Food Commerce: Lebensmittel per Mausklick

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Food Commerce stellt einen der neuesten Trends im Online-Handel dar. Die Bestellung von frischen Lebensmitteln oder fertigen Gerichten verspricht ein enormes Wachstumspotenzial. Immer mehr Unternehmen bringen sich in diesem Bereich in Stellung.

Food Commerce: Lebensmittel per Mausklick bestellen

Fast alle Berufstätigen kennen diese Situation: Sie kommen müde und hungrig von der Arbeit nach Hause, im Kühlschrank herrscht jedoch gähnende Leere. Diese Situation führt häufig dazu, dass sie den wohlverdienten Feierabend nicht genießen können. Eine Fahrt zum nächsten Supermarkt durchkreuzt dabei die Pläne, sich gemütlich auf der Couch zu entspannen.

Genau diese Situation haben die meisten Menschen wohl vor Augen, wenn sie an Online Food Commerce denken. Anstatt selbst nochmals aus dem Haus zu gehen, geben sie einfach und bequem eine Online-Bestellung auf. Schon kurze Zeit später erhalten sie ihre Lieferung – entweder bereits fertig zubereitete Gerichte oder frische Lebensmittel, mit denen man selbst köstliche Speisen zubereiten kann. Im Bereich der Lieferdienste für fertige Gerichte konnte der Onlinehandel bereits einen bedeutenden Marktanteil erzielen.

Im Bereich der Lebensmittellieferungen über das Internet ergibt sich jedoch ein anderes Bild – obwohl diese Dienste eine perfekte Lösung für den stressigen Alltag vieler Menschen bieten könnten. Insbesondere für junge Familien, in denen beide Eltern berufstätig sind, wäre dieser Service ausgesprochen praktisch. Bislang ist der Anteil der Online-Bestellungen im Food Commerce jedoch im Vergleich zum herkömmlichen Handel verschwindend gering. Daher ist es an der Zeit, herauszufinden, welche Faktoren bislang die Online-Bestellung von Lebensmitteln hemmen und wie die weiteren Entwicklungen im Online Food Business aussehen werden.

Zunächst ist es sinnvoll, die verschiedenen Möglichkeiten im Online Food Commerce vorzustellen. An erster Stelle stehen dabei Online-Portale und Apps für die klassischen Lieferdienste, die fertig zubereiteten Speisen ausliefern. (#01)

Zunächst ist es sinnvoll, die verschiedenen Möglichkeiten im Online Food Commerce vorzustellen. An erster Stelle stehen dabei Online-Portale und Apps für die klassischen Lieferdienste, die fertig zubereiteten Speisen ausliefern. (#01)

Die klassischen Lieferdienste: Jetzt online erreichbar

Zunächst ist es sinnvoll, die verschiedenen Möglichkeiten im Online Food Commerce vorzustellen. An erster Stelle stehen dabei Online-Portale und Apps für die klassischen Lieferdienste, die fertig zubereiteten Speisen ausliefern. Dieses Konzept ist bereits viele Jahrzehnte alt. Es wurde durch den Online-Service nur leicht verändert.

Während die Bestellung früher telefonisch erfolgte, nutzen die Kunden hierfür nun Online-Portale und immer häufiger Smartphone-Apps. Das bringt viele Vorteile mit sich. Beispielsweise ist es nicht notwendig, zunächst die Telefonnummer eines Lieferdiensts zu suchen. Ein einziges Portal bietet die Möglichkeit, in ganz Deutschland Essen zu bestellen. Darüber hinaus sind hier viele verschiedene Anbieter vertreten. Das sorgt für eine riesige Auswahl.

Die Online-Dienste haben diesen Geschäftsbereich jedoch nicht vollständig revolutioniert, sondern nur etwas angepasst und modernisiert. Nach wie vor beruhen sie auf den klassischen Lieferdiensten, die die Gerichte zubereiten und ausliefern. Hinzu kommt lediglich eine App oder ein Online-Portal für die Entgegennahme der Bestellungen. Der Erfolg dieses Modells ist herausragend.

Nach einer Erhebung von Statista nutzten 2015 6,1 Millionen Menschen in Deutschland einen Online-Lieferservice, während nur 1,4 Millionen Personen ihr Essen auf herkömmliche Weise bestellten. Dabei ist außerdem eine Prognose enthalten, die für die nächsten Jahre ein starkes Wachstum in diesem Bereich voraussagt.

Einer der wesentlichen Faktoren dafür, dass die Online-Lieferdienste so erfolgreich sind, liegt darin begründet, dass die Preise hierbei die gleichen sind wie bei der herkömmlichen Essensbestellung. Die Lieferdienste, die diese Plattformen nutzen, müssen sich in der Regel dazu verpflichten, online die gleichen Preise anzusetzen, wie wenn sich ein Kunde direkt an das Restaurant wendet. Für die Gebühren müssen demnach die Lieferdienste selbst aufkommen.

Im Bereich der Lieferung von Lebensmitteln ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Zwar haben sich in diesem Bereich auch schon die ersten Anbieter in Stellung gebracht, doch verläuft der Start bislang schleppend. (#02)

Im Bereich der Lieferung von Lebensmitteln ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Zwar haben sich in diesem Bereich auch schon die ersten Anbieter in Stellung gebracht, doch verläuft der Start bislang schleppend. (#02)

Lebensmittel online bestellen: Konkurrenz zum Supermarkt

Im Bereich der Lieferung von Lebensmitteln ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Zwar haben sich in diesem Bereich auch schon die ersten Anbieter in Stellung gebracht, doch verläuft der Start bislang schleppend. 2017 gingen Analysten beispielsweise davon aus, dass der Anteil der Online-Bestellungen im Lebensmittelbereich bislang nur etwa ein Prozent ausmacht – also deutlich weniger, als in andere Sparten des Einzelhandels.

Das führt dazu, dass die Gewinne für viele beteiligten Unternehmen bislang ausbleiben. Rewe – einer der größten Anbieter für Online Food Commerce – erzielte in diesem Bereich 2016 zwar einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro. Gewinne blieben dabei jedoch bislang aus. Der Grund dafür liegt darin, dass es recht teuer ist, eine geeignete Infrastruktur aufzubauen.

Raum für kreative Ideen

Das Online Food Business enthält nicht nur Lösungen für fertige Gerichte und Supermarktartikel. Darüber hinaus bietet es Raum für kreative Angebote. Ein Beispiel hierfür ist das Kochbox-Konzept. Dieses macht es ganz einfach, selbst zu kochen. Der Kunde erhält hierbei alles, was er für die Zubereitung benötigt – vom Rezept bis hin zu den erforderlichen Zutaten. Das macht es besonders einfach, selbst zu kochen – sogar für Anfänger. Die Pakete enthalten genau die richtige Menge an frischen Lebensmitteln, die notwendig sind, um das entsprechende Rezept zuzubereiten.

Der wichtigste Vorteil besteht ohne Zweifel in der erheblichen Zeitersparnis, die dieser Service bietet. (#03)

Der wichtigste Vorteil besteht ohne Zweifel in der erheblichen Zeitersparnis, die dieser Service bietet. (#03)

Zeitersparnis vs. Kosten: Wesentliche Faktoren für Food Commerce

Um die Startschwierigkeiten in diesem Bereich zu erklären, ist es sinnvoll, die Vor- und Nachteile zu betrachten, die der Online Food Commerce den Verbrauchern bietet. Der wichtigste Vorteil besteht ohne Zweifel in der erheblichen Zeitersparnis, die dieser Service bietet. Gerade für Menschen, die viel arbeiten und die daher nur wenig Freizeit haben, stellt das einen großen Vorteil dar. Auch junge Familien, in denen die Eltern berufstätig sind und die viel Zeit für die Kinderbetreuung benötigen, profitieren davon in hohem Maße.

Ein Problem ergibt sich jedoch aus den teilweise deutlich höheren Kosten. Die Preise für die Lebensmittel sind hierbei zwar in der Regel die gleichen wie in der Filiale, doch kommen bei vielen Anbietern recht hohe Mindestbestellwerte und erhebliche Lieferkosten hinzu. Dabei ist es auch möglich, Lieferfenster außerhalb der gewöhnlichen Arbeitszeiten vorzugeben. Das macht es für viele Berufstätige erst möglich, die Lieferung entgegenzunehmen. Dafür fallen jedoch deutliche Zusatzkosten an. So wird der Online-Einkauf nochmals teurer.

Der Anbieter Amazon Fresh verfolgt hierbei allerdings ein anderes Konzept. Dieser Dienstleister, der über keine stationären Filialen verfügt, verlangt keine Lieferkosten. Außerdem sind die Artikel selbst vergleichsweise preiswert. Allerdings ist hierfür eine Mitgliedschaft notwendig. Diese kostet 9,99 Euro pro Monat und ist außerdem nur möglich, wenn bereits eine kostenpflichtige Amazon-Prime-Mitgliedschaft besteht. Daher sind die einzelnen Einkäufe recht preiswert, allerdings entstehen erhebliche Fixkosten.

Dieses Modell bietet sich insbesondere für Verbraucher an, die ihre Lebensmittel regelmäßig online einkaufen möchten. Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Online-Bestellung zwar eine hohe Zeitersparnis mit sich bringt, aber in der Regel etwas teurer ist, als der Einkauf im Supermarkt vor Ort. Das stellt in diesem Bereich eine erhebliche Hemmschwelle dar, da gerade beim Kauf von Lebensmitteln die meisten Verbraucher sehr auf die Preise achten.

Neben dem Kostenfaktor gibt es einige weitere Punkte, die beim Online Food Commerce Probleme bereiten. Ein wichtiger Faktor besteht darin, dass viele Kunden Bedenken hinsichtlich der Frische der Produkte haben. (#04)

Neben dem Kostenfaktor gibt es einige weitere Punkte, die beim Online Food Commerce Probleme bereiten. Ein wichtiger Faktor besteht darin, dass viele Kunden Bedenken hinsichtlich der Frische der Produkte haben. (#04)

Weitere Bedenken der Käufer

Neben dem Kostenfaktor gibt es einige weitere Punkte, die beim Online Food Commerce Probleme bereiten. Ein wichtiger Faktor besteht darin, dass viele Kunden Bedenken hinsichtlich der Frische der Produkte haben. Obwohl die Anbieter streng darauf achten, dass die Kühlkette bei frischen Lebensmitteln nicht unterbrochen wird, sind viele Käufer in diesem Bereich skeptisch. Es kommt hinzu, dass eine Verpackung, die die Frische der Lebensmittel bewahrt, in der Regel sehr umfangreich ist und daher viel Müll verursacht. Schließlich fehlt vielen Kunden das typische Einkaufserlebnis, bei dem sie die Waren anschauen und anfassen können, um sich von der Qualität zu überzeugen.

Das richtige Marketing für Food Commerce

Bislang kann das Konzept der Lebensmittelbestellung über das Internet nur wenige Verbraucher überzeugen – obwohl es viele Vorteile bietet. Für das Management der entsprechenden Unternehmen ist es daher sehr wichtig, ein effizientes Marketing zu betreiben. Insbesondere über Social Media – aber auch über klassische Fernsehwerbung – ist es möglich, die Vorteile der Onlinebestellung herauszustellen und die Vorurteile abzubauen. Gerade die Online-Werbung – beispielsweise über Social Media – ist dabei besonders effektiv, da sie sich direkt an ein internetaffines Publikum richtet.

Wenn die Nahrungsmittel gekühlt werden müssen, ist es notwendig, spezielle Thermoverpackungen zu verwenden, die die Produkte kühl halten. (#05)

Wenn die Nahrungsmittel gekühlt werden müssen, ist es notwendig, spezielle Thermoverpackungen zu verwenden, die die Produkte kühl halten. (#05)

Die logistische Herausforderung beim Food Commerce

Eine große Herausforderung für das Management stellt die Logistik dar. Bei gewöhnlichen Produkten ist es lediglich notwendig, diese zu verpacken, zu adressieren und bei einem gewöhnlichen Paketdienst aufzugeben. Beim Einkauf frischer Lebensmittel ist jedoch bereits die Verpackung deutlich aufwendiger. Wenn die Nahrungsmittel gekühlt werden müssen, ist es notwendig, spezielle Thermoverpackungen zu verwenden, die die Produkte kühl halten.

Außerdem ist eine schnelle Lieferung sehr wichtig. Sonst erwärmen sich die Lebensmittel. Schließlich ist es notwendig, dass die Käufer sie sofort nach der Lieferung in den Kühlschrank einräumen. Eine Abgabe beim Nachbarn ist daher nicht möglich. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass der Käufer im Moment der Lieferung zu Hause ist.

Hohe Wachstumsraten wahrscheinlich

Bislang spielt Food Commerce nur eine relativ geringe Rolle. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beispielsweise sind die Kosten aufgrund des hohen logistischen Aufwands recht hoch und außerdem vermissen viele Menschen dabei das klassische Einkaufserlebnis. Dennoch sehen viele Experten in diesem Bereich ein erhebliches Wachstumspotenzial.

Während Online-Lebensmittelkäufe bislang nur rund ein Prozent am Gesamtumsatz dieser Branche ausmachen, gehen Marktbeobachter davon aus, dass sich dieser Wert deutlich erhöhen wird. Trotz der Probleme hinsichtlich der Logistik und der Vorbehalte bei der Kundschaft erwarten sie, dass sich die Online-Quote auch bei Lebensmitteln den Werten, die in anderen Branchen üblich sind, annähern wird.


Bldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: LightField Studios  -#01: YAKOBCHUK VIACHESLAV -#02: _ Syda Productions-#03: Dima Sidelnikov  -#04: _Prostock-studio-#05: Eskymaks

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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