Strangguss: voestalpine investiert in Stranggießanlage

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Diskontinuierlich und kontinuierlich können Ronden hergestellt werden, wenn das Verfahren zum Stranggießen verwendet wird. Walzbarren und Pressbolzen gehören zu diesen Ronden, die aus Legierungen mit Eisen oder Nichteisen produziert werden. Die voestalpine aus Linz in Österreich ist hier Vorreiter für den Strangguss: Bereits im Jahr 1982 wurden Schienen aus Strangguss hergestellt, womit die voestalpine das erste Unternehmen in Europa war, das diese Technik bei der Herstellung von Schienen anwandte.

Strangguss in Österreich: Erwartungen übertroffen

Bei der voestalpine in Linz (Österreich) befindet sich die „CC7“ – dabei handelt es sich um die modernste Anlage zum Stranggießen, die auf der Welt überhaupt im Einsatz ist. Nicht nur europaweit ist die voestalpine damit Vorreiter, sondern international. Beim Einsatz dieser Maschine wurden bisher alle Erwartungen übertroffen, denn die Rekordmarke von einer Million Tonnen wurde schon längst übertroffen. Es wurde zwar bereits bei der Planung der Investition in diese Anlage davon ausgegangen, dass die gesetzten Ziele erreicht werden. Insgeheim hoffte man natürlich, dass die Erwartungen zu niedrig gesetzt waren und übertroffen werden könnten. Dass dies tatsächlich so eintrat, war dennoch überraschend, zumal sich der Erfolg überaus schnell einstellte. Schon die ersten Schmelzen, die noch als Probe gedacht waren, besaßen die Marktreife. Schon vier Wochen nach Inbetriebnahme der Anlage lief der Betrieb in vier Schichten. Die genannte Marke von einer Million Tonnen wurde nach elf Monaten des Vollbetriebs überschritten.

Die Brammen (im Stahlwerk übliche Bezeichnung für Pressbolzen und Walzbarren) wurden bis dahin in einer Zahl produziert, dass sie nebeneinandergelegt von Wien bis nach Linz und von dort aus weiter bis nach München reichen würden. Dies verdeutlicht nur einmal die Dimension der hergestellten Produkte.

Stranggießen in Österreich: Optimale Produktion bei der voestalpine

An das Stranggießen werden hohe Anforderungen gestellt, die die voestalpine mit ihrer Vorzeigeanlage durchaus zu erfüllen in der Lage ist. So ist die wichtige Sekundärkühlung optimiert worden, was wiederum für erstklassige Oberflächeneigenschaften der Ronden sorgt. Auch sehr breite Brammen können damit mit hervorragenden Eigenschaften produziert werden. Das Besondere beim Verfahren der Maschine für das Stranggießen der voestalpine ist, dass hier Industrieroboter eingesetzt werden. Diese arbeiten auf der Gießbühne und sorgen für eine bessere Qualität sämtlicher Prozesse. Auch die Arbeitssicherheit wird damit verbessert.
Die voestalpine hat damit in eine Anlage investiert, mit deren Hilfe Brammen hergestellt werden können, die bis zu 2.200 mm breit sind. Die maximale Dicke beträgt hier 355 mm. Damit besitzt das Unternehmen beim Strangguss eine Sonderstellung, denn es können auch Grobbleche gefertigt werden. Diese besitzen ein Stückgewicht von teilweise bis zu zwanzig Tonnen! Gerade im Offshore Bereich werden solche Grobbleche benötigt. Für die voestalpine hat sich damit die Investition in den Strangguss mehr als rentiert.

Das Unternehmen arbeitet nun beispielhaft für andere und wird aufgrund weiterer Investitionen und er Bemühungen zur Perfektion des Verfahrens wohl nicht so leicht übertroffen werden können. Dabei muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass Österreich generell als Vorbild für das Strangguss-Verfahren gelten kann. Denn die erste Stranggussanlage im großtechnischen Bereich und für die Verarbeitung von Stahl wurde im Breitenfelder Edelstahlwerk schon im Jahr 1948 in Betrieb genommen – dieses Stahlwerk befindet sich in der Steiermark.


Bildnachweis: © voestalpine

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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