Nebel in der Galvanik: Ursachen für Erkrankungen!

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Immer häufiger wird eine Ursache für Erkrankungen genannt: Nebel in der Galvanik. Die Galvanotechnik, umgangssprachlich auch Galvanik, bezeichnet das elektrochemische Ausscheiden von metallischen Niederschlägen auf Oberflächen – Metall und Säure sind hier inklusive. Dass dies eine häufige Ursache für Erkrankungen ist, ist nicht von der Hand zu weisen.

Wie entsteht Sprühnebel?

Die Galvanik wird in vielen Bereichen angewandt, um Oberflächen mit einer Schicht zu ‚veredeln‘ oder zu versiegeln. Das funktioniert so, dass Strom durch ein elektrolytisches Bad geleitet wird, an dessen Pluspol (Anode) sich das Metall befindet, das als Überzug dienen soll. Am Minuspol (Kathode) wird der Gegenstand angebracht, der beschichtet werden soll. Fließt nun elektrischer Strom, wird das Metall, beispielsweise Kupfer, Chrom oder Nickel, auf den Gegenstand aufgebracht. Dieser Überzug schützt das Metall vor Korrosion und ist aus diesem Grund essenziell. Um den Korrosionsschutz zu prüfen, wird ein Salzsprühtest durchgeführt, durch den Sprühnebel entsteht.

Der Test funktioniert folgendermaßen: Durch die sprühende Salzlösung entsteht in einer Kammer eine Atmosphäre, die korrosionsfördernd ist. Die Teile, die mit dem metallischen Überzug versehen sind, werden in die Kammer gegeben. Durch die Salzlösung sind die Bedingungen für eine beschleunigte Korrosion gegeben: Das heißt, dass die Teile schneller korrodieren. Das können beispielsweise wichtige Bauteile am Kraftfahrzeug oder ein Bauteil eines Gebäudes, zum Beispiel ein Metallträger sein. Der Salzsprühtest zeigt nun, ob die Galvanisierung ausreichend ist und ob das Metall ausreichend vor Korrosion geschützt ist. Oftmals geschieht das auch unter der Berücksichtigung von DIN EN-Normen, die notwendig sind, damit ein Bauteil für bestimmte Zwecke verwendet werden darf.

Gesundheitliche Risiken: Nebel in der Galvanik vermeiden

Die Krankheitsbilder von Opfern des Nebels in der Galvanik sind nicht ganz so schön anzusehen wie dieser Farbpuder auf der Hand dieser indischen Tempeltänzerin. (#1)

Die Krankheitsbilder von Opfern des Nebels in der Galvanik sind nicht ganz so schön anzusehen wie dieser Farbpuder auf der Hand dieser indischen Tempeltänzerin. (#1)

Die gesundheitlichen Risiken hängen immer stark mit dem verwendeten Material zusammen. Gerade Metalle wie Nickel rufen bei vielen Menschen allergische Reaktionen auf der Haut hervor – ein Umgang mit diesem Material muss also unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen geschehen. Bei länger anhaltendem Hautkontakt ist eine Sensibilisierung möglich, ferner ist Nickel langfristig gesehen krebserregend. Kurzfristige Auswirkungen lassen sich durch die Reizung der Atemwege feststellen.

Ein besonderer Stoff in der Oberflächenveredelung ist Chrom. Man denke hierbei an wunderschön verchromte Oberflächen, beispielsweise bei Felgen. Doch der schöne Schein trügt, denn dieses Material kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Chrom ist in der Verarbeitung zum einen brandfördernd und kann mit organischen Stoffen explosionsartig reagieren. Gleichermaßen reizt es die Haut und Schleimhäute und kann mitunter sogar eine ätzende Wirkung haben. Kommt die Haut direkt mit dem Chrom in Kontakt, sind Hautgeschwüre die Folge. Langfristig hat Chrom auch chronische Auswirkungen auf den Atemapparat: Eine Perforation der Nasenscheidewand kann die Folge sein. Ebenfalls werden die Nieren extrem belastet.

Risiken des Salzsprühtests

Auch beim Salzsprühtest können bei fehlerhafter Bedienung bzw. beim Austreten der Salzsäure gesundheitliche Folgen eintreten. Salzsäure kann ebenfalls die Haut, die Schleimhäute und den Atemtrakt reizen. Auf lange Sicht sind Zahnschäden oder Beschwerden im Magen-Darm-Bereich die Folge. Um solche schwerwiegenden gesundheitlichen Auswirkungen zu vermeiden, gibt es eine Vielzahl an Gegenmaßnahmen. Dazu gehört in erster Linie die Bereitstellung eines einwandfreien und abgelüfteten Arbeitsplatzes. Neben einer sach- und fachgerechten Einweisung der Mitarbeiter ist auch ein Gefahrenstofflehrgang essenziell. Die entsprechende Berufsgenossenschaft stellt diesbezüglich hilfreiche Handreichungen zur Verfügung. Fakt ist: Ein sicherer Arbeitsplatz vermindert die Risiken einer Erkrankung.


Bildnachweis: © unsplash.com – Titelbild Rory Bjoerkmann, #1 Honey Fangs

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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