Industrie 4.0: die Road Blocker der Connected Software Solutions

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Bereits zum jetzigen Zeitpunkt werden unter den Unternehmen im Raum Deutschland, Österreich und Schweiz vernetzte Softwarelösungen eingesetzt. Innerhalb des nächsten Jahres planen sogar zahlreiche Firmen, die Softwarelösungen der Industrie 4.0 einzusetzen bzw. in ihren Geschäftsablauf zu integrieren. Dennoch sind derzeit die Bedenken groß, was Datensicherheit und Qualifikation der Mitarbeiter angeht.

Warum sollen Connected Software Solutions nicht eingesetzt werden?

Die meisten Unternehmen stehen Neuerungen aufgeschlossen gegenüber, haben aber dennoch Bedenken, dass hier etwas schiefgehen könnte. Diese Bedenken beziehen sich vor allem auf die Sicherheit der Daten bzw. die Angreifbarkeit derselben. Viele Standards sind momentan noch nicht geklärt und wirken sich hemmend auf die Einführung neuer Softwarelösungen aus. Zudem kommt hinzu, dass einige neue Lösungen nicht kompatibel zu bisher eingesetzten Softwares sind – wie soll dieses Problem gelöst werden? Kaum ein Unternehmen ist dazu bereit, sämtliche bisher eingesetzten Softwarelösungen zu ersetzen und völlig neu zu starten. Daher ist für Connected Software Solutions nötig, dass die gewünschte Kompatibilität gegeben ist.

Einige Firmen kritisieren immer noch das Preis-Leistungs-Verhältnis und können sich derzeit nicht vorstellen, dass die Software der Industrie 4.0 ihre hohen Anschaffungskosten rechtfertigt und sich diese amortisieren können. Vielfach ist das Kostengeschehen auch einfach nicht transparent genug und so nehmen einige Unternehmen Abstand von der Neuanschaffung.

Infografik: Vernetzte Elemente und Objekte in der Industrie 4.0

Infografik: Vernetzte Elemente und Objekte in der Industrie 4.0

Standards wirklich am wichtigsten?

Viele Unternehmen im DACH-Raum sind der Meinung, dass die Standards, die für eine vernetzte Produktion gelten sollen, derzeit noch nicht ausreichend geklärt und vor allem nicht etabliert sind. Teilweise sind sie sogar überhaupt nicht vorhanden, was den Umgang mit den Softwarelösungen nicht gerade einfacher gestaltet. Doch die Industrie wird sich nicht auf einen einzigen Standard festlegen und selbst wenn, dauert dies für die Anwendung in der Praxis viel zu lange. Nach und nach muss sich in der praktischen Anwendung zeigen, welche Standards wirklich gebraucht werden und wie diese eventuell weiterentwickelt werden können. Es geht dabei um die Anwendung konkreter Lösungen in der eigenen Produktion, wobei der tatsächliche Bedarf von jedem Unternehmen selbst am besten eingeschätzt werden kann. Daher sollte gelten, dass eine schrittweise Neuerung deutlich besser ist als eine komplette Revolution, die alles bisher Dagewesene auf den Kopf stellt. Entwickler der Software müssen ebenso wie die Verantwortlichen in den Unternehmen an praktischen Beispielen lernen. Das schult sowohl das Gespür für ein reelles Kosten-Nutzen-Verhältnis als auch das Einschätzungsvermögen einer sinnvollen Softwareanwendung. Hieraus lässt sich dann auch erkennen, an welchen Stellen neue Lösungen gefragt sind und wo die Anwendung vielleicht auch erweitert werden kann.

Probleme mit der Kompatibilität werden vor allem dadurch verringert, dass bereits jetzt bestehende Systeme einbezogen werden. So zeigt sich übrigens auch am besten, an welchen Stellen Verbesserungsmöglichkeiten vorhanden sind und wo eventuell die Software ausgetauscht werden muss, weil sie eben nicht kompatibel zu den Lösungen der Industrie 4.0 ist.

Und wie steht es um die Sicherheit?

Ein weiterer Road Blocker neben der Kompatibilität wurde durch die fehlende Datensicherheit bzw. die Unsicherheit über diesen Fakt genannt. Die Lösungen der Industrie 4.0 stehen immer noch in der Kritik, nicht sicher genug zu sein und so Raum für Spionage und Manipulationen zu lassen. Allerdings gibt es in dieser Beziehung einige wirklich gute Ansätze, die sich beispielsweise auf eine systematische Analyse von Bedrohungen und Risiken beziehen. Die hier untersuchten Fakten müssen so aufbereitet werden, dass sie wirklich verständlich sind und dass auch Nicht-IT-Experten in der Lage sind, die Fakten in der Praxis deuten und die Erkenntnisse anwenden zu können.

Die Sicherheit der Daten wird zudem maßgeblich durch das Personal beeinflusst und auch hier sehen Unternehmen einen Road Blocker. Mitarbeiter, die sich mit Softwarelösungen zu Industrie 4.0 wirklich auskennen, fehlen immer noch, die Qualifikationen sind nicht ausreichend. Daher werden neue Experten gebraucht werden, die sich mit Prozessen, Fertigung und IT bestens auskennen. Für Informatiker und Ingenieure gilt daher, dass sie eine gemeinsame Sprache finden müssen, auf denen die Kommunikation basieren kann und mit der es möglich ist, die Erkenntnisse der Praxis in die Weiterentwicklung der Softwareangebote einfließen zu lassen. Dann sollten auch Datensicherheit, Kompatibilität und Praxisnutzen miteinander zu vereinen sein.


Bildnachweis: © Fotolia – fotohansel

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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