3D Sound auf der South By Southwest (SXSW)

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Jedes Jahr im März findet in Austin (Texas, USA) eine Großveranstaltung statt, die Musik, Sound, Festival, Konferenzen und Fachveranstaltungen in einer großen Messe vereint. In 2018 waren auch die MediaApes vertreten.

SXSW: Das wurde geboten

Die MediaApes GmbH war Teil der Fachdelegation aus Deutschland und zeigte gemeinsam mit der Aspekteins GmbH, sowie dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie, was es in puncto 360°- VR- und AR-Welt Neues gibt. Die SXSW gilt als wichtigste Plattform zur Präsentation neuer Technologien, die hier einem internationalen Fachpublikum vorgestellt werden können. Die Delegation zeigten SpatialSound Wave und die dazugehörigen Klangwelten, die zu verblüffen wussten.

Dabei sind die MediaApes gleichwertige Partner des Fraunhofer-Instituts und stellten die 3D-Sound-Technologie in allen Facetten vor. Die gezeigten audiovisuellen Szenen wurden explizit für die South by Southwest entwickelt und zeigten immersive Konzepte, die in dieser Form noch völlig neu sind. Von ihren Erlebnissen dabei berichten die MediaApes in diesem

Video: 3D Sound VR – MediaApes Startup Report #02 – SXSW 2018, Austin (TX)

Die SXSW war natürlich auch Schauplatz für andere Errungenschaften aus der 3D-Welt:

  • Sennheiser stellte ein AR-Entwicklungsprogramm vor, welches mithilfe von Apps umgesetzt werden soll. Diese Apps arbeiten mit Kopfhörern, die wiederum mit 3D-Audio Mikrofonen ausgestattet sind. Leider sind diese bisher nur mit dem iPhone kompatibel, dafür bieten die vorgestellten Kopfhörer AMBEO die Möglichkeit zum direkten Umschalten von Aufnahme auf Abspielen. Die Vorstellung Sennheisers wirkte allerdings eher ein wenig wie eine Unternehmensvorstellung und Marketingmaßnahme, weniger wie eine Produkt- bzw. Technologiepräsentation.
  • Sony war auf der SXSW zugegen, musste allerdings eine Schlappe einstecken. Denn in puncto 3D- Sound scheiterte der Hersteller, denn das vorgestellte System, welches auf der Wellenfeldsynthese basiert, konnte nur einen 360°-Sound in der Horizontalen, aber keinen 3D-Sound zeigen. Schade!
  • Der japanische Fernsehsender NHK präsentierte einen 8K Film mit Mehrkanalsystem. Dieses System ergänzte das Audiosystem, schlittert allerdings wieder am 3D-Sound vorbei. Die Japaner verwendeten hier nicht die nötigen sieben Hoch- und Mitteltöner und eine Bassbox, was als 7.1 bezeichnet wird, sondern nutzten 22 Lautsprecher und zwei Bassboxen. Nun lassen sich Bässe aber nicht orten und die Immersivität der Lautsprecher hängt davon ab, ob die Aufhängung im Studio bei der Mischung der Tonspuren übereinstimmt. Alles in allem nicht sehr überzeugend!

Als Besucher am Messestand

Rückblickend fanden die Besucher am Messestand der MediaApes und des Fraunhofer-Instituts eine tolle Mischung aus Präsentationen vor, die Auge und Ohr ansprachen. Das 3D-Audio-Setup, sowie die binaurale Wiedergabe per Kopfhörer, sorgten dafür, dass sich ein Klangerlebnis der besonderen Art einstellt. AR und 3D-Audio spielten perfekt zusammen und so war es den Besuchern bei einem beispielhaften klassischen Konzert sogar möglich, einzelne Instrumente herauszuhören und sie sowohl akustisch als auch visuell räumlich wiederzuentdecken.

Atemberaubend auch die Fahrt in der Achterbahn. Die kennt zwar jeder, doch nicht in dieser Form! Präsentiert wurde hier eine VR-Fahrt in der Achterbahn, die mithilfe des 3D-Sounds realistisch wurde. Das dreidimensionale Erlebnis des Hörens lässt die Achterbahnfahrt zum hautnahen Spiel werden, welches das berühmte Kribbeln im Bauch noch einmal anheizt.

Manche Besucher wollten eher auf die Reise eines Astronauten gehen und entdeckten eine akustische Abenteuerwelt. Nach Sternenwelt und Achterbahn brauchte der Besucher ein wenig Entspannung. Diese fand er dank eines Ausflugs in virtuelle Ruhezonen, die wiederum durch ihre Klangwelten bestachen. Natürlich wurde auch hier auf Dreidimensionalität gesetzt, welche die Atmosphäre besonders dicht und erlebnisreich werden ließ. Für die Besucher ist der 3D-Sound immer wieder ein neues Erlebnis, welches sich mit keinem bisher da gewesenen Sound vergleichen lässt.

Surround Sound war lange Zeit das Maß aller Dinge, doch das dürfte spätestens seit dem Probehören auf der SXSW vorbei sein. Die bisherigen Technologien verblassen angesichts dieses modernen Hörerlebnisses, haben allerdings den Nachteil, dass die jetzt anspruchsvoll gewordenen Hörer schon bald einen derartigen Standard erwarten werden. Wobei dieser Aspekt nur für diejenigen von Nachteil sein dürfte, die derartige Anforderungen nicht umsetzen können.

Die MediaApes GmbH war Teil der Fachdelegation aus Deutschland und zeigte gemeinsam mit der Aspekteins GmbH, sowie dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie, was es in puncto 360°- VR- und AR-Welt Neues gibt. (#01)

Die MediaApes GmbH war Teil der Fachdelegation aus Deutschland und zeigte gemeinsam mit der Aspekteins GmbH, sowie dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie, was es in puncto 360°- VR- und AR-Welt Neues gibt. (#01)

MediaApes und das Besondere an dieser Messe

Die South by Southwest ist eine ganz besondere Messe, auf der sich die Großen der Technologiewelt treffen, bzw. solche, die einmal zu den ganz Großen werden wollen. In diesem Jahr war die Kombination aus Virtual Reality, Augmented Reality und 3D-Sound das Highlight schlechthin, obgleich visuelle Einhüllungen inzwischen zum State of the Art gehören. SpatialSound Wave setzt dem Ganzen die Krone auf und lässt akustische Präsentationen ein ganz neues Niveau erreichen.

Immersion ist das Schlagwort der Stunde und wer sich damit beschäftigt, landet zwangsläufig bei den Vorstellungen auf der SXSW und vor allem beim Stand der MediaApes und des Fraunhofer-Instituts. Dabei sind sich die MediaApes sicher, dass mithilfe der neuen Technologie auch neue Wege in der kreativen Soundgestaltung gegangen werden können. Alles ist möglich, wenn die neue Soundtechnologie zum Einsatz kommt.

Das Schöne daran: SpatialSound Wave ergänzt als Audiowerkzeug den kreativen Baukasten der MediaApes und lässt neue Formate für Live-Events, Kunst, Musik, Sport und Entertainment entstehen. Die Basis für neue Wege ist damit gesetzt, nun müssen Geschäftsmodelle und Konzepte folgen, die das Ganze umsetzen und anwenden lassen. Die Partner, die an der deutschen Fachdelegation auf der SXSW teilnahmen, sehen im 3D-Sound eine Schlüsseltechnologie, die neue Wege in der Musik und vor allem für Komponisten aufzeigen wird. Diese müssen künftig in 3D denken und komponieren, damit sie der neuen Technik gerecht werden.

Beinahe ein immersives Erlebnis

Auch DearReality hat sich an der Immersivität versucht, ist allerdings knapp daran vorbeigeschrammt. Vorgestellt wurde ein Plug-in, mit dem sich Audioprojekte abmischen lassen. VST (Virtual Studio Technology) heißt der Standard, der in alle Audio-Bearbeitungsprogramme eingebunden werden kann und bei diesem Plugin eines von rund 50 Presets anwenden lässt. Diese Presets sind allerdings vorprogrammiert. Spatialsound Wave hingegen erfordert immer ein Mikrofon. Dieses wiederum analysiert den Hall im Raum während es sich einrichtet und stimmt später alle Klangobjekte der Komposition darauf ab.

EASY 3D Audio with Dear Reality dearVR VST, AAX, AU and Spatial Connect | SXSW 2018

Alles in allem gelang es nur wenigen Teilnehmern, wirklich durch 3D zu punkten. Die Sounderlebnisse sind ganz klar und deutlich verbessert und präsentierten sich auf dem aktuellen Stand. Doch einen wirklich neuesten Stand erreichten nur die immersiven Sounderlebnisse der MediaApes und der Partner Fraunhofer-Institut, sowie Aspekteins. Bedauern wird das natürlich niemand, dafür freuen sich die Beteiligten auf die neuen Projekte, die dank 3D-Sound etwas ganz Besonderes werden.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: volodyar -#01: carlos castilla_

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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