Haben Drucker noch eine Zukunft?

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In eine Gesellschaft der Digitalisierung wird immer häufiger vom sogenannten papierlosen Büro gesprochen und davon, dass Akten und Geschäftsbriefe künftig alle digital versendet und gespeichert werden. In diesem Zusammenhang ist die Frage nach der Zukunft der Drucker mehr als berechtigt.

 Wie sieht die Zukunft von Druckern aus?

Wird es den typischen Drucker in Büros und privaten Haushalten künftig nicht mehr geben oder wird er womöglich durch andere Hardware abgelöst? Während dem 3D-Drucker eine gloriose Zukunft vorhergesagt wird, sieht es bei herkömmlichen Druckern schwieriger aus. Doch wie in diesem Marktsegment eigentlich der aktuelle Stand? Der folgende Artikel gibt einen kleinen Einblick in den Bereich der Drucker.

Sind herkömmliche Drucker noch gefragt?

Grundsätzlich lässt sich diese Frage mit ja beantworten, denn der Absatz von Druckerhardware hat im ersten Quartal 2017 um 2% im Vergleich zum Vorjahresquartal zugenommen, wie eine Marktstudie von CONTEXT erklärt. Dabei ist diese Zunahme jedoch in zweierlei Hinsicht differenziert zu betrachten:

Haben die klassischen Büro-Drucker in der Zukunft noch eine Chance? (#1)

Haben die klassischen Büro-Drucker in der Zukunft noch eine Chance? (#1)

Die Zuwachsraten sind je nach Staat unterschiedlich

Innerhalb Westeuropas hat sich der Umsatz nicht gleichmäßig entwickelt, sondern je nach Land recht unterschiedlich. So liegt der Zuwachs in Deutschland bei 2,7%, was grob dem europäischen Trend entspricht. Positiv stechen jedoch besonders Spanien (+25,3%), Portugal (+ 20,6%) und die Schweiz (+ 12,4%) heraus. Eine besonders negative Entwicklung machten die Umsätze für Druckerhardware im ersten Quartal 2017 hingegen in Schweden (- 21,5%), Belgien (- 14,4%) und Österreich (- 7,9%).

Stand-Alone Drucker werden immer seltener nachgefragt

Die wachsende Nachfrage wird in Westeuropa vor allem von sogenannten Multifunktionsgeräten getragen, wie neben dem Drucken im Normalfall auch noch scannen, kopieren und faxen können. Die Entwicklung der Umsätze entwickelte sich je nach Gerät wie folgt:

Gerätekategorie Umsatzentwicklung (1. Quartal 2017)
Laserdrucker -7%
Tintenstrahldrucker -21%
Multifunktionsgeräte (mit Laserdrucker) +5%
Multifunktionsgeräte (mit Tintenstrahldrucker) +6%

Abbildung 2: Umsatzveränderungen im ersten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahresquartal – nach Geräteart.

Beliebt sind in Büros vorzugsweise Drucker mit integriertem Scanner. (#2)

Beliebt sind in Büros vorzugsweise Drucker mit integriertem Scanner. (#2)

Gerade die Kombination aus Drucker und Scanner scheint bei vielen Verbrauchern und auch Firmen immer wichtiger zu werden. Hier zeigt sich, dass es eben immer wichtiger wird, neben dem Ausdrucken von Dateien auch vorhandene Papierdokumente zu digitalisieren, um sie beispielsweise online speichern oder mit anderen teilen zu können. Darüber hinaus spricht für die Multifunktionsgeräte, dass sie oftmals kaum teurer sind als herkömmliche Stand-Alone Drucker und zudem im Büro weniger Platz verbrauchen.

Aktuell brauchen sich die Hersteller von Druckern also keine Sorgen um einen starken Nachfrageeinbruch im Zuge der Digitalisierung zu machen. Dafür sorgen vor allem die Multifunktionsgeräte. Trotzdem zeigt sich, dass Kunden sich mit einem Drucker allein nicht mehr zufriedengeben – in Zukunft wird Kreativität und Weiterentwicklung gefragt sein.

Wer sind die wichtigsten Anbieter auf dem Markt?

Der Markt für Drucker zeigt zwar mitunter einige verschiedene Anbieter, jedoch spielen in Westeuropa nur wenige Hersteller eine wirklich wichtige Rolle. Die Anbieter mit den größten Marktanteilen sind dabei:

1. HP (47% Marktanteil)

Die Multifunktionsgeräte von HP wie der HP Officejet 8600 Plus oder der Officejet Pro 8610 e-All-in-One bestechen vor allem mit einer guten Druckqualität, die sich zudem äußerst günstig realisieren lässt. Verbraucher wissen zudem die einfache Bedienung per Touchscreen zu schätzen, was HP-Drucker nach wie vor zu äußerst beliebten Produkten macht und den hohen Marktanteil erklärt.

Entscheidend für die Zukunft der Drucker sind vermutlich auch die Kosten der Verbrauchsmaterialien. Denn die Kosten für Druckerpatronen und Papier summieren sich im Laufe einen Druckerlebens doch deutlich. (#3)

Entscheidend für die Zukunft der Drucker sind vermutlich auch die Kosten der Verbrauchsmaterialien. Denn die Kosten für Druckerpatronen und Papier summieren sich im Laufe einen Druckerlebens doch deutlich. (#3)

2. Epson (18% Marktanteil)

Epson gehört ebenfalls zu den bereits seit langem etablierten Herstellern und kann mit dem Expression Premium XP-810 ein sehr leistungsfähiges Multifunktionsgerät zur Verfügung stellen. Dabei stehen vor allem die Druckqualität sowie die das hohe Tempo im Vordergrund.

3. Canon (15% Marktanteil)

Canon steht für hochwertige Drucker und besonders schnelle Kopier- sowie Druckfunktionen. Im Bürobetrieb lassen sich so auch größere Dokumentenanzahlen schnell und zuverlässig drucken. In der Breite kann der Hersteller viele solide Geräte bieten, die sehr gute Leistungen bringen.

Darüber hinaus scheint auch der japanische Hersteller Brother tendenziell eine größere Rolle zu spielen, obwohl sich dessen Marktanteile zuletzt immer noch im Bereich zwischen 7 und 10% bewegten. Der Anbieter besticht vor allem durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und es bleibt abzuwarten, ob Brother noch weitere Marktanteile in Europa erringen kann.

Wie werden sich Drucker in Zukunft entwickeln?

Die technische Entwicklung rund um KI und weitere Digitalisierung macht natürlich auch vor der Druckindustrie nicht halt. Dass die aktuelle Hardware in dieser Form ewig existiert, ist höchst unwahrscheinlich. Doch wie könnten Drucker Trends der Zukunft aussehen? Im Folgenden werden einige Ideen präsentiert:

1. Miniaturdrucker für jedermann

Unser Leben wird im Zuge der Smartphones auch im digitalen Bereich mehr und mehr von Mobilität gekennzeichnet. Somit ist es nur naheliegend, dass auch Drucker diese Entwicklung mitgehen. Für Nutzer wäre es sicherlich sehr praktisch, den eigenen Drucker überall mit hin zu nehmen, um dann Dokumente ausdrucken zu können. Diesbezüglich gibt es tatsächlich schon erste Entwicklungen, so dass wir in einigen Jahren eventuell mit einem Drucker drucken, der problemlos in die eigene Hosentasche passt.

Einen großen Sprung nach vorne werden die Miniaturdrucker und Fotodrucker machen. Sie lassen sich schnell und einfach an Tablet und Smartphone anschließen oder sogar per Wireless bedienen. (#4)

Einen großen Sprung nach vorne werden die Miniaturdrucker und Fotodrucker machen. Sie lassen sich schnell und einfach an Tablet und Smartphone anschließen oder sogar per Wireless bedienen. (#4)

2. Wiederverwendbares Papier

Recycling ist bereits in vielen Bereichen unseres Lebens zum Alltag geworden. Dieses Konzept lässt sich zudem auch teilweise auf die Welt des Druckens übertragen. Mit sogenanntem Re-Use-Toner wird Papier unter Hitze bedruckt und lässt sich somit wiederbedrucken. Ob dieses Konzept tatsächlich sinnvoll erscheint, bleibt abzuwarten. Gerade in der Geschäftswelt werden immer mehr Dokumente digital versendet und nur wirklich wichtige Unterlagen tatsächlich ausgedruckt.

3. Drucker als vollwertige digitale Assistenten

Durch die Weiterentwicklung der KI wird immer wieder davon gesprochen, dass Software lernfähig wird und zudem in der Lage ist, menschliche Anweisungen zu verstehen. Somit könnte ein mit entsprechender KI versehener Drucker eventuell auf Sprachsteuerung reagieren oder selbstständig Dokumente im Netz suchen und diese auf Wunsch sofort ausdrucken. Ob und in welcher Form solche Ideen umgesetzt werden, ist bislang noch nicht bekannt. Sollten die fundamentalen Fortschritte im Bereich der KI jedoch so weitergehen, ist dies durchaus vollstellbar.

Wie sich unschwer erkennen lässt, sind auch die Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Drucker noch nicht vollständig ausgeschöpft. Die Branche könnte durch die Digitalisierung tatsächlich gewinnen. Trotzdem bleibt das Risiko, dass Papierdrucke irgendwann überhaupt nicht mehr gebraucht werden.

Liegt die Zukunft der Drucker vielleicht in der Nutzung von wiederverwendbarem Papier? Das wäre auch toll für die Zukunft der Umwelt... (#5)

Liegt die Zukunft der Drucker vielleicht in der Nutzung von wiederverwendbarem Papier? Das wäre auch toll für die Zukunft der Umwelt… (#5)

Fazit

Das Thema Digitalisierung und der Trend zum papierlosen Büro sind sicherlich nicht spurlos an der Branche der Druckerhersteller vorbeigegangen. Trotzdem lassen sich die Umsätze durchaus als zufriedenstellend bezeichnet, wobei vor allem Multifunktionsgeräte punkten können. Bei Einzeldruckern oder auch Scannern sieht das Bild jedoch schon seit Jahren recht trist aus. Die Nachfrage geht stark zurück und es zeigt sich, dass der Drucker als Stand-Alone-Hardware kaum noch gefragt ist.

In Bezug auf die Marktanteile hat sich zuletzt nur relativ wenig getan, denn der Markt wird weiterhin von 3-4 Herstellern dominiert, von denen HP mit einem Marktanteil von 47% eine dominierende Position innehat. Doch Hersteller wie Brother locken mit leistungsfähigen Geräten zu sehr fairen Preisen.

Die Zukunft der Branche dürfte darin liegen, den sich ändernden Lebensbedingungen und Bedürfnissen der Kunden entgegen zu kommen. Mobiles Drucken dürfte dabei einer der kommenden Trends sein, denn unser gesamter Medienkonsum fokussiert sich immer mehr auf den Kanal „mobile“. Wie die Branche sich am Ende darauf einstellen kann, bleibt in den nächsten Jahren abzuwarten.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Gorvik-, -#1 Andrey_Popov, -#2 Andrey_Popov, -#3 WUTTISAK PROMCHOO, -#4 Kitch Bain, -#5 ultramansk

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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