Insolvenz nach 3 Monaten: Was Arbeitgeber beachten sollten

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Insolvent gehen ist nie ein schönes Thema, lässt sich jedoch nie ganz ausschließen. Das ist zu beachten, wenn Unternehmen kämpfen müssen: Mit Insolvenz nach 3 Monaten.

Insolvenz nach 3 Monaten: Definition

Es ist immer ein schmerzhafter Prozess, der sich jedoch nie ganz ausschließen lässt: Insolvenz. Nach 3 Monaten das Unternehmen kämpfen und trocken gehen zu sehen ist bitter. Doch was zuerst tun, um Status schuldenfrei zurückzuerlangen?

Unter Insolvenz versteht man im Allgemeinen, dass ein Unternehmen droht zahlungsunfähig zu werden oder es bereits ist. Auch bei Überschuldung kann man insolvent gehen. Damit verbunden ist, dass es die Zahlungsforderungen seiner Gläubiger nicht mehr begleichen kann. Gläubiger sind diejenigen, die dem Betrieb Leistungen oder Zahlungen gebracht haben. Das können Arbeitnehmer, Investoren oder Banken sein, die dazu beigetragen haben, die Firma aufzubauen.

Video: Arbeitgeber Insolvenz- Was Sie jetzt tun sollten

Insolvenz nach 3 Monaten? Erste Maßnahmen

Geht das Unternehmen insolvent und ist der Grund dafür gefunden, muss sofort ein Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht gestellt werden. Ob daraufhin ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, entscheidet das Gericht.

Ein Insolvenzverfahren hat das Ziel, das restliche Vermögen des Unternehmens so zu verwalten, dass alle Gläubiger zu ihrem Recht kommen und ausstehende Zahlungen in den folgenden Jahren beglichen werden. Restschuldbefreiungen sind auch mögliche Maßnahmen. Der Ablauf des Verfahrens ist in der Insolvenzordnung (InsO) festgelegt. Die Gründe, warum ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, sind in Artikel §17 und §19 genannt.

Sie besagen zusammengefasst, wie bereits erklärt:

  • Überschuldung
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit
  • Eingetretene Zahlungsunfähigkeit
Der tatsächliche Beginn des Insolvenzverfahrens ist zeitlich flexibel gehalten. (#01)

Der tatsächliche Beginn des Insolvenzverfahrens ist zeitlich flexibel gehalten. (#01)

Insolvenz nach 3 Monaten: Besonderheiten und Fortsetzung

Der tatsächliche Beginn des Insolvenzverfahrens ist zeitlich flexibel gehalten. Strenger steht es aber um juristisch arbeitende Vorsitze und Firmen, zum Beispiel eine Aktiengesellschaft: Sie müssen spätestens nach 3 Monaten der aufgetretenen Insolvenz einen Antrag stellen. Andernfalls kann ihnen mit einer sogenannten Insolvenzverschleppung vor Gericht gedroht werden.

Ist alles ordentlich beantragt, wird es vom Gericht geprüft. Das stellt wiederum daraufhin einen Insolvenzverwalter im Unternehmen ein. Ein Insolvenzverwalter übernimmt in den Krisenzeiten die Verwaltungsangelegenheit und hat Vollmacht über das (verbleibende) Vermögen des Unternehmens. Insolvenzverwalter sind ausgebildete Fachanwälte oder Steuerberater. Wichtig: Sie müssen aus einem anderen Unternehmen zugeschaltet werden und haben sich spezialisiert auf Insolvenzberatung, Betriebswirtschaft und Recht. Der Verband der Insolvenzverwalter in Deutschland hat 437 Mitglieder.

Video: Krise Insolvenz – Neustart für die Firma

Insolvenz nach 3 Monaten: Aufgaben und Kompetenz des Verwalters

Wieviel Vollmacht dem Insolvenzverwalter letzten Endes während der Umstrukturierung im Unternehmen zusteht, entscheidet das Gericht. Es wird zum Beispiel überlegt, ob die Firma noch eigens über das verbleibende Vermögen verfügen darf, oder ob es fortan Angelegenheit des Insolvenzverwalters ist.

Bestehende Arbeitsprozesse, -abkommen und -verhältnisse bleiben vorerst bestehen, wenn der Verwalter seine Arbeit beginnt (siehe §108 Absatz I der InSO). Punkt eins der To-Do-Liste in der Insolvenzverwaltung ist ein Abkommen, der Sozialplan, zwischen Verwalter und Betriebsrat. In dem werden Finanz- und Zeitpläne für die kommenden Monate und Jahre genau definiert und die Interessen beider Seiten formuliert. Regel ist, dass Mitarbeitern nur eine maximale Höchstauszahlung von bis zweieinhalb Monatslohnzahlungen zusteht. Die künftige Lohnauszahlung läuft über den Insolvenzverwalter. Es darf nicht mehr als ein Vermögensdrittel in den Sozialplan fließen.

Insolvenz nach 3 Monaten: Weiteres zum Sozialplan

Noch mal zusammengefasst: Der Sozialplan umfasst alle finanziellen Leistungen, die während der Umstrukturierung des Unternehmens im Insolvenzverfahren für Mitarbeiter investiert werden. Wird der Sozialplan zusammen mit dem Insolvenzverwalter und dem Betriebsrat nicht innerhalb der letzten drei Monate festgelegt, ab denen das Insolvenzverfahren von den Amtsrichtern eröffnet wird, kann der Plan gekündigt werden. Jedoch müssen bereits erfolgte Zahlungen nicht zurückgezahlt werden.

 Der Antrag für das Insolvenzgeld muss spätestens innerhalb von zwei Monaten ab Beginn des Verfahrens bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. (#02)

Der Antrag für das Insolvenzgeld muss spätestens innerhalb von zwei Monaten ab Beginn des Verfahrens bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. (#02)

Insolvenz(-Geld) nach 3 Monaten

Insolvenzgeld ist das Mittel, das dem Arbeitgeber zur Verfügung steht, um Arbeitnehmer zu entlohnen und noch ausstehende Rechnungen zu begleichen. Der Antrag für das Insolvenzgeld muss spätestens innerhalb von zwei Monaten ab Beginn des Verfahrens bei der Agentur für Arbeit beantragt werden.

Es entspricht der Höhe des Nettogehalts und ist begrenzt:

  • in Westdeutschland sind es maximal 5.350,- Euro pro Mitarbeiter
  • In Ostdeutschland sind es maximal 4.525,- Euro pro Mitarbeiter.

Das Insolvenzgeld wird dann innerhalb der drei Monate vor Beginn des Verfahrens an die Mitarbeiter aus dem Topf der Arbeitsagentur ausgezahlt.

Insolvenz(-Geld) nach 3 Monaten: weitere Infos

Das Insolvenzgeld wird auch gezahlt, wenn…

…das Verfahren abgewiesen wurde…
…der Betrieb stillgelegt wurde, weil Vermögen fehlt…
…Insolvenz-Verfahren nach 3 Monaten abgeschlossen worden ist. Insgesamt wird es für 3 Monate an die Gläubiger gezahlt.

Video: ARD Exclusiv – Letzter Ausweg Insolvenz

Insolvenz nach 3 Monaten: Leistungsverweigerungsrecht

Wenn eine Lohnzahlung betriebsbedingt für mehr als drei Monate ausfällt, haben Mitarbeiter das Recht zu streiken und Arbeit zu verweigern. Man nennt es das Leistungsverweigerungsrecht. Der Arbeitnehmer hat bis zu seiner Kündigung Anspruch auf Entlohnung.

Eine wichtige Notiz: Eine Kündigung vor Verfahrensbeginn verwirkt das Recht des Mitarbeiters auf späteres Insolvenzgeld. Der Arbeitgeber hat wiederum das Recht auf eine betriebsbedingte Entlassung. Die ist aber nur wirksam, wenn vorher der Betriebsrat benachrichtigt und die Sozialauswahl berücksichtigt wurde. Die schlussendliche Auszahlung erfolgt über den Sozialverwalter.

Insolvenz nach 3 Monaten: Grund und Ausnahmen

Um einem Arbeitnehmer betriebsbedingt zu kündigen, muss die Firma einen juristisch vollwertigen Grund angeben. Das klingt jetzt relativ kompliziert, ist aber eigentlich simpel: Insolvenz (nach 3 Monaten) gilt als Grund und wird bei Verfahrenseröffnung genehmigt.

Notiz: Solange die Firma existiert, genießen Mütter und selbst abwesende Mitarbeiter in Elternzeit Schutz vor Kündigung. Wird das Unternehmen schließlich aufgelöst, haben sie Anspruch auf Insolvenzgeld und müssen sich, wie alle anderen auch, umorientieren.

Insolvenz nach 3 Monaten: Fazit

Locker bleiben. Insolvenz beim Amtsgericht beantragen und Verfahren eröffnen lassen. Insolvenzgeld bei der Agentur für Arbeit beantragen und zusammen mit dem Betriebsrat, Insolvenzverwalter eine Umstrukturierung der Idee ausarbeiten. Eventuell eine Restschuldbefreiung aushandeln. Zusammen ist man stark und im Team ist man stärker, auch nach 3 Monaten, und vielleicht sogar bereit für einen (schuldenfreien) zweiten Versuch.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: RomarioIen -#01: Antonio Guillem-#02: vchal

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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