Digitalisierung: Welche Jobs sind vor der Zukunft sicher?

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Nichts verändert die Gesellschaft momentan so fundamental wie die Digitale Revolution. Eine der großen Veränderungen ist die Automatisierung der Arbeit durch Roboter. Studien aus den USA prognostizieren, dass schon auf dem jetzigen Stand der Technik ein beachtlicher Teil der menschlichen Arbeit von Maschinen übernommen werden könnte. Trifft das auch auf Deutschland zu?

Die meisten Studien, die zur Ersetzbarkeit von Menschen durch Computern vorgenommen wurden, kommen aus den USA. Hier wurde vorausgesagt, dass fünfzig Prozent der Arbeitsplätze bereits heute von Computern übernommen werden könnten. Nun hat das Institut für Arbeitsmarkt- Berufsforschung (IAB) erstmals eine umfassende Studie vorgelegt, um die Situation in Deutschland zu analysieren. Bei der Untersuchung von 3.900 Berufen stellte das Institut fest, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland deutlich zukunftssicherer ist, als in den USA. Nur etwa 4,4 Millionen Arbeitsplätze können derzeit zu mehr als 70 Prozent von Computern übernommen werden. 13,2 Millionen Beschäftigte könnten zumindest einen großen Teil ihrer Aufgaben Maschinen überlassen, und bloß ein harter Kern von 1,2 Millionen Menschen lassen sich derzeit noch überhaupt nicht ersetzen.

Dienst nach Vorschrift kann auch ein Roboter

Routinetätigkeiten, bei denen keine unvorhergesehenen Ereignisse auftreten, sind am einfachsten an Maschinen abzutreten. Die wenigsten Jobs beinhalten jedoch ausschließlich solche Tätigkeiten. So gibt es zwar selbstfahrende Autos; solange diese jedoch nicht flexibel auf Baustellen und Gegenstände auf der Fahrbahn reagieren können, sind Lkw-Fahrer nicht ersetzbar. Altenpflege-Roboter können zwar säubernde und pflegende Tätigkeiten übernehmen, jedoch bei gesundheitlichen Schwierigkeiten ihrer Patienten nicht angemessen reagieren. Steuerberater können zwar ihre Rechenleistungen, jedoch nicht die psychische Beratung an Maschinen abtreten.

Insgesamt ist bei Berufen mit hohem sozialem, kreativem und interaktivem Potenzial die Wahrscheinlichkeit am geringsten, dass sie von Maschinen ersetzt werden. So können Lehrer zwar durch Lernsoftware ersetzt werden, ihre Funktion als Pädagogen wird jedoch weiterhin gebraucht. Zusätzlich kommt bei allen Berufen die Frage nach der Haftung hinzu: Wenn ein Roboter Fehler bei seiner Aufgabe macht, kann das bei vielen Tätigkeiten – in der Altenpflege, als Lkw-Fahrer, als Chirurg – gravierende Folgen haben. So müssten die Roboter konstant überwacht werden, damit ein Mensch gegebenenfalls einschreiten kann. Dies schafft nicht nur Arbeitsplätze für Überwachungs- und Wartungspersonal, sondern wirft in vielen Fällen auch ethische Schwierigkeiten auf.

Den entscheidenden Unterschied macht der Mensch

So kommt die Studie der IAB zu dem Schluss, dass in den meisten Branchen in Deutschland nur einzelne Tätigkeiten, nicht aber die Menschen an sich zu ersetzen sind. Und selbst in den Branchen, die eine hohe Affinität zu automatisierbaren Routinen haben, gibt es für die Beschäftigten keinen Grund zur Panik. So könnten beispielsweise im Finanz- und Rechnungswesen laut IAB rund siebzig Prozent der Tätigkeiten durch Maschinen ersetzt werden. Doch da hier ein eklatanter Mangel an Fachkräften herrscht, was an den offenen Stellen in der Branche zu sehen ist, müssen solche Zahlen nicht unbedingt besorgniserregend sein. Selbst wenn Aufgaben übernommen werden: Menschliche Interaktion kann auch in dieser Branche schwer ersetzt werden, und gerade im Finanzwesen ist die permanente Kontrolle der Roboter unabdingbar. Die Studie deutet darauf hin, dass der digitale Wandel des Arbeitsmarktes in Deutschland weniger schnell und heftig erfolgen wird als beispielsweise in den USA. Dass der Wandel auch hierzulande ankommen wird, steht indes außer Frage.


Bildnachweis: © unsplash.com

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