CMR-Frachtbrief: Warum Sie Pflichtangaben und Geltungsbereich kennen sollten!

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Der CMR-Frachtbrief ist im grenzüberschreitenden Frachtverkehr Pflicht. Diese Angaben und Funktionen sind dabei wichtig! Der CMR-Frachtbrief steht für das Internationale Abkommen für den grenzüberschreitenden Frachtverkehr und ist wichtig, wenn einer der beiden beteiligten Staaten die CMR unterschrieben hat.

Der CMR-Frachtbrief ist längst alltäglich (Video)

Das Kürzel CMR steht für „Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route“ und meint das internationale Abkommen, das für Beförderungsverträge auf dem Landweg geschlossen wurde. Dieses Abkommen gilt schon seit vielen Jahrzehnten, in Deutschland wurde der CMR-Frachtbrief am 5. Februar 1961 verpflichtend.

Er ist im Alltag der Versender und Frachtführer längst Usus, denn dort war er schon seit 1956 verbreitet. Übrigens: Auch wenn der CMR-Frachtbrief für den internationalen Frachtverkehr vorgesehen ist, wird er auch innerhalb des Landes genutzt.

Moderner CMR-Frachtbrief: Mit Zusatzprotokoll e-CMR

Wie in vielen anderen Bereichen lassen sich auch CMR-Frachtbrief ausfüllen, indem die digitale Variante genutzt wird. Diese trägt den Namen e-CMR und gilt schon seit Februar 2008. Damals wurde die Vereinbarung über das internationale Abkommen durch das Zusatzprotokoll e-CMR ergänzt, wobei es noch bis Juni 2011 dauerte, bis endlich einige Länder das e-CMR unterzeichneten.

Von nun an war der digitale Frachtbrief nutzbar, weist aber keine anderen Informationen als die analoge Variante aus. Es ging bei der Einführung lediglich darum, dass die Übermittlung des digitalen Frachtbriefs einfacher und schneller möglich war als die Nutzung des handschriftlich ausgefüllten CMR-Frachtbriefs.

Allerdings kann der e-CMR-Frachtbrief nicht überall genutzt werden, sondern gilt nur dort, wo auch das betreffende Land das zugehörige Protokoll zum Abkommen unterzeichnet hat.

Video: CMR – Bedeutung und Sinn, einfach erklärt!

Hier kann e-CMR genutzt werden

Insgesamt sind es derzeit 29 Länder, die auf e-CMR umgestellt haben. Die immer wieder aktualisierte Liste ist unter www.unece.org einsehbar.

Hier die Länder, die aktuell e-CMR anbieten:

  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Iran (Islamische Republik)
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Oman
  • Polen
  • Portugal
  • Republik Moldau
  • Rumänien
  • Russische Föderation
  • Schweden
  • Schweiz
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tadschikistan
  • Tschechien
  • Türkei
  • Ukraine
  • Usbekistan
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
  • Weißrussland
Das Kürzel CMR steht für „Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route“ und meint das internationale Abkommen, das für Beförderungsverträge auf dem Landweg geschlossen wurde. ( Foto: Shutterstock-Minerva Studio )

Das Kürzel CMR steht für „Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route“ und meint das internationale Abkommen, das für Beförderungsverträge auf dem Landweg geschlossen wurde. ( Foto: Shutterstock-Minerva Studio )

Der e-CMR und der CMR-Frachtbrief werden immer dann verwendet, wenn eine Fracht über die Grenzen eines Landes gebracht werden muss und wenn mindestens eines der Länder das Abkommen unterzeichnet hat. Weltweit sind es mittlerweile immer mehr Länder (2017 waren es 55), die den CMR-Frachtbrief nutzen.

Der nationale Transport wird in Deutschland durch das Handelsgesetzbuch geregelt, was übrigens in den übrigen Ländern durch das jeweils geltende nationale Recht ebenfalls der Fall ist.

Der CMR-Frachtbrief darf erst dann erstellt werden, wenn die Intralogistik die Ware an die Extralogistik übergeben hat, das heißt nach Kommissionierung der Fracht. ( Foto: Shutterstock- M2020 )

Der CMR-Frachtbrief darf erst dann erstellt werden, wenn die Intralogistik die Ware an die Extralogistik übergeben hat, das heißt nach Kommissionierung der Fracht. ( Foto: Shutterstock- M2020 )

Erstellung und Gültigkeiten beim CMR-Frachtbrief

Der CMR-Frachtbrief darf erst dann erstellt werden, wenn die Intralogistik die Ware an die Extralogistik übergeben hat, das heißt nach Kommissionierung der Fracht. Ob EU-Paletten für die Waren genutzt werden, spielt dabei keine Rolle, wichtig ist nur, dass der Verladeschluss vorliegt.

Meist wird der CMR-Frachtbrief automatisch erstellt, dies übernimmt das Lagerverwaltungssystem. Letzten Endes wird damit Zeit gespart, außerdem werden Fehler verhindert, da die Felder im Frachtbrief automatisch ausgefüllt werden.

Wichtig: Der Frachtbrief muss in englischer oder französischer Sprache erstellt werden.

Die Funktion des CMR-Frachtbriefs

Mit dem CMR-Frachtbrief wird die Fracht per Lkw dokumentiert. Sobald der Lkw unterwegs ist und das Lager verlassen hat, dient der Frachtbrief als Beweisurkunde für die Waren, die sich an Bord des Lkw befinden. Der Frachtführer bekommt mit dem Dokument eine Quittung in die Hand, die die Übernahme der Fracht dokumentiert.

Geltendes Recht bezüglich des CMR-Frachtbriefs

Der CMR-Frachtbrief hat Nachweisfunktion im Umsatzsteuerrecht und regelt Transportschäden sowie die allgemeine Haftung. Ergänzend wird das jeweils geltende nationale Recht angewendet, mit dem die rechtlichen Lücken geschlossen werden, die durch den Frachtbrief noch offen sind.

Zusätzlich zum Handelsgesetzbuch in Deutschland gelten auch Versicherungen, mit denen entsprechende Vereinbarungen getroffen wurden. Der CMR-Frachtbrief gilt jedoch nur für den Transport der Waren auf der Straße. Werden Container oder Wechselaufbauten verwendet, gelten diese nicht als Transportfahrzeuge und der Frachtbrief gilt für sie nicht.

Folgende Angaben müssen im CMR-Frachtbrief zu finden sein:

  • Ort und Datum der Frachtbrief-Ausstellung
  • Name und Adresse des Absenders
  • Name und Adresse des Empfängers
  • Name und Adresse des Frachtführers
  • Ort der Übernahme
  • Datum der Übernahme
  • Ort und Datum der Ablieferung
  • Bezeichnung der transportierten Waren und Güter (plus Menge, Zeichen und Nummern bei einzelnen Frachtstücken)
  • Maße, Gewichte und Verpackungsarten
  • Eigenschaften der transportierten Güter (v. a. bei gefährlichen Gütern muss die internationale Bezeichnung vorhanden sein)
  • weitere Angaben zur Fracht
  • Frachtkosten, weitere Gebühren, Zölle (ab Vertragsschluss bis Auslieferung)
  • Art der Zahlung
  • Anweisungen für Ämter und Zoll
  • Vorgaben zur Beförderung
  • Hinweis auf Geltung des CMR

Der letztgenannte Punkt gilt auch dann, wenn anderweitige Vereinbarungen getroffen wurden. Zusätzlich können weitere Angaben nötig sein, die im Einzelfall geregelt worden sind:

  • Verbot der Umladung
  • Kostenübernahme durch den Absender
  • einzuziehende Nachnahme als Art der Zahlung
  • Angaben zum Wert des Frachtgutes (Wert stellt Interesse an der Lieferung dar)
  • zu berücksichtigende Angaben zur Versicherung der Fracht
  • Frist für den Abschluss der Lieferung
  • Auflistung der Urkunden und Dokumente, die der Frachtführer bei der Frachtübernahme erhalten hat

Was gilt in puncto Umsatzsteuer? (Video)

Der CMR-Frachtbrief ist geeignet, um ein Akkreditiv auszulösen und dient als Nachweis dafür, dass eine Fracht in ein Drittland verbracht worden ist. Dies ist für die Berechnung der Umsatzsteuer wichtig, von der eventuell eine Befreiung erfolgt. Drittlandlieferungen werden im Umsatzsteuererrecht gesondert behandelt und die Lieferung muss demzufolge nachweisbar sein.

Video: CMR-Frachtbrief richtig ausfüllen – so geht’s!

Häufig gestellte Fragen rund um den CMR-Frachtbrief

Was ist unter CMR zu verstehen?

Die Abkürzung CMR steht für „Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route“ und regelt die internationale Beförderung von Waren und Gütern. Dabei gilt der CMR-Frachtbrief nur für eine Beförderung auf Straßen, denn das internationale Abkommen bezieht sich nur auf diese. Das Abkommen selbst wurde im Jahr 1956 unterzeichnet, fünf Jahre später wurde es für Deutschland verpflichtend.

Wichtig: Das CMR gilt nicht für den Transport in Containern oder mit Wechselaufbauten, denn sie sind keine Fahrzeuge, die vom CMR inbegriffen sind. Werden Transporte mit Containern oder Wechselaufbauten durchgeführt, gilt ein standardisierter Frachtbrief.

Ist der CMR-Frachtbrief Pflicht?

Seit 1998 ist das Mitführen des Frachtbriefes nicht mehr verpflichtend, allerdings kann der Frachtführer auf der Ausstellung eines solchen bestehen. Dieses Recht wird durch das Handelsgesetzbuch und hier § 408 geregelt.

Von wem muss der CMR Frachtbrief ausgestellt werden?

Die Erstellung des CMR-Frachtbriefs ist Aufgabe des Absenders der Ware oder der Frachtführer muss die Erstellung übernehmen. Diese wird in Artikel 5 Abs. 1 Satz 1 CMR deutlich. Genau ist dort allerdings nicht festgehalten, wer dazu verpflichtet ist. Was allerdings darin steht, ist die Notwendigkeit, dass Absender und Frachtführer gleichermaßen den Frachtbrief zu unterzeichnen haben. Zum Nachlesen: Artikel 5 Abs. 1 CMR.

Wann muss ein CMR Frachtbrief vorhanden sein?

Die Frage, wann man einen CMR Frachtbrief braucht, ist leicht zu beantworten: Er wird immer dann gebraucht, wenn ein Transport über die Grenzen eines Landes hinweg erfolgen muss. Dabei ist wichtig, dass einer der beiden Staaten dem CMR Abkommen zugestimmt hat.

Das heißt: Wird ein Transport von Deutschland nach Spanien durchgeführt, muss eines der Länder die Unterzeichnung des CMR Abkommens vorgenommen haben. Es ist ausdrücklich nicht nötig, dass beide Staaten Unterzeichner waren.

Welche Eigenschaften haben CMR Arzneimittel nicht?

CMR Arzneistoffen haben eine Einstufung als:

  • krebserzeugende,
  • erbgutverändernde und
  • fortpflanzungsgefährdende

Stoffe. Sie sind im „Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsfährdender Stoffe“ in der TRGS 905 aufgeführt. Diese Liste erfährt immer wieder Überarbeitungen und Ergänzungen.

Was muss der Fahrer prüfen, wenn er Güter nach CMR übernimmt?

Der Fahrer muss die Güter, die er nach CMR übernimmt, vor der Abfahrt überprüfen. Die Prüfung zielt auf den Zustand der Güter ebenso ab wie auf die Anzahl der Güter. Beides muss mit den Angaben im Frachtbrief übereinstimmen.

Sind Beschädigungen oder andere Anzahlen als angegeben erkennbar, müssen diese Abweichungen zum Frachtbrief festgehalten werden. Kommt der Fahrer dieser Verpflichtung nicht nach, kann es bei späterer Feststellung der Abweichungen zu Verdachtsvermutungen kommen, die den Fahrer selbst betreffen.

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