„Add Link“: Was die Netiquette dazu sagt

0

Add a link, because your audience wants to check the information with no need to search for it in google or other search engines.“. So las ich kürzlich in den edublogs über die Beweggründe zum Setzen von Links in eigenen Blogbeiträgen. Aber muss man jedem beweisen, was man zu einem Thema schreibt? Was sagt denn eigentlich die Netiquette über das Setzen von Links in Blogposts? Und wie verhält es sich mit dem „Add Link“ auf den Seiten der eigenen Webseite? Das sind jede Menge spannende Fragen, denen ich heute nachgehe.

When to add a link: braucht es das überhaupt?

Die Antwort ist hier schnell und klar zu geben: „Jein“ lautet sie. Seit seinen ersten Jahren lebt das Internet von der Möglichkeit per „Add Link“ mitten aus dem Text heraus auf eine dem Autor wichtig erscheinende Seite hinzuweisen. Praktisch ist es zudem, denn der Autor kann sich das aufwändige, vollständige Rezitieren ersparen, verweist schlicht auf die Quelle. Wer mehr erfahren möchte, folgt dem Link und liest sich alle Details an. Damit hat zudem das Internet dem Buch eine ganz wichtige Sache voraus: das Vernetzen von zusammengehörigen Informationen ist im Web leichter möglich, als es in unserem geliebten Buch je machbar sein könnte.

Ein klares „Ja“: „add-your-link“ ist wichtig

Mit den Jahren kam im Internet das Bloggen auf und sofort auch stark in Mode. Endlich konnte auch der kleine Mann ( und die kleine Frau ) sich über das Internet Gehör verschaffen. Und die Millionen privaten Blogs geben uns als Leser die Möglichkeit, in Welten einzutauchen, die unseren Interessenlagen entsprechen. Dort erfahren wir Neues von Menschen mit ähnlichen Gedankenwelten. Das ist angenehm und hat letztlich so manchen Influencer herausgebracht.

Was wir bei den Bloggern besonders schätzen, das ist eben das „add your link“ zu einer Webseite, welche ein megageiles Produkt bietet oder einen interessanten Video- oder Fotobeitrag zu einem beliebten Event zeigt. Einen solchen „Link add“ folgen wir gerne und das Web wäre ärmer, gäbe es nicht diese vielen Verweise auf spannende Fundstücke.

Ein klares „Nein“: don’t „add-links-to-your-page“

Wer sich ein neues Bike beschaffen will, der wird sich vor dem Kauf eine ganze Weile mit dem Gedanken tragen. Wie es mittlerweile üblich ist, sucht man im Internet nach Erfahrungsberichten anderer, welche das Produkt bereits gekauft und benutzt haben. Hier sind wir sehr dankbar über das öffentliche Teilen der Erfahrungen mit gekauften Produkten.

Zwischen all diesen Blogs von Enthusiasten finden sich jedoch auch Webseiten, deren Autoren zwar vorgeben, ein Produkt gekauft und getestet zu haben und eine Empfehlung aussprechen, jedoch ihren Testbericht mit Amazon Webshop „Add Link“-Verweisen gespickt haben. Klickt man darauf, verdient der Empfehler beim Kauf mit. So wird der „Link-Add“ zur „Link-Ad“. Die Rede ist von Affiliate-Webseiten, welche Links aus rein wirtschaftlichem Interesse in ihre Beiträge einflechten. Diese sind in Verruf geraten, da man aus dem Beweggrund zum „Add-Link“ auf den Wahrheitsgehalt der Äußerungen schließt.

Derlei versteckte Werbung ist keine gute Idee und sollte keine Grundlage eines Geschäftsmodells sein. Aufrichtigkeit ist die generelle Erwartungshaltung der Leser im Internet. Gerät eine Webseite aufgrund solcher Praktiken in Misskredit, werden auch die übrigen Inhalte der Website als wenig vertrauenswürdig eingestuft.

Das „Why“: why should I really „add-a-new-link“?

Tja, wann soll man denn nun mit „add-a-link“ auf eine andere Seite verweisen? Die Antwort ist hier sehr einfach zu geben: wenn es einen guten Grund dafür gibt. Gründe für den „add-a-link“ können sein:

  • Die verlinkte Zielseite vertieft einen angerissenen Sachverhalt und bringt wertvolle zusätzliche Informationen zum Thema.
  • Hinter dem „Add Link“ warten auf den Leser interessante Fotostories oder Bewegtbildmaterial.
  • Der „Webshop Add Link“ führt zu eben dem Shop, in dem man das Produkt erstanden hat, von dem man gerade berichtet oder vorschwärmt. Eine solche begeisterte und emotionale Empfehlung ist tatsächlich legitim.
  • Wenn man per „Link Add“ Linkliste(n) mit einer Sammlung spannender Inhalte zusammenträgt, stellt das für den interessierten Leser stets eine Bereicherung dar.
  • Man verweist auf ein anderes Blog („Link Add“ einer weiteren Stimme zum Thema) welches eventuell sogar eine gegenteilige Meinung vertritt. Das ist für den Leser auch interessant, so kann er sich so ein besseres Bild vom gesamten Sachverhalt machen. Es offenbart zudem, dass der Autor den Diskurs nicht scheut, was für seine Person spricht.

Das Selbstverständliche: die Blogroll

Noch immer ist es unter Bloggern üblich, auf die befreundeten Blogs hinzuweisen. Die Blogroll in der Marginalie des Blogs zeigt, wem man verbunden ist. Hier sollte man ebenfalls überlegen, wen man per „add your link“ in die Blogroll aufnimmt. Diese Links werden nicht selten genutzt und der Leser stellt stets eine gedankliche Verbindung zwischen beiden Blogs bzw. Webseite her.

„Add a Link“ auf der eigenen Webseite: wann sollte man hier verlinken?

Wer auf den Webseiten großer Tageszeitungen den einen oder anderen Beitrag kommentiert, wird sich bereits mit dem Begriff der Netiquette vertraut gemacht haben. Das Kofferwort aus dem Englischen regelt primär den sprachlichen Umgang zwischen Diskussionsteilnehmern auf eben solchen Webseiten. Seitens der Redaktionen wird in den jeweiligen Regeln zur Netiquette aber auch auf das Setzen von Links (in den Kommentaren) eingegangen. Hier wollen die Redakteure verhindern, dass die Kommentare zu öffentlichen Beiträgen als Werbeplattformen missbraucht werden. Ganz falsch ist der Gedanke aber nicht, denn es wird dort wiederholt darauf hingewiesen, dass ein Link zu vertiefenden und weiterführenden Informationen genehm ist, werbliche Links jedoch nicht.

Für den Leser eines Beitrags bzw. einer Seite Ihrer Webseite ist es letztlich auch angenehmer, wenn Sie ausschließlich dann einen Link zu einer anderen Webseite setzen, wenn es dafür einen guten Grund gibt. Ein übermäßiges Bepflastern des Textes mit Links zu anderen Webseiten kündet nicht vom Überblick über das Informationsangebot im Web, es vermittelt eher Wahllosigkeit – und diesen Eindruck sollte man vermeiden.

Hier unsere Tipps, wann ein „Add Link“ erfolgen sollte.

„Add-a-Link“-Tipp #1: Infografiken

Informative Infografiken werden vielfach von Statista und auch von Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt. Leider erlaubt es die rechtliche Lage nicht, diese Infografiken in den eigenen Beitrag einzubinden. Für den Leser wäre die Grafik jedoch ein Zugewinn. Hier sollten Sie ausgewählte und besonders informative Infografiken auf jeden Fall per „Add-a-Link“ zur URL der Infografik in ihren Text einbinden. Achten Sie dabei darauf, dass der den Link umgebende Text beschreibt, welcher Art die Infografik sein wird, welche Daten dort visualisiert werden.

„Add-a-Link“-Tipp #2: Studien

Der inhaltlich interessierte Leser wird oftmals wissen wollen, wie ein Untersuchungsergebnis zustande kam. Hier kann es hilfreich sein, per „Add-Link“ zu der bezogenen Studie zu verlinken. Ist diese öffentlich zugänglich, kann der Leser die gewünschten Informationen zur Methodik der Studie im Detail nachvollziehen.

„Add-a-Link“-Tipp #3: Presseberichte

Wenn Sie auf Ihrer Webseite ein Produkt oder einen Service vorstellen, wird es den Leser sicher interessieren, wenn in der Fachpresse über dieses oder ein eng verwandtes Produkt bereits berichtet wurde. Ein „Add-Link“ zur URL der Page des Artikels im Fachmagazin verleiht den Aussagen zu Ihrem Produkt sofort mehr Gewicht und eröffnet dem Leser zudem weitere Perspektiven.

„Add-a-Link“-Tipp #4: Press-Kit

Jede Produktseite bietet Journalisten einen guten Einstieg, wenn diese über die von Ihnen propagierte Technologie berichten möchten. Oft endet der Strang jedoch auf der Produktseite und der Journalist verlässt gefrustet Ihre Webseite wieder. Warum? Nun, selbst wenn Sie für die Presse einen gesonderten Bereich eingerichtet haben, ist der für den Journalisten nicht immer transparent. Haben Sie auf der Produktseite jedoch per „Add-a-Link“ auf zugehöriges Pressematerial verwiesen, haben Sie wesentlich bessere Chancen auf Berichterstattung: Pressemitteilungen, Factsheets, verwendbares Bildmaterial.

„Aber er kann uns doch kontaktieren!“ werden Sie jetzt denken. Kann er. Macht er aber nicht. Journalisten haben wenig Zeit und arbeiten oft zu Zeiten, in denen Ihre Telefone stillstehen. Warum sollte er am nächsten Tag bei Ihrem Unternehmen anrufen, wenn er beim Wettbewerb das gesuchte Material in Hülle und Fülle vorfindet? Außerdem sagt man den Journalisten Bequemlichkeit nach. Aber das habe ich nur gehört… Mit einem „Link-Add“ zu der URL mit dem perfekt passenden Pressematerial tun Sie sich also einen großen Gefallen. Probieren Sie es ruhig mal aus.

„Add-a-Link“-Tipp #5: Rufnummer des Ansprechpartners

Diese Form des „Add-Link“ haben die mobilen Zeiten mitgebracht. Wer mit dem Smartphone auf Ihrer Webseite unterwegs ist, der ist sehr dankbar, wenn er mitten im Text den Hinweis auf den Ansprechpartner „Manuel Fischer (Tel: 01234/56789)“ vorfindet, wie hier beispielhaft eingefügt. Auf dem Mobiltelefon ist der Link anklickbar und anrufbar. Tipp: die URL im „Add-Link“ für diese beispielhafte Einbindung der Rufnummer lautet „tel:0123456789“.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ihr Hans-Jürgen Schwarzer

Web: www.schwarzer.de
Mail: hjs@schwarzer.de

Leave A Reply