Bodenbelag für Kuhstall: Gestaltung des Betonbodens hat Einfluss auf die Milchproduktion

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Ein Nebenerwerbs-Landwirt hat vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Auf der einen Seite muss er natürlich seinem normalen Beruf nachkommen und wendet dafür die meiste Zeit auf. Auf der anderen Seite fordert die Landwirtschaft auch im Nebenerwerb viel Zeit – Urlaub gibt es hier bei nicht vorhandener Vertretung gar nicht und die Sommermonate sind ohnehin Zeit der Arbeit. Wer sich mit der Milchviehwirtschaft befasst oder Kühe als Schlachtvieh hält, muss sich überdies mit weiteren Fragen plagen.

Bodenbelag für Kuhstall: Beton die richtige Wahl?

Als klassischer Bodenbelag für den Kuhstall gilt Beton oder Stein, wobei Beton der Vorzug vor dem Verlegen von Ziegelsteinen oder Klinkern zu geben ist. Zum einen dichtet Beton den Boden besser ab, zum anderen entsteht durch das Vergießen des Betons eine glatte Oberfläche, die sich leichter reinigen lässt. Doch ein Problem haben beide Varianten: Wenn sie nass werden, wird es rutschig im Stall. Nun sind Kühe nicht unbedingt die saubersten Tiere und nutzen natürlich nicht einfach nur eine Ecke im Stall als Toilette. Das bedeutet, dass der gesamte Stallboden feucht wird und auf Dauer auch bleibt. Dies wiederum bedeutet eine enorme Rutsch- und damit auch Verletzungsgefahr für Mensch und Tier. Das heißt, dass der Beton als Bodenbelag im Kuhstall mit anderen Materialien kombiniert werden muss, damit sich am Ende eine rutschsichere Oberfläche ergibt. Infrage kommen hier zum Beispiel Stroh oder Gummi. Holzpellets eignen sich für den Kuhstall als Bodenbelag eher weniger, diese lassen sich schlecht als Dünger in der Landwirtschaft verwenden, außerdem werden sie rasch nass. Stroh hingegen ist saugfähig, wenn auf die richtige Strohart gesetzt wird. Roggen- oder Gerstenstroh sind für Kühe gut geeignet, auch Weizenstroh ist verwendbar. Haferstroh hingegen besitzt nur eine geringe Saugkraft und wird bei ausreichender Länge eher als Futtermittel verwendet.

Fazit: Beton ist als Bodenbelag für den Kuhstall durchaus eine gute Wahl, sollte aber mit Stroh kombiniert werden.

Bodenbelag für Kuhstall: Gummimatten als Komfortunterlage?

Viele Anbieter werben damit, dass Gummimatten die ideale Unterlage für Kühe seien, die darauf bequem liegen könnten. Nun bevorzugen Kühe aber einen trockenen Untergrund und genau diesen Anspruch kann Gummi längst nicht erfüllen. Die Kühe laufen darauf zwar weich und gelenkschonend, können theoretisch auch gut auf den Matten liegen. Da sie allerdings den Boden durch Kot und Urin verunreinigen, ist zumindest die Eigenschaft des angenehmen Liegens nur vorübergehend. Dabei muss bedacht werden, dass Hochleistungskühe bis zu 16 Stunden am Tag liegen, wobei die einzelnen Liegephasen zwischen 60 und 90 Minuten dauern können. Undenkbar, wenn die Tiere für so lange Zeit im Mist liegen müssten. Die Gummimatten sollten daher immer mit einer saugfähigen Schicht versehen werden, denn so wird das weiche Stehen und Liegen mit einer trockenen Oberfläche kombiniert. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass regelmäßig gemistet und nachgestreut wird.

Wer als Landwirt seine Kühe ausreichend beobachtet, wird zudem feststellen, ob sich diese wohlfühlen oder nicht. Weniger Aktivität, ein schwaches Brunstverhalten und längere Liegezeiten sind Zeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Können Krankheiten und schlechtes Futter ausgeschlossen werden, so bleibt meist nur der Bodenbelag im Kuhstall als Ursache übrig. Erstaunlich, dass diesem immer noch so wenig Beachtung geschenkt wird, denn die Leistung einer Kuh hängt mit ihrem Wohlbefinden zusammen. Wer also möglichst hohe Erträge erzielen will, sollte auch auf den Bodenbelag im Kuhstall achten und diesen entsprechend den Bedürfnissen der Kühe einrichten. Abzulehnen sind nach neuesten Erkenntnissen die Spaltenböden, auch wenn sich diese leicht reinigen lassen. Für die Tiere bedeutet es Stress, sich nicht überall legen zu können bzw. auf harten, feuchten Böden liegen zu müssen. Diesen Stress im Kuhstall drücken sie letzten Endes in geringerer Leistung aus.


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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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