Aufgaben einer Führungskraft: Mitarbeiterführung im Detail

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Kann jeder Mensch eine Führungskraft werden? Diese Frage muss leider mit einem deutlichen „Nein“ beantwortet werden, denn die persönlichen Voraussetzungen müssen stimmen, um die Aufgaben erledigen und die Führung im Unternehmen übernehmen zu können.

Aufgaben einer Führungskraft: Management als erlernbare Disziplin

Es wird immer davon ausgegangen, dass eine Führungskraft vor allem Intelligenz und Fachkompetenz mitbringen muss, um die Aufgaben erledigen zu können. Natürlich ist eine gewisse Geistesschärfe von Vorteil, doch Management ist eine Disziplin, die sich erlernen lässt. Erkennbar ist dies gerade an jungen Führungskräften, die gerade erst in ihre Position gehoben wurden und nach und nach hineinwachsen. Niemand wird als Führungskraft geboren, wohl aber für die Führung anderer.

Durchsetzungsstärke, Selbstbewusstsein, Fachwissen sowie die berühmten Soft Skills sind nötig, um ein Unternehmen sicher zu führen und notfalls auch durch Krisen zu bringen. Gleichzeitig sollten die Führungsmethoden transparent sein. Mitarbeiter wünschen sich in der Regel, zu wissen, wie sie geführt werden. Eine klare Linie soll es geben, heute „hüh“, morgen „hott“ ist eine ganz schlechte Führungsart.

Jeder Mitarbeiter möchte wissen, wo die Reise hingeht und welche Wege eingeschlagen werden sollen. Klarheit und Transparenz sind gefragt, wenn es darum geht, ein Unternehmen auf den richtigen Weg zu bringen oder dort zu halten. Kopf, Herz und Hand müssen dafür allerdings in Einklang miteinander stehen und immer gemeinsam zum Zuge kommen.

Der Kopf steht für die Aufgaben, die der Führende erfüllen muss und auf die wir gleich in diesem Artikel noch eingehen werden. Die Hand steht für die Hilfsmittel, die bei der Umsetzung der Führungsaufgaben zum Einsatz kommen. Das Herz ist das Symbol für die Prinzipien, an die sich die Führungskraft stets halten sollte. Diese beziehen sich auf die Verantwortung, auf Ergebnisorientierung, auf Vertrauen, auf Stärken und das gute Betriebsklima.

Durchsetzungsstärke, Selbstbewusstsein, Fachwissen sowie die berühmten Soft Skills sind nötig, um ein Unternehmen sicher zu führen und notfalls auch durch Krisen zu bringen. (#01)

Durchsetzungsstärke, Selbstbewusstsein, Fachwissen sowie die berühmten Soft Skills sind nötig, um ein Unternehmen sicher zu führen und notfalls auch durch Krisen zu bringen. (#01)

Aufgaben einer Führungskraft: Menschen fördern

Mitarbeiter müssen gefordert und gefördert werden, wenn sie mit dem Unternehmen verwachsen sollen. Doch um sie richtig zu fördern, muss der Führende wissen, dass alle Menschen einen anderen Führungsstil bevorzugen, außerdem sind die einzelnen Phasen der Führung durch einen anderen Stil gekennzeichnet. In der ersten Phase werden die Menschen daher genau dirigiert. Der Manager muss vorgeben, was die Angestellten tun sollen.

In der zweiten Phase lässt das Engagement bereits nach, dafür ist die Kompetenz bei den Mitarbeitern gestiegen. Eine konsequente Zielsetzung sowie die Kontrolle einzelner Ziele sind wichtig. Nun folgt die dritte Phase, in der die Kompetenz hoch ist, das Engagement aber stark schwankt. Der Angestellte braucht eine starke Forderung, weniger Anleitung. Die vierte Phase hingegen ist durch hohes Engagement und hohe Kompetenz gekennzeichnet, der Führende kann Aufgaben delegieren und sich eines Teils seiner Verantwortung entledigen.

Aufgaben der Führungskraft: Der Sinn des Unternehmens

Jede Firma muss versuchen, den Gewinn zu maximieren und die Verluste so niedrig wie möglich zu halten. Dies ist der Hauptzweck,  der Lebensinhalt des Unternehmens. Führungskräfte sollen dies unterstützen und dazu beitragen, dass Gewinnmaximierung und Kostensenkung auf einem optimalen Niveau laufen. Gleichzeitig muss der Umsatz erhöht werden und die Firmenidee soll derart weiterentwickelt werden, dass es nicht nur Kunden gibt, sondern regelrechte Fans.

Außerdem soll die Führungskraft ein System schaffen, in dem jeder Angestellte seine Aufgaben kennt. Der Führende wird damit zum gewissen Maße entbehrlich, ebenfalls ein Ziel des Unternehmens. Dafür muss der Manager allerdings wissen, wie die Idee der Firma am besten umzusetzen ist und wie das passende System am besten funktionieren könnte. Außerdem muss er die Angestellten in seine Umsetzungsidee einbinden, deren Stärken zum gewählten System kompatibel sind

Außerdem soll die Führungskraft ein System schaffen, in dem jeder Angestellte seine Aufgaben kennt. (#02)

Außerdem soll die Führungskraft ein System schaffen, in dem jeder Angestellte seine Aufgaben kennt. (#02)

Noch mehr Aufgaben für die Führungskraft: Arbeiten abgeben

Es ist altbekannt, dass Entscheidungsträger und Vorgesetzte gern Aufgaben delegieren. Dabei geht es nicht darum, selbst so wenig wie möglich zu tun zu haben, sondern es muss Zeit für unvorhergesehene Aufgaben freigeschaufelt werden. Als Faustregel gilt hier, dass rund 50 Prozent der Arbeitszeit dafür freigehalten werden sollten!

Was auf den ersten Blick wie eine Unmenge an Freizeit aussieht, stellt sich in der Praxis nicht als solche dar. Jeder Vorgesetzte wird das Problem kennen, dass er trotz delegierter Aufgaben noch mit Arbeit überschüttet ist, und unvorhergesehen kommen meist die kompliziertesten und zeitaufwendigsten Dinge dazu. Wichtig beim Delegieren: Die Angestellten, die Arbeiten übertragen bekommen, dürfen nicht überqualifiziert dafür sein. Außerdem sollen Sie die Tätigkeiten selbst erbringen und nicht ihrerseits weitergeben.

Kontrollieren gehört zu den Aufgaben einer Führungskraft

Egal, welche Arbeiten und Tätigkeiten durch die Angestellten erbracht werden, immer braucht es ein gewisses Maß an Kontrolle, damit Sorgfalt und Disziplin erhalten bleiben. Wie kompetent Anweisungen umgesetzt werden, wird in schriftlichen Berichten deutlich, die regelmäßig abzuliefern sind. Zur Beurteilung der stichprobenartig zu überprüfenden Berichte müssen messbare Kriterien vorliegen, die idealerweise bereits vorab entwickelt worden sind. Als Ergebnis der Kontrolle sollte der Führende Feedback an seine Angestellten geben.

Wenn sie wissen, dass sie etwas besonders gut gemacht haben, erhöht das deutlich deren Motivation. Umgekehrt kann eine leichte Kritik, sinnvoll angebracht und nicht als Beschimpfung, den Ansporn erhöhen, sich beim nächsten Mal mehr anzustrengen. Wichtig ist in dem Zusammenhang, auch Angestellte, die Sie loben, immer weiter zu fordern. Wer sich ausruhen kann, wird das tun. Dies schadet langfristig gesehen natürlich dem Unternehmenserfolg. Loben sollte überdies öffentlich erfolgen, was auch in Form einer positiven Erwähnung gegenüber Geschäftsfreunden und Projektpartnern der Fall sein kann.

Wenn sie wissen, dass sie etwas besonders gut gemacht haben, erhöht das deutlich deren Motivation. (#03)

Wenn sie wissen, dass sie etwas besonders gut gemacht haben, erhöht das deutlich deren Motivation. (#03)

Aufgaben einer Führungskraft: Von Achtung und Bezahlung

Viele Angestellte haben das Gefühl, sie würden nicht ausreichend wertgeschätzt. Der Vorgesetzte lobt sie nicht häufig genug, immer gibt es an Projekten etwas zu verändern. Dabei geht es meist gar nicht um das Lob an sich, sondern es liegt etwas viel Schwerwiegenderes im Argen: Der Respekt lässt zu wünschen übrig. Es gehört also zu den wichtigsten Aufgaben einer Führungskraft, den Mitarbeitern Respekt zu zollen.

Sie wollen höflich behandelt werden. Auch dann, wenn es mal wieder Stress gibt. Sicherlich zeigt sich der Respekt auch in einer angemessenen Bezahlung, denn niemand möchte seine Arbeitskraft für einen Hungerlohn verkaufen. Halten Sie die Angestellten bei Laune, indem sie angemessen bezahlt werden, eventuell Zusatzleistungen bekommen und besondere Leistungen extra honoriert werden.

Damit ist natürlich nicht gemeint, dass Sie mit Geld um sich werfen müssen und jede Kleinigkeit gesondert vergüten. Es geht vielmehr darum, dass jemand, der sich mit ganzer Seele in die Firma hängt, Überstunden absolviert und Lösungen findet, nicht ebenso schlecht bezahlt werden darf wie jemand, bei dem es nur Dienst nach Vorschrift gibt oder der den sprichwörtlichen Hammer fallen lässt, sobald die Werksglocke läutet. Mit einem solchen Mitarbeiter gewinnen Sie keinen Blumentopf und werden sich langfristig nicht an höhere Projekte hängen brauchen.

Informationspflichten als Aufgaben einer Führungskraft

Führungskräfte sollten sich angewöhnen, die Angestellten zu informieren. Kaum etwas hasst die Belegschaft so sehr, wie das Gefühl, dass wichtige Informationen nicht durchsickern. Die Firma steht kurz vor der Insolvenz? Ein neuer Eigentümer ist bereits vorhanden? Es müssen Stellen abgebaut werden? Natürlich gilt das nicht nur für negative Nachrichten, auch positive Meldungen sollten bis zum Angestellten in der untersten Ebene gelangen.

Führungskräfte sollten daher die gesamte Belegschaft regelmäßig und ausführlich zu allen wichtigen Punkten informieren. Das kann beispielsweise im Rahmen einer Betriebsversammlung am Montagmorgen sein oder es gibt regelmäßige Teamsitzungen zu festen Zeiten. Eventuell reicht es auch, eine kurze Mail zu verfassen und an alle zu senden, dann sollte allerdings bekannt sein, dass eine derartige Infomail von nun an regelmäßig erscheint.

 

Führungskräfte sollten daher die gesamte Belegschaft regelmäßig und ausführlich zu allen wichtigen Punkten informieren. (#04)

Führungskräfte sollten daher die gesamte Belegschaft regelmäßig und ausführlich zu allen wichtigen Punkten informieren. (#04)

Aufgaben der Führungskraft: Fehler in der Mitarbeiterführung

Die Mitarbeiterführung ist keine leichte Sache, wie wir bereits an den vorangegangenen Punkten gesehen haben. Nun seien aber noch die größten Fehler erwähnt, die sich im Laufe der Zeit bei fast allen Führungskräften abzeichnen bzw. einschleichen:

  1. Keine Entscheidungen treffenManche Führungskräfte drücken sich lange und erfolgreich gegen alle möglichen Entscheidungen. Doch die Zeit richtet nicht immer alles und so müssen Unternehmer doch manchmal rigoros und selbstbewusst vorgehen, wenn sie mit der Firma nicht auf der Stelle treten wollen. Beantworten Sie Fragen zu allen Themen und drücken Sie sich nicht gegenüber Ihren Mitarbeitern vor Diskussionen und Entscheidungsfragen. Das gilt auch für Unverbindlichkeit. Eine Führungskraft hat die Aufgabe, sich festzulegen. Sie entscheidet auf Basis von Erfahrung und Wissen, auf Grundlage der jeweiligen Situation. Dann darf auch nichts unverbindlich bleiben, sondern der für richtig erachtete Weg wird eingeschlagen. Reden Sie Klartext!
  2. Nicht zuhörenViele Manager sind zwar der Meinung, dass regelmäßige Unterhaltungen mit den übrigen Mitarbeitern ausreichen würden, um dem Informationsfluss Genüge zu tun, doch dem ist nicht so. Wer nämlich nicht zuhört, verschwendet einfach nur wertvolle Zeit. Seine eigene und die des Mitarbeiters, der etwas zu sagen hatte. Häufig ist es leider so, dass eine Führungskraft der Meinung ist, sie würde nicht aktiv genug sein, nicht aktiv entscheiden, zu wenig Chef sein. Doch auf dem nicht richtigen Zuhören basieren viele Fehlentscheidungen, die das Unternehmen noch lange Zeit verfolgen können.
  3. Chefs sind wichtiger als andereLeider ist es häufig so, dass sich der Führende für etwas Besseres hält. Er hat schließlich so viel zu tun und so viel um die Ohren, dass er durchaus während der Präsentation des neuen Projekts durch einen Angestellten seine E-Mails lesen muss. Würde der umgekehrte Fall eintreten und der Angestellte liest seine Nachrichten, während der Chef das Projekt erläutert, würde es wohl, gelinde gesagt, Ärger geben. Formalitäten sind wichtig, aber bitte schön auf beiden Seiten. Dies ist wieder eine Sache des Respekts, den wir oben bereits angesprochen haben und der auch einem Manager nicht abhandenkommen sollte.Außerdem spielt Fairness hier mit hinein, eine Eigenschaft, die von jedem Angestellten gefordert wird. Teamfähig, kreativ und fair sollen die besten Angestellten sein, doch die Chefs sind genau das meist nicht. Zumindest zeigen sie es nicht, sondern agieren unfair und ungeduldig. Fairness zeigt sich übrigens auch bei der schon beschriebenen Bezahlung, die sich an den Leistungen messen sollte, die der Betreffende erbringt.

Video: 7 Tipps für die 100 Tage, BEVOR Sie Führungskraft werden

Nicht zuletzt gehört es zu den Aufgaben einer Führungskraft, zu den eigenen Worten zu stehen, sodass Vertrauen aufgebaut werden kann. Kein Angestellter wird einem Manager vertrauen, der heute eine Entscheidung trifft und diese morgen widerruft. Versprechen Sie etwas, halten Sie es auch, denn das kennzeichnet einen guten Führungsstil. Das gilt übrigens nicht nur bei den großen Versprechen, die beispielsweise eine Gehaltserhöhung oder den freien Tag, der schon lange beantragt ist, betreffen. Auch Kleinigkeiten zählen dazu und haben teilweise einen noch höheren Stellenwert. Einfach aus dem Grund, weil es eine Vielzahl von Kleinigkeiten ist, die den Eindruck über die Führungskraft ausmacht.

Bedenken Sie bitte auch, dass alle Angestellten nur Menschen sind. Sie machen Fehler, was passieren kann und nicht weiter schlimm ist. Fordern Sie keine Fehlerfreiheit, sondern die bestmögliche Leistung! Und geben Sie auch selbst Fehler zu, wenn diese passieren. Ja, auch einer Führungskraft unterlaufen Fehler, es werden falsche Entscheidungen getroffen oder nicht passende Kooperationen eingegangen. Stehen Sie dazu und verbessern Sie damit Ihre eigene Glaubwürdigkeit. Ein Führender sollte immer noch als Mensch wahrgenommen werden, nicht als Herrscher, der auf seinem Thron sitzt und von oben auf all die kleinen Angestellten hinabblickt.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: marvent – #01: This Is Me – #02: Sergey Nivens – #03: Mangostar – #04: vectorfusionart

Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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