Glücksspielindustrie im Umbruch: Die Spieler treffen sich online

0

Längst hat der Online-Glücksspielmarkt aufgeholt und ist aus der Glücksspielwelt nicht mehr wegzudenken. Dennoch behaupten sich die Automatenspiele vor Ort weiter.

Online-Glücksspiele: Welche Vorteile haben sie?

Der wohl größte Vorteil der Online-Glücksspiele besteht darin, dass sie zu jeder Zeit und Stunde verfügbar sind. Hier gibt es keine Schließzeiten wie in den Casinos der großen Städte. Außerdem sind die Spiele schon mit einem geringen Einsatz verfügbar. Gleichzeitig ist die Auswahl an Spielen aber sehr groß und es können Anfänger ebenso wie Fortgeschrittene das perfekte Spiel für sich finden. Die Varianten gerade beim Roulette oder Blackjack sind deutlich zahlreicher als im Casino, außerdem kann sowohl mit Spielgeld als auch mit echtem Geld gespielt werden.

Bestands- und Neukunden profitieren überdies von verschiedenen Bonusangeboten, die beispielsweise ein zusätzliches Spiel zulassen oder ein Guthaben offerieren. Vor allem die jüngeren Casino-Kunden fühlen sich davon angesprochen und nutzen derartige Bonusangebote zur Bindung an ein Onlinecasino. Viele ältere Spieler, die die Spielhalle bevorzugen, werden für ihren Spieleinsatz mit einem kostenfreien Getränk belohnt, mehr aber auch nicht.

Casinos müssen Verluste hinnehmen

Es ist in der Glücksspielbranche allgemein bekannt, dass die Onlineanbieter den klassischen Spielhallen nach und nach den Rang ablaufen, wie auch bonus.net zu berichten weiß. Das gilt nicht nur in Bezug auf die Spielerzahlen, sondern auch im Hinblick auf die realen Einnahmen, die für das Casino deutlich niedriger ausfallen, wenn wieder ein Spieler online spielt.

Dabei sind nicht nur die Einnahmeverluste aus den Einsätzen zu verzeichnen, sondern auch die Gastronomie der Spielhalle muss Verluste hinnehmen. Ein Kunde, der zum heimischen Rechner greift und online spielt, verzehrt und trinkt nichts in der Spielhalle! Ein doppelter Verlust also, der vor allem kleine Kasinos und Kneipen betrifft. Immer seltener werfen Gäste ein paar Euro in die Automaten der Gaststätte, die damit kaum noch die Standgebühren einnehmen können. Die Auswirkungen, die sich hier im Kleinen zeigen, sind langsam auch bei großen Spielhallen zu sehen, denn immer mehr kämpfen ums Überleben.

Noch Mitte der 2000er Jahre gab es einen wahren Boom in den Spielhallen, dort standen bis zu 30 Automaten, die scheinbar im Dauerbetrieb waren. Heute werden die Spiele für langweilig erachtet, was nicht zuletzt dem Grund geschuldet ist, dass die Gewinnlimits am Automaten eingestellt werden. Den großen Zufall gibt es schon längst nicht mehr. Allerdings scheinen die Spieler nicht daran zu denken, dass auch Online-Spiele alles andere als zufällig sind.

Hier liegt ein Algorithmus zugrunde, der bereits vor dem ersten Onlinespiel festlegt, ob im Folgenden ein Gewinn wartet oder nicht. Wer den Jackpot geknackt hat, hatte nicht einfach Glück bei seinem Spiel, sondern das Glück zur rechten Zeit vor Ort gewesen zu sein.

Sicherlich ist es von Vorteil, zu jeder Zeit online spielen zu können. Allerdings sind die Verluste beim Spielen daheim oftmals deutlich höher als in der Spielhalle. (#01)

Sicherlich ist es von Vorteil, zu jeder Zeit online spielen zu können. Allerdings sind die Verluste beim Spielen daheim oftmals deutlich höher als in der Spielhalle. (#01)

Größere Verluste beim Onlinespiel

Sicherlich ist es von Vorteil, zu jeder Zeit online spielen zu können. Allerdings sind die Verluste beim Spielen daheim oftmals deutlich höher als in der Spielhalle. Der Grund: Das Online-Glücksspiel ist ein spannender Zeitvertreib, doch die Einsätze zu Hause sind meist höher.

Hier steht kein weiterer Spieler daneben, der den einen Zocker beobachtet und ihm Ratschläge erteilt bzw. darauf aufmerksam macht, dass seine Verluste allmählich zu hoch werden. Wenn es niemand sieht, kann der Zocker daheim also das Spiel wiederholen, erhöht seinen Einsatz oder spielt in einer scheinbaren Endlosschleife. Hier alles zu verlieren, ist durchaus möglich und nicht wenige wurden schon in den Ruin getrieben. Zumal die Einsätze oft nicht in der Höhe reglementiert sind, sodass sie deutlich höher ausfallen als in der Spielhalle.

Glücksspielmarkt wächst insgesamt

Allerdings ist es keineswegs so, dass nur der der Online-Glücksspielmarkt wächst und wächst, sondern das Glücksspiel scheint allgemein einen guten Stand in der Welt zu haben und kann sich trotz wirtschaftlicher Krisen und leerer Geldbeutel behaupten. Immer auf der Suche nach dem großen Erfolg setzen die Spieler ihr Geld eins ums andere Mal und freuen sich schon an kleinen Gewinnen. Die Zahlen sprechen für sich:

Die Wachstumsraten des Glücksspielmarktes liegen in Nordamerika und Kanada bei rund 20 Prozent pro Jahr, meist sogar noch darüber. Las Vegas konnte sich nach dem Anschlag vom 11. September rasch erholen und verzeichnete in 2004 rund 36 Millionen Gäste. Diese wanderten natürlich nicht alle in Richtung Online-Glücksspiel ab und so sind die Kasinos dort schon allein aus touristischen Gründen nicht in ihrem Bestand gefährdet.

Was für Amerika gilt, ist allerdings auch für Europa richtig, denn auch hierzulande wächst der Glücksspielmarkt kontinuierlich zweistellig. Im Gegensatz zu manch anderen Märkten gibt es hier konstante Wachstumsraten, die nur den Weg nach oben kennen. Allerdings lässt sich die Zweiteilung vornehmen: Westeuropa stagniert in puncto Glücksspiel, hier sind die Tischspiele sogar rückläufig. Die Staaten Osteuropas hingegen freuen sich über den wachsenden Markt und perfektionieren Tisch- und technische Glücksspiele.

Hier liegen auch die Wachstumsmärkte, auf die die Branche so sehr hofft. Noch vor einigen Jahren lagen die größten Glücksspielzentren Europas in Spanien und im Süden Frankreichs, heute sind allein in Moskau mehr Glücksspielautomaten zu finden, als in den Ländern der EG vor der Erweiterung der Gemeinschaft.

Glücksspiel als Möglichkeit, sich mit anderen zu treffen, sich auszutauschen und die Geselligkeit zu genießen, steht nicht mehr im Vordergrund. Zumindest die jüngeren Spieler hoffen ganz schnöde auf den großen Gewinn. (#02)

Glücksspiel als Möglichkeit, sich mit anderen zu treffen, sich auszutauschen und die Geselligkeit zu genießen, steht nicht mehr im Vordergrund. Zumindest die jüngeren Spieler hoffen ganz schnöde auf den großen Gewinn. (#02)

Online-Gaming im Wandel

Noch vor wenigen Jahren kämpfte das Online-Glücksspiel mit technischen Problemen, sie schienen unbeherrschbar. Die Betreiber der Casinos gingen davon aus, dass die Spieler immer in ihr vertrautes Umfeld zurückkehren würden, dass sie ihr Spiel-Ambiente bräuchten und dass andere Mitspieler vor Ort sein müssten. Das hat sich in der jüngsten Vergangenheit als falsch herausgestellt, denn Spieler wollen heute etwas ganz anderes.

Sie möchten:

  • jederzeit spielen können und nicht an Öffnungszeiten gebunden sein.
  • möglichst viele verschiedene Spiele zur Auswahl haben.
  • unbegrenzte Einsätze tätigen können.
  • zur Wahl haben, ob sie mit Spiel- oder Echtgeld spielen.

Glücksspiel als Möglichkeit, sich mit anderen zu treffen, sich auszutauschen und die Geselligkeit zu genießen, steht nicht mehr im Vordergrund. Zumindest die jüngeren Spieler hoffen ganz schnöde auf den großen Gewinn. Lediglich für die älteren Spieler ist der Besuch im Casino noch traditionsbehaftet, sie möchten sich in diesem Ambiente ihrem Hobby hingeben.

In den USA hat der Wandel allerdings solche Ausmaße angenommen, dass hier sogar Ängste seitens der Lehrer- und Elternschaft bestanden. Die Schüler der High Schools beteiligten sich am Online-Poker, verspielten jede Menge Geld und falten in vielen Fällen bereits als süchtig. Die Aufsichtsbehörden sollten einschreiten. Heraus kam, dass viele Spieler offiziell gar nicht auf diesen Seiten unterwegs sein durften, da die Teilnahme gesetzlich geregelt war.

Allerdings ist auch klar, dass sich so etwas kaum unterbinden lässt, wenn beispielsweise der heimische Internetzugang durch die Kinder genutzt wird. Die USA haben es sich danach ganz leicht gemacht und die Beteiligung an Online-Glücksspielen gesetzlich untersagt. Die Bürger nehmen derartige Verbote allerdings nicht hin, setzen sich darüber hinweg und protestieren zum Teil öffentlich gegen die Einschränkung ihrer Spielerlaubnisse.

Problem Spielsucht

Leider darf bei aller Spielfreude nicht außer Acht gelassen werden, dass die Zahl der Spielsüchtigen kontinuierlich wächst. Kein Wunder, denn dank leistungsfähiger Smartphones sind viele Online-Glücksspiele von jedem Ort der Welt aus zugänglich. Auf dem Bahnhof auf den Zug warten und ein Buch lesen? Deutlich mehr Menschen vertreiben sich die Wartezeit mit einem zünftigen Spiel und setzen auf Online-Roulette oder Blackjack.

Vielleicht gewinnen sie sogar etwas und versuchen es noch einmal. Und noch mal und noch mal, bis das eigentlich selbst gesetzte Limit wieder einmal überschritten wurde. Aus Frust spielen viele Menschen weiter, denn sie handeln nach dem Motto, dass es doch irgendwann klappen muss. Spielsucht ist ernst zu nehmen und wird auch von den seriösen Betreibern der Online-Casinos als Problem anerkannt. Viele von ihnen bieten mittlerweile die Möglichkeit zur Selbstsperrung an.

Die Nutzung dieser Funktion setzt allerdings voraus, dass sich der Spieler seines Problems bewusst ist und erkennt, dass er sein Spielen einschränken muss. Hilfe von außen ist kaum zu erwarten, denn häufig weiß nicht einmal die eigene Familie von der Häufigkeit des Onlinespielens und von der Höhe der Einsätze sowie von der Zwanghaftigkeit des Spielens. Hier fehlt wiederum der „Spielpartner“ aus dem Casino, der den Zocker auf sein eventuelles Problem aufmerksam macht.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Phoenixns -#01: nazarovsergey  -#02: wavebreakmedia

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Leave A Reply