hauptstadt Tunnel bohrte, durch die Transportwagen gleiten sollten.

Das Konzept wurde immer weiter ausgearbeitet und schon 1904 ließ Robert Goddard (Raketenbauer aus den USA) Vorstellungen vom heute beworbenen Hyperloop laut werden.

Dennoch hat Europa und insbesondere Deutschland die Nase vorn, wenn es um das Hyperloop-Rennen geht. ( Foto: Shutterstock-Oleg Kozlovskyy )

Dennoch hat Europa und insbesondere Deutschland die Nase vorn, wenn es um das Hyperloop-Rennen geht. ( Foto: Shutterstock-Oleg Kozlovskyy )

Kann Dirk Ahlborn Europa verbinden?

Auch in der Schweiz gab es in den 1970er Jahren ähnliche Konzepte, die wie alle bisherigen vor allem an den Kosten scheiterten. Nun soll es Dirk Ahlborn richten, der schon immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen war und einst ganz klein anfing.

Banklehre in Berlin, danach mit 20 Jahren weg aus Deutschland. Er ging nach Italien und baute dort verschiedene Unternehmen für die Nutzung alternativer Energien auf.

Dann kam die Finanzkrise, alles musste verkauft werden. Aus der Traum vom Leben in Saus und Braus, denn mit dem Verkauf des Firmengebäudes konnte noch nicht einmal der Bankkredit, den Ahlborn einst aufgenommen hatte, zurückgezahlt werden. Also Neustart in den USA: Kellner, Manager im Sushi-Restaurant, Gründung eines Start-ups.

Dann folgte die Gründung der Plattform „Jumpstarter“, über die Menschen zusammenarbeiten und Geld für ihre Projekte sammeln konnten. Das war der Grundstein für das Hyperloop-Projekt, wenngleich dieser Fakt Dirk Ahlborn zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war.

Über die Plattform fanden sich nach der Bitte Dirk Ahlborns um Zusammenarbeit viele Ingenieure zusammen, die neue Herausforderungen für Tüfteleien in der Freizeit suchten. Sie erhielten Firmenanteile als Entlohnung. Dirk Ahlborn selbst ist kein Tüftler oder Entwickler, er ist Unternehmer und möchte Probleme lösen.

Ein Problem, das schon lange besteht, ist das Transportproblem überall auf der Welt. Dirk Ahlborn sieht nun seine Aufgaben darin, mit Hyperloop Deutschland und die Welt zu verändern. Es wurden Technologien und Werkstoffe entwickelt, mit denen sich seine Pläne umsetzen lassen. Damit folgt Ahlborn dem Traum vom schnellen Reisen, der in Hyperloop endlich umgesetzt werden soll.

Dieser Traum ist auch in dem folgenden Video sehr gut erklärt:

Video: Der Traum vom Hyperloop | Projekt Zukunft

Ahlborn hat geschafft, was andere nicht konnten: Er gewann die Münchener Rück für sich und konnte beweisen, dass sein Projekt versicherungsfähig ist. Nun geht es darum, die regulatorischen Voraussetzungen zu schaffen, was nur die Regierungen dieser Welt können. Erst dann ist an eine wirkliche Umsetzung zu denken und daran, dass die wenigen Kilometer Teststrecke zu einem kompletten Netz ausgebaut werden.

Dirk Ahlborn selbst sieht sich dabei nur als Lizenzgeber und nicht als Entwickler oder Betreiber. Wenn es darum geht, mit Hyperloop Deutschland besser zu verbinden, werden es also Ahlborns Ideen sein, die zum Tragen kommen, nicht seine persönlich entworfenen Kapseln oder Tunnel.

Komfortabel reisen kritisch betrachtet

Die Idee hinter dem schnellen Reisen ist eine Sache, eine ganz andere die Umsetzung. Schließlich wollen die Passagiere möglich bequem und komfortabel reisen. Auch dazu gibt es bereits erste Pläne, wie das folgende Video zeigt:

Video: So könnte ein Hyperloop von innen aussehen | n-tv

Wie reisen die Menschen bequem?

Die Innenräume der Hyperloops sollen so komfortabel wie möglich werden. Große Panoramafenster mit einer erweiterten Tunneldarstellung sollen den Menschen eine Vision darüber vermitteln, dass sie eben nicht in einer Kapsel eingesperrt sind, die nahezu mit Lichtgeschwindigkeit durch die Tunnel saust und mit einem Wimpernschlag viele Kilometer zurücklegen lässt.

Bis zu 6000 Menschen werden gemeinsam reisen können, wenn es nach dem Willen der Entwickler geht. Zeitschriften und Kaffee soll es geben, wobei gerade diese wieder ein wenig an das vergangene Jahrhundert anzuknüpfen scheinen und einen Anschein von Normalität vermitteln sollen.

Welche Kritikpunkte gibt es am Hyperloop?

Ehe sich mit Hyperloop Deutschland erfahren lässt, dauert es noch lange. Nicht zuletzt liegt das auch an den zahlreichen Kritikpunkten, denen sich Hardt Hyperloop aus den Niederlanden ebenso stellen muss wie Dirk Ahlborn.

Vor allem in Europa scheint es gar keine Notwendigkeit für Hyperloop zu geben, denn hier gibt es vielerorts Schnellzüge, die das Reisen bequem und schnell erleben lassen. Es wird ferner davon ausgegangen, dass sich die Menschen gegen oberirdische Röhren, die die Landschaft verunstalten würden, aussprechen könnten.

Für das Verlegen unter der Oberfläche hingegen fehlt das Geld, wobei gerade die Kosten ohnehin ein wichtiger Aspekt sind. Sie sind generell viel zu hoch, meinen Experten.

Und noch mehr Probleme stellen sich, wobei diese eher technischer Natur sind. Physiker sehen die Röhren als gefährdet an, weil sie sich über viele Kilometer hinzögen und ständigen Temperaturveränderungen ausgesetzt seien. Das wiederum würde dazu führen, dass das Material permanent arbeitet und sich dadurch verändert. Sabotage und Unfälle seien weitere Probleme, denen man sich stellen müsse.

Ahlborn widerspricht den Kritikern vehement und hat für alles eine Lösung. Viele Kilometer lange Röhren gibt es auch bei Gas- und Ölpipelines, die sich ebenfalls bisher gut bewähren mussten. Für die Röhrenwände gäbe es längst Materialien, die mit Sensoren versehen werden könnten. Diese Sensoren wiederum würden melden, wenn es zu Störungen käme und so könnten Unfälle verhindert werden.

Zumal es zu solchen ohnehin kaum kommen dürfte, weil Wetterkapriolen oder plötzlich auf die Fahrbahn tretende Tiere und Menschen nicht möglich seien. Doch auch die Kosten selbst stehen auf dem Prüfstand. Auch wenn Hyperloop auf eine Eigenversorgung über Solarstrom setzt, so würde dieser im schlimmsten Fall doch nicht reichen, so die Experten.

Der Grund ist das Vakuum, das über eine so lange Distanz aufrechterhalten werden muss. Dies frisst sehr viel Energie, die nicht immer gesichert bereitgestellt werden könnte. Auch dafür müssten Lösungen gefunden werden, die bisherigen seien für ein derartiges Projekt noch nicht tragfähig.

Enthusiasten wie Dirk Ahlborn sehen diese wahrscheinlichen Probleme als Herausforderungen, die es zu meistern gilt und die sie jederzeit auch meistern können. Dabei bauen sie auf bisherige Lösungen und Erfahrungen, die in leicht abgewandelter Form angeblich sinnvoll genutzt werden könnten. Ob das am Ende wirklich so ist oder ob sich die ganze Idee nicht nur über wenige Kilometer verwirklichen lässt, bleibt bislang immer noch dahingestellt.

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