Digitale Transformation: Der Mittelstand versucht aufzuholen!

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Die digitale Transformation verstärkt und konsequent anzugehen, liegt schon seit mindestens zehn Jahren im Fokus von Deutschlands Mittelständlern. Die Entwicklung gehe aber immer noch zu langsam, berichtet tn3.de in einem Artikel zum Berliner Unternehmens etventure. Dieses begleitet Firmen auf dem Weg in die Digitalisierung.

KMU haben enorme Wirtschaftskraft

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) generieren laut Angaben des Statistischen Bundesamts 30 Prozent des Umsatzes der deutschen Wirtschaft und beschäftigen immerhin 69 Prozent der erwerbstätigen Personen in Deutschland. Im Vergleich zu hippen Start-ups wirken sie allerdings im Bereich digitale Erneuerungen zunächst immer noch etwas schwerfällig.

Im Vergleich zu hippen Start-ups wirken die KMU allerdings im Bereich digitale Erneuerungen zunächst immer noch etwas schwerfällig. (#01)

Im Vergleich zu hippen Start-ups wirken die KMU allerdings im Bereich digitale Erneuerungen zunächst immer noch etwas schwerfällig. (#01)

Vielfältige Herausforderungen für Mittelständler

Denn neben dem Thema Digitalisierung hat der deutsche Mittelstand im Moment noch andere „Baustellen“: Oft steht die Führungsriege der Unternehmen kurz vor der Rente und es gibt enorme Nachfolgeprobleme, weil die nächste Generation oftmals das Geschäft nicht übernehmen möchte: Zwar sind die Unternehmen erfolgreich, aber nur rund 20 Prozent der Senior-Inhaber eines KMU haben einen echten Nachfolgeinteressenten.

Kein Wunder, dass die Beschäftigung mit neuen Technologienangesichts dieser erstmal „brennenderen“ Themen schwerfällt und oftmals im Tagesgeschäft untergeht. Befragt man einen deutschen Mittelständler nach seinen Plänen zur digitalen Transformation, wissen sehr viele nicht, wie sie mit dem Thema Digitalisierung umgehen oder wie sie es auf ihre eigene Unternehmenssituation anwenden sollen.

Althergebrachte Strukturen hemmen die Digitalisierung

Viele Hemmnisse wie zum Beispiel die Themen Datenanalyse, Datenschutz und -sicherheit, hohe Betriebskosten sowie mangelnde IT-Kompetenz der Mitarbeiter sind weitere Probleme, die den Weg zur Digitalisierung des Mittelstands hemmen. Oftmals werden Prozesse und Distribution bei den alteingesessenen Mittelständlern noch durch althergebrachte Systeme abgewickelt werden: Vertreter, die von Kunde zu Kunde fahren und einen 300-seitigen Print-Bestellkatalog mitbringen, sind meist noch gängige Praxis der Vertriebler.

Oftmals werden Prozesse und Distribution bei den alteingesessenen Mittelständlern noch durch althergebrachte Systeme abgewickelt werden: Vertreter, die von Kunde zu Kunde fahren und einen 300-seitigen Print-Bestellkatalog mitbringen, sind meist noch gängige Praxis der Vertriebler. (#02)

Oftmals werden Prozesse und Distribution bei den alteingesessenen Mittelständlern noch durch althergebrachte Systeme abgewickelt werden: Vertreter, die von Kunde zu Kunde fahren und einen 300-seitigen Print-Bestellkatalog mitbringen, sind meist noch gängige Praxis der Vertriebler. (#02)

Erfolge langsam sichtbar

Wenn die Führungsebene der Unternehmen keine Angst davor hat, neue Geschäftsfelder auszutesten und zu erschließen, ist meist schon der erste Schritt getan. Wer bei der digitalen Entwicklung mit vorne dabei sein will, sollte sich vor allem den Themen Datenanalyse, Datenqualität, Datenmanagement widmen.

IT-Fachkräfte ins Boot holen

Mittelständische Unternehmen sollten zunächst weitreichende interne IT-Kompetenz auf Führungs- und Mitarbeiterebene aufbauen Dazu gehört auch, geeignete Fachkräfte, die das Geschäft voranbringen können, zu finden und zu halten. Da diese zumeist der neuen sogenannten Generation Y (auch Generation „Me“ – im Sinne on „Ich“ angehören) ist es nicht nur notwendig, attraktive Gehaltspakete zu schnüren, sondern auch eine „neue“ Unternehmenskultur und -umgebung zu schaffen, in der sich diese Mitarbeiter wohlfühlen und gerne bleiben.

Video: Digitalisierung – Chancen der digitalen Transformation für den Mittelstand – Prof. Dr. Mario Fischer

Erfolgsbeispiel Werkzeug Weber in Aschaffenburg

Einige deutsche Mittelständler wagen sich mehr und mehr in dieses „unbekannte“ Terrain hervor und sind bereit, nach neuen, in der Zukunft wegweisenden Technologien oder Geschäftsbereichen zu suchen. Ein Beispiel dafür ist Werkzeug Weber in Aschaffenburg, ein Familienunternehmen in dritter Generation. Seit einiger Zeit bewegt sich die Firma mit einem Onlineshop und der jederzeit zugänglichen „Werkzeug-Mietbox“ hin zum zeitlich und räumlich unabhängigen Fullservice-Anbieter.

Den richtigen Weg finden

Dennoch könnte es noch einige Zeit dauern, bis die Mehrheit der Unternehmen den richtigen und individuellen Weg in die Digitalisierung gefunden hat. Ignoranz oder „Aussitzen“ ist hier der völlig falsche Weg, denn ausländische Wettbewerber sitzen in den Startlöchern und könnten die sicher geglaubte Weltmarktführerschaft schnell streitig machen.

Lobbyarbeit ist wichtig

Um die Entwicklung weiter voranzutreiben, ist es vor allen wichtig, dass die mittelständischen Unternehmensvertreter Lobbyarbeit bei politischen Entscheidern betreiben und für mehr Unterstützung von Unternehmern und Gründern werben. Außerdem muss Deutschland auf dem globalen Internet-Geschwindigkeitsindex, sowohl im Mobile- als auch Breitband-Vergleich, besser werden. Auch hierfür lohnt es sich zu kämpfen, um die Digitalisierung des Mittelstands zu beschleunigen.

Um die Entwicklung weiter voranzutreiben, ist es vor allen wichtig, dass die mittelständischen Unternehmensvertreter Lobbyarbeit bei politischen Entscheidern betreiben und für mehr Unterstützung von Unternehmern und Gründern werben. (#03)

Um die Entwicklung weiter voranzutreiben, ist es vor allen wichtig, dass die mittelständischen Unternehmensvertreter Lobbyarbeit bei politischen Entscheidern betreiben und für mehr Unterstützung von Unternehmern und Gründern werben. (#03)

Maßnahmenkataloge zur Digitalisierung

Viele Mittelständler haben zwischenzeitlich Maßnahmenkataloge entwickelt, nach denen sie vorgehen, um die Digitalisierung im eigenen Unternehmer voranzutreiben.

Zu klären bzw. zu bearbeiten sind dabei unter anderem folgende Fragen:

  • Nutze ich effiziente Software?
  • Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten?
  • Gibt es ein Software-Tool, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

Großer Wert sollte vor allem auf die Themen Datenanalyse, Datenqualität und Datenmanagement gelegt werden.

  • Datenmanagement: Ein gezieltes Datenmanagement ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Sie können einen Mehrwert aus Daten und Informationen ziehen, dennoch stellt dies viele Unternehmen immer noch vor eine große Herausforderung.
  • Datenqualität & Datenanalyse: Ein professionelles Datenmanagement muss zwingend auch die Aspekte der Daten-/Informationsqualität und des Datenschutzes berücksichtigen.

Sich für beide Themen geeignete Fachkräfte ins Boot zu holen, ist dringend zu empfehlen, um den Schritt in die digitale Zukunft zielführend und auf Dauer erfolgreich zu beschreiten zu können.


Bildnachweis:©Shutterstock – Titelbild: chombosan – #01: petrmalinak – #02: ALPA PROD – #03: lonndubh

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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