GussStahl Lienen: Handformguss wird vom 3D-Druck verdrängt

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Die Firma GussStahl Lienen, kurz GSL, hat ein neuartiges 3D-Druckverfahren entwickelt, um Gussteile herzustellen. Wird das traditionelle Handformverfahren davon nun verdrängt?

GussStahl Lienen fertigt nun auch im 3D-Druckverfahren

Bereits seit einigen Jahren erfreut sich der 3D-Druck immer größerer Beliebtheit. Additive Verfahren, wie der 3D-Druck auch bezeichnet wird, scheinen dabei eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Handformverfahren bei der Herstellung von Gießformen zu sein. Der große Vorteil dieses Verfahrens liegt nämlich darin, dass auch komplexe und komplizierte Teile ganz einfach und vor allem passgenau hergestellt werden können. Und so sind die Gussteile im 3D-Druckverfahren gerade für GussStahl Lienen interessant, da man sich bei dieser Firma auf individuell angefertigte Teile für die Kunden spezialisiert hat.

Das Leistungsspektrum der Eisengießerei ist enorm vielfältig. Stahlgussteile mit einer großen Formintensität und einem komplexen Aufbau stellt die Firma bereits seit 1971 her. Die verschiedenen Gussteile haben dabei ein Gewicht von einem bis zu 1000 Kilogramm und zeigen somit, wie vielfältig die Produktpalette ist.

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Ist der 3D-Druckverfahren eine Alternative zu dem herkömmlichen Handformverfahren?

Das 3D-Druckverfahren bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, ist jedoch gerade für die fließbandmäßige Produktion von Gussteilen nicht immer zu 100 Prozent geeignet. Denn bei der massenhaften Anfertigung von Stückzahlen spielt auch der Preis eine ganz entscheidende Rolle und hier ist das neuartige 3D-Druckverfahren noch nicht ganz ausgereift. Da diese Herstellungsmethode noch in den Kinderschuhen steckt, kann man damit am Markt nur schwer konkurrieren. Damit das 3D-Verfahren für alle Zweige der Industrie interessant wird, muss man in der Zukunft noch an der Produktivität und Effizienz arbeiten.

Für eine Firma wie GussStahl Lienen ist das aber erst einmal nicht schlimm. Da man sich in der Gießerei auf einen festen Kundenstamm konzentriert, der hochwertige und passgenaue Gussteile mit ganz bestimmten Eigenschaften wünscht, ist in diesem Fall das 3D-Druckverfahren tatsächlich interessant. Bei dem Verfahren, das die GSL anwendet, kann man auf die konventionellen Gussmodelle verzichten, die man normalerweise in der Eisengießerei benötigt und gleich das gewünschte Gussteil am 3D-Drucker produzieren lassen.

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Für die GussStahl Lienen ist der 3D-Druck sehr interessant

Eine Spezialität der Firma GussStahl Lienen ist die Herstellung von Gießformen im Maschinenformguss, die eine hohe Komplexität im Aufbau besitzen. Dabei sieht sich die Firma weniger als Lieferant von vielen, industriell und nahezu am Fließband gefertigten Gussteilen, als eher als ein Spezialist für besondere Anforderungen des Kunden.

Und so passt auch der 3D-Druck perfekt in das Portfolio des Unternehmens, zu dem auch andere innovative Handformverfahren gehören, wie

  • Lost Foam
  • Sandguss
  • Stahlguss
  • Vollformguss

Dabei kann man sich schon lange Zeit als Spezialist am Markt behaupten. Im Bereich des umweltfreundlichen und effizienten Lost Foam Handformverfahrens besitzt die Firma GussStahl Lienen mittlerweile mehr als 20 Jahre Erfahrung. Davon profitieren die Kunden, die sich auf die hochwertige Qualität der Gießformen verlassen können, sowie die Umwelt, die durch das schadstoffarme und energiesparende Handformverfahren geschont wird. Der 3D-Druck scheint nun eine neue Methode für die GussStahl Lienen zu sein, an dieser Produktionsweise festzuhalten.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Carlo Toffolo

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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