König & Bauer AG: 12-Millionen-Investition in den Handformguss

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Die König & Bauer AG nimmt eine ganze Menge Geld in die Hand in investiert zwölf Millionen in den Neubau ihrer Gießereianlage. Lohnt sich denn eine derartige Investition in den Handformguss?

König & Bauer AG: Handformguss mit langer Geschichte

Die Firma König & Bauer AG wurde bereits 1817 von Friedrich König und Andreas Bauer gegründet – und zwar als erste Druckmaschinenfabrik mit Gießformen weltweit. Im Jahr 1901 wurde das heutige Stammwerk in Würzburg (auf der gegenüberliegenden Mainseite) fertiggestellt und in Betreib genommen. Diese Gießerei, die mit Gießformen im Handformverfahren arbeitet, ist noch heute in Betrieb. Man stellt dort unterschiedliche Teile für Druckmaschinen wie Traversen oder Seitengestelle im Handformverfahren her.

Pro Jahr stellt die König & Bauer AG in ihrer Eisengießerei mehr als 10.000 Tonnen an Eisenteilen her, die teils in recht aufwändigen und komplexen Verfahren im Handformguss produziert werden. Genau das ist aber auch der große Wettbewerbsvorteil der König & Bauer AG:

Viele Kunden des Unternehmens stellen ganz spezifische Anforderungen an die Teile, die mithilfe von Gießformen hergestellt werden sollen und sind daher bei der König & Bauer AG bestens aufgehoben. Denn hier stellt man zum Großteil in einer eigenen Modellschreinerei die Gießformen für den Handformguss her. Durch das aufwändige Handformverfahren wird eine gleichbleibende Qualität garantiert, die die Kunden der König & Bauer AG zu schätzen wissen.

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Bewährte Qualität auf den neuesten Stand gebracht

Die Firma König & Bauer AG hat eine belebte Geschichte hinter sich. Wie viele andere Fabriken auch, wurde die Firma im Laufe des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstört, nach dem Ende aber wieder aufgebaut. In den folgenden Jahren führte man viele Umbauten, Erweiterungen und Investitionen durch und kaufte beispielsweise auch mehrere neue Elektroöfen, um auf dem neuesten Stand der Technik in der Eisengießerei zu bleiben.

Im Zuge der fortschreitenden Orientierung auf den Umweltschutz hat man auch hier einiges getan: Unter anderem eine Absaugeinrichtung, die gefährliche Gase und Dämpfe von der Umwelt fern hält, wurde in der Eisengießerei eingebaut. Daneben wurden über die Jahre auch immer wieder weitere Modernisierungen im Maschinenformguss durchgeführt. Trotz allem sind die Druckmaschinen der Gießerei immer größer und schwerer geworden, so dass die dafür zuständigen Kräne für das Gewicht nicht mehr ausreichen.

Fremdvergabe und Auslagerung der Produktion waren daher auch für einige Zeit ein Thema in der König & Bauer AG, doch entschloss man sich nach intensiver Beratung dazu, die Gießerei zu modernisieren und in ein verbessertes Handformverfahren zu investieren. 12 Millionen Euro stellte der Vorstand der König & Bauer AG dafür zur Verfügung.

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Die König & Bauer AG nach dem Umbau

Bei den Umbaumaßnahmen konnte man sich an der bereits durchgeführten Modernisierung im Würzburger Werk orientieren. Der neue Teil wurde dabei komplett über dem alten gebaut, so dass die Produktion im Handformverfahren ohne Unterbrechung weiter laufen konnte. Für die Gießerei waren das gute Nachrichten, da somit neben der Finanzierung der Investition in die Handformguss, nicht auch noch zusätzlich ein Ausfall in der Produktion aufgefangen werden musste.

Das Ergebnis nach dem Umbau: Eine Werkshalle, in der man effizienter und effektiver als zuvor arbeiten kann. Das vereinfacht das Handformverfahren mit Gießformen bei gleichbleibender Qualität der gefertigten Teile. Eine klassische Win-Win-Situation für Kunden und die König & Bauer AG. Eine Investition in den Handformguss, die sich lohnen kann.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Panksvatouny

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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