Die Blockplatzierung als wichtige Promotionmaßnahme

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Kundenbefragungen und gezielte Tests haben ergeben, dass die Blockplatzierung die beliebteste Art der Warenplatzierung im Geschäft ist. Dabei werden die Waren vertikal platziert und sind damit gut vergleichbar.

Die Blockplatzierung im Geschäft: Definition und Vorteile der Warenpräsentation

Artikelgruppen werden bei der Blockplatzierung vertikal präsentiert, wobei je Regalteil eine Artikelgruppe untereinander zu finden ist. Der Vorteil dabei ist, dass der Kunde eine gute Vergleichsmöglichkeit über das aktuelle Angebot bzw. über das Sortiment hat. Die Blockplatzierung ist zudem sehr gut mit der Farbsortierung zu kombinieren.

Blockplatzierung: Gut vergleichbare Warenpräsentation

Werden alle Hemden eines Herstellers vertikal übereinander im Regal platziert oder alle Tütensuppen eines Herstellers, so spricht der Marketingexperte und Promotionfachmann von einer Blockplatzierung. Als maßgebliches Merkmal für die Gruppierung kann der Hersteller dienen, auch die jeweilige Warengruppe kann als Vergleichsmerkmal herangezogen werden.

Werden Artikel nach dem Bedarf in dieser Form präsentiert, handelt es sich aber nicht um eine Blockplatzierung, sondern hier gilt der Maßstab der Verbundplatzierung.

Beispiel für eine Blockplatzierung: Tütensuppen des Herstellers Knorr. (Foto: shutterstock – Ralf Liebhold)

Beispiel für eine Blockplatzierung: Tütensuppen des Herstellers Knorr. (Foto: shutterstock – Ralf Liebhold)

Verschiedene Arten der Blockplatzierung

Die Blockplatzierung ist nicht immer gleich, sondern es werden drei Arten unterschieden:

  1. Markenblock

    Der Markenblock wird häufig auch als Herstellerblock bezeichnet. Die Waren eines Herstellers werden dabei nebeneinander platziert. Im zweiten Fach kommt die gleiche Produktgruppe eines anderen Herstellers. Ein Beispiel: In Regalboden eins (von oben gezählt) liegen alle Hosen der Firma ABC, in Regalboden zwei alle Hosen des Herstellers DEF, danach folgen die Hosen von Unternehmen GHI.

    Die Vorteile des Markenblocks beziehen sich vor allem auf die Präsentation der Marke selbst. Sie wird sehr gut herausgestellt und der Kunde bekommt einen guten Überblick über das aktuelle Angebot des einzelnen Herstellers.
    Nachteilig für den Kunden ist, dass der Preis-Leistungs-Vergleich hierbei deutlich schwererfällt.

  2. Segmentblock

    Der Segmentblock wird als Produktblock bezeichnet. Hierbei werden bestimmte Sorten eines bestimmten Herstellers immer nebeneinander präsentiert. Das bedeutet für das oben genannte Beispiel, dass in Regalboden eins alle Pullover der Hersteller ABC, DEF und GHI angeboten werden. Im zweiten Regalboden folgen in gleicher Reihenfolge der Hersteller alle Hosen. Danach wiederum kommen in Regalboden drei alle T-Shirts der jeweiligen Hersteller.

    Der Vorteil dieser Art der Blockplatzierung liegt vor allem in der guten Übersicht für den Kunden, der direkt das gesamte Sortiment im Blick hat.
    Nachteilig hingegen kann sein, dass das Ordnungsprinzip oft nur schwer zu durchschauen ist, daher kann eine längere Produktsuche mit dieser Anordnung verbunden sein.

  3. Kreuzblock

    Werden die Anordnungen aus Marken- und Segmentblock gemischt, entsteht der sogenannte Kreuzblock. Dabei werden die Produktgruppen sowohl vertikal als auch horizontal angeordnet. Hierbei werden zum Beispiel von links nach rechts alle Pullover, Hosen und T-Shirts eingeordnet, von oben nach unten ergibt sich die Anordnung nach den verschiedenen Herstellern.

    Der Vorteil des Kreuzblocks liegt in der einfacheren Vergleichbarkeit der Produkte verschiedener Hersteller. Nachteilig hingegen ist diese Art der Anordnung, wenn es sehr viele Produkte sind, die hier eingeordnet werden. Dann leidet die Übersichtlichkeit und der Kunde ist überfordert. Eine kürzere Verweildauer kann die Folge sein.

Das zweite Beispiel für eine Blockplatzierung zeigt Marmeladen verschiedener Hersteller. (Foto: shutterstock – defotoberg)

Das zweite Beispiel für eine Blockplatzierung zeigt Marmeladen verschiedener Hersteller. (Foto: shutterstock – defotoberg)

Vorteile der Blockplatzierung

Die Vorteile der Blockplatzierung ergeben sich aus den oben genannten Beispielen und Anordnungsarten. Es geht vor allem darum, die Zusammengehörigkeit von Produkten besser darstellen zu können und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Kunde das Sortiment möglichst übersichtlich präsentiert bekommt. Findet er auch ohne die Hilfe eines Verkäufers das gewünschte Produkt, wird damit die Kundenzufriedenheit erhöht, die ein wichtiger Maßstab für die gewünschte Rückkehr des Kunden ist.

Wirklich vorteilhaft kann sich die Blockplatzierung allerdings nur auswirken, wenn sie richtig umgesetzt wird. Dazu zählt auch die ausreichende Kennzeichnung der Produkte, denn ohne eine solche findet sich der Kunde nicht zurecht, der Frust beim Einkauf steigt.

Je nach vorhandenem Platzangebot empfiehlt es sich, auf Mehrfach-Facings zu setzen, um die Bedeutung einer Marke oder eines Produkts zu verdeutlichen und die Aufmerksamkeit des Kunden zu erhöhen.

Drei Arten der Blockplatzierung: Verschiedene Ergebnisse im Test

Forscher haben bereits vor einigen Jahren die verschiedenen Arten der Blockplatzierung genauer unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass die Kunden durchaus ihren Favoriten haben. Getestet wurde dabei mithilfe des sogenannten Eye-Trackings, bei dem die Blicke der Testkunden aufgezeichnet wurden.

Die Testergebnisse sprechen für den Kreuzblock

Der Kreuzblock soll die Vorteile der anderen beiden Arten der Blockplatzierung miteinander vereinen, was anhand der Testergebnisse auch bei den Kunden entsprechend ankommt. Der Herstellerblock wurde im Test klar abgelehnt, wobei die Begründung der Kunden darin bestand, dass hierbei die Vergleichsmöglichkeiten zu gering seien.

Der Markenblock wird aber besser notiert bzw. als vorteilhafter wahrgenommen, wenn eine übergeordnete Aufgabe gestellt wurde. Heißt es zum Beispiel, dass nach Kaffeegebäck für den Sonntag gesucht werden soll, schneidet der Markenblock besser ab.

Dennoch: Egal, welche Aufgabe gestellt worden ist, schnitt der Kreuzblock als Testsieger ab. Die Kunden konnten die jeweiligen Warengruppen deutlich besser erfassen und vergleichen als bei anderen Platzierungsarten.

Für den Test wurden 120 Käufer damit beauftragt, bestimmte Aufgaben zu erfüllen und dabei zwischen den drei Alternativen der Blockplatzierung zu wählen. Bewertet wurden dabei die Dauer der Orientierung, die Abverkäufe sowie die Aussagen der Teilnehmer an diesem Test selbst.

Ein Beispiel für die Blockplatzierung im Supermarkt

Unter anderem wird Tee im Supermarkt häufig in der Blockplatzierung präsentiert. Dabei bekommt jeder Artikel ein Facing, das heißt, dass die weiteren Artikel gleicher Art und Marke dahinter eingeordnet werden. Werden diese Teeangebote aber als Mehrfach-Facing präsentiert, erhalten sie deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Die Blicke des Kunden schweifen von einem Artikel zu dem daneben liegenden und bleiben umso eher daran hängen, weil im Bruchteil einer Sekunde über den Bekanntheitsgrad des Artikels entschieden wird. Damit ist es möglich, eine ungünstige Platzierung auszugleichen.

Bei der Blockplatzierung wird zudem die Beleuchtung unterstützend eingesetzt und kann bei perfekter Ausführung eine Steigerung des Absatzes der Produkte um bis zu 25 Prozent erreichen.

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